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Verbannungs- / Lagerhaftbericht von Wladimir Ernstowitsch Kunstman(n)

Wurde 1913 in Moskau geboren. Der Vater – ein Deutscher aus Kurland, ohne Bildung, arbeitete in einer Bank, war in der Roten Armee und kam 1919 ums Leben. Die Mutter war Ukrainerin aus Kiew, die Tochter Musiklehrerin (Klavier).

Verbrachte einige Jahre in Kinderheimen im Kuban-Gebiet (in denen gleichzeitig auch die Mutter arbeitete). Besuchte seit 1930 das Landwirtschaftstechnikum, das er 1934 mit der Fachbezeichnung Agronom beendete. Trat 1937 ins Krasnojarsker Institut für Landwirtschaft ein. In der Zeitung „Iswestija“ soll im März oder April 1938 ein Foto („Die Verurteilung Bucharins“) gewesen sein.

Im April 1938 wurde Wladimir Ernstowitsch verhaftet. Zwei Monate brachte er im Untersuchungsgefängnis zu, anschließend sechs Monate in einem gewöhnlichen Gefängnis. Er bekam 10 Jahre wegen KRD (konterrevolutionäre Aktivitäten; Anm. d. Übers.).

Bis zum Dezember erfuhr die Mutter nichts – weder wo er sich befand, noch was geschehen war. Anfang 1939 kam er mit einem Gefangenentransport nach Archangelsk und arbeitete dort in der Holzfällerei. Nach den vorausgegangenen Grausamkeiten war es dort einigermaßen erträglich.

Dann ging es per Gefangenentransport nach Mordowien, mit einem Zughalt in Wologda im November 1939. Bis April 1948 brachte er in den Temnikowsker Lagern beim Torfabbau zu.

Als seine Haftzeit abgelaufen war, wurde er noch nicht gleich entlassen, sondern man wartete „die weitereVerfügung“ ab, die dann auf zehn Jahre Verbannung lautete.

Danach kam er mit „Fünfundzwanzigern“ (zu 25 Jahren Verurteilten; Anm. d. Übers.) nach Krasnojarsk ins Durchgangsgefängnis und wurde dort, bereits ohne die Begleitung von Wachmannschaften, auf den Dampfer „I. Stalin“ verfrachtet und nach Kasatschinsk gebracht.

Er arbeitete zunächst seiner fachlichen Qualifikation entsprechend und später in der Waldwirtschaft.

Ende 1956 rehabilitiert.


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