Der Jenissei

Die Region Krasnojarsk ein Ort für die Massen-Unterbringung verfolgter Menschen in den 1930er 1950er Jahren.

Eine der Transportadern für ihre Verteilung innerhalb der Region war der Jenissei. Mit Schiffen wurden auf dem Fluss gefangene und deportierte Personen in den im Jenissei-Becken gelegenen Städten Siedlungen und Dörfern abgeliefert.

In der Regel wurde die Beförderung von Häftlingen nach Krasnojarsk mittels der Eisenbahn vorgenommen. Hier befand sich am Abzweiger des Sägewerks 3 (Station Jenissei) eine Durchgangspunkt, an dem sie auf Schiffe verladen wurden.

Ab 1939 wurden auf diese Weise auch deportierte Personen befördert. Die allerersten waren "Herren" aus der West-Ukraine und dem Westen Weißrusslands.

Die Verschiffung fand im Bezirk der Grafit-Fabrik statt.

Die Lastkähne, die für den Weitertransport von Gefangenen vorgesehen waren, verfügten über einen Decksaufbau; dort befanden sich ein Raum für die Wachen sowie eine Küche zur Zubereitung von Essen für die Häftlinge.

Die Toilette auf der Barke wurde ausschließlich von den Wachleuten und dem Dienstpersonal benutzt, während die Häftlinge, die sich auf im Frachtraum aufgestellten Pritschen befanden, ihre Notdurft auf dem Latrinenkübel verrichten mussten.

Während der Fahrt, die bis nach Dudinka zehn und mehr Tage dauerte, waren für die Gefangenen keine Spaziergänge an Deck vorgesehen.

In der Regel gehörten die Barken mit den kugelförmigen Aufbauten dem Norilsker Kombinat (der Flotte des Innenministeriums), die anderen der Jenisseisker Flussschiffahrt. Für den Transport von "Blanko-Formularen", als solche wurden die Häftlinge aus Geheimhaltungsgründen bezeichnet, benutzte man leistungsstärkere Schiffe der Reederei: "Krasnojarsker Arbeiter", "Heimat", "Kujbyschew".

In den Fällen, in denen am unteren Jenissei ein Sturm ausbrach, rückten im Bezirk Igarka Schiffe des Norilsker Kombinats aus Dudinka aus, die sonst als Eisbrecher im Einsatz waren, und begleiteten die Barken: "Silatsch", "Borjez", "Tajmyr", "Norilsker".

Bis zum Bau der Bahnlinie Salechard - Igarka (genauer gesaht: Salechard Jermakowo, Bauprojekt 503) wurden Gefangene hauptsächlich nach Dudinka gebracht, um dann auf die Norilsker Lager verteilt zu werden.

Eine kleine Partie Häftlinge wurde im Bezirk Jenisseisk und an den Ufern der Angara abgesetzt zur Arbeit in der Bergbau-Industrie "Jenissei - Gold" sowie im Noginsker Grafit-Bergwerk.
Auch Seeschiffe kamen mit Gefangenen nach Dudinka, die ihre Fracht in der Regel aus Lagern der Solowjetzker Inseln holten.

Mit "Blanko-Formularen" fuhren die Schiffe "Bauman", "Budjonny.

An den Ufern des Jenisseis tauchten ab 1942, besonders in seinen nördlichen Bezirken, deportierte Personen auf.

Angefangen von Plachino und Igarka bis hin zur Oschmarinsker Fischfabrik lebten in allen Siedlungen Deutsche, Letten, Rumänen und Finnen.

Es gibt noch Erinnerungen aus jenen Jahren, als mit der Schute 16 am 25. Juni 1942 in der Siedlung Nokolskoje 15 "Fischer"-Brigaden absetzte. 6 Tage später wurden 7 Brigaden nach Sytkowo (20 km südlich von Dudinka, unter anderem 2 Brigaden mit Letten, 31 Personen) verlegt.

Viele Deportierte Deutsche lebten in Leninskie Peski (12 km nördlich von Dudinka), Potapowo (80 km südlich von Dudinka), Pschenitschnom Rutsche (6 km nördlich von Dudinka).

Letten lebten in Ust-Port, Malaja Cheta (im Ust-Jenisseisker Bezirk).

1944 trafen Kalmücken im Norden ein.

Unter den deportierten Personen befanden sich auch Griechen.

1949 wurden in den Bezirken Jenisseisk, Jarzewo und Igarka Litauer untergebracht.

In den Berichten über Deportierte tauchen, außer den oben genannten Orten, als Wohnorte auch Atamanowo, Juksejewo, Prediwinsk, Galanino, Kasatschinskoje, Strelka, Maklakowo, Turuchansk, Chantaika, Kurejka, Woronzowo, Nossok, Leskino, Sopkarga, Innokentjewsk u.a. auf.

29. Juni 1989.
. Lielais


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