Verfolgte Deutsche in der Ortschaft Tubinsk und ihre Schicksale

Tatjana Gorbunowa; Natalia Ganenko
Ortschaft Tubinsk, Krasnoturansker Bezirk
Kommunale fiskalische Bildungsstätte Tubinsker Oberschule
9. – 10. Klasse
Leitung: Anastasia Fjodorowna Kremer – Deutschlehrerin an der kommunalen fiskalischen Bildungsstätte Tubinsker Oberschule

Inhalt

1. Einleitung
2. Hauptteil
Kapitel 1. «Die Geschichte der Deutschen in Russland»
Kapitel 2. «Die Deutschen in der Region Krasnojarsk zur Zeit der Trudarmee»
Kapitel 3. «Die Deutschen in unserem Ort»
Kapitel 4. «Die Geschichte einer Familie»
3. Schlussbemerkung
4. Anhänge №1, №2, №3, №4, №5, №6, №7
5. Literaturangaben

Einleitung

Über die Einzigartigkeit der Minderheit der Russland-Deutschen lässt sich eine Menge sagen. Aber, wie überall, machen wir uns oft Gedanken darüber, wie beispielsweise für die nachfolgende Generation die einmalige Kultur der Russland-Deutschen Fragen bewahrt und an sie weitergegeben werden kann. Vor allen Dingen muss man sich für die Kultur seines Volkes interessieren, den Traditionen folgen und mit der vorherigen Generation im Kontakt bleiben. Der wichtigste Mittelpunkt für den Erhalt und die Weitergabe der Kultur ist die Familie. Gerade hier erfährt ein Kind Informationen über Sitten und Bräuche, indem es Märchen hört, die Sprache erlernt, die Festtage mitfeiert. Es saugt dieses Wissen in seiner frühen Kindheit auf, und versteht es für sich als etwas ganz Selbstverständliches. Später gibt es einen Zeitraum, in dem der Mensch bewusst beginnt Fragen über ihre Herkunft, seine Vorfahren zu stellen. Hier ergibt sich die Notwendigkeit, mit ebensolchen Vertretern der eigenen Kultur Umgang zu haben. Selbstverständlich heißt das nicht, dass man nur mit Russland-Deutschen Kontakte pflegt. Wir leben in einem multinationalen Land, was uns die Möglichkeit verleiht, mit verschiedenen Kulturen in Berührung zu kommen. Allerdings unterstreicht das oben Gesagte, wie wichtig es ist, die Kultur seines Volkes innerhalb der Familie zu wahren und an die heranwachsende Generation weiter zu vermitteln.

Die vorliegende Forschungsarbeit soll der Förderung einer humanen Haltung gegenüber den Menschen, die unter den Verfolgungen zu leiden hatten, und einem respektvollen Umgang gegenüber der historischen Vergangenheit unserer Heimat dienen.

Auf dem Territorium der Region Krasnojarsk leben ungefähr 20000 Menschen, die Opfer der politischen Repressionen waren. Unsere Ortschaft Tubinsk ist eine der größten im Krasnoturansker Bezirk, Region Krasnojarsk. Die Hälfte der Bevölkerung unserer Siedlung sind Deutsche, die seinerzeit aus dem Wolgagebiet ausgewiesen wurden. Leider werden es immer weniger. Aber wir möchten die Erinnerung an diese Menschen verewigen, auch wenn dies einstweilen nur innerhalb unserer Ortschaft geschieht. Was für schwere Schicksale diese Leute hatten!

Wie gelangten sie in unseren Ort? Wie sah ihr Schicksal aus? Wie gewöhnten sie sich an die hiesigen Bedingungen? Wie verhielten sich die Ortsansässigen ihnen gegenüber? Diese und andere Fragen interessierten uns im Verlauf dieser Forschungsarbeit.

Mit der vorliegenden Arbeit versuchen wir einen Beitrag zum Studium der Schicksale der Deutschen zu leisten – einstigen und heutigen Einwohnern der Siedlung...

Ziel unserer Forschungsarbeit: Studium der Besonderheiten in den Schicksalen der verfolgten Deutschen, die in unserem Ort leben, und Erstellung eines Albums.

Um die gesteckten Ziele zu erreichen, ist es erforderlich, folgende Aufgaben zu lösen:

1. Studium und Aufbereitung des vorhandenen Materials zum vorliegenden Thema zwecks Realisierung des Forschungsziels.
2. Durchführung von Recherchen: Sammeln von Informationen über das Schicksal der Deutschen, die in unserer Ortschaft leben, Analyse und Schlussfolgerungen.

Forschungsobjekt: die Geschichte der Deutschen in der Region Krasnojarsk.

Gegenstand der Forschung: die verfolgten Deutschen in der Ortschaft Tubinsk.

Hypothese: Wir vermuten, dass die Deutschen nicht zufällig in unseren Ort gerieten; sie verstanden es, ihr Recht auf Leben zu behaupten und ihre Eigenarten und ihre Kultur zu bewahren.

Für die vorliegende Forschungsarbeit wurden folgende Methoden angewendet:

1. Informationsmethode

• Arbeit mit populär-wissenschaftlicher Literatur.
• Arbeit mit Archivmaterial.
• Kontaktaufnahme mit Menschen, deren Schicksal Gegenstand unserer Forschungen war.

2. Recherchen-Methode

• Sammeln von Material, Systematisieren und Ausarbeiten des zusammengetragenen Materials in Form einer Forschungsarbeit.

Die Neuheit dieser Arbeit besteht darin, dass derzeit in unserer Ortschaft eine allgemeine Informationsquelle über die verfolgten Deutschen des Ortes Tubinsk fehlt. Im Jahr des 70. Jahrestages der Massenmobilisierung von Deutschen in die Arbeitsarmee besteht der Wunsch, die große Tat des deutschen Volkes zu verinnerlichen, das unter schwierigsten Hinterland-Bedingungen den Sieg geschmiedet hat!

Die Geschichte der Deutschen in Russland

Die Geschichte der deutschen Kolonisierung Sibiriens zählt mehr als hundert Jahre. Deutsche befanden sich unter den ersten Umsiedlern nach Sibirien, sie waren, gemeinsam mit Russen, aktiv an der Kolonisierung der Region Sibirien beteiligt. Erste Beschreibungen der Region Sibirien sind deutschen Wissenschaftlern und Forschungsreisenden zuzuordnen: Daniel Gottlieb Messerschmidt, Gerhard Friedrich Müller, Peter Simon Pallas. Zahlreiche Deutsche gab es unter den sibirischen Beamten und Offizieren, Geistlichen und Lehrkräften, Architekten und Musikern, Kaufleuten und Handwerkern.

Die Umsiedlung der Deutschen nach Sibirien stellte die Fortsetzung und letzte Stufe der Bewegung deutscher Gruppen nach Osten dar. Der ständige Strom von Ausländern nach Russland, der sich besonders in der Ära Zar Peters verstärkte, bekam eine neue Richtung während der Regierungszeit Katharinas II.

In den Jahren 1762 und 1763 lässt Katharina II zwei Manifeste ergehen, die Ausländer zum Kommen laden und ihnen merkliche Vergünstigungen bei einer Umsiedlung garantieren: sie erhielten staatliches Land sowie Geld für den Umzug und die Einrichtung ihres Haushalts und wurden für dreißig Jahre von Steuern und Abgaben befreit, unter anderem auch vom Militärdienst. Die Kolonisten behielten ihre Selbstverwaltung und Freiheit der Glaubensausübung. In dieser Zeit wurden große Kolonien im Wolgagebiet, in Neu-Russland, Bessarabien im Kaukasus und in der Nähe von Petersburg gegründet. (1)

Als nächster Anstoß für die Umsiedlung diente die Stolypin-Reform. Von den deutschen Kolonisten wurden weiträumige Gebiete in den Landkreisen Slawgorod und Omsk besiedelt.

Die Revolutionsereignisse des Jahres 1917, der Bürgerkrieg und die Kollektivierung gingen auch an den deutschen Kolonien nicht vorüber. Im Oktober 1918 wurde das Dekret über die Bildung einer Arbeitskommune der Wolgadeutschen verabschiedet. 1924 erhielt sie den Status der Autonomen Republik der Wolgadeutschen und wurde Zentrum der deutschen Diaspora.

Eine jähe Wende im Schicksal der Russland-Deutschen ereignete sich 1941. Am 28. August 1941 verabschiedete das Präsidium des Obersten Sowjets ein Gesetz, nach dem die gesamte deutsche Bevölkerung der Autonomen Republik der Wolgadeutschen sowie der Bezirke Saratow und Stalingrad nach Kasachstan und Sibirien ausgesiedelt werden sollten.

Ausschnitte aus der Anordnung des Präsidiums des Obersten Sowjets der UdSSR vom 28. August 1941 über die Massendeportation der Deutschen:

«Nach glaubhaften, von den Militärbehörden erhaltenen Angaben, gibt es innerhalb der in den Wolgagebieten lebenden deutschen Bevölkerung tausende und abertausende Diversanten und Spione, die, auf ein entsprechendes Signal aus Deutschland hin, in den von Wolgadeutschen besiedelten Regionen Sprengstoffanschläge verüben sollen. Zur Vermeidung solcher unerwünschten Entscheidungen und zur Verhinderung großen Blutvergießens hält das Präsidium des Obersten Sowjet der UdSSR es für unerlässlich, die gesamte deutsche Bevölkerung aus den Regionen an der Wolga in andere Gebiete umzusiedeln, mit der Maßgabe, dass den Umsiedlern dort Land zugeteilt und ihnen staatliche Hilfe beim Einrichten ihres neuen Lebensraumes gewährt wird.

Für die Neuansiedlung sind die Regionen Nowosibirsk und Omsk, das Altai-Gebiet, Kasachstan und andere benachbarte Örtlichkeiten vorgesehen, wo reiches Ackerland im Überfluss vorhanden ist.».

Zu der Zeit, als die Rote Armee von allen Fronten zurück wich, wobei sie täglich zehntausende Tote und Kriegsgefangene zu beklagen hatte, stellte Berija für diese Operation 14000 Mann aus den Truppen des NKWD unter der Leitung des stellvertretenden Leiters des Volkskommissariats für innere Angelegenheiten . General Iwan Serow – bereit, der sich bereits während der «Säuberung» der Baltischen Republik einen Namen gemacht haben. Die Aussiedlungsoperation wurde schnell und in organisierter Form durchgeführt. Innerhalb von 17 Tagen, vom 3. Bis 20. September 1941, wurden 446480 Deutsche in 230 Zügen von jeweils etwa 50 Waggons und ungefähr 2000 Personen pro Zug deportiert. Da die Züge nur mit wenigen Kilometern pro Stunde unterwegs waren, benötigten sie bis zum Bestimmungsort zwischen vier und acht Wochen, und sie fuhren in die Gebiete Omsk und Nowosibirsk, den Bezirk Barnaul, in den Süden Sibiriens und nach Krasnojarsk. (3)

Somit wurden mehr als 82% der Deutschen, die auf dem gesamten Territorium des Sowjetstaates siedelten, gleichzeitig und unter Zwang ausgesiedelt, obwohl, die offenbar katastrophale Lage, in der sich das Land befand, es erfordert hätte, alle verfügbaren Kräfte in den bewaffneten Kampf gegen den Feind zu entsenden und nicht hunderttausende unschuldige Sowjetbürger auszusiedeln.

Die Zahl der ausgesiedelten Bürger deutscher Herkunft war in Wirklichkeit erheblich höher, denn zehntausende Soldaten und Offiziere deutscher Herkunft wurden aus der Roten Armee gejagt und in Strafbataillone der Arbeitsarmee nach Workuta, Kemerowo, Tscheljabinsk geschickt. Allein in Tscheljabinsk arbeiteten mehr als 25000 Deutsche beim Bau des Metallhütten-Kombinats.

Da die Handlungen des NKWD geheim gehalten wurden, erhielten die örtlichen Behörden erst im allerletzten Augenblick eine Vorabmitteilung über die Ankunft von zehntausenden von Verbannten. Für sie war keinerlei Wohnraum vorgesehen, man brachte sie unter, egal wo – in einem Stall, unter freiem Himmel, dabei stand der Wintereinbruch bereits vor der Tür. (10)

Und wie viele Ausgesiedelte verstarben während der Fahrt? Laut Angaben des Staatsarchivs der Region Krasnojarsk sollten laut Plan 29600 Ausgesiedelte den Bezirk Karaganda erreichen, doch nach den Berechnungen per 1. Januar 1942 waren lediglich 8304 Personen dort eingetroffen; der Plan für den Bezirk Nowosibirsk besagte die Ablieferung von 130998 Personen, aber es trafen lediglich 116612 Menschen dort ein. Die Zahlen über die deutschen Sondersiedler, die in der Region Krasnojarsk eintrafen, sind unterschiedlich. Im Rechenschaftsbericht des Leiters der Krasnojarsker Umsiedlungsbehörde Stepanow werden 75623 Personen als tatsächlich eingetroffen erwähnt, obwohl es laut Plan nur 75000 hätten sein sollen, während das Regionskomitee der Kommunistischen Partei der Sowjetunion über die Ankunft am 1. November 1941 von 17307 Familien mit insgesamt 77359 Personen berichtet.

Die Deutschen in der Region Krasnojarsk zur Zeit der Trudarmee

Die Krasnojarsker Erde war von alters her die Mutter zahlreicher Völkerschaften. Siedlungen deutscher Kolonisten in Sibirien tauchten Ende des 19. Jahrhunderts auf. Die Zaren-Regierung strebte danach, mit deutschen Kolonisten in Sibirien so viele Siedlungen und Vorwerke wie möglich zu schaffen - «um der Bodenkultur einen Aufschwung zu verleihen und der umliegenden Bevölkerung ein Beispiel für gutes Arbeiten zu geben» (4).

Später veränderte sich die Region Krasnojarsk leidlich in einen Aussiedlungsort für die Deutschen; in erster Linie geht es hier um Kulaken-Sonderumsiedler, des Weiteren – um das Aufkommen von politischen Emigranten, Mitgliedern der Kommunistischen Partei Deutschlands.

Ausgehend von den Angaben der Allunions-Volkszählung im Jahre 1979 nahmen die Deutschen in der Region Krasnojarsk den vierten Platz nach Russen, Ukrainern und Chakassen ein und machten insgesamt 54518 Personen aus (5).

Das 20. Jahrhundert erwies sich für die Deutschen als tragisch: «Ws war gekennzeichnet von einer beispiellosen Einmischung der totalitären Macht ins Leben der deutschen Volksgruppe... Das Volk wurde überall im Land verstreut angesiedelt». So beschreiben Historiker diese Tragödie. (6)

Beginnend mit dem Jahr 1941 stieg die deutsche Bevölkerung in Ost-Sibirien infolge der Deportation der Russland-Deutschen aus den westlichen Regionen des Landes aufgrund des traurig-berühmten Dekrets des Präsidiums des Obersten Sowjets der UdSSR vom 28. August 1941 «Über die Umsiedlung der in den Wolgagebieten lebenden Deutschen jäh an.» So nahm in der Region Krasnojarsk die Zahl der Deutschen von 4000 Mitte 1941 auf mehr als 80000 gegen Ende 1942 zu. Im September - Oktober 1941 trafen hier 33 Züge mit deportierten Deutschen aus der ASSR der Wolgadeutschen ein und lieferten 77259 Aussiedler ab. 1942 kamen noch weitere 791 Personen hinzu. Angesiedelt wurden sie in 42 Bezirken unserer Region. (5)

Die Ankömmlinge wurden in komprimierter Weise in Häusern von Kolchosarbeitern, Arbeiter- und Beamtenwohnungen einquartiert, einige auch in extra vorbereiteten Häusern, ein Teil in Klubräumen und Lese-Hütten, andere zwang man sich Erd-Hütten zu graben, und diese Menschen mussten dann so in den rauen Bedingungen Sibiriens überwintern. Den größten Mangel bei der Unterbringung der Sonderumsiedler stellte die schlechte Versorgung mit Nahrungsmitteln dar.

Viele Umsiedler waren der Meinung, ihr Umzug nach Sibirien sei nur vorübergehend; sie wollten den Kolchosen nicht beitreten, in der Hoffnung auf eine baldige Rückkehr nach Hause, in ihre Republik.

Die Deutschen sagten: «Sie haben uns nicht zum Leben hierher, nach Sibirien, gejagt, sondern zum Sterben. In unserer Republik haben wir im Wohlstand gelebt, und als wir hierher geschickt werden sollten, hat man uns versprochen, dass wir an unserem neuen Wohnort Getreide und Vieh bekommen und dass wir dort genauso leben würden wie vorher, aber hier haben wir überhaupt nichts bekommen, und wir wissen nicht, wie wir künftig Leben sollen». (4)

Auf Anordnung des Staatlichen Verteidigungskomitees vom Госкомитета 7. Oktober 1941 wurden die Deutschen zur Zwangsarbeit herangezogen. Die Angehörigen der Arbeitsarmee lebten in Siedlungen, die von NKWD kontrolliert wurden. Ein solches Leben sah vor:

• Tägliches Melden bei der NKWD-Kommandantur;
• Spärliche Kost;
• Unterbringung in Erd-Hütten oder baufälligen Baracken;
• Nicht endende nächtliche Durchsuchungen;
• Verbot sich vom Wohnort zu entfernen. Eigenmächtiges Verlassen für mehr als 2 Stunden wurde strafrechtlich verfolgt.

Tausende starben an Dystrophie, viele waren zur «ewigen Verbannung» bestimmt.

Die gesamte deutsche Bevölkerung – Männer von 15 bis 55 Jahren und Frauen zwischen 16 und 45 Jahren unterlagen der Mobilisierung in Arbeitskolonnen, der sogenannten Trudarmee (Arbeitsarmee; Anm. d. Übers.). Und sie wurde erst 1947 aufgelöst.

Ein Teil der Deutschen in der Region wurde in den Jenisseisker Norden zwangsumgesiedelt – um dort beim gewerblichen Fischfang und in der Holzbeschaffung zu arbeiten. Laut Angaben vom 15. September 1942 wurden 22640 Sonderumsiedler fortgebracht. «Sie transportierten uns unter Wachbegleitung in den Laderäumen und auf den Decks von Lastkähnen in schrecklicher Enge und unter unhygienischen Bedingungen. Es waren Frauen, Kinder und alte Leute. Die Männer waren zu diesem Zeitpunkt bereits in der Arbeitsarmee. Ausgesetzt wurden sie an den verlassenen Ufern des Jenisseis, auf einer Insel. Hier mussten die Menschen wieder ganz von Null anfangen, an einem leerstehenden Ort und mit nichts in den Händen. Sie lebten in Erd-Hütten und Koben, Schuppen und Zelten, in Lagerräumen – ohne warme Bekleidung und Schuhwerk, auf Hungerration gesetzt, ohne Licht und Wärme, ohne medizinische Versorgung, in völliger Isolation von den Angehörigen, von der Welt, ohne Radio, Zeitungen und Bücher. Und sie arbeiteten 17-18 Stunden am Tag. Die Menschen, die in für ein Leben unter den Bedingungen des sibirischen Nordens ungeeigneten Räumlichkeiten hausten, die keine Möglichkeit besaßen, ihre Kleidung und ihre Schuhe zu trocknen, erkrankten massenweise. Aber eine medizinische Behandlung gab es nicht. Alle, ob Groß oder Klein, befanden sich unter Aufsicht der NKWD-Kommandantur. Viele konnten kein Russisch, aber es war ihnen verboten, ihre Muttersprache zu benutzen.

Die Deutschen, die vorwiegend an Ackerbau gewöhnt waren, waren nun, damit sie überleben konnten, gezwungen sich die Berufe von Fischern, Jägern, Fischverarbeitern anzueignen (aus den Erinnerungen von R.A. Maier) (4)

Am 22. Dezember 1943 brachte das NKWD den Befehl «Über die Organisierung von Sonderumsiedler -Kommandanturen der NKWD-Behörden der Region Krasnojarsk» zur Verstärkung der operativen Kontrolltätigkeit, Registrierung und Beobachtung bei der Arbeitszuweisung für die Sonderumsiedler heraus. Zu den Aufgaben dieser Organisation gehörten die Vorbeugung von Fluchtversuchen, Durchsuchungen, die Identifizierung antisowjetischer und krimineller Elemente, das Bearbeiten und Anlegen von Strafakten über Vergehen der Sonderumsiedler. So war es verboten, das Territorium zu verlassen. In die Ausweise wurde ein Vermerk gesetzt «Gültig nur für den Aufenthalt in ...» (Angabe des Ortes). Am 26. September 1948 brachte der Oberste Sowjet der UdSSR das Dekret «Über die strafrechtliche Verantwortung bei Fluchtversuch aus den Zwangsaufenthaltsorten von Personen, die während des Großen Vaterländischen Krieges in entlegene Bezirke der Sowjetunion ausgesiedelt worden sind». Es definierte, dass die Deportierten für immer ausgesiedelt worden waren, ohne das Recht auf Rückkehr an ihre vorherigen Wohnorte. Unerlaubtes Verlassen des Sondersiedlungsortes wird mit 20 Jahren Zwangsarbeit bestraft.

Gemäß Befehl des Volkskommissars des NKWD der UdSSR L.P. Berija vom 7. Januar 1944 waren alle «Volksdeutschen» von einer Verhaftung und Verbringung ins Tschernogorsker Sonderlager des NKWD (i, Bezirk Abakan) betroffen, die auf dem von den Besatzern befreiten Territorium der Ukrainer ausfindig gemacht worden waren. In den Kriegsjahren wurden 3402 Russland-Deutsche in der Burjatisch-Mongolischen ASSR (Bezeichnung Burjatien von 1923-58) angesiedelt. Die Deportation der Deutschen nach Ost-Sibirien dauerte auch nach dem Krieg an und betraf vor allem die sogenannten Repatrianten: 4090 Personen dieser Kategorie wurden in die Region Krasnojarsk geschickt (September - Dezember 1945). Mit der stufenweisen Auflösung der Arbeitsarmee-Lager wurden viele von ihnen ebenfalls in Ost-Sibirien angesiedelt. Insgesamt gerieten bei den gezählten Deportationsaktionen und Mobilisierungen in sogenannte Arbeitskolonnen (Trud-Armee) per 1. Januar 1953 80040 deutsche Sondersiedler nach Ost-Sibirien (27,3% der Gesamtzahl der Sondersiedler auf diesem Territorium), unter anderem in die Region Krasnojarsk – 62443 Personen (41,2% der Gesamtzahl der Sondersiedler in der Region). (5)

Am 13. Dezember 1955 erging das Dekret des Präsidiums des Obersten Sowjets der UdSSR «Über die Abschaffung der rechtlichen Einschränkungen für in Sonderansiedlung befindlichen Deutschen und ihre Familienmitglieder», doch man Verbot ihnen die Rückkehr an die Orte, in denen sie vor dem Krieg gelebt hatten.

Mit Abschaffung der Sonderansiedlung 1956 begannen die Deutschen nach und nach Ost-Sibirien zu verlassen und gingen hauptsächlich nach Kasachstan und Mittel-Asien. Einige kehrten ins Wolgagebiet zurück, manch einer reiste nach Deutschland aus. In den Jahren 1953-89 sank die Anzahl der Deutschen in der Region Krasnojarsk im 13,1%, insgesamt in Ost-Sibirien um mehr als 10%.

Am 29. August 1964 wurde ein Dekret des Präsidiums des Obersten Sowjets der UdSSR verabschiedet, in dem festgestellt wurde, dass die 1941 gegen die Deutschen angeführten Beschuldigungen unbegründet und Ausdruck von Willkür unter Bedingungen des Stalinschen Personenkults waren. Von der Zeit an unternahmen die Deutschen den Versuch, verletzte Rechte zurückzuerhalten, einen deutschen Staat innerhalb der UdSSR wiederherzustellen. Doch erst am 14. November 1989 verabschiedete der Oberste Sowjet eine Erklärung «Über die Anerkennung der Repressalien gegen die Völker, die der Zwangsumsiedlung ausgesetzt waren, als ungesetzliche und verbrecherische Aktionen, und die Gewährleistung ihrer Rechte». 1991 wurden die Dekrete des Präsidiums des Obersten Sowjets zu Fragen der Deportation aufgehoben. (6)

Deutsche und Menschen anderer Nationalitäten wurden offiziell als Repressionsopfer anerkannt und erhielten einen Nachweis, der ihnen das Recht auf bestimmte Vergünstigungen verlieh. (7)

Wir lasen eine Menge Literatur über die aus dem Wolgagebiet deportierten Deutschen, unterhielten uns mit Dorfbewohnern der alten Generation, von denen einige mehr wissen, als in Büchern beschrieben ist. Viele haben am eigenen Leib erfahren, was die Trudarmee bedeutete. Diese unmenschlichen Arbeitserfahrungen nahmen den Menschen die Gesundheit und vielen von ihnen – das Leben.

Die Deutschen in unserem Ort

Wie bereits weiter oben gesagt, sind die Hälfte der in unserem Ort lebenden Menschen Deutsche. Es sind alles Menschen im Rentenalter, die zum Zeitpunkt der Aussiedlung 12-15 Jahre alt waren, doch die Zeit hat jene tragischen Tage des Septembers 1941 in ihrer Erinnerung nicht ausradiert.
Die Deportation besaß einen totalen Charakter, das heißt, dass ausnahmslos die gesamte deutsche Bevölkerung der UdSSR der Aussiedlung ausgesetzt war. Wir fanden heraus, dass beinahe alle verfolgten Deutschen unseres Ortes einst im Gebiet Saratow lebten, jedoch in unterschiedlichen Bezirken und Siedlungen.

«Unser Dorf war wohlhabend – erinnert sich Natalia Davidowna Ebel, - die Häuser waren aus Ziegeln und Steinen erbaut, fast jeder besaß einen Garten mit Apfelbäumen, manche hatten sogar Weingärten. Außerdem unterhielt jede Familie einen Hofbetrieb».

Das Dekret vom 28. August 1941 wälzte das Leben eines ganzen Volkes, jedes einzelnen Menschen, vollständig um. «Sie gaben uns ein paar Tage Zeit zum Packen, erlaubten uns das mitzunehmen, was in unsere Jackentaschen passte. Alles andere, so befahlen sie, mussten wir zurücklassen. Der gesamte Besitz wurde beschrieben und Akten erstellt; wir glaubten, dass wir das alles zurückbekämen», erinnert sich Maria Iwanowna Schnaider. (Anhang № 1)

Wohin und weshalb sie ausgesiedelt wurden wusste niemand, auch nicht, ob sie zurückkehren würden oder nicht. Wenigen gelang es, in dieser kurzen Zeit ihren Hof zu veräußern, damit sie für unterwegs Geld zur Verfügung hatten. Man erklärte ihnen, dass sie zur Vermeidung unnötigen Blutvergießens wegfahren müssten.

«Lastwagen trafen ein, und wir begannen mit der Verladung. Wir schlossen die Häuser ab, machten die Hunde von den Ketten los und ließen die Katzen ins Freie, um wenigstens sie zu retten. Denn wir dachten, dass sie uns zum Ertrinken forttreiben würden, und das Vieh, das bereits vom Feld zurückkehrte, kam zum Ufer der Wolga und brüllte – die Kühe mussten doch gemolken werden» (aus den Erinnerungen von Viktoria Jakowlewna Buckert). (Anhang № 1)

Sie ließen also alles im Stich, verließen ihr Zuhause, holten die Kinder zusammen und fuhren fort. Die Keller waren voll von eingelagerten Gurken, die Kartoffeln waren noch nicht ausgegraben, die Kolchosfelder bogen sich vor lauter Getreide, doch diejenigen, die das Dekret erlassen hatten, kümmerte das nicht.

«Wir wurden auf Züge verladen, auf sogenannter «Kälberwaggons», auf dem Fußboden lag nichts als Stroh. Lebensmittel erhielten wir nicht, obwohl es Gerüchte gab, dass uns Verpflegung zustand. Mitunter, wenn der Zug hielt, durften wir aussteigen, aber nur unter Wachbegleitung» (aus den Erinnerungen von Rangold/Reinhold Bogdanowitsch Gafner/Hafner) (Anhang № 2).

So machten sich diese Menschen, die der Spionage und Sabotage beschuldigt wurden, am 16. September auf die Reise, die sich über 18 Tage und Nächte hinzog. Sibirien begrüßte sie mit Schmutz und Kälte.

«Hier wurden wir sortiert und in verschiedene Dörfer fortgebracht. Manche gerieten nach Metichowo, andere nach Kortus oder Nikolajewka. Nach uns kamen hauptsächlich Frauen, denn die Männer befanden sich alle an der Front, und jede Hofwirtschaft benötigte arbeitende Hände» (aus den Erinnerungen von Ella Andrejewna Lindt) (Anhang № 3).

Wie bereits weiter oben erwähnt, waren die örtlichen Behörden nicht darauf vorbereitet, eine so große Anzahl Menschen aufzunehmen. Alle Ankömmlinge wurden irgendwo untergebracht, obwohl die Landesleitung für die Deutschen die Zuteilung von Ländereien vorgesehen hatte, doch nichts dergleichen geschah.

Von den Ortsbewohnern wurden sie misstrauisch aufgenommen. Eine entscheidende Rolle bei dieser Reaktion spielte ihre Nationalität. Sie verstanden sie als Faschisten, und nur wenige wussten, dass Deutsche bereits seit dem Ende des 18. Jahrhunderts auf Landes-Territorium gelebt hatten. Doch es gab auch nicht wenige Fälle, in denen Ortsansässige ihnen Hilfe erwiesen.

«Es kam vor, dass die Oma nebenan kleine Kartoffeln kochte und sie uns dann durchs Fenster warf» (aus den Erinnerungen von Natalia Jegorowna Zeller) (Anhang № 4).

Die Zeit ging dahin, die Menschen lebten sich langsam ein. Das deutsche Volk unterscheidet sich durch ungewöhnlichen Fleiß und Genauigkeit; gerade das war es wohl auch, was ihnen half zu überleben. Die deutschen Frauen strickten Kleidung für die ortansässige Bevölkerung: Pullover mit Muster, Schals mit Lochmuster, bunte Fausthandschuhe, und fertigten Stickereien – das alles brachten sie in unser Leben ein.

«Wir tauschten unsere Kleidung gegen Lebensmittel, aber hauptsächlich strickten und nähten wir für die Leute, und dafür gaben sie uns Milch, Kartoffeln, Speck» (aus den Erinnerungen aller Deutschen).

«Wir lebten neben der Familie von Nina Jakowlewna Buckert (Anhang № 5), in all den Jahren habe ich nie auch nur ein einziges Schimpfwort gehört. Es waren Menschen, die einen außergewöhnlichen Fleiß an den Tag legten. Und wie sie ihr Essen zubereiteten – da konnte selbst der geschickteste Koch neidisch werden. Kreppel, Krausgebäck, Hefeklöße – das haben wir alles von ihnen gelernt» (aus den Erinnerungen der Ortsansässigen Maria Blisko).

«Es war schwer zu erleben, aber wir verzagten nicht. Wir gingen los, um gefrorene Kartoffeln zu sammeln, wuschen sie, rieben sie und buken daraus Fladen. Im Herbst sammelten wir auf den Kolchos-Feldern Ähren, sie schlugen uns deswegen, aber schließlich mussten wir ja irgendwie am Leben bleiben» (aus den Erinnerungen von Ewald Petrowitsch Buckert) (Anhang № 5).

Der Wunsch zu leben, das Bewusstsein, kleine Kinder an der Hand zu haben, die Hoffnung auf Rückkehr – als das half ihnen zu überleben. Viele Deutsche hatten es nicht eilig, sich an den neuen Wohnorten einzuleben, sie waren der Meinung, dass sie nach dem Krieg an ihre vorherigen Wohnorte zurückkehren könnten.

Bei der Deportation waren beinahe 50% Kinder, die das 16. Lebensjahr noch nicht erreicht hatten, unter ihnen einige, die in der Heimat noch die 4. oder 5. Schulklasse hatten absolvieren können; hier nun war es nicht mehr möglich, die Schule zu besuchen – wegen Unkenntnis der russischen Sprache und aufgrund der schwierigen materiellen Verhältnisse.

1942 hielt die Landesleitung eine neue Schicksalsherausforderung für sie bereit. Sie verabschiedete den Beschluss über die Mobilisierung der Deutschen in Arbeitskolonnen, um sie in Unternehmen und Bauprojekten des NKWD der UdSSR einzusetzen.

«Meinen Mann schickten sie an die Arbeitsfront; er floh und wurde zu 10 Jahren verurteilt. Aber hier blieben seine Ehefrau und sechs kleine Kinder zurück» (aus den Erinnerungen von Maria Iwanowna Schnaider).

Alle deutschen Männer im Alter von 15 bis 55 Jahren sowie deutsche Frauen wurden in Arbeitskolonnen mobilisiert. Viele kehrten nicht wieder zurück, und die, die wieder nach Hause kamen, waren krank.

Die Zeit verstrich, der Krieg ging zu Ende, doch sie fühlten sich auch weiterhin wie Gefangene. Denn immer noch mussten sich regelmäßig in der Kommandantur melden.

Und erst am 28. Februar 1956 wurden alle Deutschen, auf Grundlage des Dekrets des Obersten Sowjets der UdSSR vom 15. Dezember 1955 aus der Sonderansiedlung freigelassen.
In den 1960-er Jahren schließlich wurde die juristische Existenz einiger autonomer Republiken wiederhergestellt, die von den Landkarten wegen Unterstützung der Besatzer ausradiert worden waren. Erst 1972 wurden den Vertretern der Deportierten Völker praktisch erlaubt, sich ihren Wohnort frei zu wählen.

Niemand aus Tubinsk kehrte ins Gebiet Saratow zurück. Tubinsk wurde zu ihrer zweiten Heimat. Hier gründeten sie Familien, hier wurden ihre Kinder geboren. Hier schlossen sie Freundschaften, fingen an wie eine große sibirische Familie zu leben. Und niemand teilte jemals alle in Deutsche und Russen ein. Viele von ihnen gingen zum Arbeiten in die Kolchose. Sie verrichteten ihre Arbeit gewissenhaft, wurden mehrfach Bestarbeiter, man schlug sie für Auszeichnungen vor, händigte ihnen Ehrenurkunden und Dankesbriefe aus.

Ella Andrejewna Resnikowa (Lindt) arbeitete als Kindermädchen im Kindergarten «Schmetterling», und von 1987 bis 1997 war sie als Krankenpflegerin an der Sanitäts- und Hebammen-Station, zeichnete sich durch ihre Fürsorge und Anteilnahme gegenüber den Menschen in ihrer Umgebung aus. Natalia Davidowna Ebel arbeitete den größten Teil ihres Lebens als Köchin in der Sowchosen-Kantine, wo sie die Ortsansässigen mit schmackhaftem Essen bewirtete, und ihr Ehemann Ewald Adamowitsch war sein ganzes Leben lang Bauarbeiter. Klara Iwanowna Raiswich (Anhang № 6) war immer als Melkerin in der Kolchose beschäftigt und wurde mit zahlreichen Ehrenurkunden ausgezeichnet. Rangold (Reinhold) Bogdanowitsch Gafner (Hafner) arbeitete ab 1960 als Traktorist, wobei er einen großen Beitrag in der Entwicklung der Landwirtschaft leistete. Nina Jakowlewna Buckert und Fete Andrejewitsch, Viktoria Jakowlewna Buckert und Ewald Petrowitsch, Rober Genrichowitsch Zeller und Natalia Jegorowna, Berta Iwanowna Geinz (Heinz) und Wladimir Davidowitsch, Wilma Bogdanowna Wunsch, Woldemar Alexandrowitsch Bauer (Приложение № 6) – sie alle arbeiteten lebenslang in der Kolchose, jeder von ihnen war Bestarbeiter in der Produktion, und nur die Nachnamen und Akzente in ihrer Aussprache zeugen von ihrer deutschen Herkunft.

Die Leute haben unterschiedliche Schicksale, aber sie sind vereint durch die Herausforderungen, die sie erleben mussten und aus denen es ihnen gelang, in Würde herauszukommen.

Die Geschichte einer Familie

In unserer Ortschaft Tubinsk gibt es das Zentrum der deutschen Kultur «Wiedergeburt», in dem wir uns nicht nur mit der Verbesserung unserer deutschen Sprachkenntnisse befassen, sondern auch die Sitten, Gebräuche und Traditionen der deutschen Kultur bewahren. Wir feiern Weihnachten, Ostern, das Erntedank-Fest, den Karneval und den Nikolaustag, und jedes Jahr am 28. August begehen wir den Tag des Gedenkens und der Trauer an die deutschen Repressionsopfer, besuchen unsere rehabilitierten Deutschen nicht nur an bestimmten Tagen, sondern auch an ganz gewöhnlichen; wir leisten humanitäre Hilfe, nehmen an unterschiedlichen Wettbewerben und Veranstaltungen teil, die von der Moskauer Vereinigung der Deutschen Kultur organisiert werden.

Wir besuchen viele Familien von einst verfolgten Deutschen, in denen entweder die Frau oder der Mann überlebt haben. Aber über einer Einwohnerin unseres Ortes, einer verfolgten Deutschen, möchten wir gern detailliert berichten.

Natalia Davidowna Ebel wurde am 14. August 1927 in der Ortschaft Kano, Bezirk Gmelin, Gebiet Saratow, geboren (Anhang № 7). An ihre Eltern hat sie nur wenige Erinnerungen; sie weiß, dass ihre Mutter – Maria Jakowlewna Grauberger 1859 geboren wurde und als Melkerin arbeitete, doch über ihren Vater David Davidowitsch ist ihr nichts bekannt. Natalia Davidowna erinnert sich: «Wir waren eine sehr freundschaftliche, glückliche und fürsorgliche Familie, in der 6 Kinder geboren wurden (4 Söhne und 2 Töchter): der älteste war mein Bruder Emanuel, 1918 geboren, danach kamen Jakob, Iwan, ich, meine Schwester Mila und mein jüngster Bruder Jegor – er lebt jetzt in Deutschland». Natalia Davidowna konnte 4 Klassen an der deutschen Schule absolvieren.
Als sie 14 Jahre alt war, begann die Deportation der Russland-Deutschen. Daran erinnert sie sich mit Tränen in den Augen; in ihrem Gedächtnis sind nur Hunger, Kälte, Gewalt und die wichtigste Frage – wie soll man überleben? – geblieben. Natalia Davidowna fiel es furchtbar schwer, das Elternhaus in der Ortschaft Kano zu verlassen. Sie sagt: «Aus der Zeit ist uns nichts geblieben – keine Fotos, keine Erinnerungsstücke an unsere Eltern, Großeltern, alles mussten wir dort zurücklassen – auf unserem deutschen Boden; alles, was wir in der Eile mitnehmen konnten, passte in unsere Jackentaschen». Und danach setzten sie uns in Güterwaggons und brachten uns nach Krasnojarsk. Es war eine sehr schwere Zeit, denn es gab nichts zu essen, und am schlimmsten war, dass wir kein Wasser zu sehen bekamen, und deswegen wurden wir schon nach kurzer Zeit von Läusen «attackiert». «Ihr könnt euch überhaupt nicht vorstellen, dass der ganze Fußboden und unsere Kleidung von Läusen bedeckt waren», erinnert sich Natalia Davidowna.
Einige Zeit später wurde Natalia Gorbunowa in die Trudarmee geschickt, wo sie Erdschichten abtragen, Bäume roden, den Baum, wenn er gefallen war, zersägen und ihn dann zu einem Holzweg verlegen musste. Es kam vor, dass sie dort 4-5 Tage lang nichts zu essen bekamen. Wie sie uns verhöhnten, beschimpften, indem sie uns «Faschisten, Saboteure!» riefen, erzählt Natalia Davidowna.

Es war eine schwere Zeit, und hier, in der Trudarmee, lernte Natalia Davidowna ihren Ehemann wald Adamowitsch kennen; beide waren damals 20 Jahre alt. Von der Station Sorokino bis in die Stadt Abakan gelangten sie mit irgendwelchen Verkehrsmitteln, aber von Abakan bis ins Dorf Nikolajewka mussten sie zu Fuß gehen. Hier wohnten sie eine Weile bei Natalia Davidownas Eltern.

Danach lebten sie in Tjoplij Klutsch, anschließend 4 Jahre in Kasachstan. Und dann, 1947, zogen sie in die Ortschaft Tubinsk. Ihr Mann nahm eine Arbeitsstelle beim Bau an, Natalia Davidowna arbeitete als Technikerin in der Schule; hier blieb sie 10 Jahre, anschließend war sie in der Sowchosenkantine als Köchin tätig. Natalia Davidowna und Ewald Adamowitsch wurden 4 Kinder geboren (2 Söhne und 2 Töchter). Sascha (geb. 1948) lebt heute in Abakan, Mila (geb. 1949) in der Ortschaft Kortus, Vitka (geb. 1954) wohnt im Norden der Region Krasnojarsk und Tochter Olga (geb. 1955) lebt im Ort Tubinsk.

Heute ist Natalia Davidowna, nach dem schweren Leben, was sie in der damaligen Zeit führte, umgeben von ihren fürsorglichen Kindern, Enkeln und Urenkeln. Bei Familien-Feierlichkeiten versammeln sich alle bei Natalia Davidowna in ihrem kleinen, aber gemütlichen und warmen Häuschen am runden Tisch. Die deutschen Lieblingsgerichte der Familie Ebel sind: Schnitzsupp (aus getrocknetem Obst), Riwwelkuchen, Nagelklöß, Ewelklöß, Schwarze Riwelsupp (mit Sauerkraut), Riwelsup, Krepli (Anhang № 7).

Natalia Davidowna ist eine sehr gastfreundliche, aufgeschlossene, gutherzige Frau. Wenn du in ihr Haus kommst, hast du das Gefühl, als wenn du in ein deutsches Märchen eintrittst, denn in ihrer Wohnung herrschen Gemütlichkeit und Reinlichkeit, und natürlich sieht man Gegenstände des deutschen Alltags (Nudelholz, Bräter), selbst das Bett ist auf deutsche Art hergerichtet! (Anhang № 7). Und obwohl sie schon betagt ist, kümmert sie sich um ihr Haus, und jeden Sommer sieht ihr Garten wie ein Blumenfeld aus, auf dem ungewöhnlich schöne Blumen blühen!

Schlussbemerkung

Ziel der vorliegenden Arbeit war das Studium der Besonderheiten in den Schicksalen der verfolgten Deutschen, die in unserem Ort leben.

Wir haben versucht zu beweisen, dass diese Menschen überleben, jenen inneren Halt, den wir Menschlichkeit nennen, zu bewahren. Sie krümmten sich, aber sie zerbrachen nicht, sondern konnten vielmehr ihr Recht auf Leben behaupten, ihre Kultur und ihre Eigenarten erhalten.

Sie ließen sich von den schwierigen Bedingungen des sibirischen Lebens nicht schrecken oder ängstigen, denn sie verloren ihre geistige Wachsamkeit nicht und verstanden es, im Leben nützlich zu sein. Man kann ihre Standhaftigkeit und ihre Fähigkeit auszuhalten nur bewundern; nicht jeder kann all das aushalten, was sie ertragen mussten, und dabei auch noch Menschen im vollen Sinne des Wortes zu bleiben.

Sie verstanden es nicht nur zu überleben, sondern sich auch den Respekt und die Achtung der sie umgebenden Menschen zu verdienen.

Literaturangaben

1. B.G. Anjussew. Sibirische Heimatkunde. Krasnojarsk, 2001.
2. W.A. Djatlowa. Die Deutschen in der Region Krasnojarsk. St.-Petersburg, 1998.
3. W.A. Djatlowa. Die Deutschen in Russland. Menschen und Schicksale.
4. Enzyklopädie der «Russland-Deutschen», Band 1. Moskau, «ERN», 1999.
5. «Ich wurde in Russland geboren und lebe dort». Die Russland-Deutschen in Fotografien. Moskau, Goethe-Institut
6. Die Region Krasnojarsk in der Geschichte des Vaterlandes. Zweites Buch. Oktober 1917-1940. Krasnojarsk, 1996.
7. L.W. Malinowskij. «Die Geschichte der Sowjet-Deutschennin der Historiografie der BRD» // Fragen der Geschichte. 1991. 2.
8. L.I. Oberderfer. «Deportierte Deutsche in West-Sibirien (1941-1944)» // Elektronisches Journal «Sibirische Siedlung». 2002. 6.

 

 

Приложение. Альбом воспоминаний репрессированных немцев села Тубинск

И вера крепка, убеждённость растёт,
Что выход достойный время найдёт.
Нас мало, но внукам и детям своим
Язык и культуру мы всё ж сохраним.
В историю впишем свою мы строку -
Российские немцы - не пыль на ветру!

Резникова (Линдт) Эля Андреевна

Эля Андреевна родилась 11 мая 1938 года в совхозе № 99 Гмелинского района Саратовской области. Её родители Линдт Мария Андреевна и Линдт Андрей Андреевич были очень трудолюбивыми людьми: мама и папы были разнорабочими.

В 1940 году Эля Андреевна вместе со своими родителями приехали в Тубинск. О депортации российских немцев, а именно о себе и своих родителях, ничего не знает. На зато у Эли Андреевны остались от её дяди семейные фотографии того времени. Её отец не вернулся с трудармии, поэтому их воспитывала мама: двух сыновей (Александр и Роман) и двоих дочерей (Эрна и Эля).

Эля закончила 4 класса и с 11 лет начала работать: сбрасывала с крыш снег и молотила зерно на сушилке. В 15 лет стала работать дояркой и проработала до 1963 года. С 1963 года по 1987 год работала санитаркой в фельдшерско-акушерском пункте.

В 1956 году вышла замуж за Резникова Петра Кондратьевича.

В 1957 году родилась двойня (мальчик и девочка). Мальчик умер, а девочка Нина осталась жива. В 1959 году родился сын Юра, в 1965 — сын Гена.

Пётр Кондратьевич закончил Шушенский сельскохозяйственный техникум. Работал конюхом, механизатором, агрономом, а перед смертью — рабочим в детском саду. Умер в 1990 году в возрасте 53 лет от рака лёгких.

Пётр Кондратьевич и Эля Андреевна воспитали умных, добрых и отзывчивых детей. Дочь Нина окончила Абаканский педагогический институт и работает в школе учителем химии. Нина Петровна очень добросовестная и ответственная учительница, пользуется уважением среди коллег, учеников и их родителей.

Сыновья Юра и Гена, отслужив по два года в армии, работали водителями в Тубинском совхозе. Сейчас, по-прежнему, отдают свою жизнь дороге. Гена — в Красноярске на конезаводе, Юра — в Краснотуранске в районной больнице.

В настоящее время у Эли Андреевны 6 внуков, 3 правнучки и один правнук. Все её очень любят, и поэтому она окружена заботой своих детей, внуков и правнуков. Эля Андреевна любит готовить. Очень вкусными у неё получаются штрудели и кребли.

Эбель Наталья Давыдовна

Наталья Давыдовна Эбель родилась 14 августа 1927 года в с. Кано Гмелинского района Саратовской области. О своих родителях мало что помнит. Знает, что её мама - Граубергер Мария Яковлевна 1859 года рождения, работала дояркой, а про её папу - Давида Давыдовича ничего неизвестно. Наталья Давыдовна вспоминает: “У нас была очень дружная, счастливая, заботливая семья, в которой росло 6 детей (4 сына и 2 дочери): самый старший мой брат Эмануэль с 1918 года, затем Якоб, Иван, я, моя сестра Миля и самый младший мой брат - Егор, проживает сейчас в Германии”. Наталья Давыдовна успела закончить 4 класса немецкой школы.

Когда ей было 14 лет, тогда и началась депортация российских немцев. Об этих событиях она вспоминает со слезами на глазах; в её памяти остались только голод, холод, насилие, а самое главное - вопрос “как выжить?”. Наталье Давыдовне было очень тяжело покинуть свой родной дома в с. Кано. Она говорит: “У нас ничего не осталось с тех времён: ни фотографий, ни памятных вещей наших родителей, бабушек и дедушек. Всё пришлось оставить там - на нашей немецкой земле. Всё, что мы успели взять с собой, помещалось у нас в карманах”. “А после этого нас посадили на товарные вагоны и увезли в Красноярск. Было очень тяжёлое время, так как нечего было кушать, а самое страшное было то, что мы не видели воды, и поэтому через короткое время нас атаковали вши. Вы даже не представляете, что все полы и наша одежда были покрыты вшами” - вспоминает Наталья Давыдовна.

Через некоторое время Наталью Давыдовну отправили в трудармию, где она должна была снимать растительный слой, выкорчёвывать дерево, если оно попадалось, распилить его, сложить и сделать дорогу. Бывало, что и не кормили по 4-5 дней. “Как над нами издевались! Обзывали “Фашисты! Саботажники!”” рассказывает Наталья Давыдовна.

Шло тяжёлое время и здесь, в трудовой армии, Наталья Давыдовна познакомилась со своим будущим мужем Эвальдом Адамовичем. Им тогда было по 20 лет.
Со станции Сорокино до города Абакана они добирались на чём приходилось, а вот с Абакана до деревни Николаевки им пришлось идти пешком. Здесь они прожили немного с родителями Натальи Давыдовны.

После этого им пришлось пожить в Тёплом Ключе, а затем 4 года в Казахстане. И вот в 1947 году они переехали в с. Тубинск. Её муж стал работать на стройке. А Наталья Давыдовна - техничкой в школе, здесь она проработала 10 лет. После этого работала в совхозной столовой поваром. У Натальи Давыдовны и Эвальда Адамовича родилось 4 детей - 2 сына и 2 дочери. Саша 1948 г.р. проживает сейчас в г. Абакане, Миля 1949 г.р. в с. Кортуз, Витя 1954 г.р. живёт на севере Красноярского края и дочь Ольга 1955 г.р. живёт в с. Тубинск.

Сейчас Наталья Давыдовна после тяжёлой жизни того времени окружена заботой своих детей, внуков и правнуков. На семейные праздники все собираются в неё в небольшом, но уютном, тёплом домике за круглым столом. Любимыми немецкими блюдами семьи Эбель являются Шнитцесуп (из сухофруктов), Ривелькухен, Нагельклейс, Эвельклейс, Шварцеривельсуп (с кислой капустой), ривельсуп и кребли.

Наталья Давыдовна очень гостеприимная, отзывчивая, добродушная женщина. Когда попадаешь в её дом, создаётся ощущение, будто бы ты попал в немецкую сказку, так как в её квартире царит уют, чистота и, конечно же, предметы немецкого быта (скалка, жаровня), даже кровать заправлена по-немецки! И , не смотря на свои годы, она ухаживает за своим домом и каждое лето её ограда похожа на цветочное поле, в котором растут необыкновенной красоты цветы!

Anhang. Erinnerungsalbum der verfolgten Deutschen in der Ortschaft Tubinsk

Und der Glaube ist stark, die Überzeugung wächst,
Dass die Zeit einen würdigen Ausweg findet.
Wir sind nur noch wenige, aber für unsere Enkel und Kinder
Bewahren wir trotzdem die Sprache und Kultur.
In unsere Geschichte schreiben wir – die Russland-Deutschen -
Eine Zeile – und das ist kein Staub im Wind!

Ella Andrejewna Resnikowa (Lindt)

Ella Andrejewna wurde am 11. Mai 1938 in der Sowchose № 99 im Bezirk Gmelin, Gebiet Saratow, geboren. Ihre Eltern, Maria Andrejewna Lindt und Andrej Andrejewitsch Lindt, waren sehr fleißige Menschen: beide waren Hilfsarbeiter.

1940 kam Ella Andrejewna mit ihrn Eltern nach Tubinsk. Von der Deportation der Russland-Deutschen und vor allem über ihre eigene und die der Eltern weiß sie nichts. Aber dafür sind Ella Andrejewna von ihrem Onkel Familienfotos aus jener Zeit erhalten geblieben. Ihr Vater kehrte aus der Trudarmee nicht mehr zurück, daher wurden die Kinder von der Mutter allein großgezogen: zwei Söhne (Alexander und Roman) und zwei Töchter (Erna und Ella).

Ella beendete die 4. Klasse und begann ab ihrem 11. Lebensjahr zu arbeiten: sie warf den Schnee von den Dächern und drosch auf der Darre das Getreide. Mit 15 fing sie an als Melkerin zu arbeiten und übte diese Tätigkeit bis 1963 aus. Von 1963 bis 1987 arbeitete sie als Krankenpflegerin in der Arzthelfer- und Hebammen-Station.

1956 heiratete sie Pjotr Kondratewitsch Resnikow.

1957 bekam sie Zwillinge (einen Jungen und ein Mädchen). Der Junge starb, aber Tochter Nina blieb am Leben. 1959 wurde Sohn Jura geboren, 1965 — Sohn Gena.

Pjotr Kondratewitsch absolvierte das Schuschensker Landwirtschafts-Technikum. Er arbeitete als Pferdepfleger, Mechanisator, Agronom, und direkt vor seinem Tod — als Arbeiter im Kindergarten. Er starb 1990 im Alter von 53 Jahren an Lungenkrebs.

Pjotr Kondratewitsch und Ella Andrejewna zogen kluge, gute und umgängliche Kinder groß. Tochter Nina absolvierte das pädagogische Institut in Abakan und ist als Chemie-Lehrerin tätig. Nina Petrowna ist eine sehr gewissenhafte und verantwortungsbewusste Lehrerin, sie genießt den Respekt der Kollegen, der Schüler und deren Eltern.

Die Söhne Jura und Gena arbeiteten, nachdem sie ihren zweijährigen Armeedienst beendet hatten, als Fahrer in der Tubinsker Sowchose. Heute ist Gena in Krasnojarsk in der Pferdezucht tätig, Jura in Krasnoturansk im Bezirkskrankenhaus.

Gegenwärtig hat Ella Andrejewna 6 Enkelkinder, 3 Urenkelinnen und einen Urenkel. Von allen wird sie sehr geliebt, und deswegen ist sie auch von der Fürsorge ihrer Kinder, Enkel und Urenkel umgeben. Elle Andrejewna kocht sehr gern. Besonders gut gelingen ihr immer Strudel und Krepli.

Natalia Davidowna Ebel

Natalia Davidowna Ebel wurde am 14. August 1927 in der Stadt Kano, Bezirk Gmelin, Gebiet Saratow geboren. An ihre Eltern hat sie nur wenige Erinnerungen; sie weiß, dass ihre Mutter – Maria Jakowlewna Grauberger 1859 geboren wurde und als Melkerin arbeitete, doch über ihren Vater David Davidowitsch ist ihr nichts bekannt. Natalia Davidowna erinnert sich: «Wir waren eine sehr freundschaftliche, glückliche und fürsorgliche Familie, in der 6 Kinder geboren wurden (4 Söhne und 2 Töchter): der älteste war mein Bruder Emanuel, 1918 geboren, danach kamen Jakob, Iwan, ich, meine Schwester Mila und mein jüngster Bruder Jegor – er lebt jetzt in Deutschland». Natalia Davidowna konnte 4 Klassen an der deutschen Schule absolvieren.

Als sie 14 Jahre alt war, begann die Deportation der Russland-Deutschen. Daran erinnert sie sich mit Tränen in den Augen; in ihrem Gedächtnis sind nur Hunger, Kälte, Gewalt und die wichtigste Frage – wie soll man überleben? – geblieben. Natalia Davidowna fiel es furchtbar schwer, das Elternhaus in der Ortschaft Kano zu verlassen. Sie sagt: «Aus der Zeit ist uns nichts geblieben – keine Fotos, keine Erinnerungsstücke an unsere Eltern, Großeltern, alles mussten wir dort zurücklassen – auf unserem deutschen Boden; alles, was wir in der Eile mitnehmen konnten, passte in unsere Jackentaschen». Und danach setzten sie uns in Güterwaggons und brachten uns nach Krasnojarsk. Es war eine sehr schwere Zeit, denn es gab nichts zu essen, und am schlimmsten war, dass wir kein Wasser zu sehen bekamen, und deswegen wurden wir schon nach kurzer Zeit von Läusen «attackiert». «Ihr könnt euch überhaupt nicht vorstellen, dass der ganze Fußboden und unsere Kleidung von Läusen bedeckt waren», erinnert sich Natalia Davidowna.

Einige Zeit später wurde Natalia Gorbunowa in die Trudarmee geschickt, wo sie Erdschichten abtragen, Bäume roden, den Baum, wenn er gefallen war, zersägen und ihn dann zu einem Holzweg verlegen musste. Es kam vor, dass sie dort 4-5 Tage lang nichts zu essen bekamen. Wie sie uns verhöhnten, beschimpften, indem sie uns «Faschisten, Saboteure!» riefen, erzählt Natalia Davidowna.

Es war eine schwere Zeit, und hier, in der Trudarmee, lernte Natalia Davidowna ihren Ehemann Ewald Adamowitsch kennen; beide waren damals 20 Jahre alt. Von der Station Sorokino bis in die Stadt Abakan gelangten sie mit irgendwelchen Verkehrsmitteln, aber von Abakan bis ins Dorf Nikolajewka mussten sie zu Fuß gehen. Hier wohnten sie eine Weile bei Natalia Davidownas Eltern.

Danach lebten sie in Tjoplij Klutsch, anschließend 4 Jahre in Kasachstan. Und dann, 1947, zogen sie in die Ortschaft Tubinsk. Ihr Mann nahm eine Arbeitsstelle beim Bau an, Natalia Davidowna arbeitete als Technikerin in der Schule; hier blieb sie 10 Jahre, anschließend war sie in der Sowchosen-Kantine als Köchin tätig. Natalia Davidowna und Ewald Adamowitsch wurden 4 Kinder geboren (2 Söhne und 2 Töchter). Sascha (geb. 1948) lebt heute in Abakan, Mila (geb. 1949) in der Ortschaft Kortus, Vitka (geb. 1954) wohnt im Norden der Region Krasnojarsk und Tochter Olga (geb. 1955) lebt im Ort Tubinsk.

Heute ist Natalia Davidowna, nach dem schweren Leben, was sie in der damaligen Zeit führte, umgeben von ihren fürsorglichen Kindern, Enkeln und Urenkeln. Bei Familien-Feierlichkeiten versammeln sich alle bei Natalia Davidowna in ihrem kleinen, aber gemütlichen und warmen Häuschen am runden Tisch. Die deutschen Lieblingsgerichte der Familie Ebel sind: Schnitzsupp (aus getrocknetem Obst), Riwwelkuchen, Nagelklöß, Ewelklöß, Schwarze Riwelsupp (mit Sauerkraut), Riwelsup, Krepli.

Natalia Davidowna ist eine sehr gastfreundliche, aufgeschlossene, gutherzige Frau. Wenn du in ihr Haus kommst, hast du das Gefühl, als wenn du in ein deutsches Märchen eintrittst, denn in ihrer Wohnung herrschen Gemütlichkeit und Reinlichkeit, und natürlich sieht man Gegenstände des deutschen Alltags (Nudelholz, Bräter), selbst das Bett ist auf deutsche Art hergerichtet! Und obwohl sie schon betagt ist, kümmert sie sich um ihr Haus, und jeden Sommer sieht ihr Garten wie ein Blumenfeld aus, auf dem ungewöhnlich schöne Blumen blühen!

Klara Iwanowna Raiswich

Ich, Nadjeschda Sorokina, bin aktive Mitarbeiterin am Zentrum für deutsche Kultur “Wiedergeburt” in der Ortschaft Tubinsk, bin eine direkte Nachfahrin der Russland-Deutschen.

Die Geschichte unseres russland-deutschen Ursprungs nimmt ihren Anfang in der Tiefe der Jahrhunderte. Aber meine Erzählung liegt viel näher und beginnt mit dem Anfang des vergangenen Jahrhunderts, als meine Ururgroßmutter geboren Kristina Jegorowna Raiswich geboren wurde.

Leider ist mir über sie nicht sonderlich viel bekannt. Sie wurde 1901 geboren. Ihre Eltern waren Deutsche. Der Zeitpunkt, an dem Kristina Jegorowna nach Russland kam, ist nicht bekannt, doch ich vermute, dass es nach ihrer Heirat geschah. Ihr Mann war ein Russe mit deutschen Wurzeln namens Iwan. Sie lebten im Wolgagebiet, in der Ortschaft Nischnaja Wodjanka, Bezirk Gmelin, Gebiet Saratow. Dort bekamen sie fünf Kinder, von denen eines (ein Sohn) in früher Kindheit starb, und ihrem nächstfolgenden Sohn gaben Iwan und Kristina denselben Namen. Alle Kinder erhielten den Familiennamen der Mutter - Raiswich: Klara, Iwan, Maria, Iwan, Meida. Das älteste Kind in dieser Familie war meine leibliche Uroma – Klara Iwanowna Raiswich. Sie wurde am 18. Juni 1922 geboren. Ihre Geschichte ist mir etwas näher bekannt.

Vieles musste sie auf ihrem Lebensweg durchmachen. 1941, noch vor Ausbruch des Krieges, heiratete sie und wohnte dann nicht mehr bei den Eltern. Im selben Jahr wurde Sohn Sascha geboren, im darauffolgenden – Tochter Emma. Die Kinder waren noch sehr klein, als ihr Vater in einen Arbeitstrupp geholt wurde. Danach sollte meine Urgroßmutter weder ihren Mann noch ihren Vater, den dasselbe Schicksal ereilt hatte, jemals wiedersehen. Über ihr weiteres Los ist nichts bekannt. Das war der erste Schicksalsschlag.

Aber, wie es heißt, kommt ein Unheil selten allein. Während des Krieges starben die beiden Kleinen Emma und Sascha an Masern. Bald darauf wurde Klara Iwanowna Opfer der Verfolgungen und man schickte sie in den hohen Norden, wo sie bis 1956 in der Siedlung Krasnoselkupsk, Krasnoselkupsker Bezirk, Gebiet Tjumen, lebte. Die Bedingungen dort waren sehr hart. Wie sich meine Urgroßmutter selbst erinnerte “kam es vor, dass wir sogar auf dem nackten, gefrorenen Boden schlafen mussten, der mit etwas Stroh bedeckt war; unsere Wattejacken behielten wir an. Wir aßen fast nur Fisch; sonst gab es nichts”. Sie arbeitete in der Fischfabrik.

Am 16. Juni 1948 bekam sie eine Tochter, meine leibliche Großmutter - Nadjeschda Petrowna Raiswich, zu deren Ehren man mir später den gleichen Vornamen gab. Nach der Geburt wechselte Klara Iwanowna den Arbeitsplatz, um näher bei ihrer kleinen Tochter zu sein – sie arbeitete im Kindergarten als Köchin. An ihren Vater kann meine Großmutter sich nicht mehr erinnern, und den Vatersnamen Petrowna erhielt sie von ihrem Stiefvater – Pjotr Gordejew, den zweiten Ehemann der Urgroßmutter. Klara Iwanowna und bekamen noch zwei gemeinsame Kinder – Nikolai und Michail. Beide starben noch im Kindesalter an einer Infektion und Mangel an medizinischer Hilfe. Pjotr Gordejews weiteres Schicksal ist nicht bekannt. Meine Urgroßmutter blieb mit ihrer kleinen Tochter an der Hand allein zurück.

Die schwierigen Nachkriegszeiten machten sich bemerkbar. Klara Iwanowna hatte es allein sehr schwer. Nachbarinnen und Freundinnen halfen ihr. Doch es gab keine wirklichen Verwandten. Da beschloss sie ihre Tochter zu nehmen und mit ihr zur Mutter und den Geschwistern nach Sibirien zu fahren. Das geschah im Jahr 1956. Die Fahrt dauerte lange und war beschwerlich. Über den Fluss fuhren sie mit einem Schiff, das von Russen gelenkt wurde. Als sie erfuhren, dass Deutsche auf dem Schiff waren, glaubten sie, es seien dieselben, die kürzlich noch gegen sie gekämpft hätten; deswegen wollten sie das Schiff zusammen mit allen Passagieren versenken. Lange musste meine Urgroßmutter ihnen erklären, dass sie zwar Deutsche waren, jedoch ihr ganzes Leben in der UdSSR verbracht und niemals gegen sie Krieg geführt hätten! Wie durch ein Wunder gelang es, die Russen zu überzeugen und wohlbehalten bis an den Bestimmungsort zu gelangen.

Bald darauf machte sich Klara Iwanowna mit ihrer Tochter auf den Weg in die Ortschaft Kortus im Krasnoturansker Bezirk, Region Krasnojarsk, wo Kristina Jegorowna, meine Ururgroßmutter mit ihrem Sohn, seiner Braut und einem kleinen Töchterchen lebte. Nachdem sie so viel Kummer durchgemacht hatten, führten meine Verwandten nun endlich ein ruhiges Leben. Die kleine Tochter Nadja wuchs heran und kam zur Schule. 1960 zogen Mutter und Tochter in die Siedlung Dschirim im Krasnoturansker Bezirk, Region Krasnojarsk. Klara Iwanowna arbeitete als Melkerin in der Kolchose, ihre Tochter besuchte an der Iwanoswsker Schule den Unterricht.

Die Zeit ging dahin, die Tochter wurde größer. 1966 heiratete Nadjeschda Petrowna Aleksander Aleksejewitsch Sokolow, meinen Großvater. Im selben Jahr wurde ihnen Sohn Sascha geboren, 1970 Tochter Sweta und 1976 Tochter Luda. Klara Iwanowna, meine Urgroßmutter, liebte ihre Enkelkinder über alles, sie passte auf sie auf, und half sie großzuziehen. Damals war sie bereits als Köchin im Kindergarten tätig. 1977 zog die gesamte große Familie in die Ortschaft Tubinsk im Krasnoturansker Bezirk.

Die Zeit lief immer schneller. Bald darauf gab es bei Klara Urenkel: Aljoscha, Serjoscha, Artur, Andrej und als einzige Urenkelin Nadja (ich). Und unsere Uroma versorgte sie in ihren Armen. Sie liebte die Kinder, ihre Familie, sehr. Als sie bereits hochbetagt war, kochte uns Oma Alja (so nannten wir sie) mit Begeisterung das Mittagessen. Ihre Markenzeichen waren Schnitzsupp, Strudel und mein Lieblingskuchen Riwwelkuche. Unsere ganze große Familie liebte sie sehr, und soweit ich mich erinnern kann, lebte die Urgroßmutter bei uns Zuhause.

Erst kurz vor ihrem fortgeschrittenen Alter kam Klara Iwanowna zu der langersehnten großen Familie, guten Lebensbedingungen, Frieden und geistiger Ruhe. Schade nur, dass in dieser Welt nichts von ewiger Dauer ist. Vor zwei Jahren ist die Uroma gestorben, am 11. November 2008. Aber wir werden uns immer an sie erinnern und sie lieben. Als Erinnerung blieben uns zahlreiche Fotografien, Bücher in altdeutscher Sprache, Medaillen, Ehrenurkunden. Von Uromas Geschwistern lebt nur noch die jüngste Schwester Meida, die bis heute in der Ortschaft Kortus wohnt.

 

Maria Iwanowna Schnaider

Matria Iwanowna Schnaider wurde am 5. Februar 1929 in der Ortschaft Pallassowka, Pallassowsker Bezirk, Gebiet Saratow (Pallassowka, Palassowsker Bezirk, Gebiet Wolgograd; Anm. des Redakteurs) geboren. Maria Iwanowna wuchs in r sehr armen Familie auf; Ihre Eltern waren Mila Jakowlewna Kretz und Iwan Iwanowitsch Kretz. An ihren Vater kann sie sich nicht erinnern, denn er starb, als sie ein Jahr alt war. Deswegen lagen alle Schwierigkeiten auf den Schultern ihrer Mutter. Insgesamt gab es in der Familie Kretz 6 Kinder, aber über vier von ihnen weiß Maria Iwanowna nichts. Sie wuchs zusammen mit ihrer 1921 geborenen Schwester auf. An sie erinnert Maria Iwanowna sich: “Sie war eine sehr grausame Frau. Einmal, bei der Arbeit auf dem Kartoffelacker, schlug sie ihrem Sohn mit einem Eimer auf den Kopf”.

Maria Iwanowna hatte eine sehr schwere Kindheit, und man kann eigentlich sagen, dass sie überhaupt keine Kindheit hatte, genau wie alle anderen Kinder jener Zeit. Ab dem 6. Lebensjahr arbeitete sie als Kindermädchen, während die Frauen bei der Arbeit mit den Traktoren beschäftigt waren. Eine Schule hat Maria Iwanowna nie gesehen. Als sie 12 Jahre alt wurde, verschleppte man sie aus dem Gebiet Saratow. Und ihre Mutter wurde sofort zur Trudarmee in den Norden geholt. Da begann dann auch Maria Iwanownas das Erwachsenenleben. In dieser schweren Zeit, als sie mit ihrer Schwester ohne Eltern zurückblieb, mussten sie bei den Esten im Wald arbeiten – beim Sägen und Aufschichten von Holz helfen. Aber Maria Iwanowna erinnert sich: “Die estnischen Frauen waren sehr gute Menschen, denn sie hatten Mitleid mit uns und gaben uns immer etwas zu essen, auch wenn es nur ein Stückchen Brot war, aber wir waren ihnen sehr dankbar dafür”.

Außerdem transportierte Maria Iwanowna Wasser mit Ochsen, mähte Heu, sammelte es selbst zu Haufen zusammen. Alles nur, um zu überleben! Schweren Herzens erinnert sich Maria Iwanowna daran, wie man sie in Krasnojarsk auf Lastkähne verlud und sie dann versenken wollte, doch Dank der Wetterbedingungen (starker Wind), konnten sie sich retten. Sie verstehen es selbst nicht, aber sie sagen, dass Gott ihnen geholfen hat. So gelangten sie bis zur Ortschaft Sorokino, dann zu Fuß weiter nach Bira, und danach gerieten sie nach Tubinsk. Aber hier lebten sie nicht lange, denn dem Direktor der Tubinsker Sowchose Wassilij Andrejewitsch Nossow passte die Familie Kretz nicht; er war der Ansicht, dass sie sehr faul waren, obwohl Maria Iwanownas Mutter bei den Nossows als Kindermädchen arbeitete. Anschließend lebten sie 34 Jahre in Süd-Kasachstan. Hier lernte Maria Iwanowna Natalia Davidowna Ebel kennen und sie wurden Freundinnen. Viele Jahre später trafen sie sich in der Ortschaft Tubinsk wieder, und heute kommen sie sehr häufig zusammen, unterhalten sich, erinnern sich an die Vergangenheit und trinken gern gemeinsam Tee und essen Riwwelkuchen dazu.

An ihren Mann erinnert sich Maria Iwanowna nur mit guten Worten: “Jakob Jegorowitsch war ein guter, zuverlässiger, fürsorglicher Vater und Ehemann.” In ihrer gemeinsamen Ehe wurden 3 Kinder geboren: 2 Töchter (Maria und Elsa) und Sohn Pawel. Jakob Jegorowitsch wurde zu 10 Jahren verurteilt, weil er aus der Trudarmee floh. Deswegen opferte Maria Iwanowna allein ihr ganzes Leben den Kindern.

Sie sagt: “Ich werde Tag und Nacht arbeiten, damit meine Kinder niemals Not leiden müssen.” So sehr sie sich auch bemühte, schien es in ihrer Macht zu liegen zu wissen, welches Schicksal Gott für uns ausersehen hatte. 2009 verlor sie ihre Tochter Maria, 2010 Sohn Pawel. Nun lebt sie mit ihrer Tochter Elsa, die aus Krigisien zu ihr gekommen ist, um für ihre Mutter zu sorgen.

Maria Iwanowna ist eine sehr gute, ordentliche, reinliche und gastfreundliche Frau, die die deutsche Kultur aufrechterhält. Sie wartet immer voller Ungeduld auf Weihnachten und Ostern, damit sie mit aller Sorgfalt kochen kann. Aber ihr deutsches Lieblingsessen sind Ewelkleis (Hefeklöße; Anm. d. Übers.).

Rangold (Reinhold) Bogdanowitsch Gadfner (Hafner)

Rangold Bogdanowitsch Gafner wurde am 7. August 1938 in der Sowchose № 99 im Gmelinsker Bezirk, Gebiet Saratow, geboren. Seine Mutter hieß Jekaterina (Katharina) Jakowlewna Gafner, geboren am 25. März 1898. Sie war Hilfsarbeiterin. Vater Bogdan Jegorowitsch Gafner wurde 1895 geboren. Er verrichtete Dacharbeiten.

Als Rangold Bogdanowitsch 3 Jahre alt war, holten sie seinen Vater in die Trudarmee. Er wurde zusammen mit seinen Schwestern großgezogen: Maria Bogdanowna (geboren am 7. März 1928) und Nina Bogdanowna (geboren 1930), die derzeit in Deutschland leben.

1941 wurde die Familie Gafner aus dem Gebiet Saratow in den Krasnoturansker Bezirk, Siedlung Tubinsk, ausgesiedelt. Die Kinder kamen sofort in ein Kinderheim. “Und die Mama wollten sie als Wärtern dorthin schicken, wo Kalk verbrannt wurde. Aber aufgrund der Lebensumstände schickten sie sie dann doch nicht fort, und Mama holte uns wieder ab. Ich war noch sehr klein. Ich erinnere alles nur deshalb, weil ich es von meinen älteren Schwestern hörte. Rangold Bogdanowitsch erzählt: „Zu der Zeit beendete ich die 4. Klasse und ging dann zum Arbeiten in die Sowchose (mit Pferden betätigte ich die Wasserpumpe), danach war ich bei der Viehzucht tätig; später machte ich den Traktorenführerschein und arbeitete von 1960 bis zur Rente auf dem Traktor.”

“1965 heiratete ich die Witwe Valentina Fjodorowna Rubanowa. Sie hatte eine Tochter namens Ludmila, die 4 Jahre alt war. Sie war für mich wie ein eigenes Kind. Später, 1966, wurde Sohn Aleksej geboren (Gewicht 4950). Jetzt haben Valentina und ich schon 46 Jahre zusammengelebt. Wir träumen davon, noch bis zu unserer goldenen Hochzeit miteinander sein zu können!”

Gegenwärtig hat Rangold Bogdanowitsch 2 Enkel: Sergej und Alexander. Sergej ist bereits verheiratet, sein Sohn Andrej ist 5 Jahre alt.

Die liebsten Festtage sind Weihnachten und Ostern, und die deutschen Lieblingsgerichte – Strudel, Riwwelkuchen, Krepli und Schnitzsupp.

Rangold Bogdanowitsch ist ein sehr fleißiger, aufgeschlossener Mensch, der sich immer freut, wenn Besuch kommt. Ihr Haus strahlte Güte und Gemütlichkeit aus!

Waldemar Alexandrowitsch Bauer

Wilma Bogdanowna Wunsch

Nina Jakowlewna Wunkert

Robert Genrichowitsch und Natalia Jegorowna Zeller

Viktoria Jakowlewna Wunkert

Wladimir Davidowitsch und Berta Iwanowna Geinz (Heinz)


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