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Heimatkunde-Museum des Autonomen Gebietes Tajmyr. „Museumsbote“. Ausgabe 1.

Kerze der Erinnerung . Das Tajmyr-Gebiet in den Jahren der Repressionen . Erinnerungen

Elsa Genrichowna Schneider. Sie setzten uns einfach am kahlen Ufer ab

Wurde 1921 an der Wolga geboren. 1941 wie alle Deutschen, zusammen mit ihrer Familie aus der ASSR der Wolgadeutschen in die Region Krasnojarsk verschleppt und von dort im Sommer 1942 auf die Halbinsel Tajmyr.

Im Herbst 1941 trafen wir in der Fleisch- und Milchsowchose Baschenowa im Kansker Bezirk, Region Krasnojarsk ein; am 2. August 1942 brachten sie uns von dort nach Krasnojarsk, verluden uns auf den Dampfer „Spartakus“ und transportierten uns in den Norden ab. Am 6. August 1942 machte unser Schiff an der Siedlung Potapowo, Bezirk Dudinka, fest. Dort wurden wir mit unseren Familien und Kindern, insgesamt über 500 Menschen, einfach am kahlen Ufer an Land gesetzt. In der Nacht regnete es. Irgend jemand ging los, um auszukundschaften, ob sich in der Nähe eine Scheune oder ein Pferdestall befände (er fand ein Vorratslager für Gemüse). Da zogen die Leute dorthin um, damit sie wenigstens ein Dach über dem Kopf hatten. Später tauchte ein Mann namens Gusew auf (seinen Vor- und Vatersnamen habe ich vergessen), der uns befahl Erdhütten zu bauen. Während die Erdhütten gebaut wurden, traf ein Floß mit Schnitt- und Sägeholz für den Bau von Häusern ein. Da wurden alle losgeschickt, um das Material vom Floß abzuladen. Geleitet wurden die Arbeiten von besagtem Gusew. Später entstand dort die Potapowsker Bauleitung des Gebietsbaukontors Dudinka. Im Januar 1943 traf der Leiter dieses Baukontors, Genosse Schelestow, ein und ich wurde laut Anweisung N° 1 vom 10.01.1943 zum Rechnungsführer der Potapowsker Bauleitung ernannt. Am 10.10.1943 wurde ich auf den Posten des Buchhalters versetzt und am 20. Juli auf eigenen Wunsch entlassen. Ich fand eine Arbeit als Rechnungsführer in der Potapowsker Fisch-Kooperative. Im Juni 1948 wurde ich auf eigenen Wunsch entlassen, da ich ins Altai-Gebiet abreisen wollte. Mein ältester Bruder Erwin war nach seiner Zeit in der Arbeitsarmee dorthin geraten. Auf Abberufung des MWD der Altai-Region verließen wir also Potapowo, um uns mit dem Bruder wiederzuvereinen.

Ich esetritt den Unterhalt für meine Mutter – Jekaterina (Katharina) Petrowna Schneider, meine Schwestern Augustina, Jelena (Helene), Irma und Bruder Viktor (geb. 1925); er arbeitete in einer russischen Kolchose. Wie alle Deutschen, befanden wir uns unter Sonderkommandantur. In unserer Siedlung Potapowo, im Hohen Norden, gab es meines Wissens keine Arbeitsarmeen.

Alle Kosten für die Suche nach Dokumenten und Bestätigungsschreiben, die beweisen, daß ich mich unter Sonderdommandantur befand, bezahle ich aus eigener Tasche.

Elsa Genrichowna Manankowa
Alma-Ata, 12.12.1991


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