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The Independent: Touristenführer Sibiriens wollen Stalins Denkmal wiedererrichten

 Die Touristenführer Sibiriens haben jegliche politische Korrektheit außer Acht gelassen und beschlossen, den zerstörten Gedenkkomplex der kommunistischen Ära, gewidmet dem sowjetischen Diktator Josef Stalin, zu rekonstruieren. In der Region Krasnojarsk hofft man, daß das wiedererstandene Stalin-Pantheon russische und ausländische Touristen in diese abgelegene Region ziehen wird.

Ursprünglich gehörte zu diesem Komplex auch ein Museum, das dem stählernen Menschen gewidemet war. In seiner Mitte stand eine Bronzestatue in Lebensgröße und die rechte Hand hatte Stalin bedeutungsvoll in den Mantel geschoben. Der Komplex wurde 1961 unter dem Druck der Entstalinisierungs-Kampagne, die im Jahre 1956 durch eine geheime Rede Chruschtschows inszeniert wurde und die Machenschaften Stalins aufdeckte, der drei Jahre zuvor gestorben war.

Das Standbild wurde Ende der 1980er Jahre in den Fluß geworfen, als die Politik von Michail Gorbatschowa Glasnost um sich biß. Alles, was von dem Komplex übrig blieb, wurde 1995 durch einen Brand zerstört. Der Komplex wurde seinerzeit von Häftlingen erbaut, um den Ort der Verbannung Stalins durch die Zarenmacht zu kennzeichnen. Stalin war wegen revolutionärer und gegen die Regierung gerichteter Tätigkeiten Anfang des 20. Jahrhunderts dorthin verbannt worden.

Jewgenij Paschtschenko, Helfershelfer des Regionsgouverneurs, sagte, daß das Projekt bis zur nächsten Touristensaison abgeschlossen sein würde. Es handelt sich um ein rein kommerzielles Projekt zur Attraktion der Toruisten; es stehen keinerlei politische Absichten dahinter, meinte er gegenüber den russischen Masseninformationsmitteln. Aleksej Babiy, der Vorsitzende örtlichen Menschenrechtsorganisation Memorial meinte allerdings: Dies ist Teil einer großen Werbe-Kampagne ... Stalin, sein Name und seine Heldentaten werden ständig in übertriebener Weise hervorgehoben, um ihn zu rehabilitieren.

Andrew Osborn, The Independent (Großbritannien), 20 April 2006


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