Zusammenkunft „Damit wir uns erinnern ... Damit es sich nicht wiederholt ...“

Zusammenkunft „Damit wir uns erinnern ... Damit es sich nicht wiederholt ...“

PRESSE-MITTEILUNG

Auf Initiative der regionalen Menschenrechtsorganisation, der Gesellschaft „Memorial“, der politischen Parteien „Jabloko“, „Rechtes Bündnis“ und „Republikanische Partei Rußlands“ wird am 30. Oktober 2005 um 12.00 Uhr am Denkmal für die Opfer politischer Repressionen, beim Zentrum für Kultur und Geschichte in Krasnojarsk, eine Trauer-Veranstaltung abgehalten

Nach offiziellen Angaben wurden mehr als 25 Millionen Russen zu Opfern politischer Verfolgungen. Hunderttausende von Repressionsopfern verbüßten in unserer Region ihre Haftstrafe.

Dieses denkwürdige Datum wird in unserem Lande seit 1974 als Tag der politischen Häftlinge begangen. Bis 1991 galt er als illegal.

Seit 1991 wird der 30. Oktober laut Beschluß des Obersten Sowjets der UdSSR als Tag der Erinnerung an die Opfer politischer Verfolgungen begangen.

Außerdem werden an diesem Tag in der Stadt Krasnojarsk sowie der gesamten krasnojarsker Region verschiedene Veranstaltungen durchgeführt, die diesem traurigen Tag gewidmet sind und an denen viele Bewohner unseres Gebietes mitwirken.

RESOLUTION DER TRAUER-VERSAMMLUNG VOM 30. OKTOBER 2005

Stadt Krasnojarsk

Die Vertreter der Gesellschafts-, Menschenrechts- und gesellschaftspolitischen Organisationen sowie die Teilnehmer an der Veranstaltung, die dem Tag zum Gedenken an die Opfer politischer Repressionen gewidmet ist, der 1974 von politischen Gefangenen in der UdSSR begründet wurde, stellen folgendes fest:

Obwohl die Handlungsweisen und die Politik der UdSSR, in Bezug auf die an Millionen und Abermillionen Bürgern begangenen politischen Repressionen, durch die heutige Staatsmacht als verbrecherisch anerkannt ist, hat die Tatsache, daß ein derart verbrecherisches und Repressionen ausübendes Regime existierte, bis heute keine staatliche, rechtskräftige, gerichtliche Bewertung und Bestätigung erhalten.

Dies führt dazu, daß in unserem heutigen Staat und der derzeitigen Gesellschaft von Zeit zu Zeit Versuche unternommen werden, die Organisatoren der Massen-Verfolgungen (Dserschinskij, Stalin, Andropow) zu rehabilitieren, ebenso wie vereinzelte Methoden ihrer repressiven Politik.

In den letzten Jahren führte die aktive Mittwirkung von Zuwanderern aus den sowjetischen Straforganen in staatliche Verwaltungen zu einer Verschärfung von Kommando-Methoden, die von den Behörden gegenüber dem Gerichtssystem, den Masseninformationsmitteln, den Menschenrechtsorganisationen und der Gesellschaft im allgemeinen angewendet werden.

Bestätigt wird dies durch das gerichtliche Vorgehen gegen die Gelehrten Danilow und Sutjagin, die in ungerechten Prozessen zu langjährigen Freiheitsstrafen verurteilt wurden. Dadurch hat man ihnen nun die Möglichkeit genommen, sich weiter mit wissenschaftlichen Aktivitäten zu befassen und so unserem Lande realen Nutzen zu bringen. Ein politischer Beweggrund tritt auch ganz klar in Sachen Chodorkowskij – Lebedew zutage. In unserem Lande tauchen erneut politische Häftlinge auf.

Die historische Erinnerung an die Massenopfer des Staatsterrors fordert von uns allen, gemeinsam die Ausrottung jeglicher Versuche zu erreichen, gegen das Volk in der einen oder anderen Weise repressive Lenkungsmethoden durch den Staat oder die Gesellschaft auszuüben.

Gebe Gott, daß wir diese Erinnerung nicht verlieren, damit wir diese Vergangenheit nicht noch einmal durchmachen müssen.

FOTO-REPORTAGE

 

Fotos: Sergej Schachmatow 


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