
GAABICH (oder Haabich), Josef Adamowitsch, geb. 1905 in dem Dorf Keler, Gouvernement Saratow. Lebte eine Zeit lang in dem Dorf Schira, Schirinsker Kreis, Autonomes Gebiet Chakassien, Region Krasnojarsk. Leiter der Werkstatt des Transportkontors. Am 29.06.1946 verhaftet. Angeklagt wegen konterrevolutionärer Agitation. Verurteilt durch das Gebietsgericht Chakassien am 13.09.1946 zu 10 Jahren Besserungsarbeitslager. Am 21.09.1956 durch das Oberste Gericht der UdSSR rehabilitiert (P-6024).
GAAK (HAAK?). Deutsche Familie (2
Personen). verschleppt in die Region Krasnojarsk. 1942 in dem Dorf Mirojedicha,
Turuchansker Bezirk, abgeliefert.
Ljudmila Kotijewa, Sonderumsiedler im Bezirk Turuchansk, Region Krasnojarsk,
Leiterin S.S. Subowo, 2008. Turuchansker Zentrum für Kinder- und
Jugend-Kreativität „Storch“, Kollektiv „Nordländer“. Wettbewerbsarbeit,
vorgestellt beim Allrusischen Wettbewerb historischer Arbeiten von Schülern der
höheren Klassenstufen „Der Mensch in der Geschichte. Rußland – 20. Jahrhundert“,
(s)
GAAN, Iwan Iwanowitsch (siehe HAAN)
GAAS (oder HAAS), Wassilij (Wilhelm) Andrejewitsch, geboren um
1920, wurde 1938 im Altaj-Gebiet verhaftet; verurteilt zu 10 Jahren
Arbeits-Besserungslager. Die Haftstrafe verbüßte er im KrasLag. Nach
seiner Freilassung im Jahre 1948 lebte er in der Siedlung Soljanka. 19149 wurde
er erneut verhaftet und nach Bogutschany in die Verbannung geschickt. Dort
arbeitete er als Wirtschaftsleiter im Kreiskrankenhaus. Lebt heute im Gebiet
Rostow, Martynowsker Kreis, in der Siedlung Nowosadkowka.
Verbannungs-/Lager-haftbericht
von Alexander Petrowitsch Schnaider.
GABANSKI, Wladimir Iwanowitsch, geb. am 07.03.1885 in Österreich. Deutscher. Als Verbannter in Jenisejsk, Region Krasnojarsk. Stammte aus einer Bauernfamilie, konnte kaum lesen und schreiben, parteilos. Wächter bei der Kreisgenossenschaft für Massenbedarfsgüter. Verhaftet am 22.03.1938. Angeklagt nach § 58-10 des Strafgesetzbuches der RSFSR. Am 23.05.1938 von einer Kommission des NKWD und der Staatsanwaltschaft der UdSSR zur Höchststrafe verurteilt. Am 06.09.1938 in Jenisejsk erschossen. Rehabilitiert am 28.0501957 vom Militärkollegium des Obersten Gerichts der UdSSR (P-7008).
GABICH, Wilhelm Petrowitsch (siehe HABICH)
GABRAT, Iwan Gottliebowitsch, geb. 1874 im Gouvernement Wolhynien. Lebte eine Zeit lang in dem Dorf Alexandrowka, Krasnoturansker Kreis, Region Krasnojarsk. Stammte aus einer Mittelbauern-Familie, konnte nur wenig lesen und schreiben. Ungelernter Arbeiter in einer Kolchose. Verhaftet am 28.02. 1938. Angeklagt wegen Mitgliedschaft in einer konterrevolutionären nationalen Organisation und konterrevolutionärer Agitation. Am 23.05.1938 von einer Kommission des NKWD und der Staatsanwaltschaft der UdSSR zu 10 Jahren Arbeitsbesserungslager verurteilt. Rehabilitiert von einer Sonderkommission des Obersten Sowjet der UdSSR am 29.09.1956 (P-5624).
GACHNADEL, siehe HACHNADEL
GAER (oder GAJER oder HAER oder HAJER), Andreas, 1941 zusammen mit seiner Ehefrau Elisabeth sowie den Kindern Andrej/Andreas, Karl und Elvira aus der ASSR der Wolgadeutschen in das Dorf Tschuchlomino, Kreis Irbej verschleppt; war in der Arbeits-armee.
GAGEL, Filipp Franzewitsch (oder HAGEL), geb. am 12.05.1895 in Tschernowitz, Österreich. Deutscher. Lebte eine Zeit lang in Jenisejsk. Stammte aus kleinbürgerlichen Verhältnissen, konnte lesen und schreiben, parteilos. Lastenfuhrmann. Verhaftet am 08.03.1938. Am 23.05.1938 von einer Kommission des NKWD und der Staatsanwaltschaft der UdSSR zur Höchststrafe verurteilt. Am 06.09.1938 in Jenisejsk erschossen. Rehabilitiert am 28.0501957 durch das Militärkollegium des Obersten Gerichts der UdSSR (P-7008).
GAIN, Bernhard Adamowitsch (siehe HAIN)
GAIST, Heinrich (Sohn von Iwan/Johann), geb. 1898, Deutscher aus der Ortschaft Obermunscha, Kanton Marxstadt, ASSR der Wolgadeutschen. Wurde zur Arbeits-armee ins KrasLag mobilisiert. Danach befand er sich im Dserschinsker Kreis, Gebiet Krasnojarsk in Verbannung.
GAJER, siehe GAER
GALENBECK, siehe HALENBECK
GALLER, siehe HALLER
GALLER, Arthur Petrowitsch (oder Haller)., geb. 1901 in Saratow. 1935 vom Saratower Gebietsgericht zu 4 Jahren Arbeitsbesserungslager verurteilt; er verbüßte die Strafe. 1941 wurde er aus der ASSR der Wolgadeutschen nach Ust-Port, Ust-Jenisejsker Kreis, Region Krasnojarsk, deportiert. Stammte aus einer Beamtenfamilie, höhere Bildung, parteilos. Ingenieur- Mechaniker in einer Konservenfabrik. Verhaftet am 03.03.1943. Angeklagt nach § 58-7, 14 des Strafgesetzbuches der RSFSR. Verurteilt am 09.10.1943 durch das Tajmyrsker Gebietsgericht zu 7 Jahren Arbeitsbesserungslager und 5 Jahren Entzug der politischen Rechte. Das Verfahren wurde am 25.09.1944 vom NKWD aufgrund von Umständen, die ihn rehabilitierten, eingestellt; er wurde freigelassen (P-105).
GALLINGER, Alexander (Sohn von Josef), war in der Tungusker Abteilung des KrasLag in der Arbeitsarmee. 1945 in der Arbeitsarmee verhaftet.
GAMBURG, Olga (Tochter von Iwan/Johann), geb. 1923, Deutsche aus dem Kanton Unterwalden, ASSR der Wolgadeutschen. 1938 wurde der Vater , P. (I.) Hamburg verhaftet; zurück blieben 8 Kinder (6 Schwestern und 2 Brüder). Im September 1941 wurden sie verbannt; auf dem Weg nach Sibirien wurde versehentlich der Waggon abgekuppelt, in dem sich seine älteren Schwestern befanden; sie wurden nach Kasachstan verschleppt. Der Ehemann einer der Schwestern starb in der Arbeitsarmee. Die übrigen verbüßten ihre Verbannungsstrafe im Nowosjolowsker Kreis, gebiet Krasnojarsk. Die Mutter, Pjarta (Tochter von Iwan/Johann), blieb mit den Kindern im Nowosjolowsker Kreis. Im Juni 1942 schickte man Olga mit zwei Schwestern in den Norden. Die Schwestern blieben im Kreis Turuchansk, Olga jedoch mußte an der Fischfang-Station Lajda im Kreis Ust-Jenissejsk aussteigen. Sie arbeitete beim Fischfang und als Melkerin. Sie heiratete A. (J.) Schefer. Nach dem Kriege wurde sie zusammen mit ihrem Ehemann nach Sachalin geschicht, aber aufgrund einer vorzeitigen Entbindung ließ man sie in Turuchansk aus dem Zug hinaus, wo sie dann 17 Monate lebten, denn die Fahrt nach Sachalin fand ohne Wach-Begleitung statt. Sie kehrten in den Norden zurück, in die Siedlung Ust-Port; dort arbeitete sie in der Fischkonservenfabrik.
GAMM (oder HAMM), Martin Davidowitsch, geb. 1904 in dem Dörfchen Petrowka, Jekaterinoslawsker Gouvernement. Häftling des NorilLag. Stammte aus einer Bauernfamilie, konnte nur wenig lesen und schreiben, parteilos. Verhaftet am 08.02.1946. Angeklagt nach § 58-10, Abs. 1, des Strafgesetzbuches der RSFSR. Am 08.02.1946 von einem Sonderlagergericht zu 6 Jahren Arbeitsbesserungslager und 3 Jahren Entzug der politischen Rechte verurteilt. Am 26.10.1956 vom Obersten Gericht der UDSSR rehabilitiert (P-7664).
GAMMERSCHENDT, siehe HAMMERSCHENDT
GAN, German (Hermann) Albertowitsch (siehe HAHN)
GANISCH (siehe HANISCH)
GANIMAN (HANIMAN), siehe HAHNEMANN
GANIMAN(N) oder HANIMAN(N), Ferdinand Samoilowitsch, geb. am 27.01.1912. Gebürtig aus dem Gouvernement Charkow, wo er auch seinen Wohnsitz hatte. Stammte aus einer Großbauernfamilie einer deutschen Kolonie namens K. Liebknecht, Kreis Woroschilowgrad, Donez-Gebiet. Die Wirtschaft wurde 1930 entkulakisiert und er, zusammen mit seinen Eltern, verschleppt. Flüchtete aus der Verbannung. Lebte eine Zeit lang in Krasnojarsk. Unvollständige Mittelschulbildung. Desinfektor bei der Bergbau-Sanitätsinspektion. Verhaftet am 04.11.1937 in Sachen N.A. Wolodin (unter dieses Verfahren fielen insgesamt 12 Personen). Wurde im Krasnojarsker Gefängnis festgehalten. Am 04.11.1937 von einer Trojka des UNKWD der Region Krasnojarsk zu 10 Jahren Arbeitsbesserungslager verurteilt. Am 27.04.1957 vom krasnojarsker Regionsgericht rehabilitiert (P-6856).
GANN (oder HANN), Daniel Genrichowitsch, geb. 1918 im Gouvernement Saratow. Lebte eine Zeit lang in der Jussker Sowchose, Kreis Ordschonikidse, Autonomes Gebiet Chakassien, Region Krasnojarsk. Traktorist auf der Farm Nr. 3. Verhaftet am 27.02.1942. Angeklagt wegen konterrevolutionärer Agitation. Am 14.08.1942 von einer Sonderkommission des chakassischen Gebietsgerichts zur Höchststrafe verurteilt. Am 11.10.1942 in Minusinsk erschossen. Am 22.12.1992 von der Staatsanwaltschaft der Region Krasnojarsk rehabilitiert (P-20598).
GANN (oder HANN), Genrich (Heinrich) Davidowitsch, geb. 1897 im Gouvernement Saratow. Lebte eine Zeit lang in der Jussker Sowchose, Kreis Ordschonikidse, Autonomes Gebiet Chakassien, Region Krasnojarsk. Sattler. Verhaftet am 30.01.1942. Angeklagt wegen konterrevolutionärer Agitation. Am 04.06.1942 vom chakassischen Gebietsgericht zur Höchststrafe verurteilt. Am 27.07.1942 in Minusinsk erschossen. Am 06.03.1996 von der Staatsanwaltschaft der Region Krasnojarsk rehabilitiert (P-21920).
GANNEMAN, Rudolf Fjodorowitsch (siehe HANNEMANN)
GANZ (Gans), Igor Leopoldowitsch, geb. um 1910, von1950-1954 Häftling
in der geologischen Abteilung des OTB-1 (Sonder-Technologie-Büro Nr. 1) in
Krasnojarsk.. Konnte gut singen – wunderbare Baritonstimme.
Siehe auch Verbannungs-/Lagerhaft-Bericht
von Boris Dmitriewitsch Gerassimenko.
GANZ, Karl (Sohn von Friedrich), kehrte am 07.05.1947 krank aus der Arbeitsarmee zurück und starb am 27.05.1947 in dem Dorf Kainka, Kreis Balachta, Gebiet Krasnojarsk.
GARDER, Boris Georgiewitsch (siehe HARDER)
GARNER (oder HARNER), Iwan Andrejewitsch, geb. 1881 in Hermannstadt. Sonderumsiedler in Krasnojarsk. Tischler am städtischen Krankenhaus. Am 25.11.1941 verhaftet. Angeklagt wegen antisowjetischer Agitation. Am 30.05.1942 vom krasnojarsker Regionsgericht zu 10 Jahren Besserungsarbeitslager verurteilt. Am 07.12.1956 vom Obersten Gericht der UdSSR rehabilitiert (P-5885).
GART (oder HART), Andrej Michailowitsch, geb. 1906 in Omsk. Lebte eine Zeit lang in dem Dörfchen Bej-Buluk, Bogradsker Kreis, Autonomes Gebiet Chakassien, Region Krasnojarsk. Konnte nur wenig lesen und schreiben. Arbeitete in der Kolchose „Truschennik“ („Rastloser Arbeiter“; Anm. d. Übers.). Am 02.07.1938 verhaftet. Angeklagt nach § 58-10 des Strafgesetzes der RSFSR. Am 11-09-1939 vom chakassischen Gebietsgericht zu 5 Jahren Besserungsarbeitslager und 3 Jahren Entzug der politischen Rechte verurteilt. Am 14.01.1994 von der Staatsanwaltschaft der Region Krasnojarsk rehabilitiert (P-21415).
GARTMAN, Berta Davidowna siehe HARTMANN)
GARTMANN (HARTMANN), Nikolaj (Nikolaus) Iwanowitsch, geb. 1905, Einwohner der Ortschaft Sichelberg, Kanton Gnadenflur, Gebiet Saratow. Rechnungsführer in der Stadt Engels. Am 20.09.1941 zusammen mit seiner Famile, Ehefrau Gelda (Hilda) Iwanowna, geb. 1907, den Kindern Wilna (Wilma), geb. 1928, Viktor, geb. 1938, Wladimir (Walter), geb. 1941, seinem Vater Iwan Davidowitsch, geb. 1877, der Mutter Jekaterina (Katharina) Iwanowna, geb. 1879, Schwester Maria Iwanowna, geb. 1921, der Nichte Irma Davidowna Gartmann (Hartmann), geb. 1925, seinem Schwiegervater Iwan Fjodorowitsch Keksel, geb. 1884, Schwiegermutter Maria Theodorowna Keksel, geb. 1883, dem Neffen Anatolij Fjodorowitsch Keksel, geb. 1935, und Nichte Lira Samuilowna Keksel, geb. 1940, mit dem Gefangenentransport Nr. 820, Waggon 20, nach Krasnojarsk deportiert. Wurden rehabilitiert.
GÄRTNER, Theresia (Tochter von Jakob), geb. 1913, Deutsche aus dem Dnjeprope-trowsker Gebiet. Sonder-Zwangsansiedlerin, Lehrerin der deutschen Sprache in der Beltyrsker Mittelschule, Kreis Askis, Chakassien. Verhaftet am 24.01.1945. Am 16.06.1945 vom chakassischen Gebietsgericht zu 7 Jahren verurteilt. Die Haftzeit verbüßte sie im Gebiet Kujbyschew. Am 13.11.1951 wurde sie aufgrund guter Arbeit und Führung vorzeitig entlassen. Man schickte sie in den Kreis Askis zurück. Am 07.02.1956 wurde sie aus der Sonder-Zwangsansiedlung freigelassen.
GARAJ, Karl (Sohn von Julius), geb. 1905, Deutscher aus dem Gebiet Schitomir. Nach §58-10 verurteilt zu 10 Jahren. Ab Frühjahr 1947 verbüßte er die Haftstrafe im Krasnojarsker Lagerstützpunkt No. 1.
GARBJUNG, Perepetus (Tochter von Franz), geb. 1912, aus der ASSR der Wolgadeutschen; ab 1943 nach Turuchansk verbannt, arbeitete als Wächterin im Industriekombinat.
GAREI, siehe GARAJ
GART, siehe HART
GARTMANN, siehe HARTMANN
GARTUN, Nikolaj/Nikolaus (Sohn von Fjodor/Friedrich), geb. 1916, befand sich 1950 unter Sonderkommandantur des KrasLag in Verbannung in dem Dorf Reschoty, Kreis Nischne-Ingasch, Gebiet Krasnojarsk. Maschinist.
GARTUNG, siehe HARTUNG
GARTWIG, siehe HARTWIG
GARTWICH, siehe HARTWICH
GARWITSCH, Viktor (Sohn von Georg), geb. 1928, wurde aus der ASSR der Wolga-deutschen in den Karatusker Kreis, Gebiet Krasnojarsk, deportiert. War von 1943-1946 in der Arbeitsarmee-Zone an der Station Sorokino, Mansker Kreis, Gebiet Krasnojarsk (Postfach Nr. 121 der Affinerie). Anschließend bis Dezember 1947 in Krasnojarsk. 1990 lebte er in Diwnogorsk.
GASSMANN, siehe HASSMANN
GATZ (oder HATZ), Iwan Stepanowitsch, möglicherweise Deutscher, geb. 1927, stammte aus der Ortschaft Newir, Ljubaschewsker Landkreis, Wolhynsker Gouvernement. Verhaftet am 06.05.1945 im Wolhynsker Gebiet. Am 16.07.1945 vom Militärtribunal des Innenministeriums des Wolhynsker Gebietes verurteilt zu 15 Jahren Zwangsarbeit nach § 54-1a des Strafgesetzes der Ukrainischen SSR. Die gesamte Haftstrafe verbüßte er in einem Bergwerk des Lagerpunktes "Medweshij Rutschej". Am 25.04.1955 wurde er aus dem NorilLag entlassen. verbannung in Krasnojarsk. Am 22.06.1992 von der Staatsanwaltschaft des Wolhynsker Gebietes rehabilitiert. Heiratete das Repressionsopfer D.I. Bem. Beide lebten Ende der 1990er Jahre in Krasnojarsk.
GAUGLER (oder HAUGLER), Bruno Genrichowitsch, geb. 1912 in Blagoweschschensk. Deutscher Staatsangehöriger, der Paß wurde ihm vom deutschen Konsulat in Wladiwostok ausgehändigt. Lebte in der Nähe des Bergwerkes Nowaja Eruda, Uderejsker Kreis, Region Krasnojarsk. Mittlere Schulbildung. Topograf. Am 09.08.1937 verhaftet. Angeklagt nach § 58-7 des Strafgesetzes der RSFSR. Am 22.02.1938 von einem Sonderkollegium des NKWD der UdSSR zur Ausweisung aus der UdSSR verurteilt. Am 30.06.1989 von der Staatsanwaltschaft der Region Krasnojarsk rehabilitiert (P-18719).
GAUGLER (oder HAUGLER), Genrich (Heinrich) Genrichowitsch, geb. 1910 in Blagoweschschensk. Lebte in Sowrudnik, Nord-Jenisejsker Kreis, Region Krasnojarsk. Höhere Schulbildung. Leiter der Schwimmbagger-Flotte des „Jensolota“Gold-Trusts. Am 20.08.1937 verhaftet. Angeklagt wegen Schädlingstätigkeit. Am 22.02.1938 von einem Sonderkollegium des NKWD der UdSSR zur Ausweisung aus der UdSSR verurteilt. Am 01.09.1090 von der Staatsanwaltschaft der Region Krasnojarsk rehabilitiert (P-16699).
GAUK, Gustav Genrichowitsch, geb. 1906 in Riga. Zur Arbeitsarmee mobilisiert. Verbrachte diese Zeit im KrasLag, in der Siedlung Nischnaja Pojma, Nischneingaschsker Kreis, Region Krasnojarsk. Stammte aus einer Arbeiterfamilie. Grundschulbildung, parteilos. Technischer Normsachbearbeiter. Verhaftet am 03.06.1943. Angeklagt nach § 58-1a + 19, 58-2, 58-11 des Strafgesetzbuches der RSFSR. Am 11.12.1943 von einem Sonderkollegium des NKWD der UdSSR zu 8 Jahren Arbeitsbesserungslager verurteilt. Am 25.06.1957 vom Militärtribunal des Sibirschen Wekrkreises rehabilitiert (P-7581).
GAUS, Alexej/Alexander (Sohn von Alexander), geb. 1913, Deutscher aus der ASSR der Wolga-deutschen, kämpfte am Chassan-See, wurde verwundet, nach der Demobilisierung aus der Armee arbeitete er im Volkskommissariat der ASSR der Wolgadeutsche. Am 02.03.1939 als Mitglied des Obersten Gerichtshofs der ASSR der Wolgadeutschen bestätigt. 1941 ins Kras-nojarsker Gebiet deportiert, in die Ortschaft Kalinikowo (150 km von Kansk entfernt). Am 25.01.1942 vom Kansker Militärkomitee zur Arbeitsarmee ins KrasLag mobilisiert, zur Station Sosnowka (Juschnaja Tungesska). Am 23.02.1943 Leiter der Fabrik zur Herstellung von Eisenbahnschwellen und Ober-Schriftführer. Im ersten Halbjahr 1943 war er als bester Agitator in der Kolonie No. 3 anerkannt. Mitglied des Parteikomitees der 1. Abteilung des KrasLag, Kolonie No. 1. Am 04.08.1945 wurde er vom Sonderkollegium des NKWD der UdSSR zu 13 Jahren laut Strafakte "100" verurteilt. Vom 17.02.1945-25.03.1955 verbüßte er seine Haftstrafe im Lager Sch-175 in der Stadt Workuta. Er überlebte.
GAUS, Georg (Sohn von Lew), geb. 1891, beendete 1919 die Medizinische Universität. Die Verbannung verbrachte er im Kreis Ust-Jennisejsk, Autonomos Gebiet Tajmyr, Gebiet Krasnojarsk. 1943 war er Arzt im Karauler Krankenhaus.
GEBEL, Andrej/Andreas (Sohn von Andrej/Andreas), geb. 22.02.1930; wurde im September 1941 aus dem Gebiet Saratow in den Beresowsker (heute Scharypowsker) Kreis, Gebiet Krasnojarsk, verbannt. Am 06.02.1956 aus der Zwangsansiedlung freigelassen.
GEBEL (Kraft), Emma (Tochter von Andrej/Andreas), geb. 1926; wurde im September 1941 aus dem Gebiet Saratow in den Beresowsker (heute Scharypowsker) Kreis, Gebiet Krasnojarsk, verbannt. 1942 zur Arbeitsarmee in die Baschkirische ASSR mobilisiert. 1949 in den Beresowsker (heute Scharypowsker) Kreis, Gebiet Krasnojarsk überführt. Am 05.02.1956 aus der Sonder-Zwangsansiedlung freigelassen.
GEBEL, Konstantin (Sohn von Iwan/Johann), geb. 1926, gebürtig aus der Stadt Kamyschin, Gebiet Stalingrad (heute Wolgograd). Dort lebte er auch. Im September 1941 in das Gebiet Semipalatinsk zwangsumgesiedelt. 1941 zur Arbeitsarmee ins Gebiet Kemerowo mobilisiert. Arbeitete dort im Wachruschew-Schacht in der Stadt Kisseljewsk als Hauer im 2. Revier im Vollschicht-System unter Tage, und zwar vom 04.12.1942 bis11.04.1946. Am 03.04.1947 vom Volksgericht nach § 74 Strafgesetz zu 5 Jahren verurteilt. Die Strafe verbüßte er im NorilLag. Am 05.09.1951 wurde er aus dem Arbeitsbesserungslager entlassen und bis zum 14.02.1955 zur Umsiedlung nach Norilsk bestimmt; seine persönliche Akte No. 25531 befindet sich im Informationszentrum der Behörde für Inneres in der Region Krasnojarsk.
GEBERLEIN, Amalie (Tochter von Christopher), geb. 1926; im Jahre 1941 aus der ASSR der Wolgadeutschen deportiert in die Ortschaft Melnitschnoje, Kreis Biriljussy, Gebiet Krasnojarsk. Am 11.02.1943 zur Arbeitsarmee nach Atschinsk mobilisiert.
GEELE, Peter, geb. 1927 in Leningrad. Deportiert. Befand sich von
1943-1946 in der Trudarmeezone des Metallhüttenwerkes (Postfach 121) an der
Station Sorokino, Mansker Bezirk, Region Krasnojarsk. Lebte anschließend bis
Dezember 1957 in der Stadt Krasnojarsk, später in Diwnogorsk.
A.F. Lorej. Liste der Personen, die sich in der zweiten Hälfte der 1940er
Jahre in der Trudarmeezone des Krasnojarsker Metallhüttenwerks (Postfach 121),
Station Sorokino, Region Krasnojarsk, befanden, (a), erstellt von Sirotinin.
GEFNER, Iwan Jegorowitsch, geb. 1905 im St. Petersburger Gouvernment. Als Verbannter in der Siedlung Sarala, Ordschonikidsijewsker Kreis, Autonomes Gebiet Chakassien, Region Krasnojarsk. Konnte nur wenig lesen und schreiben. Arbeiter in einem Unternehmen für Energie und Mechanik. Am 05.02.1938 verhaftet. Angeklagt wegen konterrevolutionärer Agitation. Am 23.05.1938 von einer Kommission des NKWD und der Staatsanwaltschaft der UdSSR zur Höchststrafe verurteilt. Am 31.08.1938 in Abakan erschossen. Am 14.11.1959 vom Obersten Gericht der RSFSR rehabilitiert (P-11447).
GEFNER, Jegor Iwanowitsch, geb. 1876 im St. Petersburger Gouvernement. Als Verbannter in der Siedlung Sarala, Ordschonikidsijewsker Kreis, Autonomes Gebiet Chakassien, Region Krasnojarsk. Konnte nur wenig lesen und schreiben. Am 05.02.1938 verhaftet. Angeklagt wegen konterrevolutionärer Agitation. Am 23.05.1938 von einer Kommission des NKWD und der Staatsanwaltschaft der UdSSR zur Höchststrafe verurteilt. Am 31.08.1938 in Abakan erschossen. Am 14.11.1959 vom Obersten Sowjet der RSFSR rehabilitiert (P-11447).
GEFTEL, siehe HEFTEL
GEIDE, Maria Alexandrowna (siehe HEIDE)
GEIM, siehe HEIM
GEINKE, Alexander Antonowitsch (siehe HEINKE)
GEINZ (siehe HEINZ)
GEINZ (siehe HEINZ), Alexander Andrejewitsch
GEINZ (siehe HEINZ), Karl Karlowitsch
GEINZE (siehe HEINZE)
GEISE (siehe HEISE), Anatolij Adolfowitsch
GEIST, Andrej Andrejewitsch, geb. 1911 im Gouvernement Saratow. Arbeitsarmist. Lebte in der Arbeitskolonie Werchnjaja Tuguscha, Ilansker Kreis, Region Krasnojarsk. Verhaftet am 16.10.1942. Angeklagt wegen rechter trotzkistischer Agitation. Am 30.10.1943 von einem Sonderkollegium des NKWD der UdSSR zu 10 Jahren Besserungsarbeitslager verurteilt. Am 07.03.1955 von der krasnojarsker Regionskommission zur Überprüfung von Strafverfahren rehabilitiert (P-4624).
GEK, Adam Adamowitsch, geb. 1915, Wolgadeutscher, Bruder von K.A. Gek,
Sonderzwangs-umsiedler, in den Jahren 1950-1951 Vorarbeiter in einer
Waldparzelle in Tilitschet, Kreis Dolgij Most, Gebiet Krasnojarsk.
Verbannungs- / Lagerhaftbericht
von Antona Josifowitsch Mironow.
GEK, Josef (Sohn von Anton), geb. 1897, stammte aus dem Dorf Borowka, Tjaschinsker Kreis, Gebiet West-Sibirien (heute Gebiet Nowosibirsk). 1937 im Krasnojarsker Gebiet verhaftet. Am 13.01.1938 von einer Kommission des NKWD und der Staatsanwaltschaft der UdSSR, Protokoll No. 47, verurteilt zum Tod durch Erschießen wegen Spionage und anderer diversiver Tätigkeiten zu Gunsten Lettlands. Am 22.02.1938 in Atschinsk erschossen.
GEK, Josef (Sohn von Josef), geb. 1910, im Jahre 1930 aus der Ukraine
verschleppt, erhielt 10 Jahre Lagerhaft, die er unweit von Plessezk im Gebiet
Archangelsk verbüßte. In den Jahren 1949-1951 befand er sich in
Pakatejewo, arbeitete als , Meister im Waldrevier in in Tilitschet, Kreis Dolgij
Most, Gebiet Krasnojarsk.
Verbannungs- / Lagerhaftbericht
von Antona Josifowitsch Mironow.
GEK, Karl Adamowitsch, geb. um 1910, Wolgadeutscher, Bruder von A.A.
Gek. War Frontkämpfer und trat dort in die Partei ein, besaß militärische
Auszeichnungen. Sonderzwangsumsiedler, Meister im Waldrevier in in Tilitschet,
Kreis Dolgij Most, Gebiet Krasnojarsk.
Verbannungs- / Lagerhaftbericht
von Anton Josifowitsch Mironow.
GEKKEL, Amalie (Tochter von Iwan/Johann), geb. am 30.01.1933, Deutsche aus Kost im Kanton Kukkus, ASSR der Wolgadeutschen. Ab 1943 Verbannte auf einer Vorort-Sowchose beim Turuchansker Dorfsowjet.
GEKKEL, Karl Karlowitsch, geb. 1905. Verbannter, lebte an der Goldmine Alexandrowka, Askisker Kreis, Autonomes Gebiet Chakassien, Region Krasnojarsk. Stammte aus einer Mittelbauernfamilie. Goldsucher. Verhaftet am 24.02.1938. Angeklagt wegen Mitgliedschaft in einer konterrevolutionären Organisation. Von einem Sonderkollegium des NKWD der UdSSR am 21.06.1938 zu 10 Jahren Besserungsarbeitslager verurteilt. Am 05.04.1961 vom chakassischen Regionsgericht rehabilitiert (P-12783).
GELBRECHT, Johanna (Tochter von Christian), geb. 1911, Deutsche aus dem Gebiet Schitomir. Medizinische Laborantin. 1944 vom Sonderkollegium nach §54-1a des Straf-gesetzbuches der UdSSR zu 5 Jahren verurteilt. 1945-1946 verbüßte sie ihre Haftstrafe im Tschernogorsker Speziallager, arbeitete in einem Werk zur Herstellung von Massenbedarfs-gütern.
GELD (oder HELD), Gerda Awgustowna, war 1950 in der Verbannung in der Fabrik Syndaska, Kreis Chatanga, Region Krasnojarsk. Ist auch erwähnt in der Akte No. 9578 des Verbannten I.W. Psarew.
GELDT, siehe HELDT
GELERT, Reinhold Samoilowitsch, geb. 1893 in der Kolonie Wygoda, Nowograd-Wolhynsker Wolost, Landkreis Schitomir, Gouvernement Kiew. Zwangsumsiedler, lebte eine Zeit lang am Bergwerk Leonowskij, Uderejsker Kreis, Region Krasnojarsk. Stammte aus einer Großbauern-Familie, konnte kaom lesen und schreiben, parteilos. 1930 entkulakisiert und vertrieben. Zimmermann in der Mine. Verhaftet am 15.05.1938. Angeklagt nach § 58-10, Abs. 1, des Strafgesetzbuches der RSFSR. Das Verfahren wurde am 19.04.1939 aufgrund von Umständen, die ihn rehabilitierten, eingestellt (P-7553).
GELHORN, David Iwanowitsch, geb. 1916 im Krasnokutsker Kanton, Gouvernement Saratow. Trudarmist bei einer Arbeitskolonne in Werchnaja Tuguscha, Kraslag. Verhaftet nach § 59-6 des Strafgesetzes der RSFSR. Am 16.06.1943 von einem Sonderkollegium des NKWD der UdSSR zu 10 Jahren Arbeits- und Erziehungslager verurteilt (die Sammelakte umfaßte insgesamt 7 Personen). Am 01.04.1974 vom Krasnojarsker Regionsgericht rehabilitiert.
GELINGER, befand sich 1943 in der Arbeitsarmee im KrasLag, Kolonie No. 2. Galt als bester Agitator.
GELSENDEGER, Alexander Petrowitsch, geb. 1888 in dem Dorf Baden, Friedrich-Engels- Kreis, Gebiet Odessa. Als Verbannter an der Saralinsker Mine, Autonomes Gebiet Chakassien, Region Krasnojarsk. Arbeiter in der Eisenerzgrube. Verhaftet am 03.10.1930. Angeklagt wegen antisowjetischer Agitation. Am 17.04.1931 von einer Sonder-Trojka der Bevollmächtigten-Vertretung der GPU im West-Sibirischen Gebiet zu 5 Jahren Besserungsarbeitslager verurteilt. Am 31.03.1989 von der Staatsanwaltschaft der Region Krasnojarsk rehabilitiert (P-15095).
GELSCHERT, Alexej Fjodorowitsch, geb. 1908 im Gouvernement Samara. Lebte in der Schaf-Sowchose „Altajskij“, Kreis Minusinsk, Region Krasnojarsk. Ober-Zootechniker. Verhaftet am 04.07.1938. Angeklagt wegen konterrevolutionärer Aktivitäten. Am 02.08.1938 vom krasnojarsker Gebietsgericht zu 25 Jahren Besserungsarbeitslager verurteilt. Am 13.04.1956 von einer Sonderkommission des Obersten Gerichts der UdSSR rehabilitiert (P-4646).
GENDIK, Iwan Wenediktowitsch (siehe HENDIK)
GENIN, Karl Alexandrowitsch, geb. 1872 in der Stadt Pawlodar. 1930 von einem Gericht nach § 58-10 des Strafgesetzes angeklagt. Lebte in dem Dorf Wereschschagino, Kreis Turuchansk, Region Krasnojarsk. Stammte aus einer Bauernfamilie. Mittlere Schulbildung. Buchhalter in der Wereschschaginsker Fischfang-Station „Sewmorputi“ (Nordmeer-Seeweg; Anm. d. Übers.). Verhaftet am 22.02.1938 in der Strafsache I.T. Komarow (unter diese Akte fielen insgesamt 16 Personen). Angeklagt nach § 58-10, 11 des Strafgesetzes der RSFSR. Am 15.03.1938 von einer Trojka der NKWD-Verwaltung der Region Krasnojarsk zur Höchststrafe verurteilt. Am 14.04.1938 in Turuchansk erschossen. Am 04.05.1963 vom Krasnojarsker Regionsgericht rehabilitiert (P-13772).
GENINBERG, Ella (Tochter von Alexander), geb. 1923; im Jahre 1941 aus der ASSR der Wolgadeutschen in die Ortschaft Arefjewo, Kreis Biriljussy, Gebiet Krasnojarsk, deportiert. Am 11.02.1943 zur Arbeitsarmee nach Atschinsk mobilisiert.
GENKE (oder HENKE), Friedrich Ernestowitsch, geb. 1894 in dem Dörfchen Marjasowka, Nepetowsker Bezirk, Gouvernement Kiew, wo er auch lebte. Pächter zweier Dampfmühlen. 1930 entkulakisiert und vertrieben. 1933 wegen der Verwahrung von Geldmitteln verhaftet. Als Zwangsumsiedler in Kansk, Region Krasnojarsk. Mechaniker an der Kansker Holzfabrik. Verhaftet am 02.04.1933. Angeklagt nach § 58-7, 11 des Strafgesetz-buches der RSFSR.. Das Verfahren wurde aufgrund von Umständen, die ihn rehabilitierten, eingestellt. Hauptmechaniker am der Kansker Holzfabrik. Verhaftet am 26.08.1937 in Sachen P.A. Puchowskij (unter diese Strafsache fielen insgesamt 72 Personen). Wurde im Kansker Gefängnis gefangen gehalten. Am 03.11.1937 von einer Trojka des UNKWD der Region Krasnojarsk zur Höchststrafe verurteilt. Er bekannte sich nicht schuldig. Am 03.11.1937 in Kansk erschossen. Rehabilitiert von der Staatsanwaltschaft der Region Krasnojarsk am 26.07.2001 (P-415, P-4417).
GENKEL, Andrej Kasparowitsch (siehe HENKEL)
GENKEL, Kasper Jakowlewitsch (siehe HENKEL)
GENKEL, Karl Kasparowitsch (siehe HENKEL)
GENKEL, Magdalina Genrichowna siehe HENKEL)
GENSE, Christian Cristianowitsch (siehe HENSE)
GENSE, siehe HENSE
GENSLER, siehe HENSLER
GENTER. Elternlose Kinder (17,
15, 12 Jahre alt), möglicherweise Deutsche. Wurden zur Verbannung in den Bezirk
Turuchansk, Region Krasnojarsk gebracht und zusammen mit 20 anderen Familien an
der Mündung des Mühlenbachs, wo lediglich drei Häuser standen, ausgesetzt.
Ljudmila Kotijewa, Sonderumsiedler im Bezirk Turuchansk, Region Krasnojarsk,
Leiterin S.S. Subowo, 2008. Turuchansker Zentrum für Kinder- und
Jugend-Kreativität „Storch“, Kollektiv „Nordländer“. Wettbewerbsarbeit,
vorgestellt beim Allrusischen Wettbewerb historischer Arbeiten von Schülern der
höheren Klassenstufen „Der Mensch in der Geschichte. Rußland – 20. Jahrhundert“,
(s)
GENTER, Natalia. Verbüßte ihre
Verbannungszeit in dem Dorf Kostino, Turuchansker Bezirk, Region Krasnojarsk.
Arbeitete mit 13 Jahren bei der Kartoffellese im Gemüsespeicher.
Ljudmila Kotijewa, Sonderumsiedler im Bezirk Turuchansk, Region Krasnojarsk,
Leiterin S.S. Subowo, 2008. Turuchansker Zentrum für Kinder- und
Jugend-Kreativität „Storch“, Kollektiv „Nordländer“. Wettbewerbsarbeit,
vorgestellt beim Allrusischen Wettbewerb historischer Arbeiten von Schülern der
höheren Klassenstufen „Der Mensch in der Geschichte. Rußland – 20. Jahrhundert“,
(s)
GENZ, Georgij Konstantinowitsch, geb. 12.12.1896 auf dem Einzelgehöft Besdnenko, Metschetinsker Amtsbezirk, Gouvernement Kiew. Lebte in Turuchansk. Konnte lesen und schreiben. Leiter eines Fuhrparks. Am 25.02.1938 verhaftet. Angeklagt wegen antisowjetischer Agitation. Am 23.05.1938 von einer Kommission des NKWD und der Staatsanwaltschaft der UdSSR zur Höchststrafe verurteilt. Am 01.08.1938 in Krasnojarsk erschossen. Am 03.06.1989 von der Staatsanwaltschaft der Region Krasnojarsk rehabilitiert (P-18614).
GENZELMAN(N), Karolina Jakowlewna (siehe HENZELMANN)
GEPNER, Michail Michailowitsch (s. HEPNER)
GERB, befand sich 1943 in der Arbeitsarmee im KrasLag, Lagerstützpunkt Sosnowka. Im ersten Halbjahr 1943 galt er als schlecht arbeitender Agitator.
GERB-SOMER, Iwan/Johann (Sohn von Iwan/Johann), geb. 1903, Deutscher aus der Ortschaft Seelmann, gebiet Saratow; befand sich ab 1942 zusammen mit seiner Ehefrau Anna (Tochter von Alexander), geb. 1904, die aus Nowaja Galanka, Gebiet Saratow, stammte, in Turuchansk in der Verbannung. Er arbeitete in der Fischfabrik.
GERB-SOMMER, Jekaterina/Katharina (Tochter von Andrej/Andreas), geb. 1897, Ehefrau von Michael (M.) Gerb-Sommer, der spurlos in der Arbeitsarmee in Sibirien verschwand. Im September 1941 zusammen mit den Kindern Adolf (Sohn von Michael), geb. 1936, Barbara (Kukuschkina), geb. am 10.04.1928, und Pauline (Papst), geb. 1926, aus der Stadt Engels, ASSR der Wolgadeutschen deportiert. 1942 wurden sie mit dem Dampfer "Kirow" zur Anlegestelle Ananjewsk, Kreis Dudinka, Autonomes Gebiet Tajmyr, Gebiet Krasnojarsk, geschickt. Die Mutter, übersanstrengt von der Arbeit, starb im Oktober 1943. Pauline lebte von 1954-1965 in Lewinskije Peski, 1965 zog sie nach Dudinka um, arbeitete als Melkerin in der Sowchose "Poljarnij". Barbara arbeitete als Küchenhilfe in der Kantine, Adolf wurde in einem Kinderheim in Sibirien abgegeben. 1961 kam er nach Dudinka, wo er seine Schwester Barbara nach 18 Jahren wiederfand.
GERDT, Emmanuel Jakowlewitsch, geb. 1896 im Gouvernement Saratow. Als Verbannter im Ust-Abakansker Kreis, Autonomes Gebiet Chakassien, Region Krasnojarsk. Arbeiter bei der Bergwerksverwaltung. Am 30.03.1942 verhaftet. Angeklagt wegen konterrevolutionärer Agitation. Am 10.06.1942 vom chakassischen Gebietsgericht zur Höchststrafe verurteilt. Am 11.08.1942 in Minusinsk erschossen. Am 18.12.1995 von der Staatsanwaltschaft der Region Krasnojarsk rehabilitiert (P-21850).
GERDT, Friedrich Petrowitsch, geb. 1878 in der deutschen Kolonie Marienthal, Gouvernement Samara. 1928 verhaftet. Angeklagt nach § 58-6 des Strafgesetzbuches der RSFSR. Von einem Sonderkollegium der OGPU der Region Nord-Kaukasien zu 3 Jahren Verbannung in den Kansker Bezirk, Region Krasnojarsk, verurteilt. Lebte im Revier Schegaschet, Kansker Bezirk, Region Ost-Sibirien. Stammte aus einer Beamten-Familie, mittlere Schulbildung, parteilos. Arbeitete nicht. Verhaftet am 24.02.1930. Angeklagt nach § 58-10 des Strafgesetzbuches der RSFSR. Am 27.05.1930 von einer Sonder-Trojka der Bevollmächtigtenvertretung der OGPU der Region Sibirien zu 5 Jahren Arbeitsbesserungslager verurteilt. Am 28.11.1989 von der Staatsanwaltschaft der Region Krasnojarsk rehabilitiert (P-1360).
GERDT, Immanuel (Sohn von Jakob), geb. 01.01.1924, Deutscher aus der Ortschaft Straßburg, ASSR der Wolgadeutschen. Agronom. 1941 zusammen mit seinem Vater Jakob sowie dessen gesamter Familie in das Dorf Baltschug, Kreis Suchobusimo, Gebiet Krasnojarsk, verbannt. 1942 wurden alle arbeitsfähigen Familienmitglieder in die Arbeitsarmee geschickt, der Vater kehrte von dort nicht zurück. Immanuel geriet in die Arbeitsarmee nach Nischneangarsk, zur Holzfällerei. Ein Baum zerschmetterte ihm die Beine, er wurde Invalide. Er kehrte nach Baltschug zurück, heiratete, arbeitete in einer Sowchose. 1947 schickte man ihn nach Atschinsk, wo er das Fahren von Traktoren und Mähdreschern erlernen sollte. Bis 1952 arbeitete er als Traktorist und Mähdrescherfahrer. In Zusammenhang mit dem Bauprojekt von Krasnojarsk-26, wurde er in die Ortschaft Kekur, Kreis Suchobusimo, umgesiedelt, wo er 12 Jahre lang lebte. Am 28.01.1956 wurde er aus der Sonderzwangsansiedlung freigelassen. 1964 wurde er zum Verwalter der rückständigsten Sowchose Gorskij ernannt, ließ sich erneut in Baltschug nieder. Am 10.11.1994 wurde er von der Verwaltung für Inneres der Region Krasnojarsk rehabilitiert. Der Bruder geriet nach Solikamsk, die Schwester wurde in den Bergwerken von Kemerowo zum Krüppel gemacht. 1997 lebte er in Baltschug.
GERDT, Pauline (Tochter von Georg), beendete die medizinische Schule in der Stadt Balter, ASSR der Wolgadeutschen. Verbrachte die Verbannung im Kreis Chatanga, Autonomes Gebiet Tajmyr, Region Krasnojarsk. Ab 1943 Leiterin der Sanitätsstelle der Fabrik Rybnaja.
GERETZKI, Heinz, verbüßte eine Lagerhaftstrafe im NorilLag.
GERGERT, siehe HERGERT
GERGERT (oder HERGERT), David Egorowitsch, geb. 1907 in der Stadt Ekaterintal (Katharinental), Kanton Krasnokut, Gouvernement Saratow. Grundschulbildung, parteilos. Wurde ins Kraslag deportiert. Lebte in der Ortschaft Ulkol, Dserschinsker Bezirk, Region Krasnojarsk. Traktorist im Forstrevier. Am 14.06.1942 verhaftet, Aufenthalt im krasnojarsker Gefängnis. Angeklagt nach §§ 58-2, 58-10 des Strafgesetzes der RSFSR. Kam am 20.12.1942 im Gefängnis ums Leben. Am 25.04.1957 durch die Staatsanwaltschaft des Sibirischen Wehrkreises (Art. 4, Abs. 5 des Strafgesetzes der RSFSR) und am 13.02.2006 durch die Staatsanwaltschaft der Region Krasnojarsk (P-6912) rehabilitiert.
GERGET, siehe HERGET
GERING (oder GÖRING), Maria. Mutter von zwei Kindern. 1941 in den Kuraginsker Kreis, Region Krasnojarsk, deportiert. 1942 in die Arbeitsarmee mobilisiert. Die Kinder wurden der Mutter weggenommen. Eine Maria vorher nicht bekannte deutsche alte Frau nahm sich ihrer an und zog sie groß.
GERKEN, Olga Matwejewna, geb. 1884 im Kasansker Amtsbezirk, Kasansker Gouvernement. Lebte in Krasnojarsk. Reinmachefrau in der Genossenschaft „Novy byt“ („Neuer Alltag“; Anm. d. Übers.). Am 02.07.1941 verhaftet. Angeklagt wegen konterrevolutionärer Agitation. Am 21.02.1942 von einem Sonderkollegium des NKWD der UdSSR zu 10 Jahren Besserungsarbeitslager verurteilt. Am 29.12.1989 von der Staatsanwaltschaft der Region Krasnojarsk rehabilitiert (P-5301).
GERLACH, Alexander Christianowitsch, geb. 1892 in dem Dorf Stransturg (gemeint ist wohl Straßburg; Anm. d. Übers.), Gouvernement Saratow. Lebte im Saralinsker Kreis, Autonomes Gebiet Chakassien, Region Krasnojarsk. Leiter der Produktionsabteilung „Solotoprodsnab“. Am 04.02.1938 verhaftet. Angeklagt wegen konterrevolutionärer Tätigkeiten. Am 15.06.1938 von einem Sonderkollegium des NKWD der UdSSR zu 10 Jahren Besserungsarbeitslager verurteilt. Am 25.10.1956 vom chakassischen Gebietsgericht rehabilitiert (P-5429).
GERMAN(N), siehe HERMAN(N)
GERMAN(N) oder HERMAN(N), Eduard Iwanowitsch, geb. 1919, stammte aus dem Gebiet Saratow. Wurde 1939 in die Armee einberufen, vom 22.06.1941 bis 15.08.1941 an der Front. Von der Front abberufen und nach Kotlas ins Besserungsarbeitslager "91"-219 (Nördliches Eisenbahnlager) geschickt, wo er bis zum 20.03.1950 blieb. Vom 20.03.1950 bis 14.09.1953 vom Nördlichen Eisenbahnlager unter der Begleitung von Wachsoldaten verschickt. Lebte in der Siedlung Jermakowo, Kreis Igarka, Region Krasnojarsk. 1953 zur Sonderzwangsansiedlung auf Lebenszeit nach Tschernogorsk verschickt. 1993 lebte er in Tschernogorsk.
GERMAN(N) (GEHRMANN oder HERMANN), Emma Iwanowna, geb. 1903 in dem Dorf Marienthal, Gouvernement Saratow. Stammte aus einer Familie vonMittelbauern. Schulbildung – 7 Klassen. Als Verbannte in Minusinsk. Arbeitete aufgrund ihrer Invalidität nicht. Am 15.11.1946 verhaftet. Angeklagt nach § 58-10 des Strafgesetzes der RSFSR. Am 16.01.1947 vom krasnojarsker Gebietsgericht zu 7 Jahren Besserungsarbeitslager verurteilt. Am 31.10.1963 vom Obersten Gericht der RSFSR rehabilitiert (P- 13855).
GERMAN(N) (GEHRMANN oder HERMANN), Franz Franzewitsch, geb. 1896 in Hamburg, Deutschland. Kriegsgefangener des 1. Weltkriegs. 1930 wegen konterrevolutionärer Aktivitäten aus Moskau verbannt. Lebte in Igarka. Konnte lesen und schreiben. Mechaniker auf dem Leichter Nr. 5 der Hauptverwaltung des Nordmeer-Seeweges. Am 30.04.1938 wegen einer Strafsache, in die insgesamt 7 Personen verwickelt waren, verhaftet. Angeklagt nach § 58-10 Strafgesetz der RSFSR. Am 10.11.1939 vom krasnojarsker Gebietsgericht zu 5 Jahren Besserungsarbeitslager verurteilt. Am 16.11.1993 von der Staatsanwaltschaft der Region Krasnojarsk rehabilitiert (P-21251).
GERMAN(N) (Hermann), Frieda, geb. 1926. Schwester von J. Germann (Hermann).
Deportiert aus der Stadt Pallasowka, Gouvernement Saratow. Befand sich von
1943-1946 in der Trudarmeezone des Metallhüttenwerkes (Postfach 121) an der
Station Sorokino, Mansker Bezirk, Region Krasnojarsk. Lebte anschließend bis
Dezember 1957 in der Stadt Krasnojarsk, später in Diwnogorsk.
A.F. Lorej. Liste der Personen, die sich in der zweiten Hälfte der 1940er
Jahre in der Trudarmeezone des Krasnojarsker Metallhüttenwerks (Postfach 121),
Station Sorokino, Region Krasnojarsk, befanden, (a), erstellt von Sirotinin.
GERMAN(N) (GEHRMANN oder HERMANN), Iwan Iwanowitsch, geb. 1904 in dem Dorf Reingrad, Gouvernement Saratow. Konnte lesen und schreiben. Arbeitsarmist in der Arbeitskolonne Werchnjaja Tuguscha, Ilansker Außenlagerstelle des NKWD-KrasLag. Im Februar 1943 in Sachen A.J. Bachman(n) verhaftet (unter diese Akte fielen insgesamt 39 Personen). Angeklagt nach § 58-2, 10, 11, Strafgesetz der RSFSR. Am 20.10.1943 von einem Sonderkollegium des NKWD der UdSSR zu 10 Jahren Besserungsarbeitslager verurteilt. Bekannte sich nicht schuldig. Am 12.10.1957 vom krasnojarsker Gebietsgericht rehabilitiert (P-8050).
GERMAN(N) (GEHRMANN oder HERMANN), Iwan Jakowlewitsch, geb. 1900 im Gouvernement Saratow. Arbeitsarmist im Kreis Biriljussy, Region Krasnojarsk. Mitglied einer nicht vorschriftsgemäßen Genossenschaft. Am 02.03.1938 verhaftet. Angeklagt wegen Mitgliedschaft in einer konterrevolutionären Organisation. Am 25.03.1938 von einer Kommission des NKWD und der Staatsanwaltschaft der UdSSR zur Höchststrafe verurteilt. Am 13.08.1938 in Atschinsk erschossen. Am 13.04.1961 von einer Sonderkommission des Obersten Gerichts der RSFSR rehabilitiert (P-12781).
GERMAN(N) (Hermann), Jakob, geb. 1927. Bruder von F. Germann (Hermann).
Befand sich von 1943-1946 in der Trudarmeezone des Metallhüttenwerkes (Postfach
121) an der Station Sorokino, Mansker Bezirk, Region Krasnojarsk. Lebte
anschließend bis Dezember 1957 in der Stadt Krasnojarsk, später in Diwnogorsk.
A.F. Lorej. Liste der Personen, die sich in der zweiten Hälfte der 1940er
Jahre in der Trudarmeezone des Krasnojarsker Metallhüttenwerks (Postfach 121),
Station Sorokino, Region Krasnojarsk, befanden, (a), erstellt von Sirotinin.
GERNER, Nikodim Matwejewitsch, geb. 1909 om Gouvernement Cherson. 1930 entkulakisiert und zur Olchowsker Kommandantur verschleppt. Arbeitete in der Zeche des Kombinats „Minusasolota“ (Minusinsker Gold-Kombinat; Anm. der Übers.), beim Artemowsker Bergwerk. Am 07.07.1938 verhaftet. Angeklagt wegen Mitgliedschaft in einer konterrevoluionären, aufständischen Gruppierung und antisowjetischer Agitation. Am 26.03.1939 vom krasnojarsker Gebietsgericht zu 10 Jahren Besserungsarbeitslager verurteilt. Am 22.04.1958 von einer Sonderkommission des Obersten Gerichts der RSFSR rehabilitiert (P-9251).
GERR, David Andrejewitsch, geb. 1895 im Gouvernement Samara. Lebte in dem Dörfchen Borodino, Bogradsker Kreis, Autonomes Gebiet Chakassien, Region Krasnojarsk. Stammte aus einer Familie von Mittelbauern. Arbeitete in einer Zucht-Sowchose. Am 27.02.1938 verhaftet. Angeklagt wegen Mitgliedschaft in einer antisowjetischen Organisation und antisowjetischer Agitation. Am 23.05.1938 von einer Kommission des NKWD und der Staatsanwaltschaft der UdSSR zur Höchststrafe verurteilt. Am 02.08.1938 erschossen. Am 21.04.1964 von einer Sonderkommission des Obersten Gerichts der UdSSR rehabilitiert (P-14004).
GERT, David (Sohn von Alexander), geb. 1926, wurde 1941 aus der ASSR der Wolgadeut-schen in das Dorf Arefjewo, Kreis Biriljussy, Region Krasnojarsk, deportiert. Am 22.11.1942 zur Arbeitsarmee nach Atschinsk mobilisiert.
GERTER (oder GÄRTER), Fjodor Iwanowitsch, geb. 1894, Gouvernement Saratow. Als verbannter Umsiedler im Kreis Biriljussy, Region Krasnojarsk. Arbeitete in der Kolchose. Am 06.03.1938 verhaftet. Angeklagt wegen Mitgliedschaft in einer konterrevolutionären Organisation und rechte, trotzkistische Agitation. Am 05.06.1938 von einer Kommission des NKWD und der Staatsanwaltschaft der UdSSR zur Höchststrafe verurteilt. Am 16.08.1938 in der Stadt Atschinsk erschossen. Am 23.05.1961 von einer Sonderkommission des Obersten Gerichts der RSFSR rehabilitiert (P-12811).
GERTNER (oder GÄRTNER), Teresia (Therese) Jakowlewna, geb. 1913 in dem Dorf Mirnyj Pokoj, Nowonikolajewsker Amtsbezirk, Jekaterinoslawsker Gouvernement. Zwangsumsiedlerin, lebte in der Siedlung Beltyrskij, Askisker Kreis, Autonomes Gebiet Chakassien, Region Krasnojarsk. Stammte aus einer armen Bauernfamilie. Deutschlehrer an der Mittelschule. Am 24.01.1945 verhaftet. Angeklagt nach § 58-10 des Strafgesetzes der RSFSR. Am 16.06.1945 vom chakassischen Gebietsgericht zu 7 Jahren Besserungsarbeitslager mit Konfiszierung des Besitzes und 3 Jahren Entzug der politischen Rechte verurteilt. Am 08.12.1962 von einer Sonderkommission des Obersten Sowjet der UdSSR rehabiltiert (P-13597). Verbüßte seine Haftstrafe in der Region Kujbyschew. Am 13.11.1951 wegen guter Führung vorzeitig entlassen. Kehrte in den Askisker Kreis zurück. Am 07.02.1956 aus der Sonderzwangsansiedlung freigelassen.
GERWALDT, Jakob (Sohn von Jakob), geb. 1892, wurde im Jahre 1941 zusammen mit seiner Ehefrau Sophia (Tochter von Friedrich), geb. 1899, aus der ASSR der Wolgadeutschen nach Irbej, Gebiet Krasnojarsk, verschleppt. War in der Arbeitsarmee.
GERZ, siehe HERZ
GERZEN, siehe HERZEN
GERZOG, Iwan Jakowlewitsch (siehe HERZOG)
GESLER, Anna Jegorowna, war 1950 in der Verbannung in der Fabrik Syndaska, Kreis Chatanga, Region Krasnojarsk. Ist auch erwähnt in der Akte No. 9578 des Verbannten I.W. Psarew.
GESLER, Josef Christianowitsch, geb. 1895 in Jugoslawien. Deutscher. Lebte in dem Dörfchen Ust-Derbino, Daurischer Kreis, Region Krasnojarsk. Konnte nur schlecht lesen und schreiben. Schmied bei der Waldwirtschaft. Am 08.02.1938 verhaftet. Angeklagt nach § 58-10 des Strafgesetzes der RSFSR. Am 28.03.1939 vom krasnojarsker Gebietsgericht zu 5 Jahren Besserungsarbeitslager verurteilt. Am 04.11.1967 von einer Sonderkommission des Obersten Gerichts der RSFSR rehabilitiert (P-14529)
GESS, Alexander Georgiewitsch (siehe HESS)
GESSE, Johann Genrichowitsch (siehe HESSE)
GETERLE, Iwan Iwanowitsch, geb. 1893. Gebürtig aus und wohnhaft in dem Dorf Marinowo, Beresowsker Amtsbezirk, Gouvernement Cherson. Streckenarbeiter. Am 31.12.1934 verhaftet. Angeklagt nach § 54-10 des Strafgesetzes der Ukrainischen SSR. Am 25.06.1935 von einem Sonderkollegium des NKWD der UdSSR zu 5 Jahren Verbannung verurteilt. Als Verbannter in dem Dorf Leschma, Region Krasnojarsk. Konnte nur schlecht lesen und schreiben. Hilfsarbeiter. Am 19.02.1938 verhaftet. Angeklagt wehen antisowjetischer Agitation. Am 23.05.1938 von einer Kommission des NKWD und der Staatsanwaltschaft der UdSSR zur Höchststrafe verurteilt. Am 15.10.1938 in Krasnojarsk erschossen. Am 01.09.1989 von der krasnojarsker Staatsanwaltschaft und 1958 vom Krasnojarsker Gebietsgericht rehabilitiert (P-20045).
GETLAR, siehe HETLAR
GETT, siehe HETT
GETTINGER, Julij Davidowitsch, geb. 1890 in der Ortschaft Golodko, Gouvernement Saratow. Als Verbannter in Krasnojarsk. War von 1912-1914 in Deutschland. Nicht abgeschlossene höhere Schulbildung. Leiter der technischen Versorgungsabteilung beim Bumstroj. Am 16.04.1937 in Sachen M.W. Bobylew verhaftet (unter diese Akte fielen insgesamt 6 Personen). Angeklagt wegen Mitgliedschaft in einer antisowjetischen Organisation. Am 14.07. 1938 vom Militärkollegium des Obersten Gerichts der UdSSR zur Höchststrafe verurteilt. Am 14.07.1938 in Krasnojarsk erschossen. Am 12.12.1956 vom Militärtribunal des Obersten Gerichts der UdSSR rehabilitiert (P-6221).
GETZ, siehe GÖTZ
GETZ (oder GÖTZ), Adolf Georgiewitsch, geb. 1899 in dem Dorf Grimm, Kamensker Kanton, Gouvernement Saratow. Als Verbannter im Rybinsker Kreis, Region Krasnojarsk. Sägenrichter im Forstrevier „Rajlessag“ (Kreisholzbeschaffung; Anm. d. Übers.). Am 25.03.1942 verhaftet. Angeklagt wegen antisowjetischer Agitation. Am 13.01.1943 von einem Sonderkollegium des NKWD der UdSSR zu 10 Jahren Besserungsarbeitslager verurteilt. Am 02.11.1961 vom krasnojarsker Gebietsgericht rehabilitiert (P-13039).
GETZ, Albina Andrejewna.
Verbüßte ihre Verbannungszeit in Kostino, Turuchansker Bezirk,
Region Krasnojarsk, Leiterin des Gemüsespeichers in Kostino. Ehemann: Jakob
MILLER, Lehrer. Verbüßte seine verbannungszeit ebenfalls im Turuchansekr Bezirk,
Region Krasnojarsk. 1942 zur Tridarmee mobilisiert, kam dort ums Leben. Als in
der griechischen Familie Dimitrijadi der Vater verhaftet wurde ( er hatte ein
Brot gestohlen), und die Mutter starb, gab sie den beiden Mädchen (ihren
Freundinnen), die nun als Waisen zurückgeblieben waren, Kartoffelschalen zum
Essen und rettete sie dadurch vor dem Hungertod.Sie selbst heiratete, um ihre
eigenen Kinder durchzubringen, einen ortsansässigen Witwer, der selber fünf
Kinder hatte und zwanzig Jahre älter war als sie.
Ljudmila Kotijewa, Sonderumsiedler im Bezirk Turuchansk, Region Krasnojarsk,
Leiterin S.S. Subowo, 2008. Turuchansker Zentrum für Kinder- und
Jugend-Kreativität „Storch“, Kollektiv „Nordländer“. Wettbewerbsarbeit,
vorgestellt beim Allrusischen Wettbewerb historischer Arbeiten von Schülern der
höheren Klassenstufen „Der Mensch in der Geschichte. Rußland – 20. Jahrhundert“,
(s)
GETZ (oder GÖTZ), Jakob Fjodorowitsch, geb. 1885 im Gouvernement Samara. Als Verbannter in dem Dorf Ogonki, Daurischer Kreis, Region Krasnojarsk. Konnte nur wenig lesen und schreiben. Schmied in einer Kolchose. Am 19.05.1938 verhaftet. Angeklagt nach § 58-10 des Strafgesetzes der RSFSR. Am 19.03.1939 vom krasnojarsker Gebietsgericht zu 8 Jahren Besserungsarbeitslager verurteilt. Am 12.10.1993 von der Staatsanwaltschaft der Region Krasnojarsk rehabilitiert (P-21170).
GEWEILER, Johann (Sohn von Jakob), geb. 1902, Abnahmebeamter bei der
Technischen Kontrollabteilung in der Ischorsker Fabrik in Kolpino, Gebiet
Leningrad. Zuhause verhaftet am 21.02.1938. Am 22.06.1938 von einer Kommission
des NKWD und der Staatsanwaltschaft der UdSSR zum Tod durch Erschießen
verurteilt. Am 09.07.1938 in Leningrad erschossen. Vom Militärtribunal des
Leningrader Militärbezirks am 26.05.1958 rehabilitiert. Seine Ehefrau
Jekaterina/Katharina (Tochter von Jegor/Georg), 1905-1994, sowie die Kinder
Elena/Helena, 1930-1965 und Sophia, geb. 1937, wurden in den Abansker Kreis,
Gebiet Krasnojarsk, verbannt; ab 1943 befanden sie sich in der Siedlung
Goworkowo, Kreis Bogutschan, Gebiet Krasnojarsk. Am 04.02.1956 ließ man
sie frei; ab 1958 lebte die Ehefrau in Kansk.
Verbannungs- / Lagerhaftbericht
von Sophia Iwanowna Popowa.
GIBERT, Iwan Martinowitsch, geb. 1908 im Jekaterinoslawsker Gouvernement. Lebte in Minusinsk. Konnte lesen und schreiben. Schlosser beim Fahrzeugtrupp „Sojusagrotrans“. Am 28.10.1948 verhaftet. Angeklagt nach § 58-1 des Strafgesetzes der RSFSR. Am 15.01.1949 vom Militärtribunal zu 25 Jahren Besserungsarbeitslager verurteilt. Am 09.01.2004 von dr Staatsanwaltschaft der Region Krasnojarsk rehabilitiert (P-24315).
GIBERT-SEMENTSCHUK, Oksana (Tochter von Abraham), geb. 1912, ihr Ehemann starb an der Front, 4 Kinder. 1944 in Dnjepropetrowsk verhaftet. Verurteilt zu 5 Jahren (hauptsächlich aufgrund ihrer nationalen Zugehörigkeit). Die Kinder wurden in ein Kinder-heim geschickt. Sie verbüßte die Haftzeit im Tschernogorsker Sonderlager. Im August 1947 wurden ihre beiden Beine während der bewachten Rückkehr von der Arbeit verwundet. 1949 freigelassen.
GILDEBRANDT (oder HILDEBRANDT), August Gustavowitsch, geb. 1904 in Polen. Deutscher. Lebte in dem Dörfchen Rakitow Kljutsch, Idrinsker Kreis, Region Krasnojarsk. Stamme aus einer Bauern-Familie, konnte kaum lesen und schreiben, parteilos. Arbeitete in einer Kolchose namens Thälmann. Verhaftet am 15.12.1938. Angeklagt nach § 58-10, Abs. 1, des Strafgesetzbuches der RSFSR. Wurde im Minusinsker Gefängnis gefangen gehalten. Das Verfahren wurde am 17.01.1939 aufgrund von Umständen, die ihn rehabilitierten, eingestellt (P-2342).
GILDEBRANDT (oder HILDEBRANDT), Gustav Gustavowitsch, geb. 20.08.1906 im Rischsker Landkreis, Gouvernement Wolhynien. Lebte in dem Dörfchen Rakitow Kljutsch, Idrinsker Kreis, Region Krasnojarsk. Stammte aus einer Bauern-Familie, konnte kaum lesen und schreiben, parteilos. Arbeitete in einer Kolchose namens Thälmann. Verhaftet am 15.12.1938. Angeklagt nach § 58-10, Abs. 1, des Strafgesetzbuches der RSFSR. Wurde im Minusinsker Gefängnis gefangen gehalten. Das Verfahren wurde am 17.01.1939 aufgrund von Umständen, die ihn rehabilitierten, eingestellt (P-2342).
GILDEBRANDT (oder HILDEBRANDT), Rudolf Wilhelmowitsch, geb. am 08.01.1895 in der Kolonie Neubrow, Landkreis Brest-Litowsk, Grodnensker Gouvernement, Polen. Bis 1916 lebte er in Polen. Von 1918-1920 diente er als Stabsfeldwebel in der Koltschak-Armee. Lebte eine Zeit lang in Krasnojarsk. Stammte aus einer Beamten-Familie, 5 Klassen Dorfschulbildung, parteilos. Hauptbuchhalter beim krasnojarsker Eisenbahn-Betriebsgesellschaft im Revier No. 485. Verhaftet am 03.06.1938. Unter diesen Fall fielen insgesamt 3 Personen. Angeklagt nach § 58-6, 7, 11 des Strafgesetzbuches der RSFSR. Das Verfahren wurde am 22.11.1939 vom UNKWD der Region Krasnojarsk aufgrund von Umständen, die ihn rehabilitierten, eingestellt (P-7354).
GILDERMAN(N), Ella (Tochter von Iwan/Johann), geb. 1948, als Verbannte in der Siedlung Polikarpowsk, Kreis Ust-Jenissej, Autonomes Gebiet Tajmyr, Region Krasnojarsk.
GILDERMAN(N), Iwan/Johann (Sohn von Iwan/Johann), geb. 1919, Deutscher
aus der Ortschaft Straßburg im Kanton Pallassowka, Gebiet Saratow.
Geigenspieler. Verhaftet am 06.11.1942 in der Arbeitsarmee. Am 20.02.1943 vom
Militärgericht der Kujbyschewer Garnison verurteilt zu 10 Jahren und 5
Jahren Verlust aller Rechte; befand sich von 1943-1950 im IwdelLag bei der Holzfällerei,
2 Jahre im MinLag im Kohlebergwerk, bis 1952 in Inta, danach verbannt nach
Suchobusimo. Lebt im Krasnojarsker Gebiet. Ehefrau: Frieda (Tochter von Adam)
Klauser.
Verbannungs-/Lagerhaft-Bericht von Frieda Adamowna Gildermann (Klauser).
GILDERMAN(N), Lydia (Tochter von Bogdan), geb. 1920, als Verbannte in der Siedlung Polikarpowsk, Kreis Ust-Jenissej, Autonomes Gebiet Tajmyr, Region Krasnojarsk.
GILDERMAN(N), Lydia (Tochter von Gottfried), Ehefrau von I. (A.) Folmer, verbrachte die Verbannung im Keschemsker Kreis, Gebiet Krasnojarsk.
GILDERMAN(N), Wladimir/Walter (Sohn von Iwan/Johann), geb. 1950, als Verbannter in der Siedlung Polikarpowsk, Kreis Ust-Jenissej, Autonomes Gebiet Tajmyr, Region Krasnojarsk.
GILDMAN(N), Viktor, geb. 1940, Deutscher aus der ASSR der Wolgadeutschen. 1941 zusammen mit den Eltern nach Biriljussy deportiert. Starb im Oktober 1941.
GILL, Emma (Tochter von Alexander), geb. 1906, Ehefrau von W. (J.) Schmidt, war in Verbannung in der Siedlung Nju-Pojma, Kreis Nischne-Ingasch, Region Krasnojarsk, und stand dort unter der Sonderkommandantur des KrasLag. Lehrerin. Am 21.08.1950 wurde sie der Sonderkommandantur No. 67 bei der Nischne-Ingaschsker Kreisabteilung des Staatssicherheitsdienstes im Gebiet Krasnojarsk überstellt.
GILL, Emma (Tochter von Alexander), geb. 1906, Ehefrau von W. (J.) Schmidt, war in Verbannung in der Siedlung Nju-Pojma, Kreis Nischne-Ingasch, Region Krasnojarsk, und stand dort unter der Sonderkommandantur des KrasLag. Lehrerin. Am 21.08.1950 wurde sie der Sonderkommandantur No. 67 bei der Nischne-Ingaschsker Kreisabteilung des Staatssicherheitsdienstes im Gebiet Krasnojarsk überstellt.
GILZ, Karl Iwanowitsch, geb. am 14.07.1882 in dem Dörfchen Petrowka, Nowosewlowsker Wolost, Jekaterinoslawsker Landkreis, Jekaterinoslawsker Gouvernement. Lebte an der Station Ilanskaja der Krasnojarsker Eisenbahn. Stammte aus einer Bauern-Familie, konnte lesen und schreiben, parteilos. Zugschmierer an der Bahnstation. Verhaftet am 16.06.1938. Angeklagt nach § 58-9, 10, 11 des Strafgesetzbuches der RSFSR. Das Verfahren wurde am 15.04.1939 aufgrund von Umständen, die ihn rehabilitierten, eingestellt (P-7086).
GINGEL, Iwan, geb. 1905 in der Ortschaft Lenngof (Dönhof), Kanton
Balzer, Gouvernement Saratow. Deportiert. Befand sich von 1943-1946 in der
Trudarmeezone des Metallhüttenwerkes (Postfach 121) an der Station Sorokino,
Mansker Bezirk, Region Krasnojarsk. Lebte anschließend bis Dezember 1957 in der
Stadt Krasnojarsk, später in Diwnogorsk.
A.F. Lorej. Liste der Personen, die sich in der zweiten Hälfte der 1940er
Jahre in der Trudarmeezone des Krasnojarsker Metallhüttenwerks (Postfach 121),
Station Sorokino, Region Krasnojarsk, befanden, (a), erstellt von Sirotinin.
GINTER, Albert Iwanowitsch, geb. 1907 in dem Dorf Streckenau (oder Streckerau), ASSR der Wolgadeutschen. Zur Arbeitsarmee ins KrasLag mobilisiert. Am 12.04.1945 verhaftet. Angeklagt wegen konterrevolutionärer Propaganda, Mitgliedschaft in einer konterrevolutionären Organisation und antisowjetischer Agitation. Am 07.02.1947 von einem Sonderkollegium des MGB der UdSSR zu 8 Jahren Besserungsarbeitslager verurteilt. Am 10.03.1956 von einer Sonderkommission des Obersten Gerichts der UdSSR rehabilitiert (P-8700).
GINTER, Arthur Karlowitsch, geb. 1913 im Gouvernement Saratow. Als Verbannter in dem Dorf Saliw, Kasatschinsker Kreis, Region Krasnojarsk. Konnte nur wenig lesen und schreiben. Arbeitete in einer Kolchose. Am 18.09.1942 verhaftet. Angeklagt nach § 58-10 des Strafgesetzes der RSFSR. Am 22.03.1943 vom krasnojarsker Regionsgericht zu 10 Jahren Besserungsarbeitslager verurteilt. Am 02.04.1997 von der Staatsanwaltschaft der Region Krasnojarsk rehabilitiert (P-22380).
GINTER (Günter?), Irma, geb. 1926, aus der Ortschaft Straßburg,
Pallasowsker Kanton, Gouvernement Saratow. Schwester von R. Ginter (Günter).
Zusammen mit Bruder Robert in die Region Krasnojarsk deportiert. Befand sich von
1943-1946 in der Trudarmeezone des Metallhüttenwerkes (Postfach 121) an der
Station Sorokino, Mansker Bezirk, Region Krasnojarsk.
A.F. Lorej. Liste der Personen, die sich in der zweiten Hälfte der 1940er
Jahre in der Trudarmeezone des Krasnojarsker Metallhüttenwerks (Postfach 121),
Station Sorokino, Region Krasnojarsk, befanden, (a), erstellt von Birger,
Sirotinin.
GINTER (Günter?), Robert, geb. 1927 in der Ortschaft Straßburg,
Gouvernement Saratow. Bruder von I. Ginter (Günter?). Befand sich von 1943-1946
in der Trudarmeezone des Metallhüttenwerkes (Postfach 121) an der Station
Sorokino, Mansker Bezirk, Region Krasnojarsk.
A.F. Lorej. Liste der Personen, die sich in der zweiten Hälfte der 1940er
Jahre in der Trudarmeezone des Krasnojarsker Metallhüttenwerks (Postfach 121),
Station Sorokino, Region Krasnojarsk, befanden, (a), erstellt von Sirotinin.
GINZ, siehe HINZ
GIPKE, Reinhold Gustavowitsch, geb. 1908 in dem Dörfchen Kolonia Lesnaja, Landkreis Schitomir, Gouvernement Wolhynien. Lebte in dem Dorf Rakitow Kljutsch, Idrinsker Kreis, Region Krasnojarsk. Konnte nur wenig lesen und schreiben. Arbeitete in einer Kolchose. Am 27.05.1938 verhaftet. Angeklagt nach § 58-10, 11 des Strafgesetzes der RSFSR. Am 14.04.1939 vom krasnojarsker Regionsgericht zu 5 Jahren Besserungsarbeitslager verurteilt. Am 29.03.1967 vom Obersten Gericht der RSFSR rehabilitiert (P-14453).
GIPKE, Selma (Tochter von Adolf), geb. 1919, Ukraine-Deutsche, lebte mit den Eltern in dem Dorf Grünwald, Basarsker Kreis, Gebiet Schitomir. Ab 1943 befand sich die Familie auf der Flucht nach Deutschland. Im Sommer 1946 wurde sie in Dessau verhaftet und zur Wald-parzelle Karatschurin, Wolschsker Waldwirtschaft, in der ASSR Mari, deportiert. Bis 1956 stand sie unter Kommandantur. 1990 lebte sie in Krasnojarsk.
GIRSCHFELD, Alexander Gottfriedowitsch (siehe HIRSCHFELD)
GIRSTEIN (oder HIRSTEIN), Iwan Filippowitsch, geb. 1904 im Gouvernement Saratow. Als Arbeitsarmist in der Zwangsarbeiterkolonie Werchnjaja Tuguscha, Ilansker Kreis, Region Krasnojarsk. Am 30.10.1942 verhaftet. Angeklagt wegen rechter, trotzkistischer Agitation. Am 30.10.1943 von einem Sonderkollegium des NKWD der UdSSR zu 8 Jahren Besserungsarbeitslager verurteilt. Am 07.03.1955 von einer Prüfungskommission für Strafakten der Region Krasnojarsk rehabilitiert (P-4624).
GISBRECHT,(verheiratete Stuljewa), Margarita/Margarethe Jakowlewna,
geb. 1928, wurde 1942 zusammen mit ihrer Schwiegermutter Agathe GISBRECHT,
ca.1905- ca. 1980, den Schwestern Anna, geb. 1934, Hilda, geb. ca. 1936, Erna,
ca. 1941-1944, sowie den Stiefgeschwistern Andrej, Elisabeth und Sophie
Prukowski, aus der Ortschaft Wodjanoje, Kortiwsker Kreis, Gebiet Saporoschje,
verschleppt. Man brachte sie nach Deutschland in ein Arbeitslager. Bei ihrer Rückkehr
in die UdSSR wurde die gesamte Familie in die Siedlung Schum, Gebiet Irkutsk,
verbannt, weil sie die deutsche Staatsangehörigkeit besaßen. Am
06.01.1956 freigelassen. Lebt in der Region Krasnojarsk.
Verbannungs- / Lagerhaft-Bericht
von Margarita (Margarethe) Jakowlewna Stulewa.
GLASER, Alexander Iwanowitsch, geb. 1908 in dem Dorf Terobani, Potetzker Amtsbezirk, Gouvernement St. Petersburg. 1930 entkulakisiert , Entzug der Wahlrechte, verschleppt in die Kommunarowsker Siedlungskommandantur des NKWD, Schirinsker Kreis, Autonomes Gebiet Chakassien.. Hier arbeitete er bei der Holzbeschaffung für das Bergwerk. Am 22.10.1937 in Saschen A.A. Apelesowa verhaftet (unter diese Strafakte fielen insgesamt 11 Personen). Angeklagt wegen konterrevolutionärer Agitation. Am 02.12.1937 von einer Trojka der NKWD-Behörde der Region Krasnojarsk zur Höchststrafe verurteilt. Am 27.08.1959 von Gebeitsgericht rehabilitiert (P-11277).
GLASSNER (Glasner), Klementij Josifowitsch, geb. 1904 im Jekaterinoslawsker Gouvernement. Als Arbeitsarmist in der Zwangsarbeiterkolonie Werchnjaja Tuguscha, Ilansker Lageraußenstelle des KrasLag des NKWD. Mittlere Schulbildung. Am 06.01.1943 in Sachen A.J. Bachman verhaftet (unter diese Strafakte fielen insgesamt 39 Personen). Angeklagt nach § 58-2, 10, 11 des Strafgesetzes der RSFSR. Am 20.10.1943 von einem Sonderkollegium des NKWD der UdSSR zu 10 Jahren Besserungsarbeitslager verurteilt. Am 12.10.1957 vom krasnojarsker Gebietsgericht rehabilitiert (P-8050).
GLAUB, August Iwanowitsch, geb. 1903 in dem Dorf Tscheljabin, Gouvernement Orenburg. Lebte am Kilometer 423 der Krasnojarsker Eisenbahnlinie. Stammte aus einer Großbauern-Familie, 2 Klassen Dorfschul-Bildung, parteilos. Streckenarbeiter am 2. Streckenabschnitz der Krasnojarsker Bahnlinie. Am 08.06.1938 verhaftet. Angeklagt wegen Mitgliedschaft in einer konterrevolutionären Organisation und antisowjetischer Agitation. Das Verfahren wurde am 19.03.1939 vom Militärtribunal der Krasnojarsker Eisenbahn aus Gründen der Rehabilitation eingestellt (P-468).
GLEIM, deutsche Familie. Wurde im September 1941 aus der Ortschaft Straub im Kanton Kukkus, ASSR der Wolgadeutschen, in das Dorf Sagajskoje, Kreis Karatus, Gebiet Krasnojarsk, deportiert.
GLEIM, Anna (Tochter von August), geb. 1923, stammte aus dem Gebiet Saratow. Im September 1941 wurde sie in den Kreis Ujar, Gebiet Krasnojarsk, verschleppt. Im Juni 1942 vom Ujarer Wehrkommando in die Arbeitsarmee mobilisiert und in die Siedlung Chantajka, Kreis Dudinka, Autonomes Gebiet Tajmyr, Gebiet Krasnojarsk, geschickt. Sie arbeitete bis Ende 1950 als Fischerin auf einer Kolchose, und ging nach einem Aufruf ihres Mannes von dort fort.
GLEK, Jewgenia/Eugenia (Tochter von Leon), Arzthelferin. Beendete die Schwestern-schule in der Stadt Balzer, ASSR der Wolgadeutschen. Verbrachte die Jahre 1941-1942 in der Verbannung im Autonomen Gebiet Tajmyr, Gebiet Krasnojarsk.
GLEKLER, Bergarbeiter aus dem Donez-Gebiet, Zellengenosse von Plotkin im Wladi-mirsker Gefängnis in den Jahren 1938-1939.
GLEKLER, Albert Robertowitsch, geb. 1908 in Odessa. Lebte eine Zeit lang im Taschtypsker Kreis, Autonomes Gebiet Chakassien, Region Krasnojarsk. Mittlere Schulbildung. Am 09.07.1938 verhaftet. Angeklagt wegen konterrevolutionärer Tätigkeiten. Das Verfahren wurde am 17.01.1939 von der NKWD-Verwaltung des Autonomen Gebietes Chakassien eingestellt – aufgrund von Umständen, die ihn rehabilitierten.
GLOCK, Peter (Sohn von Alexander), geb. 1906, aus der ASSR der Wolgadeutschen deportiert nach Otschury, Altaj-Kreis, Chakassien. Starb am 20.03.1943 in der Arbeitsarmee im Gebiet Perm.
GOBERLEIN, Alexander (Sohn von Christian), geb. 1910, aus der ASSR der Wolgadeut-schen nach Melezk, Kreis Biriljussy, zur Tschschelewsker Abteilung der Poljewsker Sonder-kommandantur im Gebiet Krasnojarsk deportiert. Am 19.06.1942 zur Arbeitsarmee nach Atschinsk mobilisiert.
GOFMAN(N), Filipp Genrichowitsch (siehe HOFMAN(N))
GOFMAN(N), Josif (siehe HOFMAN(N))
GOFNER, Alexander Friedrichowitsch (siehe HOFNER)
GOCHGALTER, Filipp Filippowitsch (siehe HOCHHALTER)
GOFMAN(N), Viktor Wilhelmowitsch (siehe HOFMAN(N))
GOGENBERG, Jakob Ilitsch (siehe HOHENBERG)
GOIS (oder HOIS), Adam Iwanowitsch, geb. 1889 in Deutschland. Lebte in Bogotol. Deutscher Staatsangehöriger. Ehemaliger Kriegsgefangener. Stammte aus einer Arbeiterfamilie, mittlere Schulbildung. Bäcker im Krasnosawodsker Erholungsheim. Am 08.09.1937 verhaftet. Angeklagt wegen Spionage und konterrevolutionärer Agitation. Am 04.01.1938 von einem Sonderkollegium des NKWD der UdSSR zur Ausweisung aus der UdSSR verurteilt. Am 06.09.1989 von der Staatsanwaltschaft der Region Krasnojarsk rehabilitiert (P-18731).
GOLM, Alexander Gottliebowitsch (siehe HOLM)
GOLM, Gottlieb Gottliebowitsch (siehe HOLM)
GOLM, Gottlieb Petrowitsch (siehe HOLM)
GOLTSCH, Genrich (Heinrich) Gustawowitsch, geb. 1882 im Kalischsker Gouvernement. Lebte in Krasnojarsk. Höhere Bildung. Förster im Kreis Mana, Krasnojarsker Region. Am 21.02.1921 verhaftet. Angeklagt wegen Mitgliedschaft in einer konterrevolutionären Organisation und antisowjetischer Agitation. Das Verfahren wurde am 17.04.1921 von der Gouvernements-Tscheka aufgrund von Umständen, die seine Rehabilitation bewirkten, eingestellt (P-20364).
GOLZ, Josef Augustowitsch, geb. 1881 in dem Dorf Pawlinowka, Gouvernement Wolhynien. Lebte in dem Dorf Alexandrowka, Krasnoturansker Kreis, Region Krasnojarsk. Arbeitete in einer Kolchose namens Rosa Luxemburg. Am 28.02.1938 verhaftet. Angeklagt wegen Mitgliedschaft in einer konterrevolutionären, nazionalistischen Organisation und konterrevolutionärer Agitation. Am 23.05.1938 von einer Kommission des NKWD und der Staatsanwaltschaft der UdSSR zur Höchststrafe verurteilt. Am 02.08.1938 in Minusinsk erschossen. Am 29.09.1956 von einer Sonder-Kommission des Obersten Gerichts der UdSSR rehabilitiert (P-5624).
GOLZ, Rudolf Osipowitsch, geb. 1906 in dem Dorf Alexandrowka , Abakansker Amtsbezirk, Minusinsker Gouvernementskreis, Jenisejsker Gouvernement. Lebte an der Station Tschernogorka, Krasnoturansker Kreis, Region Krasnojarsk. Weichensteller. Am 20.01.1938 verhaftet. Angeklagt wegen konterrevolutionärer Agitation. Am 12.04.1938 von einer Kommission des NKWD und der Staatsanwaltschaft der UdSSR zur Höchststrafe verurteilt. Am 05.05.1938 in Atschinsk erschossen. Am 03.10.1959 von einer Sonder-Kommission des Obersten Gerichts der RSFSR rehabilitiert (P-11339).
GONEKER (siehe HONEKER), Christian Christanowitsch
GONSTEIN, Genrich (Heinrich) Genrichowitsch (oder HONSTEIN), geb. 1916 in der Ortschaft Nowaja Norka, Elinbajewsker Kanton, Gouvernement Saratow. Lebte in Kansk. Grundschulbildung. Zur Arbeitsarmee in die Bauverwaltung UWSR-384 mobilisiert. Am 08.09.1943 verhaftet. Angeklagt nach §§ 58-2, 10, 11 des Strafgesetzes der RSFSR. Am 26.02.1944 von einem Sonder-Kollegium des NKWD der UdSSR zu 10 Jahren Besserungsarbeitslager verurteilt. Am 30.01.1959 vom Militärtribunal des Sibirischen Wehrkreises rehabilitiert (P-24923).
GOPPE, Daniil Juliusowitsch (siehe HOPPE)
GOPPE, Friedrich Andrejewitsch (siehe HOPPE)
GORDT, Jegor Pawlowitsch, geb. am 03.01.1884 in dem Dorf Nowyj Tarlyk, Gouvernement Saratow. Als Zwangsumsiedler in der Siedlung Bajkit, Bajkitsker Kreis, Nationalgebiet der Ewenken, Region Krasnojarsk. Stammte aus einer Arbeiterfamilie, Dorfschulbildung, parteilos. Pferdepfleger und Fuhrmann beim Kreis-Industriekombinat. Am 19.05.1944 verhaftet. Nach § 58-10, Abs. 2 des Strafgesetzes der RSFSR angeklagt. Am 29.11.1944 vom ewenkischen Gebietsgericht zu 10 Jahren Besserungsarbeitslager und 5 Jahren Entzug der politischen Rechte mit Konfiszierung des persönlichen Besitzes. Am 27.10.1002 von der Staatsanwaltschaft der Region Krasnojarsk rehabilitiert (P-3998).
GORN, Jakow Jakowlewitsch, siehe GORN)
GORN, Jakob (Jakow) Karlowitsch (siehe HORN)
GORN, Jakow Karlowitsch (siehe HORN)
GORR,
Aleksander Davidowitsch, aus der Republik der Wolgadeutschen. Die Familie
lebte in einer Sowchosen-Siedlung etwa 60 km von Saratow entfernt. 1937 wurde
der Vater verhaftet; seine Haftstrafe verbüßte er an der Bahnstation
Suchobeswodnaja, Gorkowsker Region. Wurde vorzeitig entlassen. 1941 zusammen mit
den Eltern in die Region Krasnojarsk deportiert. Der Transport fand in
Güterwaggons statt; in Kansk wurden sie ausgeladen. Die Eltern arbeiteten in
einer Sowchose im Dorf Tschetscheul. Sie überwinterten in der Kansker
Vogelzucht-Sowchose. Im April 1942 wurde der Vater zur Trudarmee ins Kusnezker
Becken mobilisiert, wo er drei Jahre verbrachte. Aleksander und seine Mutter
kamen mit einer Häftlingsetappe in die Siedlung Potapowo im Turuchansker Bezirk.
Dort trafen sie am 12.09.1942 ein. Der Vater kam später nach. Alexsander lebte
10 Jahre in Potapowo; er beendete die 7-Klassen-Schule. Dort lernte er W.W.
Semenow kennen und freundete sich mit ihm an. 1952 brachte ihn der Kommandant
Oberst Torgaschin, der von Aleksanders Wunsch nach einer Ausbildung wußte, ihn
höchstpersönlich nach Dudinka. Dort heiratete er. Seine Frau hieß Tamara (die
Tochter von J.F. Kalinina). Sohn Wladimir wurde geboren. In Dudinka absolvierte
er ein kostenpflichtiges Fernstudium beim Moskauer Finanzinstitut für die
gehobene Buchhalterlaufbahn. Später wurde er zum Haupt-Buchhalter des Dudinker
Kontors der Handelsverwaltung des Norilsker Kombinats ernannt. 1962 wurde er als
Ober-Buchhalter der Handelsverwaltung des Kombinats nach Norilsk versetzt. Im
Dezember 1973 ernannte man ihn zum Leiter der Handelsverwaltung des Norilsker
Kombinats und zum stellvertretenden Kombinatsdirektor.
Über die Zeit, über Norilsk, über sich selbst, Buch 2, Moskau, 2002, S.434-436,
446, 447, Buch 3, Moskau, 2003, S. 432-435, 443, 452, 454, 458, 460, 462, 466,
473, 475.
GORN (HORN?), Iwan Iwanowitsch.
Verbüßte seine Verbannungszeit in dem Dorf Farkowo, Turuchansekr Bezirk, Region
Krasnojarsk. Heiratete die Russin Galina Gawrilowna Gawrilenko. Nach der
Hochzeit wurde Galina aus der Komsomolzen-Organisation ausgeschlossen. Er
arbeitete in Farkowo als stellvertretender Kolchosvorsitzender. 1960 wurde das
Büro des Bezirkskomitees der Partei nach Tschulkowo verlegt. Wahl zum
Vorsitzenden der Kolchose namens 17. Parteitag. Für seine gewiisenhafte Arbeit
bekam Iwan Iwanowitsch die Medaille des „Arbeitsveterans“ verliehen. Ferner
erhielt er die Jubiläumsmedaille „50 Jahre Sieg im Großen Vaterländischen Krieg
1941-1945“.
Ljudmila Kotijewa, Sonderumsiedler im Bezirk Turuchansk, Region Krasnojarsk,
Leiterin S.S. Subowo, 2008. Turuchansker Zentrum für Kinder- und
Jugend-Kreativität „Storch“, Kollektiv „Nordländer“. Wettbewerbsarbeit,
vorgestellt beim Allrusischen Wettbewerb historischer Arbeiten von Schülern der
höheren Klassenstufen „Der Mensch in der Geschichte. Rußland – 20. Jahrhundert“,
(s)
GORR, Amalia Fedorowna, geb. 1901 in der Siedlung Pokrowskaja Sloboda, Gouvernement Saratow. Als Verbannte in der Siedlung Tura, Nationales Gebiet der Ewenken, Region Krasnojarsk. Grundschulbildung. Ungelernte Arbeiterin in der Ilimpijsker Kreis-Fisch-Konsumgenossenschaft. Am 31.01.1943 verhaftet. Angeklagt nach § 58-10 des Strafgesetzes der RSFSR. Am 17.02.1943 vom ewenkischen gebietsgericht zur Höchststrafe verurteilt. Der Tod durch Erschießen wurde am 10.05.1943 vom Obersten Gericht der RSFSR in 10 Jahre Besserungsarbeitslager abgeändert. Am 17.04.1997 von der Staatsanwaltschaft der Region Krasnojarsk rehabilitiert (P-22431).
GOSSEN, Genrich (Heinrich) Genrichowitsch, geb. 1904. Geboren und wohnhaft in der Ortschaft Molotschansk, Jekaterinoslawsker Gouvernement. Unvollendete Mittelschul-bildung, Absolvent von Zootechniker-Kursen. Am 24.02.1936 vom Dnjepropetrowsker Gebietsgericht nach § 54-2, 11 des Strafgesetzes der Ukrainischen SSR zu 4 Jahren Besserungsarbeitslager und 2 Jahren Entzug der politischen Rechte mit Konfiszierung des persönlichen Besitzes verurteilt. Verbüßte seine Haftstrafe im KrasLag in der Siedlung Nischnjaja Pojma, Nischneingaschsker Kreis, Region Krasnojarsk. Am 23.12.1937 verhaftet. Angeklagt nach § 58-10, Abs. 1 des Strafgesetzes der RSFSR. Am 27.04.1939 vom Krasnojarsker Gebietsgericht zu 7 Jahren Besserungsarbeitslager und 3 Jahren Entzug der politischen Rechte verurteilt. Das Verfahren wurde am 18.10.1940 aufgrund von Umständen, die ihn rehabilitierten, eingestellt P-192).
GOTWALD, Fedor Josifowitsch, geb. 1856 im Kasansker Gouvernement. Lebte in Atschinsk. Angeklagt wegen konterrevolutionärer Agitation. Am 19.11.1921 von der krasnojarsker Gouvernements-Tscheka verurteilt (P-5902).
GÖTZ, Adam (Sohn von Adam), geb. 05.01.1925, aus der deutschen
Kolonie Jam, Ischorsker Dorfsowjet, Tosnjensker Kreis im Gebiet Leningrad. Am
26.03.1942 aus Leningrad abtransportiert und in die Region Krasnojarsk verbannt.
Ende 1994 lebte er im Bogutschansker Kreis, Gebiet Krasnojarsk.
GÖTZ, Karl (Sohn von Heinrich), geb. 1902, im Jahre 1937 in der ASSR der Wolgadeut-schen verhaftet . Spurlos verschwunden.
GOGENBERG, siehe HOHENBERG
GOINER, Iwan/Johann (Sohn von Michael), geb. 1926, im Jahre 1941 aus der ASSR der Wolgadeutschen nach Melezk, Kreis Biriljussy, Gebiet Krasnojarsk deportiert. Am 22.11.1942 zur Armee beim Atschinsker Wehrkommando mobilisiert.
GOIS, Adam (Sohn von Iwan/Johann), geb. 1889, Deutscher aus dem Dorf Bichitz, Deutschland, deutscher Staatsbürger. Ehemaliger Kriegsgefangener. Bäcker in Bogotol, Gebiet Krasnojarsk.Am 10.08.1938 Genehmigung zu seiner Verhaftung erteilt. Die Akte wurde ans NKWD der UdSSR zur Überprüfung im Sonderverfahren geleitet.
GOLDMAN(N), Dominik (Sohn von Josef), geb. 1899. Stammte aus der Stadt Kamyschin. Schriftsteller, Publizist, Literaturkritiker, Übersetzer. Arbeitete als Deutschlehrer. Repressionsopfer. Ab 1956 Mitglied des Schriftstellerverbandes, Mitarbeiter des "Jenissej"-Almanachs.
GOLIAN, Samuel (Sohn von Friedrich), geb. 1905, Deutscher, stammte aus dem Jenissejsker Gouvernement. Mitglied der Kolchose "Sieg" in der Siedlung Kamysch im Deutschen Rayon, Altaj-Gebiet. Verhaftet 1934. Vom Sonderkollegium des West-Sibirischen Kreisgerichts am 28.02.1935 nach §58-10,11 Strafgesetzbuch verurteilt zu 3 Jahren Arbeitsbesserungslager. Die Akte wurde am 23.07.1960 vom Obersten Sowjet der RSFSR aus Mangel an Beweisen geschlossen.
GOLM, siehe HOLM
GOLMAN(N), siehe HOLMAN(N)
GOLZER, siehe HOLZER
GOMAN(N), siehe HOMAN(N)
GONTSCH, Hermann (Sohn von Reinhold), geb. 1915, Ukraine-Deutscher. War 1943 mit seiner Familie aus dem Gebiet Schitomir nach Deutschland gelangt und wurde 1945 von dort, zusammen mit Kriegsgefangenen ins Donez-Becken verschickt. Verhaftet nach §58. Kam im SibLag an der Station Jaja ums Leben.
GOOL, Karl (Sohn von Karl), geb. 1904, stammte aus dem Gouvernement Saratow. Stall-knecht auf der Kolchose "Steppen-Pflüger" in der Ortschaft Nowo-Pokrowka, Kreis Kuragino, Region Krasnojarsk.1937 verhaftet und zu 10 Jahren verurteilt. Die Haftzeit verbüßte er in Lagern rund um Perm. Verstarb am 21.03.1943 im Lager. 1996 vom Krasno-jarsker Gebietsgericht rehabilitiert.
GOPNER, siehe HÖPPNER
GOPPER, siehe HOPPER
GORN, siehe HORN
GORTE, Alexander, geb. 1939, und Wladimir/Walter, geb. 1940, Deutsche, Kinder von Maria Root; 1941 zusammen mit der Mutter aus der ASSR der Wolgadeutschen nach Biriljussy im Gebiet Krasnojarsk deortiert. Beide starben während der Verbannung - einer am 09.10.1941, der andere am 13.10.1941.
GORTE, Erna (Tochter von Iwan/Johann), geb. 1922. Im Jahre 1941 aus der ASSR der Wolgadeutschen nach Biriljussy im Gebiet Krasnojarsk deportiert. Am 11.02.1943 zur Arbeitsarmee nach Atschinsk mobilisiert.
GORTE, Iwan/Johann, Deutscher aus der ASSR der Wolgadeutschen. 1941 deportiert in den Kreis Biriljussy, Region Krasnojarsk. Starb am 06.10.1941 in der Verbannung.
GOSMON, David (Sohn von Karl), 1941 aus der ASSR der Wolgadeutschen in das Dorf Satschulymka, Kreis Biriljussy, Region Krasnojarsk, deportiert. Am 19.06.1942 zur Arbeits-armee nach Atschinsk mobilisiert.
GOTTSELICH, Kalatsis, Deutscher, Kommunist, Mitstreiter Ernst Thälmanns, war in Spanien in der internationalen Brigade; nach deren Niederlage kehrte er in die UdSSR zurück. Schlosser im Elektrowerk im NorilLag.
GRABENDER, Alexander Christianowitsch, geb. 1877 in dem Dörfchen Schawin, Gostinsker ujezd, Gouvernement Warschau. Möglicherweise Deutscher. Lebte in der Ortschaft Nowoselowo, Region Krasnojarsk. Stammte aus einer Handwerker-Familie, konnte lesen und schreiben. Ging keiner geregelten Beschäftigung nach. Am 22.12.1937 verhaftet. Angeklagt wegen antisowjetischer Agitation. Am 04.02. 1938 von einer Kommission des NKWD und der Staatsanwaltschaft der UdSSR zur Höchststrafe verurteilt. Am 28.02.1938 in Krasnojarsk erschossen. Am 28.07.1989 von der Staatsanwaltschaft der Region Krasnojarsk rehabilitiert (P-18726).
GRABENDER, Georgij Aleksandrowitsch, geb. am 14.06.1914. Geboren und wohnhaft in Moskau. Stammte aus kleinbürgerlichen Verhältnissen. Unvollständige Mittelschulbildung, parteilos. Am 14.06.1935 von einem Sonder-Kollegium des NKWD der UdSSR zu 3 Jahren Verbannung in die Region Krasnojarsk verurteilt. Lebte eine Zeit lang in der Siedlung Nowosjelowo. Ohne feste Beschäftigung. Am 07.02.1938 verhaftet. Angeklagt nach § 58-10, Abs. 1 des Strafgesetzes der RSFSR. Am 22.03.1939 vom Krasnojarsker Gebietsgericht zu 7 Jahren Besserungsarbeitslager und 5 Jahren Entzug der politischen Rechte verurteilt. Am 31.05.1957 vom Obersten Gerichtshof der RSFSR rehabilitiert (P-7045).
GRAF, Bogdan Petrowitsch, geb. 1879 im Gouvernement Samara. Lebte in dem Dörfchen Mansja, Bogutschansker Kreis, Region Krasnojarsk. Stammte aus einer Bauernfamilie, konnte nur schlecht lesen und schreiben. Schuster. Am 09.02.1938 verhaftet. Angeklagt nach § 58-10, 11 des Strafgesetzes der RSFSR. Am 23.05.1938 von einer Kommission des NKWD und der Staatsanwaltschaft der UdSSR zur Höchststrafe verurteilt. Am 22.08.1938 in Kansk erschossen. Am 30.06.1989 von der Staatsanwaltschaft der Region Krasnojarsk rehabilitiert (P-18611).
GRAF, David (Sohn von David), geb. 1908, Deutscher aus der Ortschaft Straßburg im Kanton Pallassowka, ASSR der Wolgadeutschen. 1941 verbannt nach Serbimolod, Kreis Bolsche-Murta, Region Krasnojarsk. Zur Arbeitsarmee nach Atschinsk mobilisiert.
GRAF, Friedrich (Sohn von Friedrich), geb. 1884, stammte aus Alexanderhilf im Owidio-polsker Kreis, Gebiet Odessa. Kolchosarbeiter. Laut Akte No. 4697 verhaftet am 22.06.1941 nach §54-10 Strafgesetzbuch. Am 07.04.1941 durch Entscheid des Sonderkollegiums des NKWD der UdSSR zu 5 Jahren in die Region Krasnojarsk verbannt. Am 24.02.1993 von der Staatsanwaltschaft im Gebiet Odessa rehabilitiert.
GRAF, Wilhelm Christianowitsch, geb. 1893 im Gouvernement Cherson. Lebte in Krasnojarsk. Erdarbeiter am 11. Bauabschnitt der Station. Am 07.02.1938 verhaftet. Angeklagt wegen antisowjetischer Agitation. Am 23.05.1938 von einer Kommission des NKWD und der Staatsanwaltschaft der UdSSR zu 10 Jahren Besserungsarbeitslager verurteilt. Am 18.10.1960 von einer Sonder-Kommission des Obersten Gerichts der RSFSR rehabilitiert (P-12457).
GRANSKIJ, Iwan/Johann (Sohn von Konstantin), geb. 1889, Bienenzüchter bei der "Kedroprom" in der Ortschaft Taschtyp. Verhaftet im März 1933. Am 27.04.1933 von einer Trojka der Bevollmächtigten-Vertretung der OGPU der Region West-Sibirien zu 10 Jahren verurteilt. Am 08.09.1956 vom Gebietsgericht der Region Krasnojarsk rehabilitiert.
GRASLIK, Kondratij/Konrad (Sohn von Peter), geb. 1901, befand sich 1950 unter der Sonderkommandantur des KrasLag im 11. Lagerstützpunkt in Verbannung. Wurde am 22.08.1950 der Sonderkommandantur No. 65 im Kreis Nischne-Ingasch bei der Kreis-Abteilung des Staatssicherheitsdienstes im Gebiet Krasnojarsk übergeben.
GRAUBERGER, Alexander (Sohn von Karl), geb. 1912, stammte von dem Einzelgehöft Gorn (oder Horn) im Kanton Gmelinka, ASSR der Wolgadeutschen. 1941 verbannt in die Ortschaft Staro-Iwanowka (Alt-Iwanowka), Kreis Bolsche-Murta, Gebiet Krasnojarsk. Zur Arbeitsarmee ins KrasLag mobilisiert.
GRAUBERGER, Iwan Fedorowitsch, geb. 1921 in der Ortschaft Gnatdau (Gnadentau), Gouvernement Saratow. Lebte in Kansk. Grundschulbildung. Zur Arbeitsarmee in die Bauverwaltung UWSR-384 mobilisiert. Am 13.08.1943 verhaftet. Angeklagt nach § 58-2, 10, 11 des Strafgesetzes der RSFSR. Am 26.02.1944 von einem Sonder-Kollegium des NKWD der UdSSR zu 10 Jahren Besserungsarbeitslager verurteilt. Am 30.01.1959 vom Militärtribunal des Sibirischen Wehrkreises rehabilitiert (P-24293).
GRAULE, Iwan/Johann (Sohn von Iwan/Johann), geb. 1920, wurde im April 1935
zusammen mit seiner Mutter Margarita (Tochter von Andrej/Andreas), geb. 1899,
dem Bruder Alexander, geb. 1919, sowie der Schwester Elisabeth, geb. 1918, aus
der Nowosaratowsker Kolonie, Kreis Bsewolod im Gebiet Leningrad, in die Siedlung
Slawjanka, Pachtaaralsker Kreis, Gebiet Süd-Kasachstan (heute Gebiet
Tschimkent) deportiert. 1940 in die Armee mobilisiert, im Sommer 1941 nahm er an
den Kämpfen bei Wjasma und Rschew teil. Im Oktober 1941 wurde er nach
Moskau geschickt, anschließend nach Gorkij sowie nach Kamensk-Uralskij im
Gebiet Swerdlowsk, zu einem Baubataillon. Im Sommer 1942 befand er sich in der Nähe
von Swerdlowsk zum Bäumefällen. Im November 1942 schickte man ihn in
die Arbeitsarmee-Zone zum Karpinsker Tagebau (Station Bogoslowsk). Am 13.07.1943
wurde er verhaftet. Im Dezember 1943 schickte man ihn mit einer Haftdauer von 10
Jahren laut § 58-10 (Beschluß des Sonderkollegiums vom 05.01.1944) ins
IwdelLag. Er arbeitete als Brigadier beim Wegräumen von Holz aus den
Waldlichtungen , danach als Arbeitsanweiser und Normsachbearbeiter. Ab Herbst
1945 stand er nicht mehr unter der Begleitung von Wachpersonal. Am 07.03.1953
wurde er freigelassen. Man schickte ihn nach Krasnojarsk, zum 1. Ziegelwerk, in
die Verbannung. 1956 ließ man ihn frei. Am 21.01.1960 wurde er vom
Obersten Sowjet der UdSSR rehabilitiert. Die Mutter starb 1936 während der
Verbannung. Der Bruder floh aus der Verbannung. Der Vater, Iwan/Johann (Sohn von
Iwan/Johann) Graule, geb. 1888, war Buchhalter auf der Kolchose "Roter
Mechanisator" in der Nowosaratowsker Kolonie. Am 07.03.1933 wurde er
verhaftet und von der Bevollmächtigten-Vertretung der OGPU des Leningrader
Wehrkreises zu 5 Jahren nach Chabarowsk verbannt. Er verbüßte die
Zeit im BamLag in der Stadt Swobodnij. Am 05.02.1936 wurde er entlassen. Man
verbannte ihn mit seiner Familie nach Kasachstan, wo er am 10.10.1941 erneut
verhaftet und vom Gebietsgericht zu 10 Jahren verurteilt wurde. Am 22.07.1942
starb er in Dolinka (KarLag) an Ruhr. 1965 wurde er vom Leningrader
Gebietsgericht (wegen der ersten Verurteilung) rehabilitiert, und 1992 auch von
der Tschimkentsker Staatsanwaltschaft (aufgrund der zweiten Verurteilung).
Verbannungs-/Lagerhaft-Bericht
von Iwan Iwanowitsch Graule.
GREB, Iwan Jakowlewitsch, geb. 1905. Deportiert. Befand sich von
1943-1946 in der Trudarmeezone des Metallhüttenwerkes (Postfach 121) an der
Station Sorokino, Mansker Bezirk, Region Krasnojarsk.
A.F. Lorej. Liste der Personen, die sich in der zweiten Hälfte der 1940er
Jahre in der Trudarmeezone des Krasnojarsker Metallhüttenwerks (Postfach 121),
Station Sorokino, Region Krasnojarsk, befanden, (a), erstellt von Sirotinin.
GREB, Jakob (Sohn von Jakob), geb. 1910, stammte aus Wiesenmiller im Kanton Seelmann, Gebiet Saratow. Zusammen mit seiner Ehefrau Amalie (Tochter von Karl), 1908-1986, Tochter Irma, geb. am 18.10.1939, und seinem Stiefsohn August (Sohn von Heinrich) Schneider (derselbe, der auch den Namen August (Andrej/Andreas) Greb trug), geb. am 06.12.1931, am 06.09.1941 mit dem Gefangenenzug No. 841 nach Krasnojarsk deportiert; der gesamte Besitz wurde konfisziert. Kam in der Arbeitsarmee bei der Holzfällerei ums Leben. Die Familie wurde aus der Sonder-zwangsansiedlung am 08.02.1956 entlassen; sie blieb in Krasnojarsk. Heinrich Schneider (Sohn von Heinrich) wurde in die Ortschaft Bolschije Syry, Kreis Balachta, Region Krasno-jarsk, verschleppt und 1948 nach Fedossowo, Kreis Balachta, Region Krasnojarsk, umgesiedelt.
GREB, Natalie (Tochter von David), geb. am 14.04.1915,; wurde im September 1941 aus dem Gebiet Saratow in den Kreis Berjosowka (heute Shcarypowo), Gebiet Krasnojarsk, ver-schleppt. Am 15.03.1956 aus der Sonderzwangsansiedlung entlassen.
GREINER, Konstantin Iwanowitsch, geb. am 20.05.1912 in der Siedlung Stekolnyj Sawod, Gouvernement Moskau. Militärperson in der Region Krasnojarsk. Stammte aus einer Arbeiterfamilie, mittlere Schulbildung, parteilos. Autotechniker-Praktikant im Truppenteil No. 1567. Am 09.02.1936 verhaftet. Angeklagt nach § 58-10 des Strafgesetzes der RSFSR. Das Verfahren wurde am 10.05.1936 von der Staatsanwaltschaft des Sibirischen Wehrkreises aufgrund von Umständen, die ihn rehabilitierten, eingestellt (P-3488).
GRIGEL, Michail Iwanowitsch, geb. 1909 in Moskau. Lebte in der Nähe eines Bergwerkes im Schirinsker Kreis, Autonomes Gebiet Chakassien, Region Krasnojarsk. Am 22.11.1942 verhaftet. Angeglagt wegen konterrevolutionärer Agitation. Am 06.02.1943 vom chakassischen Gebietsgericht zu 10 Jahren Besserungsarbeitslager verurteilt. Am 11.08.1995 von der Staatsanwaltschaft der Region Krasnojarsk rehabilitiert (P-21757).
GRIMBERG, Iwan Wladimirowitsch, möglicherweise Deutscher, geb. 1909. Gebürtig aus dem Dörfchen Borisowka, Ujarsker Wolost, Kansker Landkreis, Jenisejsker Gouvernement. Lebte auch dort. Stammte aus einer Großbauern-Familie, Grundschulbildung, parteilos. Schmied im Gromadsker Steinbruch. Verhaftet am 22.02.1938. Angeklagt wegen Mitgliedschaft in einer konterrevolutionären Organisation und antisowjetischer Agitation. Am 15.05.1938 von einer Kommission des NKWD und der Staatsanwaltschaft der UdSSR zur Höchtstrafe verurteilt. Am 19.06.1938 in Krasnojarsk erschossen. Am 05.07.1957 vom Militärkollegium des Obersten Gerichts der UdSSR rehabilitiert (P-7728).
GRINBERG, Grigorij Alexandrowitsch, möglicherweise Deutscher, geb. 1891 in der Siedlung Ust-Tunguska, Enisejsker Bezirk, Jenisejsker Gouvernement. Jude. Lebte eine Zeit lang in Krasnojarsk. Sohn eines Händlers, konnte lesen und schreiben. parteilos. Leiter des Verkaufsstandes „Altstoffe und Rohmaterial“. Verhaftet am 23.12.1941. Angeklagt nach § 58-2, 11 des Strafgesetzbuches der RSFSR. Das Verfahren wurde am 23.03.1943 aufgrund von Umständen, die ihn rehabilitierten, eingestellt (P-198).
GRISMAN(N), Fjodor/Friedrich (Sohn von Karl), Verbannter, in den 40-er und 50-er Jahren verbrachte er die Verbannung in der Siedlung Kellog, Kreis Turuchansk, Gebiet Krasnojarsk. Am 15.11.1946 heiratete er G. (K.) Karlin.
GRITZ, Michail Petrowitsch, geb. 1897 in der Ortschaft Luplinka, Grodnensker Gouvernement. Möglicherweise Deutscher. Lebte an der Station Bugatsch (Krasnojarsker Eisenbahn). Konnte nur schlecht lesen und schreiben. Streckenwärter am 4. Schienen-abschnitt der Krasnojarsker Eisenbahnlinie. Am 31.12.1943 verhaftet. Angeklagt nach § 58-10 des Strafgesetzes der RSFSR. Am 10.02.1944 vom Militärtribunal der Krasnojarsker Eisenbahn zu 10 Jahren Besserungsarbeitslager verurteilt. Am 03.06.1997 von der Staatsanwaltschaft der Region Krasnojarsk rehabilitiert (P- 22552).
GROBMAN(N), Wilhelm, deutscher Staatsbürger. Ingenieur, in die UdSSR abkommandiert. Verhaftet 1941, zur einer Lagerhaftstrafe verurteilt. Befand sich von 1949-1954 in Ussowo, Uderejsker Kreis, Region Krasnojarsk, in Verbannung. Arbeitete in der geophysikalischen Abteilung für geologische Erkundungen beim Jenissejstroj des Ministeriums für Innere Ange-legenheiten der UdSSR.
GROH, Iwan/Johann, geb. 1926, im Jahre 1941 aus der ASSR der Wolgadeutschen in das Dorf Satschulymka, Kreis Biriljussy, Gebiet Krasnojarsk, deportiert. Am 22.11.1942 zur Arbeitsarmee nach Atschinsk mobilisiert.
GRONIKA (Groniko), Ernst (Ernest) Arturowitsch, geb. am 02.09.1883 in Riga. Ab Juli 1918 bis Hanuar 1920 Stabsrittmeister in der Koltschak-Armee. Wurde dreimal wegen konterrevolutionärer Aktivitäten verhaftet. Lebte in Krasnojarsk. Stammte aus kleinbürgerlichen Verhältnissen. Mittelschulbildung. Beendete das Technikum für Musik. Parteilos. Am 04.03.1931 verhaftet. Angeklagt nach § 58-10 Strafgesetz der RSFSR. Das Verfahren wurde am 26.06.1931 von der OGPU aufgrund von Umständen, die seine Rehabilitation bewirkten, eingestellt. Musiklehrer an der Musikschule Nr. 1 und im Haus des Lehrers. Am 04.10.1937 in Sachen P.R. Smolecho verhaftet (unter dieses Verfahren fielen insgesamt 59 Personen). Inhaftiert im Krasnojarsker Gefängnis. Am 02.12.1937 von einer Trojka der NKWD-Verwaltung der Region Krasnojarsk zur Höchststrafe verurteilt. Am 03.12.1937 in Krasnojarsk erschossen. Am 20.09.1956 vom Gebietsgericht der Region Krasnojarsk rehabilitiert (P-6752, P-1864).
GRONSKIJ, Iwan Konstantinowitsch, geb. 1889 in Wilno. Beendete die 3. Sommer-Handwerksschule in Brjansk. Der Vater war Meister in der Branntweinbrennerei beim Gutsbesitzer Miljawskij. Bis zur Revolution befaßte er sich mit Bienenzucht und dem Tischlerhandwerk. Im Juli 1920 wurde er in Wilno in die polnische Armee mobilisiert. Am 05.08.1920 geriet er in der Gegend von Tjaschewo in Gefangenschaft. Er kehrte nach Wilno zurück. 1927 traf er in Abasa, Chakassien, ein und arbeitete bis 1929 als Tischler im Kinderheim. 1930 fuhr er zur Goldgrube Ansas , arbeitete dort als Goldwäscher und begab sich anschließend nach Kurlugasch. Er kaufte eine Mühle, die man ihm jedoch aufgrund von Zahlungsrückständen wieder wegnahm. 1931 fuhr er in den Kreis Gorno-Schorskij, wo er 11 Bienenstöcke erwarb, sich mit Bienenzucht befaßte und später nach Kurlugasch zurückkehrte. Er trat in die Kolchose ein, verließ diese Kolchose nach 10 Monaten wieder, arbeitete als Bienenzüchter im „Kedroprom“ (Fabrik zur Verarbeitung von sibirischen Zirbelkiefern; Anm. d. Übers.). Am 11.03.1933 wurde er festgenommen. Am 27.04.1933 verurteilte ihn eine Trojka der Bevollmächtigten-Vertretung der OGPU in der West-Sibirischen Region, Protokoll No. 384, in Sachen I.S. Budim (unter diese Akte fielen insgesamt 205 Personen), nach § 58-2, 10, 11 des Strafgesetzes zu 10 Jahren. Am 08.09.1956 vom Krasnojarsker Gebietsgericht rehabilitiert (P-19764).
GROO, Christian Christianowitsch, geb. 1906 in dem Dörfchen Alexander-Gaj, Gouvernement Saratow. Als Arbeitsarmist in der Zwangsarbeiterkolonie Werchnjaja Tuguscha, Ilansker Sonder-Lagerpunkt beim KrasLag des NKWD. Stammte aus einer Mittelbauernfamilie. Konnte lesen und schreiben. Im Februar 1943 in Sachen A.J. Bachman(n) verhaftet (unter diese Akte fielen insgesamt 39 Personen). Angeklagt nach § 58-2, 10, 11 des Strafgesetzes der RSFSR. Am 20.10.1943 von einem Sonder-Kollegium des NKWD der UdSSR zu 10 Jahren Besserungsarbeitslager verurteilt. Am 12.10.1957 vom krasnojarsker Gebietsgericht rehabilitiert (P-8050).
GROO, Genrich (Heinrich).
Verbüßte seine Verbannungszeit in Turuchansk, Region Krasnojarsk. Um nicht vor
Hunger zu sterben, begann er im Alter von 12 Jahren im Winter bei der
Brennholzbeschaffung für Turuchansker öffentliche Einrichtungen zu arbeiten.
Ljudmila Kotijewa, Sonderumsiedler im Bezirk Turuchansk, Region Krasnojarsk,
Leiterin S.S. Subowo, 2008. Turuchansker Zentrum für Kinder- und
Jugend-Kreativität „Storch“, Kollektiv „Nordländer“. Wettbewerbsarbeit,
vorgestellt beim Allrusischen Wettbewerb historischer Arbeiten von Schülern der
höheren Klassenstufen „Der Mensch in der Geschichte. Rußland – 20. Jahrhundert“,
(s)
GROO, Jekaterina/Katharina (Tochter von Iwan/Johann), geb. 1910, wurde 1941 aus der ASSR der Wolgadeutschen in die Siedlung Nikiforowskij, Kreis Biriljussy, Region Krasno-jarsk, deportiert. Am 11.02.1943 zur Arbeitsarmee nach Atschinsk mobilisiert.
GROP, Irma (Tochter von Gottlieb), geb. 1923, im Jahre 1941 aus der ASSR der Wolga-deutschen in den Kreis Biriljussy, Gebiet Krasnojarsk, deportiert. Am 11.02.1943 zur Arbeitsarmee nach Atschinsk mobilisiert.
GROSS, Adolf (Sohn von Adolf), geb. 1924, im Jahre 1941 aus der ASSR der Wolgadeut-schen nach Biriljussy, Gebiet Krasnojarsk, deportiert. Am 22.11.1942 zur Arbeitsarmee nach Atschinsk mobilisiert.
GROSS, Adolf (Sohn von Adolf), geb. 1925, im Jahre 1941 aus der ASSR der Wolgadeut-schen in die Ortschaft Meletzk, Schtschelewsker Abteilung der Poljewsker Sonderkomman-dantur im Kreis Biriljussy, Gebiet Krasnojarsk, deportiert. Am 22.11.1942 zur Arbeitsarmee nach Atschinsk mobilisiert.
GROSS, Otto (Sohn von Adolf), geb. 1926, wurde 1941 aus der SSR der Wolgadeutschen in die Ortschaft Meletzk, Schtschelewsker Abteilung der PoljewskerSonderkommandantur im Kreis Biriljussy, Gebiet Krasnojarsk, deportiert. Am 22.11.1942 zur Arbeitsarmee nach Atschinsk mobilisiert.
GROSS, Wladimir/Walter (Sohn von Gottlieb), Mitarbeiter der Komintern,
in den 30-er Jahren auf der Ostchinesischen Eisenbahnlinie verhaftet. Die Haft
verbüßte er im KrasLag, im Lagerpunkt Prochladnij. Bis 1965-67 lebte
er in Reschoty, Kreis Nischne-Ingasch, Gebiet Krasnojarsk. Arbeitete in der
Planungsabteilung der Anstaltsverwaltung Y-235.
Verbannungs-
/Lagerhaftbericht
von Anatolij Andrejewitsch Ptjuschkin.
GROTH, Karl-Johann (Sohn von Jakob), 1908-28.08.1964, Deutscher, Bewohner der Ortschaft Grimm im Kanton Balzer, ASSR der Wolgadeutschen. Wurde 1941 zusammen mit seiner Ehefrau Lydia (Tochter von Peter), 1914.1994, sowie der Tochter Lydia, geb. 1939, zuerst in den Nischne-Ingaschsker Kreis, Region Krasnojarsk, anschließend, 1942, nach Potapowo, Kreis Dudinka, Region Krasnojarsk, und 1957 nach Podtjossowo, deportiert. Am 04.03.1947 wurde in der Verbannung die Tochter Irma (Ehename Newerka) geboren, 1950 Maria, 1953 Hilde. 1996 wurden sie rehabilitiert. Irma (Tochter von Karl) lebt in Krasnojarsk.
GRUBER, August Karlowitsch, geb. am 08.08.1893 in Lising, Österreich. Deutscher. Lebte eine Zeit lang in der Siedlung Ilanskij, Region Krasnojarsk. Stammte aus einer Arbeiterfamilie. Niedrigste Schulbildung, parteilos. Buchhalter bei der Kreisorganisation für den Transport und den Handel mit Nahrungsmitteln. Verhaftet am 07.06.1938. Angeklagt nach § 58-6, 9, 10, 11 des Strafgesetzbuches der RSFSR. Das Verfahren wurde am 15.04.1939 aufgrund von Umständen, die ihn rehabilitierten, eingestellt (P-7086).
GRUBER, August Karlowitsch, geb. 1893 in einem Vorort der Stadt Wien, Österreich. Lebte an der Station Kamala der Krasnojarsker Eisenbahnlinie. Stammte aus einer Arbeiterfamilie, konnte lesen und schreiben. Buchhalter im Schacht „Kamala“. Am 15.11.1948 verhaftet. Angeklagt nach § 58-10 des Strafgesetzes der RSFSR. Am 11.02.1949 vom krasnojarsker Gebietsgericht zu 8 Jahren Besserungsarbeitslager verurteilt. Am 03.08.1966 vom Obersten Gericht der RSFSR rehabilitiert. Seine Haftstrafe verbüßte er an der Station Katscha. Am 20.12.1952 ware er Materialverantwortlicher im Lager (P-14404).
GRUMANDS, Iwan Iwanowitsch, möglicherweise Deutscher, geb. 1885 im Disnensker Amtsbezirk, Wilensker Gouvernement. lebte eine Zeit lang in dem Dorf Michajlowka , Bolschemurtinsker Kreis, Region Krasnojarsk. Stammte aus einer Familie von Mittelbauern, konnte lesen und schreiben. Arbeitete in der Kolchose „Neues Leben“. Am 24.06.1938 verhaftet. Angeklagt nach § 58-10 des Strafgesetzes der RSFSR. Am 25.08.1939 bei einem Lokaltermin des Krasnojarsker Gebietsgerichts zu 5 Jahren Besserungsarbeitslager verurteilt. Am 08.04.1993 von der Staatsanwaltschaft der Region Krasnojarsk rehabilitiert (P-20676).
GRÜNSTEIN, Karl (Sohn von Iwan/Johann), geb. am 12.03.1886, der Vater war deutscher Kolonist, die Mutter Lettin. Er stammte aus dem Gouvernement Livland. Teilnehmer an der Revolutionsbewegung in Lettland, 1906 zu 4 Jahren Zwangsarbeit in den Bergwerken von Akatuja, Transbaikalien, verurteilt. Flüchtete nach Frankreich, wurde Mitglied der Pariser Sektion der Bolschewiken, an deren Spitze Lenin stand. In den Jahren 1919-1920 befreite er Krasnojarsk von den Truppen Koltschaks, war Mitglied des Revolutionskriegsrates, kämpfte gegen Wrangel und Machnow an der polnischen Front, gegen Ungern in Transbaikalien. Nach dem Bürgerkrieg in Moskau: Leiter für die Versorgung des Moskauer Wehrkreises, Kommissar der Hauptverwaltung für die Versorgung der RKKA (Roten Arbeiter- und Bauernarmee). Nach dem Skandal mit Trotzkij wurde er aus der RKKA ausgeschlossen, aber 1923 ernannte ihn das Zentralkomitee zum Leiter und Kommissar der 1. Militärfliegerschule in Sewastopol. 1927 war er Leiter des Obersten Kriegsrates der RKKA. 1927 wurde verbannt, weil er mit den Ansichten Sinowjews und Kamenjews sympatisierte. Nach der Verbannung lebte er in Saratow. Am 31.01.1936 wurde er verhaftet und am 04.10.1936 zum Tod durch Erschießen verurteilt. Das Urteil wurde am 05.10.1936 vollstreckt.
GRUSEMAN(N), Ludwig (Sohn von Michael), geb. 1905, stammte aus Berlin,
Architekt, höhere Bildung. War der englischen, französischen und
russischen Sprache mächtig, befand sich 1932 in der UdSSR. Hauptarchitekt
in der Stadt Tschkalow, Gebiet Orenburg. Laut Aktenzeichen No. 4288 am
30.06.1937 nach §58-6 verhaftet. Am 30.06.1940 beschloß das
Sonderkollegium des NKWD der UdSSR seine Ausweisung aus der UdSSR. Nach Überprüfung
der Akte wurde er am 26.10.1940 vom Sonderkollegium des NKWD der UdSSR zu 8
Jahren verurteilt. Am 20.01.1941 befand er sich auf einem Gefangenentransport
nach Kansk, die Haftzeit verbüßte er in einem Bau-Lagerstützpunkt.
Am 15.05.1942 verstarb er im Lager. Er wurde auf dem Friehof der Ust-Abakaner
Holzfabrik begraben.
GUBER, Erna, Kind, Deutsche aus der ASSR der Wolgadeutschen. Befand sich 1941 im Kreis Biriljussy, Gebiet Krasnojarsk. Starb im Oktober 1941.
GUBER, Fjodor/Friedrich (Sohn von Konrad), geb. 1900, Deutscher, und seine Tochter Tamara, geb. 1932; befand sich 1950 in der Verbannung unter Sonderkommandantur des KrasLag im 3. Lagerstützpunkt. Wurde am 22.08.1950 der Sonderkommandantur No. 65 bei der Nischne-Ingaschsker Kreis-Abteilung des Ministeriums für Staatssicherheit im gebiet Krasnojarsk übergeben.
GUBER, Fjodor, geb, etwa 1908, stammte aus dem Donbass; verhaftet
1938, verurteilt zu 10 Jahren. Befand sich 1946 zur Verbüßung seiner
Lagerhaftstrafe im 8. Sonderlagerpunkt des NorilLag in Saton. 1948 in die
Freiheit entlassen.
Verbannungs-/Lagerhaft-Bericht von Danil Iwanowitsch Galuzkij.
GUDRICH, Rudolf Josifowitsch, geb. 1896 in Tropol, Österreich. Deutscher. Lebte eine Zeit lang in Atschinsk. Mechaniker in der Brotfabrik. Am 07.02.1938 verhaftet. Angeklagt wegen antisowjetischer Aktivitäten. Am 23.05. 1938 von einer Kommission des NKWD der UdSSR und der Staatsanwaltschaft der UdSSR zur Höchststrafe verurteilt. Am 13.08.1938 in Atschinsk erschossen. Am 21.02.1958 vom Militärtribunal des Sibirischen Wehrkreises rehabilitiert (P-8898).
GUFFA, David Davidowitsch, geb. 1913 in der Ortschaft Roschdestwenskoje, Turgajsker Gebiet. Lebte eine Zeit lang in Kansk. Konnte kaum lesen und schreiben. Als Arbeiter in die Bauverwaltung 384 mobilisiert. Am 08.09.1943 verhaftet. Angeklagt nach § 58-2, 10, 11 des Strafgesetzes der RSFSR. Am 26.02.1944 von einem Sonderkollegium des NKWD der UdSSR zu 10 Jahren Besserungsarbeitslager verurteilt. Am 30.01.1959 vom Militärtribunal des Sibirischen Wehrkreises rehabilitiert (P-24293).
GUK (Guck?), Jakob Georgiewitsch, geb. 1925 (1926) in der Ortschaft
Gukk, Kanton Balzer, Gouvernement Saratow. Im September 1941 in die Region
Krasnojarsk deportiert.
Befand sich von 1943-1946 in der Trudarmeezone des Metallhüttenwerkes (Postfach
121) an der Station Sorokino, Mansker Bezirk, Region Krasnojarsk.
A.F. Lorej. Liste der Personen, die sich in der zweiten Hälfte der 1940er
Jahre in der Trudarmeezone des Krasnojarsker Metallhüttenwerks (Postfach 121),
Station Sorokino, Region Krasnojarsk, befanden, (a), erstellt von Sirotinin.
GULDENBALK, Wladimir Borisowitsch, möglicherweise Deutscher, geb. 1926. Geboren und wohnhaft in Krasnojarsk. Student des Technikums für Flußschiffahrt. Am 25.04.1945 verhaftet. Angeklagt wegen antisowjetischer Agitation. Am 29.06.1945 vom Militärtribunal des Jenisejsker Bassins zu 6 Jahren Besserungsarbeitslager verurteilt. Verbüßte seine Haftstrafe im Sykowsker Sonderlagerpunkt (Krasnojarsk). 1953-1954 in der Verbannung in Jenisejsk. Lebt in Krasnojarsk. Am 30.12.1960 vom Krasnojarsker Gebietsgericht rehabilitiert (P-12694).
GUMBIN, Alexander Georgiewitsch, möglicherweise Deutscher, geb. 1894 in der Ortschaft Malyj Kungur, Kotelnitschesker Gouvernementskreis, Wjatsker Gouvernement. Lebte eine Zeit lang in Nischnij Amyl, Karatussker Kreis, Region Krasnojarsk. Konnte lesen und schreiben. Vorarbeiter im Sergejewsker Bergwerk. Am 01.03.1938 verhaftet. Angeklagt wegen Mitgliedschaft in einer konterrevolurionären Organisation. Am 02.09.1938 von einer Kommission des NKWD und der Staatsanwaltschaft der UdSSR zur Höchststrafe verurteilt. Am 02.10.1938 in Minusinsk erschossen. Am 18.10.1957 von einer Sonderkommission des Obersten Gerichts der RSFSR rehabilitiert (P-8005).
GUMENSCHAIMER (Gummenscheimer), N., 1941 in den Kuraginsker Kreis, Region Krasnojarsk, deportiert. Wurde eine bekannte Schweinewärterin.
GUNDRISER, Nikolaj Nikolajewitsch, möglicherweise Deutscher, geb. 1887 in Sankt-Petersburg. Oberleutnant in der Zarenarmee, diente von 1918-1920 in der Koltschak-Armee als Stabshauptmann. Verbannter in der Ortschaft Bogutschany, Region Krasnojarsk. Planer in der Holzwiertschaft. Am 17.09.1937 verhaftet. Angeklagt wegen konterrevolutionärer Agitation. Am 26.10.1937 von einer Trojka der NKWD-Verwaltung der Region Krasnojarsk zur Höchststrafe verurteilt. Am 20.11.1937 in Jenisejsk erschossen. Am 26.12.1959 vom Krasnojarsker Gebietsgericht rehabilitiert (P-11807).
GÜNTER, Adolf Karlowitsch, geb. 1898 im Gouvernement Saratow. Lebte in der Siedlung Chatanga, Tajmyrsker Nationalgebiet, Region Krasnojarsk. Ober-Buchhalter im Baukontor. Am 04.05.1946 verhaftet. Angeklagt wegen antisowjetischer Agitation. Am 11.12.1946 vom Tajmyrsker Gebietsgericht zu 10 Jahren Besserungsarbeitslager verurteilt. Am 21.02.1962 von einer Sonderkommission des Obersten Gerichts der UdSSR rehabilitiert (P-13132).
GÜNT(H)ER, Alexander (Sohn von Konrad), geb. um 1900, Einwohner
der Ortschaft Straßburg, Kanton Pallas, ASSR der Wolgadeutschen. Im
September 1941 zusammen mit seiner Familie, Ehefrau Amalie (Tochter von
Gottfried, Schwester von N. (G.) Klauser und K. (G.) Heinz), 1902-1982, sowie
den Kindern Arthur, geb. 1928, Viktor, geb. 1921, Irma, geb. 1936, Pawel/Paul,
geb. 1930, und Frieda, geb. 1926, nach Atamanowo, Kreis Suchobusimo, Gebiet
Krasnojarsk, deportiert. Zur Arbeitsarmee mobilisiert, wo er umkam.
Verbannungs-/Lagerhaftbericht
von Frieda Adamowna Gildermann (Klauser).
GÜNT(H)ER, Friedrich (Sohn von Friedrich), 1941 aus der ASSR der Wolgadeutschen in den Kreis Biriljussy, Gebiet Krasnojarsk, verschleppt. Am 04.03.1942 zur Arbeitsarmee nach Uschur mobilisiert.
GÜNT(H)ER, Iwan/Johann (Sohn von Iwan/Johann), 1941 zusammen mit seiner Ehefrau Emma sowie den Kindern Viktor, Wladimir, Hans, Lydia, Rudolf und Fjodor/Friedrich aus der ASSR der Wolgadeutschen nach Irbej, Gebiet Krasnojarsk, verschleppt. War in der Arbeitsarmee.
GÜNT(H)ER, Iwan/Johann (Sohn von Iwan/Johann), 1941 zusammen mit seiner Ehefrau Emma sowie den Kindern Iwan/Johann und Irma nach Irbej verschleppt. War in der Arbeits-armee.
GÜNT(H)ER, Irma, geb. 1919, gemeinsam mit ihrem Sohn Fjodor/Friedrich (Sohn von David), geb. 1940, im Jahre 1941 aus der ASSR der Wolgadeutschen in die Ortschaft Tschipuschowo, kreis Biriljussy, Gebiet Krasnojarsk, verschleppt. Der Sohn verstarb im Oktober 1941.
GÜNT(H)ER, Karl (Sohn von Iwan/Johann), 1941 zusammen mit seiner Ehefrau Emma sowie den Kindern Maria, Olga, Fjodor/Friedrich, Erika, Erna und Jadwig aus der ASSR der Wolgadeutschen nach Tumakowo im Kreis Irbej verschleppt. War in der Arbeitsarmee.
GUSCH, (Kuryschewa), Erika (Tochter von Alois), geb. 1940, wurde im September 1941 aus dem Gebiet Saratow in den Kreis Scharypowo, Region Krasnojarsk, verschleppt. Am 30.01.1956 aus der Sonderzwangsansiedlung freigelassen. Lebte 1991 in Scharypowo, Kreis Scharypowo, Region Krasnojarsk.
GUSEK, Ida Danilowna, geb. am 23.01.1918 in der Ortschaft Nikolajewka, Ufimsker Gouvernement. Lebte eine Zeit lang in der Ortschaft Usinskoe, Jermakowsker Kreis, Region Krasnojarsk. Stammte aus einer Bauernfamilie, konnte lesen und schreiben. Ungelernte Arbeiterin der Genossenschaftswirtschaft bei den Grenzschutztruppen. Am 05.09.1941 verhaftet. Angeklagt nach § 58-10, Abs. 2 des Strafgesetzes der RSFSR. Am 21.10.1941 vom Krasnojarsker Gebietsgericht zu 10 Jahren Besserungsarbeitslager verurteilt. Bis 1942 in der Minusinsker Kolonie, danach im Tscharnogorsker Sonderlager. Am 29.08.1973 vom Obersten Gericht der RSFSR rehabilitiert (P-14882).
GUSEK, Wilhelm Wilhelmowitsch, geb. 1890 im Gouvernement Wolhynien. Lebte eine Zeit lang in dem Dorf Podsineje, Gebiet Chakassien, Gebiet West-Sibirien. Strammte aus einer Bauernfamilie. Betrieb eine bäuerliche Wirtschaft. Am 25.12.1929 verhaftet. Angeklagt nach § 58-10 des Strafgesetzes der RSFSR. Das Verfahren wurde am 08.03.1930 von der OGPU aufgrund von Umständen, die ihn rehabilitierten, eingestellt. Wurde aus der Haft entlassen (P-14015).
GUSIK, August Friedrichowitsch, geb. 1904, geboren und wohnhaft in dem Dorf Alexandrowka, Abakansker Amtsbezirk, Minusinsker Gouvernementskreis, Jenisejsker Gouvernement. Stammte aus einer Familie von Mittelbauern, konnte schlecht lesen und schreiben. Arbeitete in einer Kolchose namens Rpsa Luxemburg. Am 28.02.1938 verhaftet. Angeklagt wegen Mitgliedschaft in einer konterrevolutionären nationalistischen Organisation sowie konterrevolutionärer Aktivitäten. Am 23.05.1938 von einer Kommission des NKWD und der Staatsanwaltschaft der UdSSR zu 10 Jahren Besserungsarbeitslager verurteilt. Am 29.09.1956 von einer Sonderkommission des Obersten Gerichts der UdSSR rehabilitiert (P-5624).
GUSIK, Emil Michailowitsch, geb. 1906 im Kiewsker Gouvernement. Lebte eine Zeit lang im Krasnoturansker Kreis, Region Krasnojarsk. Arbeitete in einer Kolchose. Am 03.03.1938 verhaftet. Angeklagt wegen Mitgliedschaft in einer konterrevolutionären Organisation. Am 23.05.1938 von einer Kommission des NKWD und der Staatsanwaltschaft der UdSSR zur Höchststrafe verurteilt. Am 02.08.1938 in Minusinsk erschossen. Am 20.03.1959 vom Militärtribunal des Sibirschen Wehrkreises rehabilitiert (P-10556).
GUSIK, Jonat Augustowitsch, geb. 1914 im Gouvernement Wolhynien. Lebte eine Zeit lang in dem Dorf Alexandrowka, Krasnoturansker Kreis, Region Krasnojarsk. Stammte aus einer Familie von Mittelbauern, konnte nur wenig lesen und schreiben. Arbeitete in einer Landwirtschaftsgenossenschaft namens Rosa Luxemburg. Am 28.02.1938 verhaftet. Angeklagt wegen Mitgliedschaft ineiner konterrevolutionären nationalistischen Organisation und konterrevolutionärer Agitation. Am 23.05. 1938 von einer Kommission des NKWD und der Staatsanwaltschaft der UdSSR zur Höchststrafe verurteilt. Am 02.08.1938 in Minusinsk erschossen. Am 29.02.1956 von einer Sonderkommission des Obersten Gerichtshofs der UdSSR rehabilitiert (P-5624).
GUSIK, Iwan/Johann (Sohn von August), geb. 1900, wurde 1941 aus der ASSR der Wolgadeutschen in die Ortschaft Alexandrowka, Gebiet Krasnojarsk, deportiert. Mobilisiert zur Arbeitsarmee, verbüßte die Zeit im BogoslawLag. Verstarb am 11.02.1943 im Lager.
GUSIK, Pawel (Paul?) Filippowitsch, geb. 1893 in dem Dorf Jemeljewka, Gouvernement Wolhynien. Lebte eine Zeit lang in dem Dorf Alexandrowka, Krasnoturansker Kreis, Region Krasnojarsk. Stammte aus einer Familie von Mittelbauern, konnte nur wenig lesen und schreiben. Arbeitete in der Butterfabrik. Am 28.02.1938 verhaftet. Angeklagt wegen Mitgliedschaft in einer konterrevolutionären nationalistischen Organisation und konterrevolutionärer Agitation. Am 23.05.1938 von einer Kommission des NKWD und der Staatsanwaltschaft der UdSSR zur Höchststrafe verurteilt. Am 02.08.1938 in Minusinsk erschossen. Am 29.09.1956 von einer Sonderkommission des Obersten Gerichtshof der UdSSR rehabilitiert (P-5624).
GUSSER, siehe HUSSER
GUTJAHR, Ella (Tochter von Karl), geb. 1930, wurde im September 1941 aus dem Gebiet Saratow in den Kreis Scharypowo, Region Krasnojarsk, verschleppt. Am 29.02.1956 aus der Sonderzwangsansiedlung freigelassen. 1991 lebte sie in der Ortschaft Beresch, Kreis Scharypowo, Gebiet Krasnojarsk.
GUTSCHKO, Wladislaw Pawlowitsch, geb. 1881 in Österreich, Österreicher. Lebte in der Ortschaft Saosernyj, Rybinsker Kreis, Krasnojarsker Region. Schuster ind er Produktionsgenossenschaft Sibirjak. Am 01.04.1938 verhaftet. Angeklagt wegen antisowetischer Agitation. Am 23.05.1938 von einer Kommission des NKWD und der Staatsanwaltschaft der UdSSR zur Höchststrafe verurteilt. Am 17.07.1938 in Kansk erschossen. Am 19.07.1960 von einer Sonderkommission des Obersten Gerichts der RSFSR rehabilitiert.
GUWA, Friedrich Alexandrowitsch, geb. 1908 im Gouvernement Saratow. Lebte eine Zeit lang im Krasnoturansker Kreis, Region Krasnojarsk. Mitglied der Kolchose. Am 03.03.1938 verhaftet. Angeklagt wegen Mitgliedschaft in einer konterrevolutionären Organisation. Am 23.05.1938 von einer Kommission des NKWD und der Staatsanwaltschaft der UdSSR zur Höchststrafe verurteilt. Am 02.05.1938 in Minusinsk erschossen. Am 20.03.1959 vom Militärtribunal des Sibirischen Wehrkreises rehabilitiert (P-10556).
GUWA, Philipp (Sohn von Philipp), geb. 1905, Deutscher aus dem Dorf Dönhof im Kanton Balzer, ASSR der Wolgadeutschen. 1941 in die Ortschaft Saragasch, Kreis Bograd, Gebiet Krasnojarsk, verbannt. Zur Arbeitsarmee ins KrasLag mobilisiert.