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Briefe an die Krasnojarkser "Memorial"-Organisation"

1990-332

Guten Tag, Mitarbeiter von Memorial

Ich gehöre zu den Deutschen, die 1941 per Dekret mit meinen Eltern aus der ASSR der Wolgadeutschen in den Karatussker Bezirk ausgesiedelt wurden. Kürzlich fand ich in der Zeitung „Krasnojarsker Komsomolze“ vom 24. November 1990 in den Listen meinen Familiennamen – allerdings stimmt das Geburtsdatum dort nicht ganz genau. Es wurde dort mit Februar 1927 angegeben. Viktor Georgiewitsch Gartwig, geboren 1928, befand sich tatsächlich von 1943 bis 1946 in der Arbeitsarmee im Mansker Bezirk und dann bis Ende Dezember 1947 in Krasnojarsk. Ich erinnere mich an die Leute, die dort in der Liste stehen.

Jetzt möchte ich Sie fragen, ob ich denn als Repressionsopfer gelte, und wenn ja, an wen ich mich wegen der Dokumente wenden muss. Habe ich als anerkanntes Repressionsopfer das Recht auf Vergünstigungen? Ich habe mich an die Staatsanwaltschaft der Region gewandt, und die haben geantwortet, dass ich vorbestraft wäre. Nachdem ich mich an die Innenbehörde gewendet hatte, sagten sie mir, dass ich laut Dekret nicht mehr als vorbestraft gelte; aber darüber habe ich doch keine Dokumente in der Hand. Wie soll ich gegenüber meinen Enkeln beweisen, dass ich kein Feind des Volkes bin? Bitte helfen Sie mir, mich damit zurechtzufinden.
Bitte wenden…

Adresse: Region Krasnojarsk 663080
--- Tel. ---

Vik. Georg. Gartwig.

Vielleicht ist es besser, wenn ich zu Ihnen nach Krasnojarsk komme; wenn das für Ihre Hilfeleistung erforderlich sein sollte, bin ich dazu bereit.
Hochachtungsvoll
16.12.90

 


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