Menschen und Schicksale. Den Opfern der politischen Repressionen des Krasnoturansker Bezirks gewidmet...

Maria Karlowna Sokolowa

Maria Karlowna Sokolowa, geb. 1934

Geboren in der Ortschaft Blumenfeld, Gebiet Saratow. Bis zur Aussiedlung arbeitete der Vater im Dorf als Müller. Sie führten ein gutes Leben, besaßen ein großes Haus und eine große Hof-Wirtschaft.

Als die Deportationen einsetzten, war Maria gerade 7 Jahre alt geworden. Für die Familie war die Ortschaft Dissos im Krasnoturansker Bezirk vorausbestimmt worden. Den Vater holten sie sofort in die Arbeitsarmee, aus der er nicht mehr zurückkehrte; sein weiteres Schicksal ist nicht bekannt. Die Mutter war sehr krank. Sie ertrug den Schicksalsschlag nicht und starb unmittelbar nach der Ankunft in Dissos an einem Herzinfarkt. Dort wurde sie auch begraben.

Maria kam ins Kinderheim im Dorf Komarowo im Nowoselowsker Bezirk, wo sie fünf Jahre verbrachte. Aus dem Kinderheim holte sie der inzwischen erwachsene Bruder, die beiden zogen nach Burjatien, an den Verbannungsort der älteren Schwester, die sich dort von 1941 bis 1950 in Sonderansiedlung befand. Nach ihrer Rehabilitierung blieb sie dort.

Gegenwärtig lebt Maria Karlowna in der Ortschaft Krasnoturansk. Sie hat drei Töchter, die ebenfalls hier wohnen.

Sie war bemüht, ihren Kindern von dem, was sie in ihrer eigenen Kindheit durchgemacht hatte, nichts zu erzählen. Es fällt ihr sehr schwer sich an alles zu erinnern und die alten Geschichten wieder auszugraben. Und sie möchte sie auch nicht verletzen. Nicht nur die, die sie umgeben, sondern auch sie selber, können kaum glauben, wie es möglich war all das zu überleben. Heute steht es um die Gesundheit schon nicht mehr so gut, sie hat Probleme mit dem Hören und die Beine wollen nicht mehr so. Aber das Gedächtnis. Das Gedächtnis ist noch sehr lebendig…


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