Deportationen aus Lettland


Man geht davon aus, daß es zwei große Deportationen vom Territorium der Republik Lettland gegeben hat: 1941 und 1949 (s. auch Abschnitt 5.3.).

Die erste und grausamste der Deportation lettischer Staatsbürger verbindet sich mit dem Datum des 14. Juni 1941. Ein beträchtlicher Teil dieses Verbannungsstroms wurde in unsere Region getrieben. Was das ethnische Gefüge betrifft, so herrschten unter den Verbannten Letten und Lattgalen vor, aber es gab auch viele Weißrussen und Polen aus Lattgallen sowie Russen aus den östlichen Landkreisen Lettlands. Außerdem befanden sich unter den Verbannten Juden.

Die Deportierten aus Lattgalen (dem südöstlichen Teil Lettlands) gerieten in den Osten unserer Region, in die Kreise Nischneingasch und Abakan, von wo aus fast alle im Sommer 1942 nach Igarka verschleppt wurden. Viele Deportierte aus den westlichen Teilen Lettlands trieb man in die Kreise nördlich von Atschinsk in die Verbannung.

Zahlreiche lettische Staatsbürger, die mit diesem Strom vertrieben wurden, fanden sich in den vierziger Jahren in einer Sowchose namens Molokowa im Kreis Jarzewo in der Verbannung. Andere gerieten in Ansiedlungen (flußnahe) im Kreis Turuchansk und Igarka.

Nach uns vorliegenden Angaben wurde Ende der vierziger Jahre nur ein Verbannten-Transport aus Lettland, aus dem südlichen Teil, in unsere Region verschleppt. Er wurde im Frühjahr 1949 in Reschoty (Station Nischnaja Pujma) ausgeladen. Die Verbannten verstreute man in den Waldrevieren im Kreis Nischneingasch .

1947 vollzog sich die Freilassung jener Vertriebenen aus dem ersten Strom, die im Jahre 1941 noch nicht volljährig gewesen waren. Aber Ende der vierziger Jahre wurden fast alle, einer nach dem anderen, wieder gefangen genommen und zurück in die Verbannung geschickt. In zahlreichen Fällen brachte man sie an den früheren Verbannungsort, aber es sind Ausnahmen bekannt. Zum Beispiel gerieten viele der wiederholt Verbannten in den Kreis Biriljussy, und unter ihnen waren welche, die aus der Verbannung im Gebiet Irkutsk in die Heimat zurückkehrten.

Ein wesentlicher Teil der Verbannten wurde 1957 oder 1958 freigelassen. Jedoch konnten viele von ihnen nicht in die Heimat zurückkehren. Das Sowjet-Regime bereitete ihnen die verschiedenartigsten Schwierigkeiten.

Außer den genannten Strömen, muß noch auf einen hingewiesen werden, der andersartige Merkmale aufweist. Es handelt sich um den Verbanntenstrom lettischer Staatsbürger, dessen ethnisches Gefüge im wesentlichen aus Russen bestand, aus den annektierten (dem Gebiet

Pskow angegliederten) östlichen Landkreisen Lettlands (Abrene und anderen, d.h. den Kreisen Pytalowo, Katschanowo und Palkino). Dieser Verbanntenstrom datiert vom Mai 1950. Der Transportzug wurde in Krasnojarsk am 10. Juni 1950 abgeladen. Viele Ver-schleppte blieben in der Stadt (in den Ziegeleien und dergl.); Angaben über andere Verbannungsorte sind uns nicht bekannt. Nachträglich wurde die Verbannung bereits im Herbst 1950 durch das OSO (Sonderkollegium) des MGB (Ministerium für Staatssicherheit) "rechtskräftig". Die Verbannten aus diesem Strom wurden früher als die anderen lettische Staatsbürger in die Freiheit entlassen, nämlich bereits im Januar 1956.

Siehe:


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