Um was es sich bei „Memorial“ handelt

Informationsbulletin N° 3

„Memorial“ ist eine Bewegung, deren Hauptaufgabe anfangs darin bestand, die Erinnerung an die politischen Repressionen in der nicht allzu weit entfernten Vergangenheit unseres Landes wach zu halten. „Memorial“ wurde 1988 gegründet. Heute beinhaltet es das Zusammenwirken dutzender Organisationen in Russland, Kasachstan, Lettland, Georgien und in der Ukraine, die die Geschichte erforschen, für die Menschenrechte eintreten und Aufklärungsarbeit leisten.

Von „Memorial“ von allgemein zugängliche Museumskollektionen, Dokumenten-Sammlungen, spezialisierte Bibliotheken geschaffen. Auf Initiative von “Memorial“ wurden der Solowjezker Stein auf dem Lubjanka-Platz in Moskau und zahllose Gedenksteine und Mahnmale in verschiedenen Ecken der ehemaligen UdSSR aufgestellt.

Auf Initiative und unter Mitwirkung von „Memorial“ wurde 1991 das Gesetz über die Rehabilitierung der Opfer der politischen Repressionen verabschiedet, das hunderttausenden unser Mitbürger ihre bürgerliche Ehre zurückbrachte und den 30. Oktober zum Tag des Gedenkens an die Opfer der politischen Repressionen festlegte. Außerdem gewährt die Organisation juristische und bedürftigen alten Menschen, welche die sowjetischen Gefängnisse und Politlager durchlaufen haben, mitunter auch materielle Hilfe.

„Memorial“ engagiert sich in der Erforschung der Geschichte des GULAG, der Allrussischen Tscheka , der OGPU, des NKWD, des MGB und des KGB und befasst sich mit einer Statistik der politischen Repressionen in der UdSSR sowie der Geschichte des Dissidenten-Widerstands während der Chruschtschow-Breschnew-Epoche.

„Memorial“ sammelt mit Hilfe von Beobachterteams in den „Brennpunkten“ auf dem Territorium der GUS Tatsachenmaterial, prüft, analysiert und veröffentlicht die zusammengetragenen Informationen über Menschenrechtsverletzungen.

Auf das Konto von “Memorial“ gehen dutzende Bücher und Zeitschriftenartikel, Radiosendungen, Ausstellungen, welche sowohl den Tragödien der vergangenen Jahrzehnte, als auch den heutigen Versuchen, die Freiheit und Menschenwürde von Bürgern Russlands und der GUS einzuschränken, gewidmet sind.

Die Krasnojarsker „Memorial“-Organisation

Das Krasnojarsker „Memorial“ wurde 1988 gegründet.

Die Tätigkeit: es wurden 5 Expeditionen in den Bezirk des KrasLag. 5 nach Jermakowo, eine Polar-Expedition nach Nordwik, an den mittleren Lauf des Tschulym durchgeführt. 2002 nahmen Mitglieder der Kommanditgesellschaft „Memorial“ an der Ersten Kolyma-Expedition teil, die vom Memorial-Zentrum „Perm-36“ organisiert wurde. Es erfolgte die Zusammenstellung eines Foto-Archivs, in dem sich mehr als 1500 Fotos, darunter etwa 100 Lager-Aufnahmen, befinden.

2001 legte die Krasnojarsker „Memorial“-Gesellschaft gemeinsam mit der regionalen Abteilung der Union der rechten Kräfte den Grundstein an der Stelle des zukünftigen Gedenksteins für die Opfer der politischen Repressionen.

Wissenschaftliche Aufklärungsarbeit: seit 1992 wurden Archiv-Tätigkeiten in den örtlichen Archiven des Krasnojarsker Staatsarchivs, der Archive der KGB-, (FSB-) und MWD-Behörden, des Regionalgerichts und Regional-Staatsanwaltschaft durchgeführt. Man verfügt über ein Archiv, welches mehr als 100.000 Dokumente beinhaltet.
Anmerkung: Zeugenberichte werden in die Datenbase übertragen und auf der Webseite veröffentlicht. 41800 Personalien wurden übertragen. Einmal im Jahr (in der Regel im Oktober/November) wird eine Ausstellung im Kultur-Historischen Zentrum veranstaltet. 2001 wurde eine innerregionale Konferenz am Runden Tisch unter dem Motto „Ein Vorposten der Zivilisation hinter dem Polarkreis (NorilLag-65)“ abgehalten.

„Memorial“ hat etwa 200 Publikationen in die Wirklichkeit umgesetzt. 2002 kam das Sammelwerk „Norilsker Golgatha“ heraus. Man verfügt über eine Kartothek der Repressionsopfer, die 41800 Personen umfasst. Sie wurden an den jeweiligen Verhaftungs-, Inhaftierungs- und Verbannungsorten zusammengeschrieben. Separat wird nach Nationalitäten und sozialer/beruflicher Zugehörigkeit (Binnenschiffer, Eisenbahner, Geistliche, Ärzte, Geologen, Musiker usw.) eine Kartei über die Erschießungen geführt. Es gibt auch eine Bibliothek.

2002 wurde auf Basis der Kommanditgesellschaft „Memorial“ ein regionales Aufklärungs-, Ausstellungs- und Vorlesungszentrum geschaffen. Seit 2001 werden im Rahmen des Wettbewerbs „Der Mensch in der Geschichte. Russland. 20. Jahrhundert“ regionale Koordinierungstätigkeiten in den Regionen durchgeführt.

Die Webseite des Krasnojarsker „Memorial“ bekam den ersten Platz in einer Sondernominierung beim Allrussischen Wettbewerb BUSINESS-SEITE 98.

Die Krasnojarsker „Memorial“-Gesellschaft stellt das regionale Koordinationszentrum für Sibirien und den Fernen Osten beim Projekt „Zurückgegebene Namen“ (vi.krsk.ru) dar. Aktive Arbeit an dem Projekt wird auch von der Gesellschaft in Krasnojarsk selbst geleistet: gemeinsam mit dem Informationszentrum der Staatlichen Behörde für Inneres der Region Krasnojarsk wird die Kartothek des NorilLag in die Datenbase übertragen.

Gemeinnützige Tätigkeit: seit 1989 werden für Repressionsopfer und Mitglieder ihrer Familien Sprechstunden abgehalten: man hilft bei der Klärung von Schicksalen, gibt Hilfestellung bei der Beantragung der Rehabilitation, schickt Anfragen und Gesuche, sammelt Dokumente.

Es gibt weitere Filialen in Kuragino und Biriljussy.

„MEMORIAL“-KRASNOJARSK. Kontakt: Aleksej Babij
660049. Russland. Krasnojarsk. Mira 3. Memorial.
Tel: 8 (3912) 65-13-85, 21-34-02
Fax: 8 (3912) 65-13-85
E-mail: memorial@maxsoft.ru, alex@maxsoft.ru
http://www.memorial.krsk.ru


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