1939: Die Kraftprobe

«Der Sawenjaginsche Dreijahreszeitraum» — so kann man das Thema des Publikationszyklus nennen, der auf der Archivsuche des Kandidaten der Geschichtswissenschaften, des Dozenten am Lehrstuhl für Geschichte der Kommunistischen Partei der Sowjetunion und Philosophen Michail Jakowlewitsch WASCHNOW basiert. Am 26. und 27. April dieses Jahres veröffentlichte die «Sapoljarnaja Prawda» das erste Material aus diesem Zyklus unter der Überschrift «Das Jahr 1938 - Bewältigung». «Ab 1938 begann der Sawenjaginsche Dreijahreszeitraum in Norilsk — eine Zeit, in der das Fundament für das Bergbau- und Metallurgie-Kombinat am Polarkreis gelegt wurde. Von jenem denkwürdigen April trennen uns 50 Jahre.... Jetzt bieten wir der Aufmerksamkeit der Leser neue Teilbereiche an: «1939: Die Kraftprobe» (sieben Kapitel) und «1940: Die Generalprobe» (sechs Kapitel). Die Zeitungsveröffentlichung umfasst etwa 10 Ausgaben.

1. Kritische Bewertung

Der März des Jahres 1939 wurde zum Sternenmonat des Baus: im Vorfeld des XVIII Parteitags gab es das allererste Norilsker Metall.

Die Freude über diesen Erfolg geriet angesichts der offensichtlichen Schwierigkeiten schnell in den Hintergrund. Die vom Volkskommissariat geplanten Volumina — 1000 Tonnen Feinstein, 500 Tonnen schwarzes Kupfer und 116 Tonnen Nickel – konnte man einstweilen nicht realisieren. Schuld daran waren das geringe Bautempo an der Kleinen Metallhütte und der Aufbereitungsanlage.

So wurde mit dem Aufbau der Kleinen Metallhütte (geplante Kapazitäten: Nickel — 900 Tonnen, schwarzes Kupfer — 2700 Tonnen; geschätzte Kosten für das technische Projekt - 2521 Tausend Rubel) erst im November 1938 begonnen, und deswegen konnte man die Schmelzerei auch erst im Juni, anstatt im Februar, vorübergehend in Betrieb nehmen. Eine noch unglücklichere Situation entstand mit dem Start der Raffinerie: da der wichtigste Konverter fehlte, wurde sie nicht abgenommen, obgleich sie ihren Betrieb bereits in der zweiten Jahreshälfte hätte aufnehmen sollen. Und wenn man auch noch berücksichtigt, dass die „Befüllung“ der Kleinen Metallhütte vor Ort in Norilsk durchgeführt wurde? Dadurch, dass die Reparatur- und Montage-Werkstatt im Großen und Ganzen die Qualität der Erzeugnisse garantierte, aber nicht für die Herstellung einer derart komplexen Produktion geeignet war, verzögerten sich die Lieferzeiten bei den Bestellungen. Ihren «Obolus» entrichteten auch die Zulieferer: Störungen bei der Zufuhr von Erz, Schmelzmittel und Koks führten zu Ausfällen der Aggregate —, mehr als 1500 Stunden im Jahr.

Schließlich mangelte es an erfahrenen Hüttenwerkern. Die geringe Qualifikation vieler Arbeiter zeigte unweigerlich ihre Auswirkungen auf die Arbeitsergebnisse.

Wie sahen die qualitativen und quantitativen Jahresbilanzen aus? Geschmolzen wurden 4289 Tonnen erzhaltigen Materials, man erhielt 650 Tonnen Stein und 308 Tonnen Feinstein (die zur Verarbeitung «auf dem Festland» abtransportiert wurden, entsprechend 65 bzw. 66 Tonnen); Gesamt-Extraktion von Metallen (Kupfer und Nickel) — 47.2 Prozent.

Ja. Ich kann mir vorstellen, von welchen Gefühlen der erste Chef der Fabrik, M. Romaschew, ergriffen war, als er Auskunft über die täglichen Berichte zum Ausstoß von Feinstein und Stein, der Bewegung von Rohstoffen erteilte...

In der Aufbereitungsanlage schien alles auf ein erfolgreiches Ende hinauszulaufen (Bau- und auch die meisten Montagearbeiten waren abgeschlossen), aber auch hier haperte es an der Ausrüstung: es wurden keine vertikalen Motoren geliefert. Und der Fabrikleiter, A. Murawjew, hatte wohl im Traum diese Vision von den tausend Tonnen geplanten Konzentrats.

Eine bekannte Rolle bei den Vorbereitungen zum Großen Metall spielten die wissenschaftlichen Forschungen. Drei Jahre gaben sie 2,5 Millionen Rubel (oder ein Viertel mehr, als für den Bau von Erz- und Kohlebergwerken) aus. Die Unkosten für die Durchführung von chemischen Analysen, dem Studium der metallurgischen Eigenschaften von Erz, Versuche zur Anreicherung von Erz und Kohle machten beinahe 61 Prozent aller Geldbewilligungen aus.

Schwierigkeiten bei der Einrichtung der Technologie zwingen die Norilsker, nach neuen Lösungen zu suchen.

Ingenieur I. Wychowsky schreibt an A.P. Sawenjagin einen Bericht, in dem er (im Zusammenhang mit nicht vorhandenem Natriumbisulphat) seine, von der Entscheidung des Ober-Hüttenwerkers unterschiedliche, Version vom Verbrennen und der Elektrolyt-Erzeugung der Kleinen Metallhütte vorschlägt. I. Wychowsky ist der Meinung, dass sie es, ohne vom eigentlichen Projektschema abzuweichen, ermöglicht, den Elektrolyseprozess zu bewerkstelligen, die Ausrüstung der Fabrik maximal zu nutzen und hochwertiges Kupfer, Nickel und Schlamm zu erzeugen.
Man untersucht die Möglichkeit, Calcit für die Kleine Metallhütte aus der Morosow-Erzgrube zu liefern.

Der Oberingenieur der Projektierungsabteilung, W. Moltschanow, wandte sich an A.P. Sawenjagin mit einer Erklärung (31. Dezember 1939), in der er mitteilte, dass er an ihn eine Berechnung mit erklärenden Notizen zu der von ihm geplanten Installation für die Filtration von Flotationskonzentraten geschickt habe. Der Vorschlag wurde von Oberhüttenwerker F. Charin gutgeheißen , und Moltschanow bat den Kombinatsleiter um sein endgültiges Gutachten.

Laborleiter D. Chomjakow äußert in einem Bericht an Sawenjagin seine Vorstellungen zu den Arbeiten der Versuchsfabrik, der Kleinen Metallhütte und insgesamt zum Fließbild der Metallerzeugung. Er kritisiert den Oberhüttenwerker des Kombinats dafür, dass er an der Projektierung des metallurgischen Teils im Kombinat nicht beteiligt sei.

Unter den operativen Unternehmen, die für eine selbständige Bilanz ausgewiesen waren (Betriebsverwaltung, Leiter S. Dubrowski), gehörten auch die Kohlestollen. Die Planaufgaben der Schachtarbeiter stiegen ständig: 225 Tausend Tonnen — aus Abbau- und Vorbereitungsarbeiten, praktisch im gleichen Verhältnis zueinander, beinahe ein Viertel mehr, als im Vorjahr (Fakt im Jahr 1938 — 62,2 Tausend Tonnen).

Allerdings war das Tempo beim Grubenbau niedriger als geplant (lediglich 7,9 von 11 Kilometern, zudem muss man daran denken, dass, aus Mangel an Zündern, die Ausfallzeiten einen ganzen Monat betrugen!). Das führte zu einer Umverteilung der Arbeit beim Abbaustoß: bei allgemeiner Übererfüllung des Plans (230,4 Tausend, davon 221.8 Tausend Tonnen reiner Kohle) ergab der Abbaubetrieb 58 Prozent der Förderung, d.h. etwas mehr als bei den ursprünglichen Überlegungen (115 Tausend Tonnen). Bei einer Doppelschicht machte der Bohraushub 23,4 Tonnen aus, oder 171 Prozent des Plansolls.

Unter den Archivdokumenten stieß ich auf ein interessantes Zeugnis für die eigentümliche Art des Prämiensystems für Bestarbeiter — die buchhalterische Auswertung beinhaltet Kosten für Mittagessen von Schachtarbeitern im Zusammenhang mit der Übererfüllung des Plans bei der Kohleförderung.

Am besten ausgerüstet war der Schmidt-Kohlestollen («Schmidticha» — seit 1936). Sein Anlagevermögen per 1. Januar 1940 betrug — 831,1 Tausend Rubel: 22 von 31 Winden, vier von fünf Schneidemaschinen der Gorlow-Werke (TMB-5,6 KW), alle acht Förderbänder, 12 Kompressoren (WWK-155 und UTM), 55 Hämmer unterschiedlicher Typen. Dieser Stollen — war der Hauptlieferant in der Kohleproduktion (laut Plan — 200 Tausend Tonnen).

Zwei andere Stollen waren erst noch dabei, an Stärke zu gewinnen: «Hoffnung» (der ein Ergebnis von 25 Tausend Tonnen erwartete) besaß lediglich ein Anlagevermögen in Höhe von 43,1 Tausend Rubel, und «Kohle-Bach» — unter 50 Tausend.

Im Großen und Ganzen nahmen die Kohlestollen eine intensivere Entwicklung, als die Erzbergwerke, — sowohl bei der tatsächlichen Kapitaleinlage, als auch im Hinblick auf die angelaufenen Kapazitäten (73 bzw. 78 Prozent).
Die wichtigsten externen Verbraucher der Norilsker Kohle waren die Hauptverwaltung des Nordmeer-Seewegs sowie die Marine, welche 85 Tausend Tonnen erhalten sollten. Diese Aufgabe wurde nur zur Hälfte gelöst, außerdem wurden etwa 4,4 Tausend Tonnen an die Jenissei-Flussschifffahrt verkauft und eine Größenordnung von ungefähr 6 Tonnen — an ortsansässige Organisationen im Taimyr-Gebiet; 3158 Tonnen gingen zur Herstellung von Koks für den technologischen Bedarf der Metallwerker aufbereitet (wenngleich die geplante Lieferung — 6 Tausend Tonnen — fast zweimal so viel gewesen wäre).

Der Bergbau – das waren der Morosow-Stollen, der über ein recht weit verzweigtes Aushiebsystem verfügte (zwei Horizonte, einen Stollen, Gesenke, Durchbrüche, Querschläge...), und das Bergwerk (Stollen) «Rudnaja» mit einem Horizont von 275 Metern, ausgestattet mit Abbaustrecken, Aufbrüchen, Querschlägen und einer Neigung... Die Kosten für die Ausrüstungen der Bergwerke (Stollen) betrug annähernd 325 Tausend Rubel, die wichtigsten Mittel der «Morosower» machten mehr als 60 Prozent davon aus.

Die Bergleute erfüllten die Jahres-Aufgabe nicht. Das Morosow-Bergwerk sprach in seinem Rechenschaftsbericht lediglich von 34.5 Prozent des Plans für die Hauptproduktion (5186 von 15 Tausend Tonnen Sulfid-Erz und 54,6 Prozent vom Umfang der Aufbereitungsarbeiten: Pyrrhotin-Erz wurde noch weiniger gefördert — 2412 Tonnen bzw. 8.45 Prozent des Plans. Dabei sollten doch die Metallwerker 43,5 Tausend Tonnen Rohstoffe bekommen! Nicht zufällig war beispielsweise A.P. Sawenjagin über die Nichterfüllung des Plansolls für November besorgt, unter anderem bei der Kohleförderung. Er verhängte folgende Resolution zum künftigen Rapport: «An den Genossen Wischnjakow. Die Sache steht sehr schlecht. Kontrollieren Sie täglich und verlangen sie von den Stollen die bedingungslose Erfüllung der täglichen Aufgabe».

Bei einer Bewertung der Arbeit des Betriebs bemerkte die Kombinatsleitung zahlreiche Defizite. Zu den Hauptgründen für die Nichterfüllung des Plans gehörte der Mangel an Kompressoren (Versorgung mit Druckluft — 50 Prozent), Loren, Winden, explosionsgeschützten Geräten für die Schachtarbeiter, sowie die niedrige Qualifikation der Arbeiter. Es war ein Jahr der Suche nach Organisationsformen, der Auswahl und Verteilung von Arbeitskräften. Fehler waren unausweichlich, aber bereits ab dem vierten Quartal zeichneten sich positive Wandlungen ab, und 1940 traten die Betriebe erfahrener und besser ausgerüstet in Erscheinung.

Zur damaligen Zeit gab es dem geologischen Dienst nichts vorzuwerfen. Und auch das war kein Zufall: die freigegebenen Mittel waren vollständig genutzt worden, man hatte 9355 laufende Meter gebohrt. Der Leiter der geologischen Abteilung, A. Woronzow, machte sich Sorgen, dass auch in struktureller Hinsicht verschiedene Unterabteilungen, die sich mit der Vorbereitung von Reserven erzhaltiger Rohstoffe und Kohle befassten, unter einer einzigen Leitung arbeiteten. Es gibt beispielsweise einen Bericht an A.P. Sawenjagin (16. Dezember 1939), in dem er darum bittet, den Beschluss zur Übertragung der Montangeologie in den Einzugsbereich der Bergbauabteilung bei der Betriebsverwaltung aufzuheben. «Das kann dazu führen, begründete À. Woronzow seine Meinung, dass die geologische Forschungsarbeit im Bergbau eine falsche Richtung nimmt und die Förderarbeiten zum Scheitern bringen.

2. Die Anatomie der Kapitalanlagen

Im Großen und Ganzen lässt sich die Sachlage im Bauwesen folgendermaßen charakterisieren. Kostenvoranschlag für die geplanten Arbeiten — 120 Millionen Rubel (wobei die nicht ausgegebenen Investitionen zu Beginn des Jahres gemäß der tatsächlichen Kosten 90 Millionen Rubel ausmachen). Es gelang nicht, die gestellte Aufgabe zu erfüllen: in den Rechenschaftsberichten wird eine Zahl (hier und auch im weiteren Verlauf — zu den tatsächlichen Kosten) von 2,5 Millionen genannt, die, wie wir bemerken, um beinahe 20 Millionen die entsprechende Kennziffer zum Generalplan und dem Titel des Jahres 1939 überschreitet. Übrigens, die geschätzten Daten sind etwas niedriger angesetzt; vermutlich war es schwierig, sowohl den Personalbestand, als auch die Ausgaben unter den Bedingungen des Polargebiets vollständig vorherzusehen.

Die Bezeichnungen für die Baueinheiten sprechen für sich: «Metallhütten-Bau», «Schacht-Bau», «Eisenbahn-Bau», «Straßen-Bau», «Allgemeiner Kombinats-Bau», « Reparatur- und Montage-Werkstatt», «Bau des Wärmekraftwerks», «Wasserkanal-Bau», «Wohnungs-Bau» ¹ 1 und ¹. 2. Und den Chefs befanden sich — Wolochow, Lubkow, Serdjuk, Rosnatowski, Jorschow, Agafonow, Simin, Issajew...

Die Wichte der Bau- und Montagearbeiten machte 62 Prozent aus. Fast alles wurde in wirtschaftlicher Art und Weise gebaut: auf den Anteil der einbezogenen Organisationen entfielen lediglich drei Prozent der Kapitaleinlagen.

Einige Archiv-Dokumente bezeugen, wie sich die Beziehungen zu den Subunternehmern entwickelten.

Im Herbst 1939 sollten die Arbeiten des Trusts «Stahlkonstruktion» beginnen. Die beim Norilsk-Bau geschaffene Administration sollte Metallkonstruktionen herstellen und montieren. Allerdings liefen die Geschäfte bei der neuen Organisation schlecht. Der Befehl zum Norilsker Kombinat ¹ 397 und andere Dokumente, die die Bereitstellung von Produktionsanlagen, den Transport von Metall und die Bereitstellung von Wohnungen vorsahen, blieben unerfüllt: es gab keine Klarheit darüber, welche Konstruktionen für das Programm des Jahres 1940 erforderlich waren.

Wie aus dem Brief des Verwaltungsleiters M. Samogajew an A.P. Sawenjagin ersichtlich ist (er datiert vom 9. Dezember 1939), gab es vor Ort nur 700 Tonnen Metall (und der monatliche Transport aus dem Hafen kam nicht über 200—300 Tonnen), während eine Größenordnung von etwa viertausend Tonnen notwendig gewesen wäre. Das Kombinat war nicht in der Lage, für die Kommandanten wenigstens einigermaßen erträglich Wohn- und Alltagsbedingungen zu schaffen. In Norilsk beispielsweise wohnten das Ingenieur- und Techniker-Personal in einem nicht fertig gebauten Haus (ohne Dach, mit provisorischen Öfen, ohne Küchen, und dann auch noch mit mehreren Familien in einem Zimmer. Auch in Dudinka war die Situation nicht besser, wo den Arbeitern aufgrund der Entlegenheit der zugeteilten Baracke im Grunde genommen die Möglichkeit genommen war, die Kantine, das Badehaus und den Klub zu nutzen.

Die Verwaltungsleitung warnte davor, dass das heillose Durcheinander mit dem Metall, das Fehlen des benötigten Lieferprogramms, von Arbeitszeichnungen und Ausrüstungen für die Metallkonstruktionsfabrik das Kombinat vor die Tatsache des Scheiterns der von der Regierung gesetzten Frist für die Inbetriebnahme der Fabrik stellte, weil die Herstellung von Pfeilern und Kranbahnträgern des Wärmekraftwerks und der Raffinerie sich verzögerte, was es wiederum unmöglich machte, 1940 mit der Montage dieser Konstruktionen zu beginnen.

Ein anderes Dokument — eine dienstliche Notiz A.P. Sawenjagins an den Vertreter der Kramatorsker Maschinenfabrik M. Bondarenko: wegen der Unvorbereitetheit des Kombinats musste man vorübergehend (bis 1940) auf die Dienste der Maschinenbau-Brigade verzichten, die eine Installation montieren sollte, welche im Vertrag ¹913 vom 14. Mai 1939 festgelegt worden war.

Nach der Statistik zu urteilen war der industrielle Aufbau 1939 noch in der Entwicklung. Auf den Gesamtumfang der Kapitalinvestitionen für die zweite und dritte Sparte des Titels (Erzbergwerke, Kohlenbergbau, Grundproduktionsanlagen) ïðîèçâîäñòâà) entfielen lediglich 4 Millionen Rubel. Im Baustadium befanden sich zwei Erzstollen (mit einem Horizont von 275 Metern, Morosow-Stollen genannt), zwei Kohlestollen (Schmidt und «Kohlenbach»), die Kleine Metallhütte, di Elektrolyse- und Aufbereitungsanlage, die Große Metallhütte und eine Reihe anderer Objekte.

Die kapitalintensivsten Posten waren «Wohnungsbau, soziî-kultureller und kommunaler Aufbau sowie «Erschließung, geologische Schürfarbeiten, topographische sowie wissenschaftliche Forschungsarbeiten und Projektierung» — mehr als 17 bzw. 15 Millionen. Was den ersten Posten betrifft, so werden wir darauf noch einmal zurückkommen, aber der zweite hat einen direkten Bezug zum Bau. Zumindest kann man sagen, dass die Sparte «Projekterschließungsarbeiten» etwa 8 Millionen Rubel «kostet» (mehr als 50 Prozent des entsprechenden Titels), wobei aus diesem Größenumfang ungefähr 40 Prozent aus eigenen Mitteln erfüllt wurden.

Im Zusammenhang mit der Projektierung und Erkundung wurden Ausgaben für die Erforschung des ewigen Frostes, der Fundamente, Prüfungen des Untergrunds und hydrogeologische Arbeiten getätigt. Der Umfang der ingenieurgeologischen mechanischen Bohrungen belief sich beispielsweise auf fast 1500 Meter oder doppelt so viel wie das Plansoll; für diese Bedürfnisse wurden 1812 Meter Probelöcher gebohrt. Aus den allgemeinen Kosten der wissenschaftlichen Erforschung wurden für die Untersuchungen des Bodens und das Studium der Fundamente 14.6 Prozent zugeteilt.

Die Umfänge und zugleich die Schwierigkeiten des Baus «lassen sich lesen» im Aufwand der Erdarbeiten (laut Plan — mehr als 811 Tausend Kubikmeter, faktisch — 20,9 Tausend) .

1939 kamen bei den Bauarbeitern die ersten Bagger auf (allerdings mit nur einem geringen Schaufel-Fassungsvermögen— insgesamt 7,5 Kubikmeter auf acht Einheiten), zwei Schotter-Sortiermaschinen mit einer Leistung von je 5 Kubikmetern pro Stunde; von 6 auf 8 erhöhte sich die Zahl der Betonmischer (Gesamt-Fassungsvermögen — 2875 Liter), von 3 auf 8 — die der Mörtelmischer, von 14 auf 19 — die der Auslegerkräne. Die vollen Anschaffungskosten der Mechanismen erhöhten sich um mehr als das 3,3-Fache und erreichten (per 1. Januar 1940) 4573 Tausend Rubel.

Wie sah es mit dem Grad der Mechanisierung bei den wichtigsten Arbeiten aus – beispielsweise beim Erdaushub? Faktisch machte das Volumen 506 Tausend Kubikmeter aus (nebenbei bemerkt – das waren 62 Prozent des Plans), davon wurden lediglich etwas über 15 Tausend (drei Prozent!) Kubikmeter mit Maschinen bewerkstelligt. Merklich besser war es um die maschinelle Aufarbeitung von Beton und Mörtel bestellt: 53 bzw. 64 Prozent von den tatsächlich erbrachten Volumina). Per Hand wurde verputzt, wurden Baudetails aus Holz gefertigt. Zum besseren Vergleich merken wir an, dass ungefähr 7,4 Prozent der Erd- und ein Fünftel der Putzarbeiten durch Maschinen erledigt werden sollten; die Vorbereitungen für Beton und Mörtel sollten sogar vollständig, die Herstellung von kleinen Bauteilen zu 90 Prozent maschinell erfolgen.

1939 wurden Objekte in einer Gesamtsumme von mehr als 52 Millionen Rubel in Betrieb genommen, d.h. 7 Millionen Rubel mehr als die gemeldeten Daten laut allgemeinem Schema und Titel. Zu den in Betrieb genommenen Industrieanlagen gehörten— die Kleine Metallhütte, die Volumina des Morosow-Bergwerks und des „Kohlebach“-Stollens (Kosten 2.4 Millionen Rubel). Vergleicht man die Jahresbilanz mit dem vorangegangenen Zeitraum des Kombinatsbaus, so kann man von einem quantitativen und qualitativen «Wettrennen» sprechen, denn die Ausgaben, die in den Jahren 1935—1938 getätigt wurden, machten nur 80 Prozent des Ergebnisses von 1939 aus.

...Beim Durchblättern der fast fünfzig Jahr alten Seiten, entdeckte ich eine Notiz an A.P. Sawenjagin, geschrieben von dem Arbeiter der technischen Versorgungsabteilung À. Gluschkow über die Erhöhung der Arbeitsproduktivität und die vorzeitige Beendigung des Kombinatsbaus (21. September 1939). Darin heißt es:

«Ich wollte hier Methoden für eine vorzeitige Fertigstellung des Baus empfehlen, die auf Baustellen getestet werden und an denen ich persönlich ganz aktiv beteiligt war, und viele von ihnen werden von mir selbst auf Baustellen angewendet — Barrikady,das Kombinat ¹ 100, die Sassowsker Zuckerfabrik...

Die Muskelkraft von Gefangenen ist, wie bekannt, wenig produktiv und kostspielig, auch wenn es billiger zu sein scheint. Die angewandten Maßnahmen zur Regulierung der Norm für die Brotration verursachen einen knallharten Kampf der Arbeiter um einen Brotkanten, denn unter den Bedingungen des arktischen Taimyr-Gebiets sind 300 Gramm gleichbedeutend mit dem Tod. Aufgrund des harten Kampfes um ein Stück Brot ist ein merklicher Abgang an Arbeitern zu verzeichnen. Ambulatorium und medizinische Einrichtungen sind überfüllt, weil die Kräfte schnell verbraucht sind...

Erstens schaffen die Enge in der Zelle, der Dreck und die drückende, schwüle Luft Bedingungen, dass man sich in der Baracke nicht erholen kann – das verschärft den Ausfall von Arbeitskräften. Ein zehnstündiger Arbeitstag. All das hat zur Konsequenz, dass nur junge, kräftige, gesunde Menschen überleben. Unter solchen Bedingungen befanden wir uns 1929 in den Mamsker Glimmer-Minen, brachten Leute dorthin, aber die Hälfte von ihnen war aufgrund von Schwäche, Krankheiten u.a. überhaupt nicht in der Lage zu arbeiten. Aus der Situation heraus ergaben sich Maßnahmen, die ich hier weiterempfehlen möchte».

Nachstehend gab es in erweiterter Form fünfzehn Vorschläge mit folgenden Kernpunkten: die Wachbegleitung für die Gefangenen sollte aufgehoben werden, sie sollten die Möglichkeit bekommen, für sich Erd-Hütten zu bauen, («Shanghai»); sie sollten die Erlaubnis erhalten, Gemüse anzubauen; der Arbeitstag sollte von 10 auf 8 Stunden verkürzt werden; Schaffung eines ganzen Netzes aus Läden und Kiosken, um lange Schlangen zu vermeiden; jeder Arbeiter sollte nach seinem erlernten Spezialgebiet eingesetzt werden; Lohnzahlungen sollten sich normalisieren; Einführung einer wirtschaftlichen Rechnungsführung; Nebengewerbe sollten gefördert werden — Schneidereien, Schuhmachereien, das Sammeln von Pilzen und Beeren, Fischfang, Jagd... Unter den geschäftsmäßigen Ratschlägen — das Ausbetonieren der Gebäude nur im Sommer und Herbst durchzuführen und den Arbeitsumfang beizeiten vorzubereiten; die handwerklichen Bergbau-Genossenschaften sollten damit beauftragt werden, Platin und Gold zu fördern; man sollte sich gegenüber Rationalisierungsvorschlägen seitens der Gefangenen aufmerksam und ohne Geringschätzung verhalten; die Anreise von Ehefrauen und Kindern sollte gefördert werden (es wird Familien geben —Norilsk wird ihre «neue Heimat, und die abgelegene arktische Tundra verwandelt sich in einen ganz normalen Wohnort»). Außerdem, schreibt Artjomij Iwanowitsch, gibt es einen guten Grund für die breite Stachanow-Bewegung (die meisten Häftlinge wünschen aufrichtig, «aktiv am Aufbau des Kommunismus in der UdSSR mitzuwirken»),
Wie die Autoren-Anmerkung bezeugt, ist dies nicht die erste Notiz, die er A.P. Sawenjagin übermittelt: Brigadier Gluschkow hatte seine Vorstellungen hinsichtlich der Methoden, in Norilsk einen Rahmen für eigene Abbaumethoden für Gold und Platin, das Ausheben der Baugrube für die Große Metallhütte zu schaffen, teilweise in der «Bedeutung» von alluvialem Gold im ewigen Frostboden.

3. DIE KEHRSEITE DES BAUS

Eine immer wichtigerer Teil des Strukturblocks beim Aufbau war die Lenkung der Nebenwirtschaft. Ab dem 1. Januar 1939 ging sie zu einer eigenständigen Bilanz über. Nach Demtschenko, der vorübergehend die Verpflichtungen des Leiters der UPP übernommen hatte, kam nun als Dritter Sarapetjan.

Für die Entwicklung der Materialbasis Unternehmensleitung wurden rund 4,2 Millionen Rubel aufgewendet. Am kaptalintensivsten erwiesen sich die zweite Ziegelfabrik, die Holztrockenanlage und das Holzverarbeitungswerk. Es ist charakteristisch, dass alle Projekte aus eigenen Kräften erfüllt wurden. Es lohnt sich zu erwähnen, dass etwa 10 Prozent der Geldmittel, die für Forschung zugeteilt worden waren, für die Durchführung von Versuchen zum Erhalt künstlicher Baumaterialien ausgegeben wurden.

Über welche Kapazitäten verfügte die Verwaltung der Industrieunternehmen? Beginnen wir mit den Fabriken: zwei Ziegeleien, ein Betonwerk, ein Blähton-Werk, eine Gips- und eine Schaumgips-Fabrik, ein Holzverarbeitungsbetrieb, von denen die Hälfte — die zweite Ziegelei, das Betonwerk, das Blähton-Werk und die Holzverarbeitung — zu den in Betrieb genommenen gehörte, wobei der Holzverarbeitungsbetrieb und das Gips-Werk im Laufe des Jahres merklich erweitert wurden. Man begann die Technologien am Zementwerk zu beherrschen.

In einer der Archivakten gibt es einen Bericht des Leiters des Holzverarbeitungsbetriebs I. Makarenko an A.P. Sawenjagin vom 27. Dezember 1939, in dem er die Notwendigkeit einer konkreten und systematischen Leitung der Holzwirtschaft des Norilsker Aufbaus rechtfertigt und in diesem Zusammenhang den Vorschlag unterbreitet, in Dudinka eine eigenständige Holzbörse zu schaffen, die der Abteilung für technische Versorgung oder einer anderen Verwaltung unterstellt werden sollte. Zu ihren Aufgaben sollte das Abflößen sowie das Entladen und Versenden des Holzes nach Norilsk gehören. Der Chef des Holzverarbeitungsbetriebs war der Meinung, dass man die Reorganisierung, unter Berücksichtigung der Unmenge an laufender Arbeit und der Vorbereitungen zur Navigationsperiode 1940, unverzüglich durchführen müsse.
Die Rohstoffe für die Fabrikproduktion und anderen Bedarf (Ton, Kalk, Schutt und Gipsstein, Sand, Schotter, sogar Marmor) wurden in sechs Steinbrüchen abgebaut; als nächstes kam noch Mergel hinzu. Zur Verwaltung der Industrieproduktionsunternehmen gehörten auch das Holzlager in Walka, die Mechaniker-Werkstatt, das Labor für Baumaterialien (1939 in Betrieb gegangen) und die Sklavenarbeit. Gegen Ende des Jahres entstand innerhalb der Verwaltungsstrukturen noch die Abteilung für technische Kontrolle. Als Chefs der Unterabteilungen der Verwaltung der Industrieunternehmen waren Jerusalimskij, Iwanow, Selinger, Karnoschitskij, Lasarenko, Jastrebow, Murawjow, Malzew, Lapinskij, Tschistjunin, Wischnjakow, Wiselman, Lobin, Platonow und andere im Einsatz.

Die Produktion der Verwaltung der Industriebetriebe lässt sich leicht anhand der Bezeichnungen ihrer einzelnen Unternehmen vorstellen. Statistische Angaben belegen den Stress und die Belastungen, unter denen die «Hilfsarbeiter» schufteten, die Schlachten zwischen ihnen und den Bauleuten – denn schließlich ging es hier um den beschleunigten Bau des Kombinats! Døó Dramatik, wenn Sie so wollen, der Situation bestand darin, dass die unzureichenden Lieferungen von Baumaterial auch der Verwaltung der Industrieunternehmen selber einen Schlag versetzte: liegt nicht darin der Grund für die nicht rechtzeitige Inbetriebnahme der Ziegelfabrik ¹2 (sie wurde 1937 gebaut, geplante Inbetriebnahme – drittes Quartal 1939, faktisch - Dezember; die Gesamtkosten bei einer Kapazität von 4 Millionen Stück entsprachen den geschätzten Kosten der Anlage für die technische Planung, bei einem vorgesehenen Ausstoß von 10 Millionen Ziegeln jährlich!) und einer ganzen Reihe anderer Fabriken – der Betonit-, Schaumgips- und Zementfabriken sowie des Holzverarbeitungsbetriebs?

Die endgültige Zusammenfassung des Jahres nennt lediglich drei Produktionsarten (von achtzehn), bei denen der Plan übererfüllt wurde: das erste Ziegelwerk (109 Prozent; 1307 Tausend Stück Ziegel), Kalksteinabbau (118,7 Prozent; 14,9 Tausend Kubikmeter), Alabaster-Produktion in der Gipsfabrik (121,5 Prozent; 15,3 Tausend Tonnen). Drei weitere Unternehmen — Brüche zum Abbau von Gipsgestein und Marmor sowie die Schaumgips-Fabrik — befanden sich vergleichsweise dicht an der geschätzten 100-Prozent-Grenze. Doch bei vielen stand es noch viel schlechter.

Gebremst wurde die Arbeit auch durch den Umstand, dass die Unternehmen der Verwaltung der Industrieproduktionsunternehmen in großer Anzahl Unvollkommenheiten ablieferten. Infolgedessen setzte eine fieberhafte Hektik ein -bei der Produktion, und es kam zu Fehlern und Ausschussware. Nicht selten bekamen die Fabriken keine Rohstoffe, Grund- und Hilfsstoffe.

Bemerkbar machte sich auch das Fehlen notwendiger Ausrüstung, und so musste leider vieles mit der Hand erledigt werden. So wurde der einzige Kompressor im Steinbruch schon bald zum Kohlestollen verbracht. Mit großen Unterbrechungen war der Bagger bei der Sandförderung im Einsatz; was die Klassifikatoren für die Sandwäsche betrifft – sie waren überhaupt nicht installiert worden. Aufgrund der geringen Kapazität der Kreiselpumpen konnten die Kieswäscher nicht mit voller Ausnutzung arbeiten. Praktische gänzliche ohne Maschinen mussten die Leute im ersten Halbjahr im Gipssteinbruch auskommen. Die Bohrungen zur Förderung von Ton wurden mit Hilfe heißer Brechstangen bewerkstelligt. Weder für die erste Ziegelfabrik, noch für den Gipssteinbruch oder die Zementfabrik gab es Maschinen. Die gesamte Ausrüstung der Gipsschaum-Fabrik (die über kein eigenes Gebäude verfügte, sondern in zufällig zugewiesenen Räumlichkeiten untergebracht war) bestand aus jeweils einem Mörtel- und Betonmischer...

Die traurige Liste könnte noch weitergeführt werden. Und insgesamt erhielt die Verwaltung für Industrieproduktion in dem Jahr lediglich einen neuen Kompressor, und der entsprach nicht den produktionstechnischen Anforderungen. In den Steinbrüchen (im Vergleich zum Jahr 1938) verringerte sich die Mechanisierung sogar noch.

Der Stand der geologischen Untersuchungen im Bezirk war noch schwach ausgeprägt, was sich natürlich auf den Zustand der Rohstoffbasis der Nebenwirtschaften auswirkte.; zudem gab es noch eine Menge für die Störungsbeseitigungen bei den technologischen Prozessen der Förderung und Herstellung von Baumaterialien unter arktischen Bedingungen zu tun.
Schließlich wurde auf die schwache Entwicklung der Stachanow-Bewegung, des sozialen Wettbewerbs und der Schockarbeit (Akkordarbeit; Anm. d. Übers.) hingewiesen. Selbstverständlich verfügten die Unternehmen der Verwaltung der Produktionsbetriebe über ihre Bestarbeiter — J. Makarenko, M. Jermagambetow, A. Schirinow, W. Natarow, U. Istambekow, S. Nikitin und andere (die Liste der Produktions-Bestarbeiter aus den Reihen der Häftlinge, die durchschnittlich im Jahr die Normen zu 130—200 Prozent erfüllten, enthält 44 Nachnamen), aber das Wetter konnten sie damit offensichtlich noch nicht machen.

Jeder Betrieb hatte seine ganz individuellen Wehwehchen. Mit großer Mühe kam die Kapazitätsauslastung der zweiten Ziegelfabrik in Gang: teilweise in Betrieb genommen, und das auch erst im September statt im Juni, produzierte es bis zu 57 Prozent Ausschussware. Es gelang nicht, die Produktion von Blähton in industriellem Maßstab vernünftig zu regeln, und die Fabrik befasste sich hauptsächlich mit dem Abflammen der Abfallstücke von Lehmziegeln (zu Schutt). In dieser Situation blieb das Betonit-Werk im Wesentlichen ohne Füllstoffe (der tägliche Erhalt von Blähton kam nicht über 12 Kubikmeter, bei einem Bedarf von 80 Kubikmetern, und der Versuch, stattdessen Schlacke zu verwenden, misslang), so dass außergewöhnliche Maßnahmen zum Einsatz gelangen mussten: Erhöhung von 2 auf 8 Sinterkammern, in denen man einen Ersatzstoff aus Ton gewann. Die Schaumgips-Fabrik wanderte umher; sechsmal wechselte sie innerhalb eines Jahres die Räumlichkeiten - die «Filialen» nicht eingerechnet, die unmittelbar an den Bau-Objekten gelegen waren (Aufbereitungsanlage, Behelfskraftwerk-2 u.a.), und alles nur deswegen, weil das extra für sie gebaute und fast fertiggestellte Gebäude zwecks Umrüstung zur Raffinerie an die Kleine Metallhütte übertragen worden war.

Und trotzdem: vergleicht man das erreichte Produktionsniveau mit den Ausmaßen des Jahres 1939, so macht das Wachstum 177 Prozent aus. Zur Veranschaulichung: Schaumgips-Fabrik — fast das 21-Fache, Gipsfabrik – das 4-Fache, der Kiesbruch — 325, Kalk — 341 Prozent, Kalkfabrik und Holzverarbeitungswerk — das 2,3-Fache, Holzfabrik und Gips-Werk — mehr als eineinhalb mal so viel, Ziegelproduktion — 37 Prozent.

Nachdem die Kombinatsleitung sich die Arbeitsergebnisse der Verwaltung der Industrieproduktionsbetriebe angesehen hatte, hielt sie es für unbedingt erforderlich, eine Reihe von Maßnahmen vorzuschlagen, deren Verwirklichung es ermöglichte, sich auf das Programm des Jahres 1940 vorzubereiten. Unter anderem: die Verwaltung, die Fabriken sowie die Steinbrüche auf eine eigenständige Bilanzierung und vollständige wirtschaftliche Rechnungsführung umzustellen ; nicht später als im Juni 1940 die technologischen Produktionsprozesse zu beherrschen; des Weiteren sollte die geologische Abteilung ihre Forschungstätigkeit über die wichtigsten Industriemineralien abschließen; das Personal zu vervollständigen und dahingehend auszubilden, dass sie die Bedingungen für eine breitgefächerte Entwicklung der Stachanow-Arbeitsmethoden, Stoßarbeit und des sozialistischen Wettbewerbs schaffen; die Projektverwaltung sollte der Verwaltung für Industrieproduktion einen Komplex an Zeichnungen und Abbildungen zur Organisierung der Arbeiten in den Steinbrüchen vorlegen; Maßnahmen zu ergreifen, welche die zu einer Reduzierung der Produktionskosten führen; die zur Anwendung vorgesehenen Ausrüstungen u.a. zur Verfügung zu stellen. Den anderen Bauprojekten wurden die Fristen zur Beendigung des Baus der Objekte der Verwaltung für Industrieproduktion genannt.

4. AUF DEM FLUSS UND ÜBER DAS MEER

Im Frühling und Sommer – da wird gegessen. Diese etwas umformulierte Bauern-regel spiegelt die Besonderheit vieler nördlicher Bauvorhaben wieder, für die die Navigationszeit das Leben bedeutet. Die Versorgungsaußenposten des Norilsker Aufbaus, seine Vertretungsbüros, befanden sich in Moskau, Murmansk, Igarka und Krasnojarsk.

Am Intensivsten schritt die Entwicklung der Krasnojarsker Umschlagsbasis voran (Gesamtzahl der hier beschäftigten Arbeiter —292, davon 118 zivile); die Jahres-Kapitalinvestitionen machten 321 Tausend Rubel aus (sogar etwas mehr, als für das Betreiben der Kombinatsanlage).

Auf dem Jenisseisker «Trakt» verfügte das Kombinat über seine eigene Vertretung in Igarka, hauptsächlich wegen der Kommunikation mit dem Holzkombinat (13 Personen, 11 davon — Zivilbeschäftigte). In den Maßstäben der arktischen Âau-Projekte gerechnet war die Igarsker Basis kein Stern von besonderer Größe, doch der Kominatsleiter A.P. Sawenjagin verhielt sich aufmerksam gegenüber den Problemen der Einwohner Igarkas. Erhalten geblieben ist beispielsweise ein Dokument mit seinem Vermerk «Genehmigt» auf die Bitte des Bevollmächtigten des Norilsk-Baus und des Norilsker Lagers, in Igarka einen kleinen Anbau (insgesamt 6 Meter!) am Haus als Unterkunft für Ankömmlinge zu errichten. «Das erledige ich, — versicherte Wolkow, — auf wirtschaftliche Art und Weise mit minimalem Geldaufwand – auf ganz wirtschaftliche Weise».

Ab dem 1. März war die Murmansker Basis in Betrieb (Leiter Fedotow), zu deren Pflichten die Abwicklung der Wareneingänge und ihre Versendung auf dem Seewege nach Dudinka gehörten.

Die Arbeit des kleinen Kollektivs (bis zu 20 Mann) nahm keinen reibungslosen Anfang: es fehlten Verträge mit den Lieferanten, die Art der Frachtzahlung musste erst noch vereinbart werden, es gab keine eigenen Räumlichkeiten, keine Transportmittel, keine Lager und Verladerampen, keine Stationen für Aufbewahrung und Bestandsaufnahme. Vieles traf ohne entsprechende Verpackung ein, Zement — als loses Schüttgut... Eine besondere Schwierigkeit bestand darin, dass die Murmansker die Abtransporte aus Archangelsk und Leningrad miteinander vereinbaren mussten, mit anderen Worten – sie sollten die Norilsker «Komponente» der drei Häfen koordinieren. Und noch eine «Kleinigkeit»—sie begannen ohne bestätigte Kostenschätzung.

Doch eine derart schwierige Situation warf sie nicht aus der Bahn. Faktisch wurden während der schiffbaren Zeit mehr als 40 Tausend Tonnen angeliefert, das Doppelte gegenüber der ursprünglichen Ziffer. Hinzu kommen noch die eingetroffene Kohle sowie Sonder- und Passagier-Transporte auf der Linie Murmansk — Dudinka.

Im Februar wurde das Moskauer Kontor mit einem Personalbestand von 30 Mitarbeitern eingerichtet (Leiter Afanassjew), das die Umsetzung der Mittel für Waren zur allgemeinen Versorgung, mit Ausnahme von Brot- und Nährmitteln, lebendem Vieh, Gemüse (all das lief über die Krasnojarsker Basis) sicherstellte, indem es die Waren nach Murmansk und Krasnojarsk versandte. Nach damaligem Verständnis gehörten zu den Waren allgemeiner Versorgung: Grundnahrungs-mittel, gastronomische, getrocknete und Konditoren-Erzeugnisseå, Tabak, Wein, Parfümerieartikel, Früchte, Bekleidung, Pferdegeschirre, Geschirr, Büromaterial und Schreibwaren sowie Industriegüter, Takelagen, Netze... Insgesamt wurden 28,6 Tausend Tonnen bestellt, von denen die Norilsker 21,7 Tausend für sich «herausschlagen» konnten.

Das Moskauer Kontor erhielt ebenfalls Geldmittel für Materialien und Ausrüstungen und setzte diese auch in die Tat um, einschließlich Vertragsabschlüsse mit Lieferanten, die ihrerseits die Frachten unmittelbar an die Anschrift der Umschlagplätze verschickten (Leningrad, Krasnojarsk, Murmansk). Außerdem führte das Kontor auch die Gesamtstatistik aller Verträge, die von anderen Kombinatsvertretern unterzeichnet worden waren.

Wie sieht nun das Gesamtbild des Güterverkehrs aus, der mit Hilfe des Moskauer Kontors organisiert wurde? Faktisch wurden innerhalb des Jahres versendet: auf dem Seeweg — etwa 28,5 Tausend Tonnen (davon via Murmansk — mehr als 19.6 Tausend Tonnen, via Archangelsk — 8,8 Tausend Tonnen), auf dem Fluss — fast 31,3 Tausend Tonnen. Ins gesamt — beinahe 60 Tausend Tonnen, das mit Flößen abzutransportierende Holz nicht mit eingerechnet.

Am 16. Juni wurde beim Moskauer Kontor eine Projektgruppe aus drei Personen gegründet (organisiert vom stellvertretenden Chef des Norilsker Baus Gutman). Sie wurde mit der Funktion der Generalprojektleitung im Zentrum beauftragt: Herausgabe der Ausgangsdaten an die Projekt- und wissenschaftlichen Forschungs-organisationen, Treffen verschiedener Vereinbarungen während des Arbeitsprozesses, Überprüfung der Einhaltung von Verträgen, Kontrolle der Bezahlung nach physischen Volumina u.a.

Wer war Teilnehmer an diesem kreativen, wie man heute sagen würde, Gemeinwesen? Vollständige Listen beinhalten die Archivdokumente nicht, aber die Dimensionen kann man sich trotzdem vorstellen. Zu denen, die die Projektarbeiten ausführten, gehörten — Leningrader — «Sojus-Nickel-Projekt», die nordwestliche Abteilung des «Wärme-Elektro-Projekts», der Trust ¹ 46, Projekt Wasserbau- und Binnenschifffahrt, das Moskauer Zentral-Elektromontagen-Projekt; die wissenschaftlichen Forschungen wurden geführt vom: Zentralen Staatlichen Forschungsinstitut für Buntmetalle, dem Institut für allgemeine und nichtorganische Chemie der Akademie der Wissenschaften der UdSSR, dem Allrussischen Institut für Wärmetechnik, dem Leningrader Bergbau-Institut.

1939 wurden insgesamt 35 Verträge über eine Summe von 10 Millionen Rubel abgeschlossen. Die bedeutendsten waren die Abkommen mit— dem Studio nicht routinemäßiger Projektierungen (3485 Tausend Rubel) und der Nord-West-Abteilung der «Wärme-Elektro-Projektierung» (1830 Tausend Rubel). Bei der tatsächlichen Ausführung wurde seltsamerweise die 4,5 Millionen-Marke nicht überschritten. 1940 ging man zur Arbeitsprojektierung der wichtigsten Produktionsstätten des Kombinats, und in erster Linie des Wärmekraftwerks (d.h. der Objekte, die Ende 1940 – Anfang 1941 in Betrieb gehen sollten) über; ebenso nahm man das Studium und die Ergründung neuer Probleme auf — die selektive Flotation oxidierter Erze, die Gewinnung von Schlamm aus Norilsker Feinstein und eine Reihe anderer.

Sämtliche Güterströme liefen über Dudinka.

Wie repräsentierte sich der Hafen im Jahre 1939? Ich erinnere daran: die Kai-Linie zum Festmachen von Schiffen, die etwa seit 1935 an der Mündung des Flusses Dudinka in Betrieb war, stellte lediglich die Abfertigung von Fluss-Lastkähnen sicher und deckte in erster Linie das Umladen von Rundhölzern ab, welche die ersten Baumaterial-Frachten für den Norilsker Aufbau ausmachten.

Unter den Bedingungen eines ständig anwachsenden Güterverkehrs waren Fragen zur Entwicklung des Hafens, seine Wandlung aus einem provisorischen in einen ständig funktionierenden, besonders aktuell. Wie sollte man jene zweieinhalb Millionen Rubel ausschöpfen, die für die wirtschaftliche Erneuerung auszugeben waren? (Für Transport- und Kommunikationsprojekte waren etwa 2.6 Millionen Rubel vorgesehen, ungefähr 28 Prozent des entsprechenden Titels).

In der Liste der Objekte, die für den Bau bestimmt waren, befanden sich: eine See-Anlegestelle (erste und zweite Phase), eine neue Anlegestelle aus Steinkisten sowie eine Einfahrt zu diesem Liegeplatz.

Zum Oktober gelang es, einen Teil der geplanten Arbeiten an der See-Anlegestelle fertigzustellen (von den zugeteilten 1,3 Millionen Rubel waren etwas mehr als 580 Tausend, etwa 45 Prozent genutzt worden). Die Eingangsleistung ließ das gleichzeitige Entladen von lediglich der Hälfte des Frachtschiffs zu. Die See-Anlegestelle hätte als erfahren angesehen werden müssen, weil sie ohne Berücksichtigung irgendwelcher Daten über den hydrologischen Zustand des Jenissei gebaut wurde (sie fehlten ganz einfach).

Für die Annahme der Güter, die mit Umschlag-Lastkähnen angeliefert wurden, wurde ein dreigliedriger Damm mit einem Bahngleis gebaut.

Gebaut wurde eine neue, 200 m lange Steinkisten-Anlegestelle (einen halben Kilometer von der Mündung des Flusses Dudinka entfernt), die von beiden Seiten 4—5 Lastkähne aufnehmen konnte und es ermöglichte, ein unmittelbares Abladen der Güter auf die Plattformen der Schmalspur-Eisenbahn zu bewerkstelligen. Unterhalb der Anlage aus Steinkisten wurden fünf provisorische Hebebock-Anlegestellen gebaut, wo jeweils ein Lastkahn festmachen konnte, um dann per Hand die Waren weiter zu den Abfertigungsstellen zu verbringen, die entlang der Uferlinie lagen. Eine von ihnen war auf die Verladung von Kohle spezialisiert (sie verfügte über Kleinlokomotiven an Deck der Barke), die andere — für das Leerpumpen von Öl-Kähnen (Kapazität: 30 Tonnen pro Stunde).

Die allgemeine Bewertung des Hafens lässt die Berücksichtigung von Fakten vermuten, welche seine Funktion erschwerten.

Förmlich wie abgeschnürt stand es um die Navigationszeiten (zwei Monate für Seeschiffe und vier — für die Binnenschifffahrt), häufig wurde die Fahrt in den Norden durch stürmisches Wetter auf dem Jenissei versperrt.

Zu organisatorischen Schwierigkeiten kam es aufgrund der geringen Kapazitäten der eigenen Hilfsflotte (11 Fracht- und Passagierschiffe, 740PS, bedienten die Richtung Igarka — 242 Kilometer — und der Wasserweg vom Lama-See bis nach Walka betrug — 67 Kilometer), ohne die das Umladen Schiffe für den Seetransport unmöglich waren.

Da der Hafen lediglich über zwei Lastkähne und vier Kutter verfügte, war er gezwungen, zwei Bugsierschiffe zu mieten, eines davon aus Igarka, sowie sechs Schuten aus der Binnenschifffahrt. Doch auch diese Unterstützung erwies sich als Halbheit: für die Bearbeitung von 129 Einheiten allgemeiner Tonnage von 172 Tausend Tonnen und 160 Tonnen-Kubikmetern Holz waren weitaus mehr Bugsierschiffe und Lastkähne erforderlich.

Und dann noch die Ungleichmäßigkeiten beim Anlegen der Schiffe! Aufschlussreich ist der «Rhythmus» der Flussschifffahrt. Nachdem die Reederei im Juni einen guten Start gehabt hatte, reduzierte sie im August merklich (um das Doppelte wie im Juli) den Umfang der Warenlieferungen, während sie im September den Hafenarbeitern mehr als 17 Tausend Tonnen «zuwarf». Insgesamt trafen im September 41,5 Tausend Tonnen aus ungefähr hundert allgemeinen Güterumschlägen (mit Ausnahme von Holz) ein. Für ihre Abfertigung waren doppelte so viele Lastkähne nötig, wie die, die Dudinka organisiert hatte. Es gelang nicht, sogenannte Baggerschalen (Schwimmbagger) zu bekommen, um günstigere Bedingungen beim Anlegen der Schiffe und Lastkähne an die Anlegestellen zu gewährleisten.

Laut den unterzeichneten Verträgen sollte das Umladen von Seeschiffen nur mit Schiffswinden auf Reede erfolgen, und bei Fehlen derartiger Möglichkeiten — per Hand. Zusammengefasst — unproduktive Ausfallzeiten, Konflikte mit der Reederei. Die Spitze des «Eisbergs» in den gegenseitigen Beziehungen kann man sich anhand der Zahlen der Geldstrafen für die Leistungsausfälle der Schiffe vorstellen — 1,9 Millionen Rubel.

Und dennoch gelang den Hafenarbeitern (Hafenleiter Iskow) trotz aller Schwierigkeiten das beinahe Unmögliche. Während der schiffbaren Zeit des Jahres 1939 trafen per See Baumaterialien, technische Güter und Ausrüstungen in Höhe von 27,5 Tausend Tonnen ein, — auf dem Flusswege 37,5 Tausend Tonnen, ebenso wie 140 Tausend Tonnen Bauholz. Gleichzeitig wurden etwa 40 Tausend Tonnen Kohle aus Norilsk abtransportiert und in Dudinka auf Schiffe verladen. Es fällt nicht schwer, den Gesamt-Güterumschlag zu berechnen: er erreichte 245 Tausend Tonnen, d.h. er überstieg den Index des Jahres 1938 um mehr als das Dreifache (76 Tausend Tonnen).

Die Zahl der Kombinatslieferanten betrug mehr als 330 (Fabriken, technische Kontore, Trusts, Unterabteilungen des NKWD, verschiedene Amtsstellen, Kombinate, Genossenschaften, Kolchosen, Fertigungsanlagen, Werkstätten, Materiallager, Holzkombinate, Geschäfte, gewerbliche Fischereibetriebe, Kooperativ-Gesellschaften...), und die Liste der Städte, die in der einen oder anderen Weise mit Norilsk in Zusammenhang standen – und das ist wirklich beeindruckend — kommt an die 100 heran. Würde man jede von ihnen auf der Landkarte mit Norilsk verbinden, so ergäbe das ein ziemlich dichtes Fadennetz, welches sich nach Moskau und Jenisseisk, Leningrad und Nachitschewany, Tbilissi und Turuchansk, Odessa, Tschita, Krasnodar, Kiew, Irkutsk... erstrecken würde.

Und den großen Lieferanten — die Kirow-Elektromaschinenwerke, das technische Kontor « Kesselturbinen-Ausrüstungen», das Moskauer Kontor «Hauptverwaltung der Industrie für feuerbeständige Materialien». Doch das Kombinat lehnten auch die kleinsten und bescheidensten Dienstleistungen nicht ab. So verkaufte uns die Lichatschewsker Chemie-Basis «Sojus-Labor-Reaktiv» Waren im Wert von 380 Rubel. Die Retschizkin Porzellan-Fabrik — für 566 Rubel, das Leningrader Kontor «Hauptverwaltung für Erdöl-Vermarktung» meldete Ölbitumen im Wert von 755 Rubel ab. Andererseits erwiesen sich auch einige wenig bedeutsame «Firmen» als äußerst nützliche Kompagnons. So verkaufte beispielsweise die Genossenschaft «Kooperator» Teer für 6729 Rubel, die Kooperativ-Gesellschaft «Utilkonservalka» die für die Bedienung der mechanischen Ausrüstungen so notwendigen Leinen -Kosten 23220 Rubel. Zwei Kolchosen arbeiteten mit uns zusammen — «Neuer Alltag» und «Neuer Weg» (die Bezeichnungen hören sich in Anbetracht der Tatsache, dass es sich um einen GULAG-Nutznießer handelt, wie blanker Hohn an).

Interessant sind unsere Verbindungen mit der Region. Sie «kosteten» beinahe 869 Tausend Rubel: siebzehn Betriebe und Organisationen, unter ihnen so bekannte, wie die Krasnojarsker Maschinen- und Maschinenbau-Fabriken sowie das Igarsker Holz-Kombinat. Sogar das Jenisseisker Gefängnis ¹ 5 — ist unser Abteilungs-«Kompagnon».

Wir bekamen buchstäblich alles. Metallurgische Ausstattungen, Fördertechnik, Metallverarbeitungs- und Elektroausrüstungen, Reagenzien, Motoren, Paraffinkerzen, Metallerzeugnisse, Lautsprecher, Baumaterialien, Teigmischer, Armaturen, Fotozubehör, Holz, Druckschriften, Ausrüstungen für Kommunikation und Eisenbahnbau, Drähte, Kabel, Telefonapparate, Kopierpapier, Pergament, Werkzeuge, Rohre, Pumpen, Messgeräte...

Die Abteilung für technische Versorgung besaß in Dudinka fünf allgemeine Lagerräume (3470 Quadratmeter) und einen zweckorientierten für Kraftstoff (für 2375 Tonnen), was dem Umfang der Operation nicht entsprach. Die Norilsker Lagerwirtschaft besaß auch so etwas nicht (drei Lager mit einer Fläche von 2131 Quadratmetern), und Brennstoff lagerten sie in Gebinden und eine kleine Menge auch in Tanks. Allerdings gab es Lagerräume an den Objekten, doch sie waren lediglich für den aktuellen Bedarf gedacht.

Wenn wir den Umfang der Transportvorgänge charakterisieren, dürfen wir die allgemeinen Versorgungsgüter nicht vergessen (die entsprechende Abteilung war mit Kombinatsbefehl ¹ 4 vom 3. Januar 1939 einer eigenständigen Bilanz zugeordnet worden und stellte sich mit vier Unterabteilungen dar: Kleidung mit wirtschaftlichem Gebrauch, Lebensmittel und Futter, Handel und Beschaffung). Einige Positionen der Norilsker Anforderungen erfuhren im GULAG eine erhebliche Korrektur. So wurden anstelle von 300 Tonnen zerkleinerter Gerste, Perl- und Hafergraupen, faktisch 624 Tonnen geliefert, so dass sich die Ernährung der Häftlinge merklich verschlechterte: die «Wichte» dieser Produkte sprang sofort von den geplanten 66,5 Prozent auf 75. Ein Teil der Fleischprodukte wurde durch Fette und Butter kompensiert, aber mit Grieß war man großzügig, indem man mehr als das Fünffache der Anforderung zur Verfügung stellte. Nur zu 30 Prozent gelang es, den Bedarf an Trockenfrüchten und getrocknetem Gemüse zu verwirklichen, zugleich wurden die Bitten der Norilsker nach frischem und gesäuertem Gemüse zu 85 Prozent erfüllt.

Es traf bei Weitem nicht alles rechtzeitig in Dudinka an. Die Lieferanten brachten, mit wenigen Ausnahmen, einen Teil der Produkte und des Futters nicht mit. So versandten die sie von den zugeteilten 7100 Tonnen frischen und gesäuerten Gemüses nur 3931 Tonnen, von denen in Dudinka lediglich 2732 «angeschwommen» kamen, denn 1200 steckten wegen der geschlossenen Eisdecke in Igarka fest. Weitere 400 Tonnen hätte man noch abziehen müssen, die während des Transports auf dem Jenissei unbrauchbar geworden waren.

Leider wirkte sich der Zustand der Lagerwirtschaft (Versorgungsgrad —40 Prozent) auf das Schicksal einiger Frachten traurig aus. Aus Mangel an Gewächshäusern erfroren in Dudinka bis zu 100 Tonnen gesäuerten und eingesalzenen Gemüses, 40 Tonnen Käse – eine bedeutende Menge für die Gastronomie. Man musste die gefrorenen frischen Produkte (natürlich unter Verlust der geschmacklichen Eigenschaften) einsalzen — denn es gab keine Eishäuser. Es gab noch nicht einmal geschlossene Behälter und eine ausreichende Menge Abdeckplanen, was dazu führte, dass viele Tonnen Süßwaren und Nudelprodukte, Zucker, Butter, Mehl bei Regen verdarben, und in der Norilsker Basis wurden Mehl, Fisch, Fleisch unter freiem Himmel gelagert.

Selbstverständlich beschäftigte man sich mit Lagerräumen, baute sie. Dokumente enthalten Informationen über die Einführung von Lagerräumen für unterschiedliche Zwecke, vier Gemüseaufbewahrungslager (von denen drei in Betrieb genommen wurden) sowie ein Kohlaufbewahrungslager. Doch eine Lösung des Problems war nicht so bald in Sicht.

Einen festen Bestandteil der Frachtgüter der Abteilung machte die Versorgung mit Kleidungsstücken aus. Nach der Hauptnomenklatur entsprach das Angebot dem Bedarf: Winterhosen — 89,5 Prozent, gesteppte Jacken — 104,3 Prozent, Winter-mützen — 123,2 Prozent,… Nach dem Archivblatt zu urteilen, war das Lager im Wesentlichen eingekleidet und mit Schuhwerk versehen, es gab genügend Handtücher, Matratzen und Kissenbezüge, Bettlaken und Decken.
Die letzten Schiffe, die mit Frachtgut eintrafen, blieben zum Überwintern in Dudinka (diesmal — 17 Einheiten, darunter der Dampfer «Jenissei», sechs Kutter, einschließlich «Tschekist», «Menschinskij»; «Noriljez», acht Barken und zwei Leichter), wobei die Hafenleitung die Varianten des Eisschlamms sorgfältig prüften.

5. Über Tonnen und Kilowattstunden

Ich stieß auf eine interessante Bescheinigung des Leiters der Abteilung für technische Versorgung – B. Zusikow über den Mindest-Materialvorrat, der die normale Arbeit eines Monats im Kombinat sicherstellen sollte: 245 Tonnen Brennstoff, 10 Tonnen Schmierstoffe, 300 Tonnen Zement, 30 Tausend Stück feuerbeständige Ziegelsteine (100 òîíí), 30 Tonnen unterschiedlicher Baumaterialien, 1500 Kubikmeter Rundhölzer (1200 Tonnen), 15 Tonnen Elektro- und Kommunikationsausrüstung, 10 Tonnen Ersatzteile, Apparate und andere Ausrüstungsgegenstände, 120 Tonnen Metall und Kleineisenwaren. Insgesamt — 2030 Tonnen. Und obwohl die Bescheinigung am 28. Dezember ausgestellt wurde und sich wahrscheinlich am Jahr 1940 orientiert, lässt sich daran trotzdem noch über die Geschäfte des vergangenen Jahres urteilen.

Öffnen wir die Rechenschaftsberichte der Eisenbahner. Innerhalb des Jahres wurden fast 420 Tausend Tonnen transportiert, davon ungefähr 146 Tausend Primärladungen: In Dudinka trafen während der Navigationszeit Frachtgüter (73 Tausend Tonnen) ein, die dann von dort nach Norilsk transportiert wurden, während Norilsk den Hafen mit Kohle, Erz, Feinstein, Bruchstein zum Bauen… «fütterte». Etwa acht Prozent vom Gesamtvolumen des Güterumschlags, der 17563 Tausend Tonnen-Kilometer ausmachte, nahmen lokale Materialien und Ballast ein. Zudem wurden 15717 Passagiere befördert. Gesamt Länge der Bahngleise — 126,7 Kilometer.

Für einen «schnellstmöglichen Fahrbetrieb der Züge» führt Bahnleiter D, Wassiljew ein neues Amt ein (Zugführer) und genehmigt die entsprechenden Anweisungen. Allen Eisenbahnern wird vorgeschrieben, zur Erfüllung der Pflichten beizutragen, die den Inhabern der Spezial-Urkunden auferlegt sind und die von A.P. Sawenjagin unterzeichnet wurden.

Die «Materialbasis» der Eisenbahner (zu Beginn des Jahres 1940) — besteht aus 14 Lokomotiven der Serie 157 («Krasnoje Sormovo»), 13 Rangierloks der Serie 159 (Podolsker Fabrik), vier Schneeräumwagen, 10 Kleinlokomotiven, 276 Plattform-waggons und 26 geschlossene Waggons (Jahreseingang: Lokomotiven — 11, Plattform-Wagen — 72, Schneeräumer — 2, geschlossene Waggons — 10). Für damalige Zeiten erwies sich die Bahn als technisch am besten gesättigte Unterabteilung des Kombinats: die Kosten ihres Anlagevermögens beliefen sich Anfang 1940 auf 10,6 Millionen Rubel.

Man kann nicht sagen, dass die Bahn in beständiger Weise in Betrieb war. Faktisch wurde der Gütertransport (Plan 1100 Tausend Tonnen und fast 30 Millionen Tonnen-Kilometer) zu 38 bzw. 58 Prozent erfüllt. Besonders unregelmäßig trafen die Frachten aus Dudinka ein: innerhalb des Jahres schafften sie es lediglich, 40,6 Prozent der geplanten Aufgaben zu erfüllen. Was die Norilsker betrifft, so haben sie größtmögliche Anstrengungen unternommen, damit sich nach Dudinka kein einziger leerer Waggon, kein einziger unbeladener Plattformwagen auf den Weg machte. Daher sind auch die Endresultate in direkter Richtung deutlich besser: 82,4 des Tonnage-Plansolls und 91,9 Prozent — in Bezug auf die Tonnen-Kilometer.

Unfälle warfen einen aus der Spur und, egal wie professionell die Eisenbahner auch qualifiziert wurden, kam es zu Ausfällen. Der Löwen-Anteil, 433 von 581, — lag beim Fahrzeug-Bestand, vor allem bei den Waggons; es kam zu Brüchen und Entgleisungen bei Loks und Waggons... Fast täglich gab es irgendwelche - Überraschungen.

1939 wurden die Arbeiten zur Einrichtung der Bahnlinie Norilsk – Dudinka ( die Kapitaleinlagen betrugen ungefähr 1,5 Millionen Rubel) mit Hilfe zweier Eisenbahn-Bauabteilungen fortgesetzt. Die Hauptmittel waren für Austiefungen und den Bau künstlicher Strukturen gedacht, ebenso wie für das Dudinsker Depot und Bahnhofsgleise. In Ordnung gebracht wurden die «Oberbauten» (fast 21,5 Kilometer), man führte die Beschotterung des Gleisbettes (ungefähr 16 êèëîìåòðîâ) durch. Offenbar aufgrund der äußerst begrenzten Möglichkeiten sieht es mit den Schneeschutzmaßnahmen sehr bescheiden aus – die Kosten dafür bleiben unter hunderttausend Rubel.

Außer der Hauptmagistrale wurde der Bahndamm in Richtung Nadeshda, Kalargon verlegt. Ein Teil der Mittel, allerdings ein geringer, wurde für den Abzweiger nach Walka verwendet. Über eine Million Rubel verbrauchte man für Gleisanlagen innerhalb des Kombinats, deren Länge 3,5 Kilometer erreichen sollten

Einem Bericht zufolge die Anzahl der Zugpaare im Tagesdurchschnitt — 2,3; die Gesamtzahl der Waggons in Richtung Dudinka - Norilsk — 11676. Eine einfache Berechnung zeigt, dass die Minimal-Anforderungen — 20 Züge (mit je 15 Waggons und einer Beladung von 7 Tonnen pro Waggon) — erfüllt wurden.

1939 entwickelte sich auch der schienenfreie Verkehr recht intensiv: die Investitionen anhand der tatsächlichen Kosten machten 1,3 Millionen Rubel aus (ungefähr so viel, wie die Ausgaben für den Bau der Bahnstrecke Norilsk—Dudinka ausmachten), und die Kapitaleinlagen zur Inbetriebnahme näherten sich der 1-Millionen-Rubel-Grenze. Autostraßen verlegte man auf dem Gelände der Versuchsaufbereitungsanlage, dem Holzverarbeitungskombinat, zum Kohlestollen, zur Gipsfabrik, den Behelfskraftwerken WES-2 und WES-1, von der Gornaja-Straße bis zur Garage. Haupt-Transportmagistrale war die Oktober-Straße. Allerdings war das eingeschlagene Tempo immer noch nicht hoch genug: denn die Planaufgabe (2,2 Millionen Rubel) und der Saldo der nicht ausgezahlten Kapitalinvestitionen des vergangenen Jahres, die 1,1 Millionen Rubel überstiegen, erforderten eine weitaus intensivere Arbeit beim Straßenbau.

Durchschnittliche Anzahl der Fahrzeuge — 145 (während des Jahres erworbene Personenkraftwagen — 10, Lastwagen — 56, Autobusse — 2), Gesamt-Ladefähigkeit — 210 Tonnen. Innerhalb des Jahres wurden mehr als 431 Tausend Tonnen Fracht transportiert, 1,2 Millionen Tonnen-Kilometer gemacht (1938 waren es—335 Tausend, bzw. fast ein Viertel weniger); die Abfertigung an einem Fahrzeug pro Schicht betrug 70 Tonnen-Kilometer (90 Prozent des Plans). Es gab zwei Garagen, eine davon konnte zweihundert Fahrzeuge unterbringen. Bei der Bedienung des Autotransportes waren 110 Fahrer sowie 35 Instandsetzer beschäftigt. Der Gesamtwert des Anlagevermögens der Fahrzeugwirtschaft des Kombinats (per 1. Januar 1940) — beinahe 2,6 Millionen Rubel (es steht lediglich hinter dem analogen Index der Eisenbahner und der Behelfskraftwerke zurück).
In Bezug auf die Effektivität bei den Arbeiten des Autotransports gab es keine spürbaren Fortschritte: sehr große Ausfälle (sie überstiegen die Plan-Normativen um mehr als das Doppelte), die niedrige Nutzungsrate des Fuhrparks — lediglich 44,5 ïðîöåíòà, die Hälfte der Leerfahrten... Daher der nicht erfüllte Plan beim Gütertransport — sowohl von der Tonnage, als auch bei den Tonnen-Kilometern (70 bzw. 76 Prozent).

Ebenso wie in unserer Zeit, gestalteten sich die Wechselbeziehungen mit den Spediteuren nicht immer reibungslos. Erhalten geblieben ist beispielsweise ein vom Leiter der Hauptverwaltung für Kohleabsatz A. Munkinij an A.P. Sawenjagin geschickter Bericht, in dem dieser auf der Zuweisung von täglich 22 Fahrzeugen bestand (ausgehend von der Notwendigkeit, jeden Tag nicht weniger als 1000 Tonnen Kohle zu befördern und auf diese Weise einen Vorrat an Brennstoff für die Navigationszeit des Jahres 1940 zu schaffen); in Wirklichkeit wurden damals lediglich 10 -13 Fahrzeuge zugeteilt.

Der Fahrzeug-Vermietungsstation wurde ein Traktoren-Fuhrpark zugeordnet. Im Verlauf des Jahres zählte er dreißig «TschTC», drei «Diesel», 25 Traktorwagen (Neuzugang — zwei Traktoren und neun Karren). Abrechnungsindex — fast 219 Tausend Tonnen-Kilometer — das entsprach weniger als 32 Prozent des Plans.

Wie schon zuvor entfiel ein fester Bestandteil des Transports auf die Beförderung mit Pferdewagen, deren Kosten (es wird gestattet sein, so im Zusammenhang mit geduldigen Pferden zu sprechen) 1,1 Millionen Rubel überstiegen. Die Zugkraft der Pferde gewährleistete die Lieferung von 100,6 Tausend Tonnen Fracht (fast 152 Tausend Tonnen-Kilometer), und dieses Ergebnis «lässt sich sehen» neben den Kennziffern der maschinengetriebenen «Verwandtschaft».

1939 besaß die Transport-«Anlage» des Kombinats ein Flugzeug (erworben im Anlagevermögen der Bauverwaltung). Der Flugplatz wurde in Walka eingerichtet, und ein kleines Kollektiv von Fliegern war besorgt wegen der ersten Überwinterung. Das Protokoll einer der ersten «heftigen» Versammlung, auf der dieses Problem erörtert wurde, gibt die Möglichkeit einiger ihrer Teilnehmer namentlich zu benennen — Abteilungskommandeur Smirnow, Hafenchef Buschujew sowie Solotarew, Anikejew, Larionow, Maschichin, Kudelin, Morosow...

Ich fahre fort mit dem Aufrollen der Energiewirtschaft: die Bauvorhaben. Der Bau des Behelfskraftwerks-2 mit einer Kapazität von 3000 Kilowatt wurde abgeschlossen (ich erinnere daran: man hatte mit seiner Errichtung bereits 1937 begonnen; die geplante Inbetriebnahme war für den Mai des Jahres 1939 festgesetzt, tatsächlich erfolgte die Inbetriebnahme der Station im Dezember. Nach den getätigten Ausgaben hielten sie fas Budget des Kostenvoranschlags fast ein, und zusammen mit dem ersten Behelfskraftwerk-2 kamen diese Energieprojekte auf den zweiten Platz (nach der Eisenbahn) was die Anlagekosten betrifft (9,5 Millionen Rubel, von denen etwa 8 Millionen das Behelfskraftwerk-2 «wegzog». Gleichzeitig wurde, wenn auch in nicht so großen Maßstäben, die Erweiterung der zweiten Station in Angriff genommen.

1939 produzierten die Norilsker Elektrokraftwerke beinahe 7,5 Millionen Kilowattstunden Elektroenergie (78,5 Prozent des Plans). Weitere 715 Tausend Kilowattstunden, lediglich 51 Prozent des Plansolls, gingen auf das Konto der Dudinsker Station.

Für Dezember ist die Inbetriebnahme der Sauerstoffanlage vermerkt (der Bau dauerte genau ein Jahr). Die montierten Installation produzierten wie geplant. 30 Kubikmeter Sauerstoff am Tag, und die entstandenen Kosten waren etwas niedriger als im Kostenvoranschlag genannt.

Insgesamt «verschlang» die Energiewirtschaft ungefähr 2,8 Millionen Rubel oder etwa 27 Prozent des Gesamtumfangs der Kapitalanlagen, die in den Bau von Objekten für die Bedienung der Bau- und Montagearbeiten gingen. Damals, 1939, konzipierte man die Vorbereitungen für den Bau des Wärmekraftwerks; die tatsächlichen Kosten für die Planung beliefen sich auf 280 Tausend Rubel.

Die Gesamtkosten für Kommunikation (J. Tschebatschew) betrugen fast 656 Tausend Rubel (120 Tausend mehr als die geschätzten Kosten). Ungefähr 80 Prozent der ausgezahlten Mittel wurden für die Installation von Telefonanlagen verwendet: es wurden 11 Stationen und Systeme installiert, 526 Nummern vergeben, die Zahl der Teilnehmer erreichte 577.

Das Kombinat verfügte über eine Funkstation in Lama, sowie Funkstellen bei den einzelnen Unternehmen; man führte die Montage einer Funkeinrichtung durch. Man begründete die Notwendigkeit, dem Kombinat einen Langwellensender für die Kommunikation mit Igarka zuzuweisen (Austausch privater Korrespondenz). Es ging nämlich darum, dass die Igarsker Funker vier Stunden pro Tag auf Anforderung der Norilsker arbeiteten.

6. UND AUSSERDEM...

Ein ziemlich buntes Bild zeigte sich beim zivilen Bauwesen, welches von zwei «Wohnbau»-Organisationen geleitet wurde.

Fast 70 Häuser befanden sich in der Bauphase — hauptsächlich aus Bruchstein (37) und Holz (21), zwischen einem und drei Stockwerken, mit acht, sechzehn oder zwanzig Wohnungen, sowie Wohnheime; das größte unter ihnen war für zweihundert Menschen gedacht (zur Information: durchschnittliche Bettenzahl — 300, Kosten für eine Bettstelle — fast 29 Rubel im Monat).

Für die Schaffung des Wohnraumbestands wurden 13 Millionen Rubel ausgegeben (das ist der Posten der Gesamtschätzung und des Rechtstitels — außerhalb der Konkurrenz), oder 80 Prozent des Plans. Innerhalb des Jahres wurden 7792 Quadratmeter an Wohnhäusern in Betrieb genommen, und am 1. Januar 1940 verfügte das «zivile» Norilsk über 12728 Quadratmeter (zu Beginn des Jahres 1939 — 5465 Quadratmeter). Ungefähr ein Fünftel des Wohnraums (2558 Quadratmeter) wurde mit Zentralheizungen ausgestattet, jedes der Häuser mit Strom versorgt.

Mehr als drei Millionen wurden für den kommunalen Bau ausgegeben. In Norilsk, Dudinka und Walka gab es fünf Kantinen, neun Geschäfte (am 11. Januar 1939 – lediglich eins) und ebenso viele Imbissräume, drei Nähwerkstätten (eine Schneiderei und eine Schusterei). Der Norilsker Dienstleistungssektor verfügte über eine Wäscherei, ein Badehaus, einen Friseur, eine Uhrmacher-Werkstatt, ein Postamt, eine Sparkasse, ein Hotel... Der Betrieb der Abteilung für allgemeine Versorgung beinhaltete eine Bäckerei, eine Schlachterei, eine Wurstmacherei und eine Fischräucherei. Die Abteilung organisierte auch das Einsalzen von Fleisch, den Fischfang, die Verarbeitung von Wild...

BESCHEINIGUNG. Es wurden 5.6 Tausend Tonnen Brot gebacken (in den sechs Bäckereien arbeiteten 94 Personen).

Der gewerbliche Fischfang befand sich am Norilsk-Pjassinsker Wassersystem auf einem Territorium von 300 Kilometer Längenausdehnung. 1939 wurden zwei Fischerei-Reviere organisiert: ¹1 — am Lama (32 Menschen) und am Pjassino (28 Menschen). Jahresfangzahl — 145 Tonnen (Plan — 170 Tonnen), wobei das erste Revier 101,7 Tonnen fing und den Plan zu 101,7 Prozent erfüllte, das zweite — 43,3 Tonnen; somit erreichte es das Plansoll von 26,7 Tonnen nicht.

Darüber hinaus fingen die Fischer 1707 Rebhühner, 209 Enten, 130 Polarfüchse, 14 Hermeline, Füchse, Wölfe; sie errichteten sechs Wohnhäuser, zwei Badehäuser, zwei Lager, eine Schmiede, und sie bauten 17 Boote. Für die Verbindung mit den einzelnen Punkten wurden drei Hundeschlitten organisiert und 54 Rentiere erworben. 1940 stimmte das Gebiets-Exekutivkomitee dem Kauf von weiteren 150 Rentieren zu.

Im April-Mai befasste man sich mit der Wildfleisch-Beschaffung (26 Tonnen). Für 1940 wurde ein Abkommen für die Lieferung von 65 Tonnen Wildfleisch und 13500 Rebhühnern an die Kolchosen der Dudinsker und Abamsker Bezirke geschlossen.

Der Umsatz des Handelsnetzes betrug 18,1 Millionen Rubel (bei einem Plan von — 14,6 Millionen Rubel). Von den 23 Verkaufsstellen für Zivilangestellte waren zwei Kantinen, acht Geschäfte und vier Imbissräume unmittelbar in Norilsk gelegen.

Fast siebenhunderttausend Rubel wurden für den Bedarf im Gesundheitswesen ausgegeben (Krankenhaus, Apotheke, Geburtshaus, Erholungsheim in Lama); man baute einen Kindergarten, eine Schule, ein Pionierlager, einen Klub.

Der Kindergarten mit seiner Fläche von 4 Tausend Quadratmetern kostete 876 Tausend Rubel – das 1,5-Fache aller Aufwendungen für den Aufbau der Bergbaubetriebe und Kohlestollen! Die laufenden Kosten für den Kindergarten machten 215 Tausend Rubel aus, u.a. für das Essen — 61,2 Tausend. Der Zuschuss für die Instandhaltung des Pionierlagers sowie der Fahrten der Schulkinder nach Odessa — fast 19 Tausend.

1939 ging eine Druckerei in Betrieb, und man kaufte für 5,8 Tausend Rubel technische Literatur; beinahe 30 Tausend Rubel betrugen die Verlagsausgaben und der Kauf von Zeitschriften. Laut Buchhaltungsaufzeichnungen gibt es zwei Rundfunkempfänger, sieben Grammophone, einen Fotoapparat...

Ich glaube, dass die Informationen über die Entwicklung der landwirtschaftlichen Basis des Kombinats uninteressant sind. Die Kapitaleinlagen machten fast 332 Tausend Rubel aus, aber die Inbetriebnahme überstieg 428 Tausend Rubel (94 Prozent dieser Summe wurden für den Kuhstall mit 50 Stück Vieh und den Schweinestall benötigt). Unter den im Bau befindlichen Objekten befinden sich: ein Kuhstall für 78 Stück Vieh, ein Gewächshaus, Treibhäuser (Frühbeete), ein Futtermittel-Lager... Die Kosten für die angeschafften landwirtschaftlichen Gerätschaften machten ungefähr 11,4 Tausend Rubel aus.

Staatliche landwirtschaftliche Kulturanpflanzungen (Gewächshäuser, Gemüseanbau) nahmen eine Fläche von 42 Hektar ein; man organisierte eine lokale Heumahd und Silage-Einlagerung.

Jahresdurchschnittszahl an Vieh — 112 Einheiten, davon 76 Kühe (legt man das Kalenderjahr zu Grunde, dann erhöht sich ihre Zahl von 55 auf 74. Durchschnittlicher Jahresertrag — 2684 kg (laut Plan — 2000 kg); die Viehzüchter gewannen etwa 129 Tonnen Milch. Die Milchproduktion stellte sich in Form von Sahne, Quark, Butter und Käse dar).

Laut Bericht gibt es „eigenes“ Fleisch — 6315 kg (so besaß beispielsweise die Norilsker Farm, vorbehaltlich Neuankömmlinge, 180 Kälber, von denen am 1. Januar 1940 nur noch 27 übrig waren), Ausfall — 750 kg Leber — 550 kg, 753 kg Fett. Und natürlich die Schweinehaltung (keine Lebensmittelabfälle verschwen-den!): im Jahresdurchschnitt 239 Kopf. Man kann sich unschwer das Schicksal der 1013 Ferkel vorstellen, von denen es Anfang 1940 nur noch 148 gab.

In einer der Archivakten findet man ein interessantes Dokument: der Häftling B. Serebrjakow wandte sich mit einem Brief an A.P. Sawenjagin, in dem er die Zweckmäßigkeit begründete, im Kombinat eine spezielle Plan-Produktions-Organisations-Gruppe (Abteilung) zur Lösung aller Fragen und Probleme im Zusammenhang mit der Schaffung einer eigenen landwirtschaftlichen Basis einzurichten (Produktion und Aufbereitung).

«Das vorliegende Ersuchen — so Serebrjakow, — ist einzig und allein dem Gefühl des professionellen «Neides gegenüber der nicht angemessenen Entwicklung der Landwirtschaft des Kombinats und der Besorgnis um ihre weitere Entwicklung geschuldet. ... Im Zusammenhang damit, dass die Versorgung der Arbeiter und Angestellten des Kombinats ausschließlich beim Kombinat liegt, ist es unwahrscheinlich, dass sie durch die Organisation von Kolchosen und Sowchosen anderer Volkskommissariate realisiert wird... Das Kombinat muss die Entscheidungen treffen und die Durchführung des vollständigen Komplexes an organisatorischen, produktionstechnischen und planungsbezogenen Fragen der gesamten Landwirtschaft durchführen (einschließlich der Organisation sowohl eines individuellen Gemüsegartenbaus, als auch der Viehzucht), ebenso wie die Begrünung der Stadt, den Wohnungsbau usw.».

Serebrjakow rief dazu auf, den Übergang vom eigentlichen «Laborstadium» der Landwirtschaft zu einer echten Produktion zu beschleunigen, da einerseits mit einem Anstieg der Dimension des Kombinats zu rechnen sei, andererseits, die Sache der «Bodenschaffung», der Methoden und Formen der Akklimatisierung und Urbarmachung der wilden Flora — eine längere und ernst zu nehmende Periode darstelle, als in den mittleren Landstrichen. Nach Serebrjakows Ansicht, «wird sich der Verzug in der Entwicklung der Landwirtschaft ganz besonders in einigen Jahren äußern, wenn die Bevölkerung sich mit dem Mangel an notwendigen Dingen, der nicht ausreichenden Menge an frischem Gemüse, Milch u.a., nicht abfinden wird, die für die Polarregion und «schädliche» Produktionsstätten» unabdingbar sind.

Da der Autor des Briefes es für zweckmäßig hielt, zunächst die Erstellung von Dokumentationen zur Landwirtschaftsbase bei der Projektierungsbehörde anzuordnen, bat A.P. Sawenjagin, wie seine Resolution vom 26. November 1939 bestätigt, A. J. Scharoiko ihn zu diesem Thema anzurufen...

7. ZWANZIGTAUSEND

Ich gebe zu: nicht ohne Mühe stelle ich mir dieser Zahl der Norilsker des Jahres 1939 vor - sowohl Zivilpersonen, als auch jene, die «ihre Pflicht erfüllten»...

Doch die Statistik beweist ganz ungerührt — so war es.

Durchschnittliche Anzahl der Beschäftigten im Norilsk-Bau (im Grunde genommen die Bau- und Montage-Arbeiten, aber auch die Neben- und Hilfsproduktionen) — etwa 16 Tausend Personen, einschließlich 12727 - Gefangene (sie machten 60 Prozent der ingenieur-technischen Mitarbeiter und mehr als 90 Prozent aller beschäftigten Arbeiter aus). Bis auf fünfhundert Mann erhöhte sich der Projekt- und Forschungsdienst, wobei die Relation von Zivilpersonal und Häftlingen unter den Projektmitarbeitern eins zu fünf stand (48 bzw. 239 Mann). Etwa tausend Arbeiter waren in den Nebenproduktionen (Stein-brüchen, Ziegelfabriken u.a.) beschäftigt, etwa tausendfünfhundert — bei den Hilfsdiensten (Transport, Kraftwerke u.a.). In den Abteilungen für technische und allgemeine Versorgung arbeiteten mehr als 1600 Mann. Hinzu kommen die Norilsker Vertretungen in Moskau, Igarka, Murmansk und Krasnojarsk — über 350 Leute (letztere — mit der größten Anzahl: fast 300 Mitarbeiter, unter ihnen 174 Gefangene).

Bei der Betriebsleitung waren 31070 Leute beschäftigt, 3015 von ihnen - Gefangene (sie machten etwa die Hälfte — 110 von 248 — der ingenieur-technischen Mitarbeiter aus und beinahe 87 Prozent der Gesamt-Arbeiterzahl).

Das Konto bestand nicht nur aus dreistelligen Zahlen. Alles wurde akribisch berücksichtigt: zwei Mann bei der Aufbereitung von Schlacke, sechs — bei der Kalkherstellung, 13 — in der Wäscherei, 12 arbeiteten als Bedienstete im Badehaus, fünf Friseure, zwei Uhrmacher... Insgesamt etwa 20000 Personen...

In den Rechenschaftsberichten ist vermerkt, dass es bei der allgemeinen Sicherstellung von Personal trotzdem an Metallhüttenwerkern und Bohrarbeitern fehlte. Aufgrund der niedrigen Qualifikation wurden die Normen nicht erfüllt. Man musste eine Überzahl an Arbeitern beschäftigen (Kleine Metallhütte, teilweise auch im Bergbau).

In dieser Situation stieg die Aufmerksamkeit für eine bessere Vorbereitung der Mitarbeiter. Für die wichtigsten Aktivitäten und Fertigungsbereiche fanden Schulungen statt, die Qualifikationen wurden bei 2135 Personen erhöht — hauptsächlich in Form von Kursen (ungefähr die Hälfte). In den Listen der Absolventen finden sich 178 Fahrer, 135 Bohrarbeiter, 45 Schmelzer, 39 Ziegelbrenner, 29 Elektrolyse-Arbeiter, 20 Arbeiter der Aufbereitungsanlagen...

Eine Reihe von Archiv-Dokumenten beweist die Entwicklung des sozialen Wettbewerbs, der Stachanow-Bewegung und der Akkordarbeit.

So erging am 5. Februar der Befehl 67 des Norilsker Kombinats und des Norilsker Lagers beim NKWD, in dem sich zwei Aspekte der Vorbereitung zum Parteitag widerspiegeln.

Zum Ersten werden die Verpflichtungen des Kombinats dargelegt: dem 18. Parteitag der Allrussischen Kommunistischen Partei (Bolschewisten) die erste Produktion zum Geschenk zu machen — 250 Tonnen Stein; zum 10. März Kapitaleinlagen in Höhe von 12 von 14 Millionen Rubel zum Einsatz zu bringen, die als Plan für das erste Quartal vorgesehen sind: zum 1. März das Kraftwerk mit einer Kapazität von 3000 Kilowatt in Betrieb zu nehmen, wodurch ein «weiterer Tempowechsel beim Bau» gewährleistet wird.

Zweitens wurden für die Bau- und Betriebswerkstätten für Februar und die ersten 10 Tage des Monats März konkrete Aufgaben festgelegt.

Die Kombinats- und Lagerleitung rief dazu auf, einen sozialistischen Wettbewerb innerhalb des Zivilpersonals sowie einen Arbeitswettstreit unter den Lagerinsassen «um diesen Plan herum» in Gang zu bringen und alle Kräfte für die Inbetriebnahme zu mobilisieren, und zwar: der Kleinen Metallhütte — zum 15. Februar, des Behelfskraftwerks WES-2 — zum 1. März. Im Großen und Ganzen sollte der Bau und die Montage der Aufbereitungsanlage bis zum 10. März abgeschlossen sein, die Bauarbeiten für die Sauerstoffanlage – ebenfalls bis zum 10.März».

Außerdem stellte sich die Aufgabe, die Alltagsbedingungen für Zivilangestellte und Lagerinsassen zu verbessern (eine Wasserleitung aus dem Dolgij-See, zwei Badehäuser, einen Kindergarten zu liefern — zum 10. Februar, eine Kantine, ein «Acht-Wohnungshaus», eine Druckerei — zum 12. Februar sowie ein Verwaltungsgebäude).

Wie in dem Befehl ausgeführt, wird bei der Ermittlung der Sieger in erster Linie die Einhaltung der Abgabefristen für die Objekte berücksichtigt. Übertragbare Rote Banner sollten ausgehändigt werden: unter den Bauarbeitern — an die Firma, «die am schnellsten und besten von allen baut», unter den Betrieben — an den, «der am meisten und in der besten Qualität produziert» .

Am Vorabend des Parteitags wurden die ersten Bilanzen über die Erfüllung der Verpflichtungen und festgelegten Aufgabenstellungen gezogen. Die besten Resultate erreichte das Dudinsker Baurevier — (185 Prozent der gestellten Aufgabe erfüllt), gefolgt von der Bauabteilung für Telekommunikations-Verbin-dungen (134 Prozent der Aufgabe); unter den Herausragenden — «Wohn-Bau». Behelfskraftwerk-2, Bau der Ziegelfabrik ¹ 2, Projektabteilung, «ErdStraßenBau», Kohlestollen, Pferdetransport, Tagebau für inerte Materialien, Ziegelei N° 1, Holz-verarbeitungs-Fabrik.

Die Kombinatsleitung war der Ansicht, dass die meisten Arbeitenden, trotz der sehr schwierigen Bedingungen im Februar (es herrschte fast ununterbrochen Schneesturm), großen Arbeitsenthusiasmus zeigten - Dank der Komprimierung des Arbeitstags und seiner besseren Organisation, dem vollständigen Einsatz der Mechanismen, einer kosteneffizienten Nutzung der Materialien und gegenseitiger Unterstützung.

Die beste Betriebsführung — der Kohlestollen (Leiter S. Chromtschenko) – erhielt das übertragbare Rote Banner. Was das Rote Banner der Bau-Verwaltung betraf, so wurde beschlossen, die Vergabe anhand der März-Bilanzen erfolgen zu lassen, unter Berücksichtigung der Erfüllung des Befehls ¹ .67. (Nach einem Dokument zu urteilen, in dem die Zwischenergebnisse zusammengefasst wurden, sollte eine große Gruppe Häftlinge Anrechnungen für Akkord- und Höchstakkord-Leistungen gutgeschrieben bekommen und Prämien erhalten; es war sogar über eine vorzeitige Entlassung gemutmaßt. Schade, dass der Befehl in seiner endgültigen Ausgabe in den Norilsker Archiven nicht auffindbar war...).

Bei der Analyse der Ergebnisse des Vorparteitagswettbewerbs hob die Kombinats- und Lagerleitung auch ernst zu nehmende Mängel hervor. Die «Wohnbau», beispielsweise, die eigentlich den Ruf einer führenden Innung besaß, beendete die Arbeiten an der Kantine für Häftlinge und dem Acht-Wohnungshaus nicht; durch die Schuld der «Wasserkanal-Bau» konnten die Kleine Metallhütte, die Wasserleitung und andere Objekte nicht in Betrieb genommen werden. Der Rückstand einer ganzen Reihe von Unterabteilungen führte zur Nichterfüllung der Verpflichtungen: lediglich 91 Prozent des Kapitalaufwands wurden genutzt (allerdings ohne Berücksichtigung der Anschaffungs- und Zahlungskosten).

Die endgültige Verteilung der Plätze finden sich im Befehl ¹ 159 vom 1. April 1939. Nachdem die Organisatoren des Arbeitswettstreits die Erfolge der Bau- und Schachtarbeiter vermerkt hatten (der Quartalsplan bei den großen Arbeiten war zu 108,3 Prozent erfüllt worden, bei der Kohleförderung — zu 119 Prozent), fassten sie den Beschluss, das übertragbare Rote Banner des Bauvorhabens an das Revier der Ziegelfabrik N° 2 (Leiter Kotschkin) zu übergeben; der besten Einrichtung in der Verwaltung der Hilfsbetriebe, der Holzverarbeitungsfabrik (Chef Jastrebow), sprach man den Dank aus.

Per Befehl hatte man sich Anrechnungen für Akkordarbeit und die Zahlung von Prämien an die Lagerinsassen ausbedungen — (45 bzw. 46 Mann); vorzeitig entlassen wurden drei Personen.

Als aufschlussreiches Beispiel will ich den Kern einer Vereinbarung darlegen, die von der Projektverwaltung und der geologischen Abteilung für den Zeitraum einer zweimonatigen Stachanow-Arbeit (November-Dezember) unterzeichnet wurde – mit dem Ziel, die Realisierung des Befehls ¹ 440 des Kombinatsleiters über die Erfüllung des Jahresplans und der Regierungsaufgaben zu erreichen.

Nachdem die Projektmitarbeiter sich dazu verpflichtet hatten, die vorgegebenen Aufgaben vorzeitig zu erledigen, nahmen sie sich vor, zum 1. Januar 1940 die vorrangige Dokumentation abzuliefern und alle notwendigen Daten für die Erstellung des Generalplans und der organisatorischen Projektarbeiten vorzubereiten. Die laufende Bau-Aktivität ist nicht ohne Beachtung geblieben, Unterstützung für die Produktion ist vorgesehen. Letzter Orientierungspunkt — die komplexe Vorbereitung des Projekts entsprechend den lokalen Bedingungen und Möglichkeiten.

Die Geologen ihrerseits beschlossen, den Jahresplan eine Woche früher abzuschließen, den Rückstand bei den Bohrarbeiten zu beseitigen, sich ganz auf die Berechnung der Reserven vorzubereiten und gleichzeitig kartographisches Material zu den fertig gestellten Objekten zu erstellen, das gesamte Zivilpersonal für den sozialistischen Wettbewerb zu erfassen...

Und so verging ein weiteres «Sawenjaginsches» Jahr. Im Erscheinungsbild des Kombinats gab es zahlreiche Neuerungen. Man stellte ernsthafte Anforderungen an die Zukunft, bestätigte die Richtigkeit der Position, welche die Norilsker mit A.P. Sawenjagin untermauert hatten.

Als der Sekretär des Krasnojarsker Regionskomitees, P. Ch. Kylakow om Frühjahr 1939 von der Tribüne des 18. Parteitags von der Entfaltung und dem Aufbau des «riesigen nördlichen polymetallischen Erzkombinats , welches bei voller Inbetriebnahme die Förderung von Edelmetallen im Lande um fast das Doppelte erhöhen würde», sprach — da konnten sich viele wohl nicht wirklich vorstellen, wovon der Mann redete.

Inzwischen ist der Countdown des ersten Norilsker Fünfjahreszeitraums gezählt. Das erste Norilsker Metall ist bereits «aufs Festland» gelangt. Nicht viel – nur 131 Tonnen. Aber immerhin! Die Kraftprobe hat stattgefunden, und es wird kaum jemandem gelingen, die Zeiger der Uhr jetzt noch einmal zurückzudrehen...

M. WASCHNOW,
Kandidat der Geschichtswissenschaften.
(Fortsetzung folgt).

„Sapoljarnaja Prawda“, 24.09, 27.09, 28.09.1988


Zum Seitenanfang