Der gramvolle Stein vom Schmidt-Berg

Das Team des Museums der Geschichte von Norilsk wirkt aktiv an der Schaffung eines gesamtnationalen Memorials „Wand der Trauer“ in Moskau teil.

Das Denkmal ist den Opfern der politischen Repressionen gewidmet. Bei der „Wand der Trauer“ handelt es sich um ein bronzenes Hochrelief, das aus einer Vielzahl gesichtsloser menschlicher Gestalten besteht. Nach der Idee des Projektautors, des bekannten Bildhauers Georgij Frangulian, soll der Bereich um das Monument mit Natursteinen aus verschiedenen Gegenden unseres Landes gepflastert werden, deren Geschichte eng mit den Repressionen des 20. Jahrhunderts in Verbindung stehen.

Die Stiftung der Erinnerung informierte über das Sammeln derartiger Steine, die für das Pflastern des Areals um das Memorial „Wand der Trauer“ verwendet werden sollen. Auf die Bitte, sich an der Einweihung des gesamtnationalen Monuments zu beteiligen und die Erinnerung an die Opfer der Repressionen zu wahren, reagierte das Norilsker Museum als einer der ersten.

Seine Direktorin, Natalia Fedjanin, erzählt:

- Die schwere Norilsker Geschichte muss unbedingt in dem Projekt als bedeutungsvoll vorgestellt werden. Unsere Mitarbeiter fuhren zu dem Gelände am Fuße des Schmidt-Berges, wo auch der benötigte Stein gefunden wurde.

Diese Vorlage wurde der Polar-Gedenkstätte „Norilsker Golgatha“ entnommen, das sich an der Stelle befindet, an der Opfern der politischen Repressionen zwischen 1935 und 1956 in Massengräbern bestattet wurden. Der Norilsker Stein wurde noch im Juli auf dem Seeweg an seinen Bestimmungsort verschickt. Und inzwischen ist aus der Hauptstadt die Mitteilung gekommen: der Stein ist eingetroffen, er wird Bestandteil des gesamtrussischen Memorials werden.

Solche Trauer-Sendungen werden derzeit aus beinahe der Hälfte aller Regionen Russlands versendet, in den Opfer der Repressionen ihre Haftstrafen verbüßten und in denen Massen-Erschießungen durchgeführt wurden, aber auch von Gedenkfriedhöfen, Klöstern, die als Gefängnisse für die Verfolgten dienten, sowie aus anderen Ecken unseres Landes, die mit dieser schrecklichen Zeit der Geschichte im Zusammenhang stehen.

Jeder Stein ist für das Monument einzigartig, denn er ist ein stummer Zeuge jener tragischen Ereignisse. In nächster Zeit werden die Natursteine, die von der Stiftung der Erinnerung gesammelt werden, an die Werkstatt des Projektautors übergeben.

Das erste gesamtnationale Monument „Wand der Trauer“ wird bald in Moskau, an der Kreuzung des Akademiker-Sacharow-Prospekts und des Sadowoje-Rings eingeweiht – am 30. Oktober 2017, dem Tag des Gedenkens an die Opfer der politischen Repressionen.

- Wir sind allen Regionen, die uns bei der Verwirklichung der Idee geholfen haben, dankbar. Der Prozess des Sammelns und des Transports der Steine erwies sich als nicht ganz einfach. Doch die Museumsmitarbeiter erhielten Unterstützung durch die örtlichen Verwaltungen, die Gesellschaft „Memorial“. Initiatoren dieses Prozesses waren überall die Mitarbeiter der regionalen Museen. Das Memorial „Wand der Trauer“ ist ein Tribut der Ehrerbietung an alle Menschen, die unter den Repressionen des 20. Jahrhunderts zu leiden hatten, und der Beginn der Erkenntnis über Erscheinungen innerhalb unserer Geschichte, wie der GULAG, - bemerkte der Direktor des Museums der Geschichte des GULAG und Leiter der Stiftung, Roman Romanow, an.

Leonid Fjodorow
Fotos: Die gesamtrussische „Wand der Trauer“ wird zur Errichtung vorbereitet; „Norilsker Golgatha“.

„Krasnojarsker Arbeiter“, 20.09.2017


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