Die Deportation der Ostarbeiter


Ein Teil der in unsere Region geratenen und zu sechs Jahren verbannten "Ostler" durchlief das Filtrationslager außerhalb der Grenzen unserer Region. Aber in den meisten uns bekannten Fällen brachte man sie auf direktem Wege aus dem Ausland nach Krasnojarsk, ins PFL der 8. Lagerabteilung des Norillag. Dies geschah im Sommer und/oder Herbst 1945. Es ist nicht auszuschließen, daß beim Norillag noch ein weiteres PFL existierte, nämlich in Norilsk. Ins Krasnojarsker PFL gerieten u.a. "Ostler" aus Österreich.

In diesem PFL (wie gewöhnlich auch in den anderen Filtrationslagern auf dem Territorium der UdSSR) wurden die "zu Überprüfenden" etwa ein Jahr festgehalten, wobei sie während der gesamten Zeit für verschiedene Arbeiten ausgenutzt wurden. Dann, im August-September 1946, wurde vielen eine sechsjährige Verbannungszeit "ausgeschrieben", andere ließ man laufen. Die zu sechs Jahren Verbannten brachte man aus dem PFL an verschiedene Orte: einen Teil ließ man in Krasnojarsk, ein Teil wurde in den Kreis Jenissejsk (u.a. nach Podtjossowo - einem der Bollwerke des Norillag) oder in den Kreis Rybino geschickt.

Uns ist, von der Form her, noch ein "Ostler"-Strom von Sechsjahres-Verbannten bekannt, allerdings ein äußerst eigentümlicher. Die Eigentümlichkeit besteht darin, daß diese Verbannten keine sowjetischen Staatsbürger waren (obwohl sie anscheinend als solche gerechnet wurden). Die Geschichte sah folgendermaßen aus: 1944 mobilisierten die deutschen Besatzungsmächte in Lettland die ortsansässige Jugend zum Ausheben von Schützengräben und dergleichen mehr. Mit dem Einmarsch der sowjetischen Truppen nach Lettland wurden jene von ihnen, denen es nicht gelang sich in den Häusern zu verstecken, in Kriegsgefange-nenlager gesteckt und im Herbst 1945 in Eisenbahnwaggons gejagt und nach Workuta abtransportiert, ins PFL im Workutlag. Ein Jahr später, 1946, entließ man alle ethnischen Letten aus diesem PFL in die Heimat, aber den ethnischen Russen und Weißrussen schrieb man eine sechsjährige Verbannung aus und ließ sie in Workuta. Später, im März 1947,wurden alle diese Verbannten zusammengezogen und aus Workuta in den Süden der Krasnojarsker Gebietes abtransportiert, in die Goldbergwerke in Artjomowsk (heute Kreis Kuragino).

Als im Dezember 1945 in Krasnojarsk ein Transportzug mit verbannten Ukraine-Deutschen abgeladen wurde, in dem sich außer Deutschen auch viele ukrainische Familien befanden, ließ man die meisten dieser Familien in der Verbannung im Hydrolysewerk von Ladejka (damals war das eine östliche Vorstadt).


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