Opferliste - B

BABASCH, Peter Pawlowitsch, möglicherweise Deutscher, geb. 1916 an der Station Kljukwennaja, Ujarsker Amtsbezirk, Kansker Landskreis, Jenisejsker Gouvernement. Nicht beendete höhere Schulbildung. Aus der Roten Arbeiter- und Bauern-Armee demobilisiert. Am 29.04.1942 verhaftet. Angeklagt nach § 58-10 des Strafgesetzes der RSFSR. Am 08.01.1943 durch das krasnojarsker Gebietsgericht zu 8 Jahren Besserungsarbeitslager verurteilt. Am 28.03.1997 durch die Staatsanwaltschaft der Region Krasnojarsk rehabilitiert (P-22405).

BABATZ Ernst. Verbüßte seine Lagerstrafe im Norillag.
Über die Zeit, über Norilsk, über sich selbst..., Buch 2, Moskau, 2002, S. 161. (b).

BACH, Katharina (Tochter von Iwan/Johann), geb. 1902. Geschichtslehrerin an der Mittelschule in der Ortschaft Frank im Kanton Gussenbach, ASSR der Wolgadeutschen. Verhaftet am 02.11.1936, verurteilt zu 6 Jahren nach § 58-10 Strafgesetzbuch. Verbrachte die Zeit von 1937-1940 in einer Arbeitskolonie in der Stadt Engels, ASSR der Wolgadeutschen. Vor Anbruch des neuen Jahres Etappe ins UnschLag zur Station Suchobeswodnaja zum 30. Lagerpunkt. Danach mit der Schmalspurbahn zum 3. Lagerpunkt, in die Möbelfabrik, bis 1943. Freigelassen und sofort in die Frauen-Zone der Arbeitsarmee des UnschLag geschickt – in eine landwirtschaftliche Zone, 15 km von Schachunje entfernt. 1954 vom Krasnojarsker Gebietsgericht rehabilitiert. Ehemann Basemüller, R. (Sohn von K.). 1991 lebte sie in Krasnojarsk.

BACHSCHALIJEW, Anwer, geb. 1930 in Baku. Vater Aserbeidschaner, Mutter Deutsche.  Der Vater wurde 1937 erschossen. 1941 zusammen mit den Verwandten der Mutter aus der Stadt Engels in die Region Krasnojarsk deportiert. Beendete 1944 die Betiebsfachschule, zur Pazifik-Flotte demobilisiert. Starb 2008
-L.O. Petri, V.T. Petri . Wahre Begebenheiten aus dem Tajmyr-Gebiet.

BACHMAN(N), Aleksander Jakowlewitsch, geb. 1903 im Gouvernement Saratow. Grundschulbildung. Zwangsarbeiter in der Siedlung Werchnaja Tuguguscha, Ilansker Sonderlager-Außenstelle des KrasLag. Am 06.01.1943 verhaftet; unter das Gruppenverfahren fielen insgesamt 39 Personen. Angeklagt nach § 58-2, 10, 11 des Strafgesetzes der RSFSR. Am 20.10.1943 von einem Sonderkollegium des NKWD der UdSSR zu 10 Jahren Besserungsarbeitslager verurteilt. Am 12.10.1957 vom krasnojarsker Regionsgericht rehabilitiert (P-8050).

BACHMANN, Iwan Davidowitsch, geb. 1898 in der Ortschaft Bettinger, Kanton Unterwalden, ASSR der Wolgadeutschen. 1941 in den Askissker Bezirkl, Autonomes Gebiet Chakassien,Region Krasnojarsk, deportiert. Am 17.09.1943 in die Trudarmee mobilisiert; verbüßte seinen Lageraufenthalt im Tagillag. Am 28.05.1945 freigelassen.
Buch der Erinnerung an die Opfer politischer Repressionen in der Republik Chakassien, Bd. 3, Abakan, 2006, S. 311, (b).

BACHMANN, Theodor Ludwigowitsch, geb. 1902 im Gebiet Odessa. Konnte nur wenig lesen und schreiben. Arbeitete im Holzverarbeitungsbetrieb Nr. 13 in der Stadt Krasnojarsk. Am 06.11.1947 verhaftet. Angeklagt nach § 58-10, 11 des Strafgesetzbuches der RSFSR. Am 02.01.1948 von einer Sonder-Kommission des krasnojarsker Regionsgerichts zu 10 Jahren Besserungsarbeitslager verurteilt. Am 30.08.1991 von einer Sonder-Kommission des Obersten Gerichts der RSFSR rehabilitiert (P-20023).

BADEN-MÜLLER, Robert Fedorowitsch, geb. 1876. Lebte in Krasnojarsk. Konnte lesen und schreiben. Arbeitete als Kinomechaniker. Am 19.05.1920 verhaftet. Angeklagt wegen antisowjetischer Agitation und Mitgliedschaft in einer konterrevolutionären Organisation. Das Verfahren wurde am 25.08.1920 von der krasnojarsker Gouvernements-Tscheka aus Mangel an Tatbeständen eingestellt (020897).

BADER, Alexander Kosefowitsch, geb. 1918 im Barwenkowsker Bezirk, Gebiet Charkow. Absolvierte 7 Schulklassen; stammte aus einer Bauernfamilie. Mitglied der Allrussischen Leninistischen Kommunistischen Jugendorganisation. Lebte eine Zeit lang in Kramatorsk. Rechnungsführer. Verhaftet am 02.12.1937. Angeklagt wegen konterrevolutionärer Tätigkeit. Verurteilt am 04.01.1938 von einer Sondersitzung des NKWD der UdSSR zu 10 JUahren Erziehungs- und Arbeitslager. Verbüßte die Strafe im Norillag. Freigelassen am 01.12.1947, abgemeldet nach Rybzowsk im Altai-Gebiet.

BADERSCHNEIDER, Viktor (Sohn von Viktor), geb. 1907, Deutscher aus der ASSR der Wolgadeutschen. 1941 verbannt in das Dorf Talinskoe im Kreis Partisanskoje. Einberufen in die Arbeitsarmee des KrasLag.

BAER (oder BÄHR), Katharine (Tochter von Iwan/Johann), geb. 1902, verhaftet in der ASSR der Wolgadeutschen im Jahre 1937. Nach der Freilassung lebte sie in Krasnojarsk.

BAGELGAM. Entkulakisiert und aus der Republik der Wolgadeutschen ausgewiesen.. Die Verbannungsstrafe verbüßte er im Schirinsker Bezirk, Autonomes Gebiet Chakassien, Region Krasnojarsk. Arbeitete in einer Kolchose namens Budjonnij.
Buch der Erinnerung an die Opfer politischer Repressionen in der Republik Chakassien, Bd.3, Abakan, 2006, S. 229

BÄHR, siehe BAER

BAHNMANN, siehe BANMANN

BAIER, Eduard Josifowitsch, geb. 1886 in dem Dorf Faifer (Pfeifer), Saratowsker Gouvernement. Lebte in dem Dorf Tasejewo, Tasejewsker Kreis, Region Krasnojarsk. Grundschulbildung. Arbeitete in der Lenin-Kolchose. Angeklagt als Familienmitglied eines Vaterlandsverräters. Am 12.02.1944 von einem Sonder-Kollegium des NKWD der UdSSR zu 5 Jahren Verbannung verurteilt. Am 08.09.1989 von der Staatsanwaltschaft der Region Krasnojarsk rehabilitiert (P-17022).

BAIER, Iwan Iwanowitsch, geb. 1899 im Saratowsker Gouvernement. Als Zwangsarbeiter in der Arbeitskolonie Wjerchnjaja Tuguscha, Ilansker Kreis, Region Krasnojarsk. Am 30.10.1942 verhaftet. Angeklagt wegen rechter trotzkistischer Agitation. Das Verfahren wurde am 30.10.1943 aufgrund des Todes des Beschuldigten eingestellt. Am 27.06.1958 durch die Staatsanwaltschaft der Region Krasnojarsk rehabilitiert (P-4624).

BAIER, Maria Georgiewna, geb. 1914 im Saratowsker Gouvernement. Höhere Schulbildung. Arbeitete als Lehrerin an der Schule in dem Dorf Troitsk, Tasejewsker Kreis, Region Krasnojarsk. Angeklagt als Familienmitglied eines Vaterlandsverräters. Am 12.02.1944 von einem Sonder-Kollegium des NKWD der UdSSR zu 5 Jahren Verbannung verurteilt. Am 08.09.1989 durch die Staatsanwaltschaft der Region Krasnojarsk rehabilitiert (P-17022).

BAIER, Paulina Kasparowna, geb. 1885 im Saratowsker Gouvernement. Hauswirtschafterin, Lebte im Tasejewsker Kreis, Region Krasnojarsk. Angeklagt als Familienmitglied eines Vaterlandsverräters. Am 12.02.1944 von einem Sonder-Kollegium des NKWD der UdSSR zu 5 Jahren Verbannung verurteilt. Am 08.09.1989 durch die Staatsanwaltschaft der Region Krasnojarsk rehabilitiert (P-17022).

BAIL (oder BEIL), Wilhelm Julewitsch, geb. 1878 in Berlin. Höhere Schulbildung. Arbeitete als Deutschlehrer an der Mittelschule in Sowrudnik, Nord-Jenisejsker Kreis, Region Krasnojarsk. Am 14.02.1937 verhaftet. Angeklagt nach § 58-10, 11 des Strafgesetzes der RSFSR. Am 03.07.1937 von einem Sonder-Kollegium des NKWD der UdSSR zu 5 Jahren Besserungsarbeitslager verurteilt. Am 02.08.1989 durch die Staatsanwaltschaft der Region Krasnojarsk rehabiltiert (P-19256).

BAKALOWA, Maria Josifowna, geb. am 01.01.1921 in der ASSR der Wolgadeutschen. Lebte 2004 in der Siedlung Nosok, Ust-Jenisejsker Bezirk.
-L.O. Petri, V.T. Petri . Wahre Begebenheiten aus dem Tajmyr-Gebiet.

BAKER, Fjodor Christianowitsch (Christoforowitsch), geb. 1900. Stammte aus dem Dorf Alexandrowka, Amtsbezirk Abakan, Landkreis Minusinsk, Jenisejsker Gouvernement. Arbeitete auf einer Kolchose namens Rosa Luxemburg im Krasnoturansker Kreis, Region Krasnojarsk. Verhaftet am 08.12.1941. Angeklagt nach § 58-10 des Strafgesetzbuches der RSFSR. Am 21.06.1942 vom Militär-Tribunal des Sibirischen Wehrkreises zur Höchststrafe verurteilt. Das Strafmaß wurde am 11.08.1942 vom Obersten Gericht der UdSSR in 10 Jahre Besserungs-Arbeitslager umgewandelt. Rehabilitiert am 04.03.1998 von der Staatsanwaltschaft der Region Krasnojarsk. (P-22940).

BAKER, Franz, lebte in Bremen, Deutschland. Verhaftet. Verbüßte seine Haftstrafe im NorilLag.

BALMER, deutsche Familie (2 Personen). Verschleppt in das Dorf Mirojedicha, Turuchansker Bezirk, Region Krasnojarsk, wo man sie im Herbst 1942 ablieferte.
Ljudmila Kotijewa, Sonderumsiedler im Bezirk Turuchansk, Region Krasnojarsk, Leiterin S.S. Subowo, 2008. Turuchansker Zentrum für Kinder- und Jugend-Kreativität  „Storch“, Kollektiv „Nordländer“. Wettbewerbsarbeit, vorgestellt beim Allrusischen Wettbewerb historischer Arbeiten von Schülern der höheren Klassenstufen „Der Mensch in der Geschichte. Rußland – 20. Jahrhundert“, (s)

BALZER, Alexander (Sohn von Fjodor/Friedrich), 1898-05.98.1952, geboren und wohnhaft in dem Dorf Paulskoe, Kanton Marxstadt, Gebiet Saratow. Im September 1941 deportiert in den Tolutschinsker Kreis, Gebiet Nowosibirsk, in eine Sondersiedlung, in der er auch verstarb. Rehabilitiert am 20.05.1996 vom Nowosibirsker Gebietsgericht. Sein Sohn Viktor, geb. 1923, der am Technikum studierte, und seine Tochter Olga, 1915-1980, wurden im Oktober in das Dorf Schelomki im Dserschinsker Kreis des Krasnojarsker Gebietes deportiert. Ein Jahr verbrachten sie in der Arbeitsarmee und kehrten dann nach Schelomki zurück. Am 15.02.1956 wurden sie aus der Sonderansiedlung freigelassen und 1996 durch das Kreisgericht des Krasnojarsker Gebietes rehabilitiert.

BALZER, Christoph (Sohn von Christoph), geb. 1907, Deutscher aus der ASSR der Wolgadeutschen. 1941 wurde er verbannt in das Dorf Tschernajewka im Kreis Bolsche-Murta. Einberufen in die Arbeitsarmee des KrasLag.

BALZER, Elli Genrichowna, geb. 1940 in der Ortschaft Grimm, Gouvernement Saratow. Konnte lesen und schreiben. Hilfsarbeiterin bei der Wohnungsbaugesellschaft Nr. 1 in Norilsk. Am 20.07.1957 verhaftet. Angeklagt nach § 58-10,11 des Strafgesetzbuches der RSFSR. Am 27.09.1957 vom Tajmyrsker Regionsgericht zu 2 Jahren Besserungsarbeitslager verurteilt. Am 14.11.1997 durch die Staatsanwaltschaft der Region Krasnojarsk rehabilitiert (P-22793).

BAM, 1943 in der Arbeitsarmee im KrasLag. Ausgezeichnet als bester Agitator.

BANMANN, Iwan/Johann (Sohn von Peter), geb. 1908, beendete die Fliegerschule der Roten Arbeiter- und Bauern-Armee. Mechaniker für die Repartur von Schreibmaschinen in Krasnojarsk. Am 17.05.1938 laut Aktenzeichen No. 18495 verhaftet Am 25.06.1939 wurde die Akte von der Trojka des UNKWD im Krasnojarsker Gebiet geschlossen und er aus der Haft entlassen.

BARBE, Emma (Tochter von Josef), geb. 1931, Deutsche aus der ASSR der Wolga-deutschen, wurde 1941 zusammen mit den Eltern in die Region Krasnojarsk verschleppt. 1942 wurde die Familie auf Lastkähnen in den Norden transportiert. Vom 11. Lebensjahr an begann sie Netze zu knüpfen; man verlieh ihr den Titel einer Meisterin im Netzeknüpfen. 1997 lebte sie in Minussinsk.

BARBE, Josef, Deutscher aus der ASSR der Wolgadeutschen; 1941 zusammen mit der Familie in die Region Krasnojarsk verschleppt. Im Jahre 1942 mit Lastkähnen in den Norden und anschließend in die Arbeitsarmee geschickt. Unterwegs erkrankte sein jüngstes Kind an Keuchhusten und starb in Turuchansk. Nach dem Tode beider Kinder kam seine Frau in eine psychiatrische Klinik.

BARKE, Richard Adolfowitschz, geb. 1913 im Landkreis Schitomir, Gouvernement Kiew. Acht Klassen Schulbildung. Bauer. Mitglied der WKP (B) 1936-1937. Zusammen mit den Eltern entkulakisiert und nach Igarka verschleppt. Zwangsarbeiter-Umsiedler. Zeichner im Projektierungsbüro der Territorialverwaltung der Hauptbehörde des Nordmeer-Seewegs in Igarka, Region Krasnojarsk. Musiker, spielte Trompete in der katholischen Kirche. Am 10.02.1938 verhaftet. Angeklagt nach §58-10 des Strafgesetzes der RSFSR. Im Igarka Gefängnis festgehalten; wurde im Herbst ins Krasnojarsker Gefängnis überführt, wo er bis zum Frühjahr 1939 blieb und dann zurück nach Igarka verlegt wurde. Das Verfahren wurde aus Gründen, die zu seiner Rehabilitation führten, eingestellt; er wurde am 11.11.1939 in die Freiheit entlassen. Blieb noch bis 1964 unter Kommandanturaufsicht, anschließend zog er nach Krasnojarsk um. (P-3038).
Verbannungs-/Lagerhaftbericht von Zesa Michailowna Barke

BARON, Maria Iwanowna, geb. 1916 im Kanton Unterwalden, Gebiet Saratow. Konnte nur wenig lesen und schreiben. Stammte aus einer Bauernfamilie. Lebte eine Zeit lang an der Iwanowsker Mine, Region Krasnojarsk. Verhaftet am 03.05.1946. Angeklagt nach § 58-10, Abs. 1, 58-14 des Strafgesetzes der RSFSR. Am 29.05.1946 vom Krasnojarsker Regionsgericht zu 10 Jahren Erziehungs- und Arbeitslager sowie 3 Jahren Entzug aller politischen Rechte verurteilt. Verbüßte die Strafe im Norillag, wo sie am 01.07.1946 aus dem Krasnojarsker Durchgangsgefängnis eintraf. Freigelassen am 30.07.1952.

BARTLE, Franz Antonowitsch, geb. 1916 in der Ortschaft Stepanowka, Rasdeljansker Bezirk, Gebiet Odessa. Lebte in Krasnojarsk. Am 19.03.1949 verhaftet. Angeklagt nach §54-1à des Strafgesetzes der Ukrainischen SSR. Am 07.06.1949 vom Militärtribunal des MWD der Region Krasnojarsk zu 25 Jahren Arbeits-/Erziehungslager sowie 5 Jahren Entzug der politischen Rechte verurteilt. Er verbüßte seine Strafe im Norillag; durch Beschluss Nr. 163 des Militärgerichts des West-Sibirischen Wehrkreises vom 08.04.1955 wurde die Haftstrafe auf 10 Jahre verkürzt. Er wurde am 25.04.1955 unter Anrechnung von Tagen in die Freiheit entlassen und meldete sich nach Krasnojarsk ab.
Norlag-Archiv.

BARUTTO, Roman Michailowitsch (möglicherweise Deutscher). Geb. 1881. Lebte in der Ortschaft Ust-Karaskir, Abakansker (heute Idrinsker) Bezrk. 1931 enteignet, zusammen mit seiner Familie verschleppt zur Bahnstation Tschuly: Ehefrau Emma Josipowna, geb. 1881, Tochter Marta.

BASNER, Amilia (Amalia? Emilia? Tochter von Iwan/Johann), geb. 1903, Deutscher aus der ASSR der Wolgadeutschen. 1941 verbannt in das Dorf Tscheremschanka im Tjumensker Kreis, Altai-Gebiet. Einberufen in die Arbeitsarmee des KrasLag.

BASTRON, Andrej Genrichowitsch, geb. 1911 in Sankt-Petersburg. 7 Klassen Schulbildung, Ab 1930 Mitglied des Allrussischen Leninistischen Kommunistischen Jugendverbandes. Arbeitete als Schlosser im „Krasdrew“-Betrieb in Jenisejsk, Jenisejsker Bezirk, Region Krasnojarsk. Am 23.10.1944 verhaftet.Angeklagt nach § 58-10 Abs. 2 des Strafgesetzes der RSFSR. Am 29.01.1945 vom Krasnojarsker Regionsgericht zu 10 Jahren Arbeits- und Erziehungslager sowie 5 Jahren Entzug aller politischen Rechte verurteilt. Am 11.01.1957 vom Obersten Gericht der RSFSR rehabilitiert (P-7589).

BATZ, Genrich (Heinrich) Genrichowitsch, geb. 1928 in der ASSR der Wolgadeutschen. 1941 aus der ASSR der Wolgadeutschen verschleppt. Ab 1942 in dem Dorf Seliwanicha, Turuchansker Bezirk, Region Krasnojarsk in der Verbannung. Arbeitete im Alter von 14 Jahren in der Kolchose als fest angestellter Jäger, Fischer und Wildfänger. Lebt seit 1967 in der Ortschaft Otschury, Bezirk Altai, Autonomes gebiet Chakassien, Region Krasnojarsk. Schriftsteller. Autor der Bücher: „Von einem Jahrhundert ins andere“, 1994; „Das Tauschgeschäft der Sibylle“, Abakan, 1996; „Der große Zug der Rentiere“, Abakan, 1997.
Ljudmila Kotijewa, Sonderumsiedler im Bezirk Turuchansk, Region Krasnojarsk, Leiterin S.S. Subowo, 2008. Turuchansker Zentrum für Kinder- und Jugend-Kreativität  „Storch“, Kollektiv „Nordländer“. Wettbewerbsarbeit, vorgestellt beim Allrusischen Wettbewerb historischer Arbeiten von Schülern der höheren Klassenstufen „Der Mensch in der Geschichte. Rußland – 20. Jahrhundert“, (s)

BAUER, Adam (Sohn von Ambrosius), geb. 1907; 1941 aus der ASSR der Wolgadeutschen in das Dorf Pintschino, Kreis Mana, Region Krasnojarsk, verbannt. Einberufen zur Arbeits-armee ins KrasLag.

BAUER, Aleksander Andrejewitsch, geb. 1879 im Gouvernement Saratow. Konnte nur wenig lesen und schreiben. Parteilos. Ungelernter Arbeiter in einer Kolchose des Jemeljanowsker Milch- und Fleisch-Kombinats, Region Krasnojarsk. Am 25.05.1938 verhaftet. Angeklagt nach § 58-10, Abs. 1, des Strafgesetzbuches der RSFSR. Das Verfahren wurde am 30.12.1939 aufgrund von Umständen, die ihn rehabilitierten, niedergelegt. Er wurde aus der Haft entlassen (P-3264).

BAUER, Alexander (Sohn von Salomon), mit seiner Ehefrau Dorothea BAUER (Tochter von Adam), geb. am 07.04.1903, beide Deutsche, geboren und wohnhaft im Gebiet Saratow, Verbannte, befanden sich in den 50-er Jahren in der Siedlung Kostino, Kreis Turuchansk, Region Krasnojarsk.

BAUER (Busunowa), Anna Viktorowna, geb.am 03.08.1950. Ihre Eltern wurden aus dem Wolgagebiet deportiert: Viktor Davidowitsch Bauer, geb. 1929, Frieda Davidowna Bauer sowie 6 Geschwister. Lebte eine Zeit lang in Minderla, Suchobusimsker Bezirk, Region Krasnojarsk.
Suchobusimsker Heimatkunde-Museum

BAUER, David Davidowitsch, geb. ~ 1902. Im Jahre 1941 zusammen mit seiner Familie, Ehefrau Maria Bauer (geb. 1902), Sohn Viktor Davidowitsch Bauer (geb. 1929), Tochter Irma Davidowna Bauer (geb. 1939) aus der Ortschaft Straßburg, Kanton Pallasowka, ASSR der Wolga-Deutschen in das Dorf  Podsopki, Suchobusimsker Bezirk, Region Krasnojarsk, deportiert. Irma heiratete Viktor Klowetanz; 1990 wohnen sie in Straßburg. D.D. Bauer und seine Ehefrau wurden in die „Arbeitsarmee“ geschickt, die Kinder kamen ins Heim. Bei ihrer Rückkehr aus der Trudarmee holten sie die Kinder wieder zu sich nach Hause.
Verbannungs- / Lagerhaftbericht von Maria Iwanowna Schestakowa

BAUER, David Davidowitsch, 1894-1978, geboren und wohnhaft in der Ortschaft Straßburg, Kanton Pallasowka, ASSR der Wolgadeutschen. Schuhmacher. Wurde am 05.09.1941 zusammen mit seiner Familie, Ehefrau Maria Iwanowna, 1896-1990, Schneiderin, den Kindern Ella, geb. 1935, Studentin am Technikum, Tamara, geb. 1925, Edgard, geb. 1930, sowie der Familie des Bruders Alexander, der 1938 verhaftet wurde und nicht zurückkehrte, dessen Ehefrau Berta und den Kindern Robert, geb. 1923, Rosa, Helga und Irmtraut, dem jüngsten Bruder Andrej (Andreas), seiner Ehefrau Amalia (Amalie) und ihren Kindern, in den Suchobusimsker Kreis, Region Krasnojarsk, deportiert. Die Familie David Davidowitschs verblieb in der Ortschaft Atamanowo, wo er als Schuhmacher im Industriekombinat arbeitete. Andrejs Familie kam nach Tolstomysowo. Im Januar 1942 wurde David Davidowitsch, zusammen mit seinem Neffen Robert und Bruder Andrej, zur Arbeitsarmee ins KrasLag einberufen. 1946 kehrten sie nach Atamanowo in die Verbannung zurück. Ella Davidowna und Rosa Alexandrowna wurden im Juni 1942 in die Arbeitsarmee nach Dudinka geschickt und kamen im August 1942 zum Fischfang in die Fabrik Nowaja nahe Chatanga. Im Herbst 1943 wurde die ganze Familie nach Chatanga gebracht. 1945 kehrten sie wieder nach Atamanowo zurück. Ella heiratete einen Ortsansässigen, Mitglied der WKP/b (der Allrussischen Kommunistischen Partei der Bolschewiken), der von der Front zurückgekehrt war und bei der Flußschiffahrt arbeitete. 1954 wurde er zum Leiter der Anlegestelle in Turuchansk ernannt. Aber noch bis zum 17.08.1955 mußten sie sich in der Kommandantur regelmäßig registrieren lassen. Sie wurden rehabilitiert. 
Verbannungs-/Lagerhaftbericht von Ella Davidowna Korolskaja.

BAUER, David (Sohn von Friedrich), geb. 1907, befand sich mit seiner Ehefrau Ella (Tochter von Friedrich) BAUER, geb. 1915, ebenfalls Deutsche, und den Kindern Alexander, geb. 1947, Arnold, geb. 1941 und Valentin, geb. 1949, im Jahre 1950 in Verbannung, unter Sonderkommandantur des KrasLag, im 4. Lagerstützpunkt. Am 22.08.1950 wurden sie der Sonderkommandantur No. 65 überstellt.

BAUER, Eduard Aleksandrowitsch, geb. 1918 in der Siedlung Mirnij, Jekaterinoslawsker Gouvernement. Sonderzwangsumsiedler im Jemeljanowsker Kreis, Region Krasnojarsk. Konnte nur wenig lesen und schreiben. Arbeitete in einer Kolchose des Jemeljanowsker Milch- und Fleisch-Kombinats. Am 25.05.1938 verhaftet. Angeklagt nach § 58-10 des Strafgesethbuches der RSFSR. Am 25.05.1938 von einer Trojka der NKWD-Behörde zu 10 Jahren Besserungsarbeitslager verurteilt. Am 08.02.1940 von einer NKWD-Behörde der Region Krasnojarsk rehabilitiert (§ 204, Punkt „b“ der Strafprozeßordnung der RSFSR), (P-8111).

BAUER (Ehename KRAMER), Emma (Tochter von Fjodor/Friedrich), geb. 1928. Im September 1941 aus dem Gebiet Saratow in den Beresowsker Kreis (heute Scharypowsker Kreis), Region Krasnojarsk, verschleppt. Am 18.02.1956 aus der Sonderansiedlung entlassen. Lebte in der Ortschaft Beresowskoje im Scharypowsker Kreis.

BAUER, Friedrich Jakowlewitsch, geb. 10.01.1886 in der Ortschaft Goly Karamysch, Kamyschinsker Landkreis, Gouvernement Saratow. Schulbildung: 4 Klassen an der selbstverwalteten Lehranstalt. Bewohner der Siedlung Olchowka, Artemowsker Bezirk, Region Sibirien.1929 vom Volksgericht zu 3 Jahren Konzentrationslager verurteilt. Arbeitete als Buchhalter im Wirtschaftsbereich des „Solotoprodsnab“-Betriebs des „Minusasoloto“-Konzerns. Am 07.07.1938 verhaftet. Angeklagt nach § 58-10 Abs. 1 des Strafgesetzes der RSFSR. Am 09.07.1939 auf einer Außentagung des Krasnojarsker Regionsgerichts zu 8 Jahren Arbeits- und Erziehungslager sowie 3 Jahren Entzug aller politischen Rechte verurteilt. Am 29.05.1940 vom Obersten Gericht der UdSSR rehabilitiert (P-808) .

BAUER, Iwan (bzw. Hans, Sohn von Heinrich), geb. 1928, wurde im September 1941 aus dem Gebiet Stalingrad in den Kreis Beresowka (heute Scharypowsker Kreis), Gebiet Krasnojarsk, verschleppt. Aus der Sonderansiedlung freigelassen am 14.02.1956. Lebte in Scharypowo.

BAUER, Iwan (Hans?) Christianowitsch, geb. 1908 in der Ukraine. Deutscher; konnte nur wenig schreiben und lesen. Am 14.08 1937 von einer Trojka der NKWD-Behörden im Donez-Gebiet wegen Mitgliedschaft in einer konterrevolutionären Organisation zu 10 Jahren Erziehungs- und Arbeitslager sowie anschließender Verbannung in einer entlegenen Siedlung verurteilt. Verbüßte die Strafe im Norillag. Arbeitete als Zimmermann im Schacht. Am 12.04.1946 verhaftet. Angeklagt nach §58-10, Abs. 1 des Strafgesetzes der RSFSR. Am 17.05.1946 vom Lagergericht zu 5 Jahren Erziehungs- und Arbeitslager sowie 3 Jahren Entzug aller politischen Rechte verurteilt. Zur ewigen Ansiedlung in die Region Akmolinsk verschickt. Am 26.10.1956 vom Obersten gericht der UdSSR rehabilitiert (P-7664).

BAUS, Jakob Genrichowitsch (Grigorewitsch), geb. 1899 im Tscharkowsker Amtsbezirk, Landkreis Minusinsk, Jenisejsker Gouvernement. 1943 wegen antisowjetischer Agitation in eine „Arbeitskolonne“beim NKWD mobilisiert. Am 09.09.1996 durch die Verwaltung für innere Angelegenheiten der Region Krasnojarsk rehabilitiert.
Buch der Erinnerung an die Opfer politischer Repressionen in der Republik Chakassien, Bd. 2, Abakan, 2000, S. 29.

BAUER, Jegor Aleksandrowitsch, geb. 1918 in der Ortschaft Galzel (?), Kanton Seelmann, Gouvernement Saratow. Konnte lesen und schreiben; parteilos. Verschleppt ins Dorf Beja, Bejsker Bezirk, Autonomes Gebiet Chakassien, Region Krasnojarsk. Arbeitete als Hammerschmied in der örtlichen Industrie. Âefand sich 1947 im Autonomen Gebiet Chakassien, Region Krasnojarsk, wegen einer Anklage nach § 58-10 des Strafgesetzes der RSFSR in Untersuchungshaft.
-Liste von N.S. Abdin (à).
-Buch der Erinnerung an die Opfer politischer Repressionen in der Republik Chakassien, Bd.3, Abakan, 2006, S. 234

BAUER, Lydia Iwanowna, geb. 1915 in der Ortschaft Dönhof, Gouvernement Saratow. Schulbildung: 4 Klassen. Parteilos. 1941 in die Region Krasnojarsk deportiert; arbeitete im Tajmyr-Gebiet; 1948 nach Sachalin angeworben. Lebte eine Zeit lang  in Alexandrowsk, Sachalinsker Bezirk. Arbeitete in der Fischfabrik. 1956 aus dem Status der Sondersiedlerin abgemeldet.
-L.O. Petri, V.T. Petri . Wahre Begebenheiten aus dem Tajmyr-Gebiet.

BAUER, Milja, zusammen mit den Eltern (deutsche Familie) 1942 verschleppt in das Dorf Dworets, im Keschemsker Kreis, Gebiet Krasnojarsk.

BAUM, Jemeljan (Emil?) Gustawowitsch, geb. 1883 in dem Dorf Emelka, Kiewsker Gouvernement, konnte weder lesen noch schreiben. Lebte in der Ortschaft Rakitow Kljutsch, Idrinsker Kreis, Region Krasnojarsk. Kolchos-Mitglied. Am 27.05.1938 verhaftet. Angeklagt nach § 58-10, 58-11 des Strafgesetzbuches der RSFSR. Am 14.04.1939 vom krasnojarsker Regionsgericht zu 5 Jahren Besserungsarbeitslager verurteilt. Am 29.03.1967 durch das Oberste Gericht der Russischen Föderation rehabilitiert (P-14453).

BAUMBERGER, W.W., möglicherweise Deutscher, verurteilt nach § 58 des Strafgesetzes der RSFSR. Verbüßte seine Strafe im Norillag. Kam im Oktober 1943 ums Leben.
Archiv des Informationszentrums der Staatlichen Verwaltung für innere Angelegenheiten der Region Krasnojarsk, Verz. 3, Akte 55. Journal der Protokolle des freigelegten Leichenschauhauses (Norillag), 01.10.1943-20.12.1943, S.56 und Rückseite.

BAUMGARTEN, Viktor, geb. 1940, wurde zusammen mit der Mutter aus der ASSR der Wolgadeutschen verschleppt. Die Mutter arbeitete 1941 in Biriljussy als technische Leiterin in der Getreidebeschaffung.

BAUMGARTNER, Alexander, Deutscher, war in der Arbeitsarmee an der Station Sorokino im Kreis Mana, in der Fabrik, Postfach-Nr. 121.

BAUS, Iwan Iwanowitsch, geb. 1926 in der Ortschaft Dönhof, Kanton Selzer (Balzer?), Gouvernement Saratow. Verschleppt in den Bogradsker Bezirk, Autonomes Gebiet Chakassien, Region Krasnojarsk. Am 19.09.1943 in die Trudarmee mobilisiert, 1946 zur Abfahrt ins Tagillag abgeschrieben.  Lebte 1991 in Dudinka, Region Krasnojarsk.
Buch der Erinnerung an die Opfer politischer Repressionen in der Republik Chakassien, Bd 3, Abakan, 2006, S. 311, (b).

BAUS, Jakob Genrichowitsch (Grigorewitsch), geb. 1899 im Tscharkowsker Amtsbezirk, Landkreis Minusinsk, Jenisejsker Gouvernement. 1943 wegen antisowjetischer Agitation in eine „Arbeitskolonne“beim NKWD mobilisiert. Am 09.09.1996 durch die Verwaltung für innere Angelegenheiten der Region Krasnojarsk rehabilitiert.
Buch der Erinnerung an die Opfer politischer Repressionen in der Republik Chakassien, Bd. 2, Abakan, 2000, S. 29.

BAUS, Maria (Tochter von Jakob), verbrachte die Verbannungszeit in der kleinen Siedlung Polikarpowsk im Kreis Ust-Jenissejsk, Autonomes Gebiet Taymyr, arbeitete in der Kolchose „Roter Tajmyrer“

BAUS, Mina Filippowna,  geb. 1914 in der Ortschaft Dönhof, Kanton Selzer (Balzer?), ASSR der Wolgadeutschen. Verschleppt in den Bogradsker Bezirk, Autonomes Gebiet Chakassien, Region Krasnojarsk. Am 24.09.1943 in die Trudarmee mobilisiert. Im April 1946 zur Abfahrt ins Tagillag abgeschrieben. Am 04.06.1946 in die Freiheit entlassen.
Buch der Erinnerung an die Opfer politischer Repressionen in der Republik Chakassien, Bd. 3, Abakan, 2006, S. 311

BECHER, Karl Iwanowitsch, geb.1881 in der Siedling Battenger (Bettinger?) Gouvernement Saratow, konnte nur wenig lesen und schreiben. Tischler in der Sowchose „Kommunar“, im Schirinsker Bezirk, Autonomes Gebiet Chakassien, Region Krasnojarsk. Am 13.04.1942 verhaftet. Angeklagt wegen konterrevolutionärer Agitation. Am 02.06.1942 wom Gebietsgericht des Autonomen Gebeites Chakassien, Region Krasnojarsk, zur Höchststrafe verurteilt. Am 14.07.1942 â in der Stadt Minusinsk erschossen. Am 20.11.1995 durch die Staatsanwaltschaft der RegionKrasnojarsk rehabilitiert (P-21809).  
-Buch der Erinnerung an die Opfer politischer Repressionen in der Republik Chakassien,
-Bd. 3, Abakan, 2006, S. 288,
-Unschuldig Erschossene (Martyrolog), Abakan, 2004, S. 43

BECHERT (Becherdt, KORWA), Olga. Iwanowna, geb. 1917 im Podlesnowsker Bezirk, Gouvernement Saratow. Schulbildung: 7 Klassen. Parteilos. Im September 1941 aus der ASSR der Wolgadeutscheh in die Region Krasnojarsk deportiert. Arbeitete ab 1942 beim gewerblichen Fischfang im Tajmyr-Gebiet (Station Lajda). 1948 nach Sachalin angeworben. Lebte im Aleksandrowsk-Sachalinsker Bezirk. War dort nicht berufstätig. Wurde 1956 aus der Zwangsansiedlung abgemeldet.
-L.O. Petri, V.T. Petri . Wahre Begebenheiten aus dem Tajmyr-Gebiet.

BECHTOLD, Georg, geb. 1875, Ehemann von Katharina Bechtold. Am 17.09.1941 gemeinsam mit der Ehefrau aus dem Ort Dönhof im Kanton Balzer, ASSR der Wolgadeutschen deportiert zur Station Son und von dort weiter in die Ortschaft Potechino im Bogradsker Kreis, Chakassien, wo er 1942 starb.

BECHTOLD, Katharina, geb. 1880, Mutter von W. (F.) und F. (F.) Aab, Ehefrau von Georg Bechtold. Zusammen mit dem Ehemann und sieben Söhnen, die zwischen 1937 und 1938 umkamen, am 17.09.1941 aus dem Ort Dönhof im Kanton Balzer, ASSR der Wolgadeutschen, deportiert zur Station Son und von dort weiter zur Ortschaft Potechino im Bogradsker Kreis, Chakassien, wo sie 1943 verstarb.

BECK, Jakob Jakowlewitsch, geb.1919. Geboren und wohnhaft in einer Siedlung im Bezirk Gmelin, ASSR der Wolgadeutschen. Konnte lesen und schreiben. Lebte eine Zeit lang im Bolschemurtinsker Bezirk, Region Krasnojarsk. Drechsler. Am 12.06.1945 verhaftet. Angeklagt nach §58-10 Abs. 2 des Strafgesetzes der RSFSR. Am 09.01.1946 vom Krasnojarsker Regionsgericht zu 10 Jahren Arbeits- und Erziehungslager verurteilt. Verbüßte die Strafe im Norillag. Am 26.07.1953 zur Verwaltung der Arbeits- und Erziehungslager und –Kolonien der Region Krasnojarsk abgemeldet

BECK, Olga Andrejewna, geb. 27.05.1894 in derOrtschaft Kamenskoje, Jekaterinoslawsker Gouvernement. Absolvierte das „Bitner“-Gymnasium in Dnjepropetrowsk. Lebte an der Bahnstation Irgen, Dnjepropetrowsker Bahnknotenpunkt. Buchhalterin an der Materialstation. Àm 02.03.1944 verhaftet und ins Dnjepropetrowsker Gefängnis gebracht. Am 22.04.1944 on einem Sonderkollegium des NKWD der UdSSR zu 5 Jahren Verbannung in der Region Krasnojarsk verurteilt. Traf am 09.10.1944 in der Ortschaft Jarzewo ein. Am 02.03.1949 aus der Verbannung freigelassen; fuhr von dort nach Tscheljabinsk ab.
Informationszentrum der Staatlichen Behörde für Inneres, persönliche Verbanntenakte N° 1348,Archiv-Akten-Nr. 578.Brief des Leiters der Jarzewsker Bezirksabteilung des Ministeriums für Staatssicherheit Kalatschew an den Chef der Abteilung „A“ der Verwaltung beim Ministerium für Staatssicherheit Kambirow vom 06.06.1949 ¹ 289, (à).

BECKER, deutsche Familie. Gebürtig und wohnhaft im Gouvernement Saratow. 1941 deportiert, verbüßte die Verbannungsstrafe im Kuraginsker Bezirk, Region Krasnojarsk.
J.W. Mogilnikow, Schüler der 11. Klasse an der städtischen Bildungseinrichtung der Roschtschinsker Schule N° 17, Kuraginsker Bezirk, Region Krasnojarsk. N.M. Botschkarewa, Geschichtslehrerin. Zwei Schicksale aus meiner Familienbiographie (A.A. Wagner, E.G. Wagner und andere). Wettbewerbsarbeit, vorgestellt beim Allrusischen Wettbewerb historischer Arbeiten von Schülern der höheren Klassenstufen „Der Mensch in der Geschichte. Rußland – 20. Jahrhundert“, (s)

BECKER, Albert (Sohn von Wilhelm), geb. 1908. Am 20.04.1938 im Dorf Alexandrowka, Norowljansker Kreis, Weißrußland, verhaftet. Am 11.09.1938 von der Trojka des NKWD der BSSR verurteilt zu 10 Jahren. Am 13.08.1942 kam er aus dem JugorLag im NorilLag an. Verhaftet laut Akte des K. Gosdenko (darunter fielen insgesamt 49 Personen). Am 10.03.1943 von der OSO des NKWD der UdSSR zum Tod durch Erschießen verurteilt. Starb am 09.04.1943 in Krasnojarsk.

BECKER, Aleksander, geb. 1926. Deportiert. Befand sich in der zweiten Hälfte der 1940er Jahre in der Trudarmee-Zone des Metallhüttenwerkes (Postfach 121) an der Bahnstation Sosrokino, Mana-Bezirk, Region Krasnojarsk.
A.F. Lorej, Liste der Trudarmee-Angehörigen, die sich in der zweiten Hälfte der 1940er Jahre in der Trudarmee-Zone des Metallhüttenwerkes (Postfach 121) an der Bahnstation Sosrokino, Mana-Bezirk, Region Krasnojarsk, befanden, (a). Zusammengestellt von Sirotinin.

BECKER, Andreas (Sohn von Andreas), geb. 1918, arbeitete per Einberufung als Hilfsarbeiter Omsk, in der Bau- und Montage-Verwaltung Nr. 4. Unter seine Strafakte fielen insgesamt 6 Personen. Am 17.06.1944 wurde er zu 10 Jahren verurteilt.

BEKKER (Brunner). Erna Davidowna, geb. 1921 im Gouvernement Saratow. 1941 zusammen mit der Famioie in die Region Krasnojarsk deportiert. Arbeitete beim gewerblichen Fischfang im Tajmyr-Gebiet. Lebte 2003 in der Siedlung Dorofejewka, Bezirk Dudinka, Region Krasnojarsk.
-L.O. Petri, V.T. Petri . Wahre Begebenheiten aus dem Tajmyr-Gebiet.

BECKER, Genrich (Heinrich) Kasparowitsch, geb. 1888 in der Ortschaft Tschernogorka, Berdowkser Amtsbezirk, Gouvernement Kiew. Mittlere Schulbildung. Stammte aus einer Beamtenfamilie. Buchhalter in der Ortschaft Beresowka. Am 14.08.1933 verhaftet. Angeklagt nach §§ 58-4, 58-6, 58-7, 58-11 des Strafgesetzes der RSFSR. Am 14.08.1933 zu 10 Jahren Konzentrationslager verurteilt. Verbüßte die Strafe ab dem 06.01.1934 in den Fernöstlichen Lagern. Traf 1935 im Norillag, am Lagerpunkt Dudinka ein. Als Häftling im Norillag. Angeklagt wegen antisowjetischer Agitation. Am 31.10.1937 von einer Troika der NKWD-Verwaltung der Region Krasnojarsk zur Höchststrafe verurteilt. Am 21.07.1937 ins Krasnojarsker Gefängnis abgemeldet. Am 18.12.1937 in der Siedlung Norilsk erschossen. Am 24.04.1965 vom Krasnojarkser Regionsgericht rehabilitiert (P-14214).
Buch der Erinnerung an die Opfer politischer Repressionen in der Republik Chakassien, Bd. 1, Abakan, 1999, S. 51.

BECKER, Iwan, geb. 1927. Deportiert. Befand sich in der zweiten Hälfte der 1940er Jahre in der Trudarmee-Zone des Metallhüttenwerkes (Postfach 121) an der Bahnstation Sosrokino, Mana-Bezirk, Region Krasnojarsk.
A.F. Lorej, Liste der Trudarmee-Angehörigen, die sich in der zweiten Hälfte der 1940er Jahre in der Trudarmee-Zone des Metallhüttenwerkes (Postfach 121) an der Bahnstation Sosrokino, Mana-Bezirk, Region Krasnojarsk, befanden, (a).

BECKER, Iwan Andrejewitsch, geb.1895 im Gouvernement Saratow. Sonderumsiedler, Arbeiter im Abakansker Reedereikontor, Autonomes Gebiet Chakassien, Region Krasnojarsk. Am 12.10.1942 verhaftet. Angeklagt wegen konterrevulutionärer Agitation. AM 14.12.1942 vom Regionsgericht des Autonomen Gebietes Chakassien zu 8 Jahren Arbeits- und Erziehungslager und 5 Jahren Entzug aller politischen Rechte verurteilt. Am 20.07.1992 durch die Staatsanwaltschaft der Region Krasnojarsk rehabilitiert (P-20416).

BECKER, Jakob, geb. 1927 in der Ortschaft Dönhof, Kanton Belzer (Balzer), Gouvernement Saratow. Deportiert. Befand sich in der zweiten Hälfte der 1940er Jahre in der Trudarmee-Zone des Krasnojarsker Metallhüttenwerks (Postfach 121) an der Bahnstation Sorokino, Mansker Bezirk, Region Krasnojarsk.
A.F. Lorej. Liste der Ende der 1940er in der Trudarmeezone der Krasnojarsker Metallhütte befindlichen Trudarmisten, Postfach 121, an der Bahnstation Sorokino, Mansker Bezirk, Region Krasnojarsk.

BECKER, Jakob Wasiljewitsch, gebürtig und wohnhaft im Gouvernement Saratow, Ehemann von J.A. Bekker. Im April 1941 in die Armee einberufen. Diente in der Stadt Tschugajewo. Nach Kriegsausbruch als Deutscher aus dem Truppenteil entfernt und in die Arbeitsarmee nach Swerdlowsk geschickt. Die Fahrt dauerte 14 Tage und Nächte, innerhalb dieser Zeit bekamen sie nur ein einziges Mal in Syrsani etwas zu essen. Bei Ankunft des Häftlingstransports in Swerdlowsk waren viele vor Hunger gestorben. Arbeitete im Ural-Maschinenwerk. Wurde nach Tscheljabinsk zum Bau des Metallhüttenwerkes überstellt. Der Baustellen bereich war mit mehreren Reihen Stacheldraht eingezäunt, auf den Wachtürmen standen bewaffnete Soldaten. In der Zone arbeiteten 9 Bautrupps von jeweils 3-4000 Mann. Nachdem der Bau des kombinats beendet war, kam er außerhalb der Zone zum Waggonbau, wo er als Schlosser arbeitete. Suchte nach seiner Frau, die sich in dem Dorf Nowaja, Rybinsker Bezirk, Region Krasnojarsk, in der Verbannung befand. Als man ihm einen Urlaub bewilligte, fuhr er zu seiner Frau. Er blieb dort, denn er besaß kein Geld für die Rückfahrt. Wure als Deserteur verhaftet, kurz darauf wieder entlassen, und nach Nowaja in die verbannung geschickt. Von 1964 bis 1980 arbeitete er als Traktorist. Nach Eintritt ins Rentenalter war er noch als Schmied in der Nowinsker Kolchose tätig. Lebte im April 1995 noch im Dorf Nowaja, Rybinsker Bezirk, Region Krasnojarsk.

BECKER, Jegor Fjodorowitsch, geb. 1915 in der Ortschaft Sednaja Rogatka, Slutzker Amtsbezirk, Gouvernement Petersburg. Grundschulbildung. Militärperson des Sibirischen Wehrkreises. Am 28.09.1942 verhaftet. Angeklagt nach § 58-8, 9, 10, 11 des Strafgesetzbuches der RSFSR. Am 28.12.1942 vom Militärtribunal des Sibirischen Wehrkreises zur Höchststrafe verurteilt. Das Urteil wurde am 01.03.1943 vom Obersten Sowjet-Präsidium der UdSSR in 10 Jahre Besserungsarbeitslager umgewandelt. Am 24.06.2002 von der Militär-Generalstaatsanwaltschaft rehabilitiert (P-24184).

BECKER, Katharina (Jekaterina) Andrejewna, gebürtig und wohnhaft im Gouvernement Saratow, Ehefrau von J.W. Bekker. 1941 in die Region Krasnojarsk deportiert. Verbüßte die Verbannungszeit in dem Dorf Nowaja, Rybinsker Bezirk.

BECKER, Kurt Jewgenewitsch (Eugen), geb. 1905. Stammte aus der Stadt Kramatorska, wo er auch lebte. Angeklagt nach § 58-6 und 9 des Strafgesetzbuches der RSFSR. Verurteilt am 16.04,1952 von einer Sonderberatung des Ministeriums für Staatssicherheit der UdSSR zur Verbannung in den Bogutschansker Kreis, Region Krasnojarsk. Freigelassen am 16.09.1954. Rehabilitiert am 13.02.2004 von der Staatsanwaltschaft der Region Krasnojarsk.

BECKER, Maria (Tochter von Andreas), 1877-1967, wurde zusammen mit ihrer Familie, dem Sohn Konrad (Sohn von Philipp, 1902-1987), der Tochter Amalia (Tochter von Philipp) Hermann oder Germann (geb. 1920), deren Ehemann Alexander (Sohn von Andrej/Andreas) Hermann oder Germann (1920-1951), dem Sohn Alexander Becker (1908-1965, Sohn von Philipp), dessen Ehefrau Elisabetha (1912-1986, Tochter von Fjodor/Friedrich) und dem Enkel Iwan/Johann Bekker (geb. 1924, Sohn von Andrej/Andreas) im September 1941 aus dem Ort Issenburg, Kanton Gmelin, ASSR der Wolgadeutschen in das Dorf Basan (unweit Kemskoe), Kreis Bolsche-Murta (heute Kasatschinsker Kreis), Krasnojarsker Gebiet, deportiert, mitten in die tiefste Taiga. Im Januar 1942 jagten sie den Enkel Iwan (Johann, Sohn von Andrej/Andreas) zur „Arbeitsarmee“ ins KrasLag, hinter Reschoty, aber im Frühjahr ließ man ihn wieder nach Basan zurückkehren. Gemeinsam mit ihm hetzten sie auch Konrad Becker (den Sohn von Philipp) bis 1946 ins KrasLag, und als man ihn aus dem Lager „freiließ“, da durfte er nicht einmal zur Familie in die Verbannung gehen. Man vertrieb ihn nach Kirgisien, in einen Schacht der Siedlung Majli-Saj, im Gebiet Dschalalabad (heute Gebiet Hosch), wo er bis zum Ende der Verbannungszeit blieb. Mitte 1942 jagten sie ihn zur „Arbeitsarmee“ ins Swerdlowsker Gebiet.
Verbannungs-/Lagerhaftbericht von Iwan Bekker (oder Becker), Sohn von Andrej Bekker

A. (A.) Hermann (oder Germann) kehrte 1946 krank zurück und kam 1951 in der Verbannung um. A. (Ph.) Becker wurde Invalide (er verlor den rechten Arm). Er arbeitete bis zur Freilassung aus der Verbannung als Buchhalter in einer Kolchose. Am 24.01.1994 wurde er von der Behörde für Innere Angelegenheiten im Gebiet Nowosibirsk rehabilitiert. Andrej (Ph.) Becker (1900-1951), Zimmermann, arbeitete als Produktionsleiter in einer Fabrik in Balzer; von dort aus wurde er ins Gebiet Nowosibirsk deportiert. Anfang 1942 wurde er zur „Arbeitsarmee“ nach Ogarewka, im Gebiet Tula mobilisiert, wo er als Meister in der Gewerbeschule beschäftigt war. Nach dem Krieg wurde er erneut zurück in die Verbannung geschickt, nach Tschulym im Gebiet Nowosibirsk, wo er ums Leben kam. Seine Ehefrau starb in den 20-er Jahren, Sohn Alexander (geb. 1920) diente als Leutnant in der Armee, geriet an die Front und blieb spurlos verschwunden. 1946 gaben sie seinem Sohn die Erlaubnis zum Vater überzusiedeln, und er begann als Buchhalter zu arbeiten. Am 07.02.1956 wurde er freigelassen. Andrej/Andreas (Sohn von Andrej/Andreas) Becker (1918-1943) diente in der Armee. Er wurde zur „Arbeitsarmee“ gejagt, wo er umkam. Rehabilitiert wurde er am 11.04.1994 von der Verwaltung für Innere Angelegenheiten im Gebiet Wolgograd. M. (A.) Becker, A (Ph.) Germann (oder Hermann), Al. (Ph.) Becker und E. (Ph.) Becker blieben in Basan bis zum Ende der Verbannungszeit. Man ließ sie Anfang 1956 frei. Später lebten M. (A.) Becker und A. (Ph.) Becker in Talowka im Kreis Bolsche-Murta, Gebiet Krasnojarsk.

BECKER, Marianna Wendelinowna, 1912-1986; wurde zusammen mit den Kindern BECKER, Eugen Rudolfowitsch, geb. 1932, Elisabeth Rudolfowna, geb. 1937, Rudolf Rudolfowitsch, geb. 1935, Eduard Rudolfowitsch, 1942-1948, Erwin Rudolfowitsch, geb. 1940, im März 1944 aus der Ortschaft Seltz im Rasdeljansker Kreis, Gebiet Odessa, nach Sachsen deportiert. Im Oktober 1945 verschleppte man sie mit den Kindern aus Deutschland nach Krasnojarsk; sie arbeitete als Reinmachefrau in der Schule. Anfang 1956 ließ man sie frei. Eduard kam während der Verbannung ums Leben. 
Verbannungs- / Lagerhaftbericht von Elisabeth Rudolfowna Nestjorkina.

BECKER, Natalia. Verbüßte die Verbannungsstrafe im Turuchansker Bezirk, Region Krasnojarsk. Sohn Robert Bekker, Nina Bekker.
Ljudmila Kotijewa, Sonderumsiedler im Bezirk Turuchansk, Region Krasnojarsk, Leiterin S.S. Subowo, 2008. Turuchansker Zentrum für Kinder- und Jugend-Kreativität  „Storch“, Kollektiv „Nordländer“. Wettbewerbsarbeit, vorgestellt beim Allrusischen Wettbewerb historischer Arbeiten von Schülern der höheren Klassenstufen „Der Mensch in der Geschichte. Rußland – 20. Jahrhundert“, (s)

BECKER, Philipp (Sohn von Wilhelm), geb. 1911. Traktorist in der Ortschaft Snamenka, Bogradsker Kreis. Repressionsopfer (anscheinend in der Arbeitsarmee). Am 01.04.1944 im Gebiet Perm verstorben.

BECKER, Viktor (Sohn von Jakob), Verbannter im Krasnojarsker Gebiet. Im Jahre 1997 Dozent der staatlichen N.F. Katanow-Universität in Chakassien, Doktor der Geschichtswissenschaften.

BECKER, Wilhelm, geb. 1906; wurde zusammen mit seiner Ehefrau Maria, geb. 1901, sowie den Kindern Wilhelm, geb. 1924, Karl, geb. 1935, Eugenia, geb. 1927, Frieda, geb. 1930 und Erna, geb. 1941, am 17.09.1941 aus dem Dorf Dönhof im Kanton Balzer, ASSR der Wolgadeutschen, deportiert zur Station Son und weiter in das Dorf Potechino im Bogradsker Kreis, Chakassien. Im Januar 1942 jagte man ihn und seinen Sohn Wilhelm in die Arbeitsarmee. Er kehrte 1950 zurück und lebte dann in dem Dorf Maly Arbat, Taschtypsker Kreis, Chakassien. Der Sohn kam in der Arbeitsarmee um.

BECKER, Woldemar (Sohn von Wilhelm), geb. 1938, Sohn von W. und M. Becker. Wurde am 17.09.1941 zusammen mit den Eltern aus dem Dorf Dönhof im Kanton Balzer, ASSR der Wolgadeutschen, zur Station Son deportiert und von dort aus weiter in das Dorf Potechino im Bogradsker Kreis, Chakassien.. In den Jahren 1943-1950 arbeitete er in der Soner Waldwirtschaft, danach lebte er in Maly Arbat, im Taschtypsker Kreis, Chakassien.

BECKMANN (BEKMAN), Michail Anatolewitsch, geb. 1888 in Sankt-Petersburg. Einwohner von Krasnojarsk. Ohne besondere Beschäftigung. Am 29.11.1930 verhaftet. Angeklagt wegen konterrevolutionärer Tätigkeiten. Am 07.04.1932 von einem Sonder-Kollegium unter Anwesenheit von Mitarbeitern der OGPU zu einer 3-jährigen Verbannung nach West-Sibirien verurteilt. Am 17.10.1994 von der Staatsanwaltschaft der Region Krasnojarsk rehabilitiert (P-9123).

BECKMANN, Rosa (Tochter von Adolf), befand sich in den Jahren 1951-1953 in der Ortschaft Kasatschinsk, Gebiet Krasnojarsk, in Verbannung.

BEDA (Bida), Jakob Jakowlewitsch, geb. 1894, möglicherweise Deutscher. Lebte in der Siedlung Uglowskoi, Pospelichinsker Bezirk, Altai-Gebiet. 1932 enteignet; zusammen mit seiner Familie in den Bezirk Kuragino, Region West-Sibirien verschleppt: Ehefrau Christina Iwanowna, Kinder Vera, geb. 1922, Michail, geb. 1924, Matrena geb. 1928, Viktor, geb. 1930; seine erste Frau Stepanida Fominischna, geb. 1904, starb vor der Verbannungszeit..

BEER, siehe BEHR

BEHM (oder BEM), Anton (Sohn von Peter), geb. 1917, verurteilt zu 3 Jahren, verbüßte seine Haftstrafe. Arbeitete in einer Arbeitskolonne in Bolsche Tyguscha, im KrasLag. Am 16.06.1943 von der Trojka der UNKWD im Krasnojarsker Gebiet verurteilt zu 10 Jahren, laut Akte des D. (I.) Gelhorn (insgesamt 7 Personen).

BEHR (oder BER/BEER), Mitglied des Obersten Gerichts der ASSR der Wolga-Deutschen. Deportiert ins Krasnojarsker Gebiet. 1942 mobilisiert in die Arbeitsarmee des KrasLag. Mitglied der Brigade zur Imprägnierung von Eisenbahnschwellen. 1942 von der OSO verurteilt, mit einem Gefangenentransport ins KrasLag gebracht.

BEHR (BEER? BER?), Got(t)fried Karlowitsch, geb. 1887 im Gouvernement Wolhynien. Arbeitete als Wasserfahrer in einer Sowchose der Siedlung Teplyi Kljutsch, Sajan-Kreis, Region Krasnojarsk. Am 03.03.1938 verhaftet. Angeklagt wegen Mitgliedschaft in einer konterrevolutionären Organisation. Am 23.05.1938 von einer Kommission des NKWD und der Staatsanwaltschaft der UdSSR zu 10 Jahren Besserungsarbeitslager verurteilt. Am 20.03.1959 durch das Militärgericht des Sibirischen Wehrkreises rehabilitiert (P-10556).

BEHR (BÄHR), Lidia, geb. 1927 in der Ortschaft Anton, Kanton Balzer, Gouvernement Saratow, Deportiert Befand sich in der zweiten Hälfte der 1940er Jahre in der Trudarmee-Zone des Krasnojarsker Metallhüttenwerks (Postfach 121) an der Bahnstation Sorokino, Bezirk Mana, Region Krasnojarsk. A.F. Lorej. Liste der Arbeitsarmisten in der zweiten Hälfte der 1940er Jahre in der Trudarmee-Zone des Krasnojarsker Metallhüttenwerks (Postfach 121) an der Station Sorokino, Bezirk Mana, Region Krasnojarsk (a).

BEHRMANN (oder BERMANN), Heinrich (Sohn von August), geb. 1894, stammte aus Deutschland, verhaftet 1938 im Krasnojarsker Gebiet.

BEIDNITZ, Jakob (Sohn von Christian), geb. 1898, Deutscher aus der ASSR der Wolga-deutschen. 1941 verbannt in die Ortschaft Abakan-Perewos im Bogradsker Kreis, Chakassien. Mobilisiert in die Arbeitsarmee des KrasLag.

BEIER, Emilia (Tochter von Iwan/Johann), geb. 12.10.1927, gebürtig aus Leningrad, Heimkehrerin. Der Vater wurde 1938 verhaftet. Nach der Verhaftung des Vaters zusammen mit der Mutter in den Ort Pokrowka, Tschkalowsker (heute Orenburger) Gebiet verschleppt. Am 10.06.1941 mit Erlaubnis der Behörden gemeinsam mit der Mutter nach Leningrad umgezogen. Unterwegs begann der Krieg. Ihr und der Mutter gestattete man die Möglichkeit der Evakuierung. Sie wurden von den Deutschen zurückgehalten. Im Oktober 1943 schickte man sie nach Deutschland, nach Ost-Preussen. Dort arbeitete sie in der deutschen Schule für Fernmeldewesen in Straßburg. Laut Fragebogen war sie als Hilfskraft des Kochs in der Küche tätig. Nachdem sie mit den deutschen Truppen zurückgewichen war, geriet sie in die amerikanische Besatzungszone. Am 10.07.1945 begab sie sich in die sowjetische Besatzungszone zur Mutter nach Dresden, wo jene wohnte und arbeitete. Sie war als Übersetzerin im Polizeipräsidium der Stadt Dresden, in der Laienspielgruppe des Truppen-teils mit der Feldpost-No. 75067 und als Krankenpflegerin im Lager No. 256 beschäftigt. Im August 1946 kam sie im Rahmen der Repatriierungsmaßnahmen im Gorno-Marijsker Kreis, Autonome Sozialistische Sowjetrepublik Mari, an. Sie wohnte in der Siedlung Pjerwomajskij, war bei der Eisenbahn als Arbeiterin in der Waldwirtschaft tätig. Sie wurde der Kommandan-tur No. 4 zugerechnet. Verhaftet am 16.09.1949. Am 17.11.1949 vom Kriegstribunal des Ministeriums für Innere Angelegenheiten im Priwolschsker Militärgebiet verurteilt nach § 58-1a des Strafgesetz-buches zu 25 Jahren und 5 Jahren Entzug aller Rechte. Die Haftzeit verbüßte sie im DubrowLag. Am 03.11.1954 wurde die Anklage wegen Spionage zum Nutzen der amerikanischen Grenzschützer vom Kriegstribunal des Priwolschsker Militärgebietes fallengelassen. Die Haftdauer wurde verkürzt auf 6 Jahre und 3 Jahren Entzug aller Rechte. Freigelassen am 14.04.1955 mit der Auflage sich registrieren zu lassen. Sie wurde der Verwaltung des Ministeriums für Innere Angelegenheiten im Gebiet Krasnojarsk unterstellt. Die Verbannung verbrachte sie im Krasnojarsker Gebiet.

BEIFUS (BEFUS), Eduard Iwanowitsch, geb. 1989 im Dschonkojsker Wolost, Gouvernement Taurien. Lebte eine Zeit lang in dem Dorf Bogojawlenka, Roschdestwensker Volost, Landkreis Kansk, Jenisejsker Gouvernement. Stammte aus einer Familie von Mittelbauern, zweijährige Schulbildung, parteilos. Arbeitszwangsumsiedler. Arbeitete in der Kolchose „2. Jahrfünft“. Verhaftet am 14.06.1938. Angeklagt wegen § 58-2, 11 des Strafgesetzbuches der RSFSR. Verurteilt am 28.04.1943 durch ein Sonderkollegium des NKWD der UdSSR zu 10 Jahren Arbeitsbesserungslager. Verbüßte die Strafe im KrasLag. Starb am 09.09.1943 im Lager. Rehabilitiert am 17.05.1957 vom Militärtribunal des Sibirischen Wehrkreises (P-6912).

BEILMAN, August (Sohn von Josef), geb. 1910, Deutscher aus der ASSR der Wolgadeutschen. Zimmermann in der landwirtschaftlichen Produktionsgenosenschaft Skotowod (= Viehzucht), im Askisschen Kreis, Chakassien. Arbeitsarmist.

BEILMAN(N), Gerda Josifowna, geb. 1926 in der Ortschaft Folmer, Kanton Kamenka, Gouvernement Samara. Deportiert in den Askissker Bezirk, Autonomes Gebiet Chakassien, Region Krasnojarsk. Am 17.09.1943 in die Trudarmee mobilisiert, am 25.04.1946 zur Abfahrt ins Tagillag abgeschrieben.
Buch der Erinnerung an die Opfer politischer Repressionen in der Republik Chakassien, Bd. 3, Abakan, 2006, S. 311.

BEILMAN(N), Iwan Petrowitsch, geb. 1893 in der Ortschaft Baronsk, Gouvernement Saratow. Konnte nur wenig lesen und schreiben. Mitglied der Kolchose „Funke Lenins“ in der Ortschaft Tes, Minusinsker Kreis, Region Krasnojarsk. Am 25.01.1942 verhaftet. Angeklagt nach § 58-10 des Strafgesetzbuches der RSFSR. Am 06.06.1942 auf einer auswärtigen Sitzung des krasnojarsker Regionsgerichts zu 10 Jahren Besserungsarbeitslager verurteilt. Am 28.02.1997 von der Staatsanwaltschaft der Region Krasnojarsk rehabilitiert (P-22288).

BEILMAN(N) Stepan (Stefan) Josifowitsch, geb. 1923 in der Ortschaft Folmer, Kanton Kamenka, Gouvernement Samara. Deportiert in den Askissker Bezirk, Autonomes Gebiet Chakassien, Region Krasnojarsk. Am 16.04.1943 in die Trudarmee mobilisiert. Am 25.04.1946 zur Abfahrt ins Tagillag abgeschrieben.
Buch der Erinnerung an die Opfer politischer Repressionen in der Republik Chakassien, Bd. 3, Abakan, 2006, S. 311.

BEILMANN (Sabelfeld), Valentina Wladimirowna, geb. am 13.08.1951; die Eltern waren Verbannte aus der ASSR de Wolgadeutschen. Lebte 2004 in der Stadt Dudinka.
-L.O. Petri, V.T. Petri . Wahre Begebenheiten aus dem Tajmyr-Gebiet.

 BEILMANN, Wladimir Augustowitsch, geb. am 07.12.1949; die Eltern waren Verbannte aus der ASSR de Wolgadeutschen. Lebte 2004 in der Stadt Dudinka.
-L.O. Petri, V.T. Petri . Wahre Begebenheiten aus dem Tajmyr-Gebiet.

BEIS, Jakob (Sohn von Alexander), geb. 1893, Deutscher aus der ASSR der Wolga-deutschen. 1941 verschleppt in die Ortschaft Tschurjukowo im Dserschinsker Kreis, Chakassien. Mobilisiert zur Arbeitsarmee ins KrasLag.

BEIS (Smirnowa), Maria Alexandrowna, geb. am 06.08.1923 in Marxstadt. 1941 in den Tasejewsker Bezirk, Region Krasnojarsk, deportiert. Befand sich ab 1942 als Sondersiedlerin in der Siedlung Dorofejewskij, Ust-Jenisejsker Bezirk, Autonomes Gebiet Tajmyr. 
Kerze der Erinnerung. Das Tajmyrgebiet in den Jahren der Repressionen. Erinnerungen.. Sie ließen uns kein Brot für unterwegs backen. 

BEISEL, wurde 1941 zusammen mit ihrer Tochter Erika, geb. 1938, aus der ASSR der Wolgadeutschen in den Kreis Biriljussy, Gebiet Krasnojarsk, verbannt. Arbeitete in der Produktionsgenossenschaft „Roter Kämpfer“; die Tochter starb im Oktober 1941.

BEISLER (Neistadt/Neustadt), Lydia Petrowna, geb. am 26.06.1930 im Gouvernement Saratow. In die Region Krasnojarsk deportiert. Lebte 2004 in Dudinka.
-L.O. Petri, V.T. Petri . Wahre Begebenheiten aus dem Tajmyr-Gebiet.

BEITZ, David (Sohn von David), geb. 1905, Deutscher aus der ASSR der Wolgadeutschen.1941 verbannt in die Ortschaft Tschurjukowo im Dserschinsker Kreis, Chakassien. Mobilisiert zur Arbeitsarmee ins KrasLag.

BEITZ, Ewald (Sohn von Peter), Deutscher aus der ASSR der Wolgadeutschen. 1941 deportiert in den Kreis Biriljussy. Am 04.03.1942 zur Arbeitsarmee nach Uschur einberufen

BEITZ, Natalia (Tochter von Jakob), geb. 1917, Deutsche aus der ASSR der Wolga-deutschen. 1941 deportiert in den Ort Satschulymka im Kreis Biriljussy. Am 11.02.1943 in die Arbeitsarmee nach Atschinsk einberufen.

BEK, siehe BECK

BEK (Beck), Alexander Michailowitsch, möglicherweise Deutscher. Geb. 1905 in Jekaterinoslawsk. Angeklagt wegen antisowjetischer Tätigkeiten. Am 18.05.1949 von einer Sonderberatung des Ministeriums für Staatssicherheit der UdSSR verurteilt zur Verbannung in deen Tajewsker Kreis, Region Krasnojarsk. Freigelassen am 09.07.1954. Rehabilitiert durch die Staatsanwaltschaft der Region Krasnojarsk am 19.01.2004.

BEKKER, siehe BECKER

BELENDIR, Peter Petrowitsch, geb. 1903 in dem Dorf Keler (Keller? Kehler?), Gouvernement Saratow. Zwangsarbeiter in der Arbeitsarmee. Arbeitete als Lagerverwalter in der Zwangsarbeiterkolonie in Werchnaja Tuguscha, Ilansker Sonderlager-Außenstelle des KrasLag. Am 16.10.1942 verhaftet. Angeklagt wegen rechter trotzkistischer Agitation. Am 30.10.1943 von einem Sonder-Kollegium des NKWD der UdSSR zu 10 Jahren Besserungsarbeitslager verurteilt. Am 07.03.1955 von einer Kommission der Region Krasnojarsk zur Überprüfung von Strafverfahren rehabilitiert (P-4624).

BELFORD, Aleksander Alfredowitsch, geb. 1893. Geboren und wohnhaft in der Ortschaft Troitzkoje, Tasejewsker Amtsbezirk, Krasnojarsker Region, Jenisejsker Gouvernement. Jude, möglicherweise Deutscher. Konnte lesen und schreiben. War in seiner eigenen Wirtschaft tätig. Am 07.08.1931 verhaftet. Angeklagt wegen Mitgliedschaft in einer konterrevolutionären aufständischen Organisation und Banditentum. Am 14.10.1932 von einer Trojka der OGPU-Bevollmächtigten-Vertretung der Region Ost-Sibirien zur Höchststrafe verurteilt. Am 30.03.1933 in der Stadt Astrachan erschossen. Am 28.02.1994 durch die Staatsanwaltschaft der Region Krasnojarsk rehabiltiert (014434).

BELLENDIR, Iwan Nikolajewitsch, geb. 1906 in der Ortschaft Mannheim, Nikolajewsker Landkreis, Gouvernement Samara. Höhere Bildung, Mitglied der WKP (B) seit 1928. Beendete 1933 die Staatliche Universität in Moskau. 1933 schloß er die Aspirantur ab. Doktorarbeit. Wurde als Dozent für dialektischen und historischen Materialismus bestätigt. 1941 in die Ortschaft Tascheba, Ust-Abakansker Bezirk, Autonomes Gebiet Chakassien, Region Krasnojarsk deportiert. Im Juni 1942 zur Trudarmee in die Stadt Osinniki, Gebiet Kemerowo mobilisiert, wo er zur Arbeit im „Molotow-Kohletrust“-Kombinat «Kusbas-Kohle» eingesetzt wurde; arbeitete dort im Schacht „Kapitalnaja“ (Arbeitskolonne, Baracke N° 8). War später im Bildungssystem des Autonomen Gebietes Chakassien, Region Krasnojarsk tätig. Verdienter Schullehrer der RSFSR (13.06.1958). Starb 1985.
-Liste N.S. Abdins (à).
-Buch der Erinnerung an die Opfer politischer Repressionen in der Republik Chakassien, Bd. 3, Abakan, 2006, S. 263-265, (b).

BELLER, Emilia (Tochter von Karl), geb. 1918. Im Jahre 1941 aus der ASSR der Wolgadeutschen in die Ortschaft Orlowka im Kreis Biriljussy deportiert. Am 11.02.1943 in die Arbeitsarmee einberufen.

BELLER, Emilia (Tochter von Kaspar), geb. 1906. Im Jahre 1941 aus der ASSR der Wolgadeutschen in die Ortschaft Orlowka im Kreis Biriljussy deportiert. Am 11.02.1943 in die Arbeitsarmee einberufen.

BELLER, Iwan Andrejewitsch, geb. 1884 im Gouvernement Saratow. Konnte nur wenig lesen und schreiben. Als Sonderumsiedler in der Stadt Krasnojarsk, Schuhmacher in der Schusterwerkstatt der Verwaltungs- und Wirtschaftsstelle der NKWD-Verwaltung. Am 20.03.1938 verhaftet. Angeklagt wegen Mitgliedschaft in einer konterrevolutinären Organisation und konterrevolutionärer Agitation. Am 21.06.1938 von einem Sonderkollegium des NKWD der UdSSR zur Höchststrafe verurteilt. Am 27.07.1938 in der Stadt Krasnojarsk erschossen. Am 06.10.1989 durch die Staatsanwaltschaft der Region Krasnojarsk rehabilitiert (P-18610).

BELLER, Mina (Tochter von David), geb. 1904. 1941 aus der ASSR der Wolgadeutschen in die Ortschaft Podkamenka im Kreis Biriljussy deportiert. Am 11.02.1943 in die Arbeitsarmee einberufen.

BELLON, Reinhold Fjodorowitsch, geb. 1898 in dem Dorf Agaj, Nowosjelsker Kreis, Krim-Gebiet. Angeklagt wegen der Zugehörigkeit zu einer antisowjetischen aufständischen Organisation. Am 13.04.1949 von einer Sonderberatung des Ministeriums für Staatssicherheit der UdSSR verurteilt zur Verbannung in den Bolsche-Ulujsker Kreis, Region Krasnojarsk. rehabilitiert am 21.01.2004 von der Staatsanwaltschaft der Region Krasnojarsk.

BELSCH, Karl, zusammen mit seiner Ehefrau Emma und den Kindern Valentina, Wladimir, Hermann, Irma und Maria 1941 aus der ASSR der Wolgadeutschen deportiert. Karl war von 1942 bis 1947 in der Arbeitsarmee. Starb im Gefängnis.

BELTZ, siehe BELZ

BELZ (oder BELTZ), Adam Adamowitsch, geb. ca. 1885, Chirurg, Professor an der Universität Charkow. Während des Krieges befand er sich in einem Lager in Kansk, wo er Ende der 40-er Jahre starb. 
-Verbannungs-/Lagerhaft-Berichte von  Fjodor Danilowitsch Toroptschenko.
-Verbannungs-/Lagerhaft-Bericht von Anatolij Gumerowitsch Gumerow.

BELZ, Gottlieb Christianowitsch, geb. 15.01.1878 im Gouvernement Taurien. Konnte nur wenig lesen und schreiben, parteilos. 1935 von einem Sonderkollegium des NKWD der UdSSR verurteilt. Verbannter, ohne feste Arbeit. Lebte eine Zeit lang im Dorf Petropawlowsk, Pirowsker Bezirk, Region Krasnojarsk. Am 13.05.1938 verhaftet. Angeklagt nach § 58-10 Abs. 1 des Strafgesetzes der RSFSR. Das Verfahren wurde am 21.12.1939 aus Gründen, die zu seiner Rehabilitierung führten, eingestellt (P-3434).

BEM, siehe BEHM

BEM (BEHM), Anton Petrowitsch, geb. 1917. Verurteilt zu 3 Jahren Arbeits- und Erziehungslager; verbüßte seine Haftstrafe. Arbeitete in der Arbeitskolonne in Wjerchnjaja Tuguscha des Kraslag. Angeklagt nach § 59-6 des Strafgesetzes der RSFSR. Am 16.06.1943 von einer Trojka der NKWD-Verwaltung der Region Krasnojarsk in Sachen Gelhorn (unter dieses Strafverfahren vielen insgesamt 7 Personen) zu 10 Jahren Arbeits- und Erziehungslager verurteilt. Am 01.04.1974 durch das Krasnojarsker Regionsgericht rehabilitiert .

BEM (Gatz oder Hatz), Dosja Ignatewna, möglicherweise Deutsche, geb. 1927, verhaftet im August 1945 in der Ortschaft Ribnik, Podbussker (heute Dragobuschsker) Kreis, Gebiet Lwow. Vom Militärtribunal verurteilt zu 10 Jahren Besserungsarbeitslager nach § 54-1a, 11 des Strafgesetzes der Ukrainischen SSR. Die Haftstrafe verbüßte sie in Sibirien in der Holzfällerei, in einer Nebenwirtschaft in Karaganda (Häftlingsnummer auf dem Ärmel), in einer Nebenwirtschaft in Suslowo, Gebiet Tomsk, später in Kansk beim Holzsägen bis 1955.

BEM (BEHM), Genrich (Heinrich) Ferdinandowitsch, geb. 1878 im Jekaterinoslawsker Gouvernement. Sonderzwangsumsiedler in der Ortschaft Pirowskoje, Pirowsker Kreis, Region Krasnojarsk. Konnte lesen und schreiben. Arbeitete nicht. Am 16.02.1938 verhaftet. Angeklagt wegen Mitgliedschaft in einer konterrevolutionären nationalistischen Organisation. Das Verfahren wurde am 14.01.1939 von der Pirowsker Kreis-Abteilung des NKWD aus Gründen, die seine Rehabilitation gerechtfertigten, eingestellt. Am 15.06.1994 von der Staatsanwaltschaft der Region Krasnojarsk rehabilitiert (P-21591).

BEM (BEHM), Theodor Ferdinandowitsch, geb. 1876 im Jekaterinoslawsker Gouvernement. Konnte lesen und schreiben. Sonderzwangsumsiedler in der Ortschaft Pirowskoje, Pirowsker Kreis, Region Krasnojarsk. Arbeitete nicht. Am 16.02.1938 verhaftet. Angeklagt wegen Mitgliedschaft in einer konterrevolutionären nationalistischen Organisation. Das Verfahren wurde am 13.01.1939 aus Gründen, die ihn rehabilitierten, eingestellt. Am 15.06.1994 von der Staatsanwaltschaft der Region Krasnojarsk rehabilitiert (P-21591).

BENDT (Benditsch), Jakob Josifowitsch (Osipowitsch), geb. 1896 im Bezirk Mariupol, Gebiet Dnjepropetrowsk. Diente in der Zarenarmee, mobilisiert in Denikins Armee; lief zur Roten Arbeiter- und Bauernpartei über, war an der Liquidierung der Machnow-Anhänger beteiligt. 1926 nahm er sein Studium am Medizinischen Institut in Charkow auf, das er 1931 beendete. Verhaftet am 17.12.1937 in Mariupol. Angeklagt nach § 58-12 des Strafgesetzes der RSFSR. Am 17.12.1937 vom Dnjepropetrowsker Gebietsgericht zu 5 Jahren Arbeits- und Erziehungslager und 2 Jahren Entzug aller politischen Rechte verurteilt. Verbüßte die Haftstrafe im Norillag, wo er am 12.10.1943 aus dem Siblag eintraf. Bis 1948 Leiter der Sanitätsabteilung beim Podtesowsker Baukontor des MWD am Norillag. Am 23.08.1946 in die Freiheit entlassen, allerdings behielt man ihn zur Ansiedlung im Jenisejsker Bezirk. Von 1947 bis 1960 Leiter der chirurgischen Abteilung im Jenisejsker Bezirkskrankenhaus in Jenisejsk, wo er Operationen durchführte. 1960 begab er sich nach Mariupol, wo er 1986 starb.
Verbannungs-/Lagerhaftbericht von Jermolajewa Jewgenia Wasiljewna

BENDIK, Anatolij Augustowitsch, geb. 1903 im Grodnensker Gouvernement. Mittlere technische Ausbildung, parteilos. Leiter eines Bauprojekts im ersten Revier des „Bumstroj“ in der Stadt Krasnojarsk. Am 20.03.1938 verhaftet. Angeklagt nach §§ 58-7, 58-11 des Strafgesetzes der RSFSR. Am 09.10.1939 vom Krasnojarsker Regionsgericht rehabilitiert und in die Freiheit entlassen (P-765).

BENDINGER, Arkadij Adolfowitsch, geb. 1915 in der Stadt Krasnojarsk, Jenisejsker Gouvernement. 7 Klassen Schulbildung. Arbeitete als Monteur für Signalanlagen am 2. Streckenabschnitt des Blockierungspostens Owinnyj der Krasnojarsker Eisenbahnlinie. Am 29.04.1944 verhaftet. Angeklagt wegen antisowjetischer Agitation. Am 23.05.1944 vom Militärtribunal der Krasnojarsker Eisenbahngesellschaft zu 5 Jahren Arbeits- und Erziehungslager verurteilt. Am 19.06.1965 durch das Krasnojarsker Regionsgericht rehabilitiert (P-14233).

BENDINGER (Bindinger), Reinhold Josefowitsch, geb. 1890 in Lodz. Deutscher. Konnte lesen und schreiben. Stammte aus einer Handwerkerfamilie. Von 1917-1919 als Fänrich in der Koltschak-Armee, beim 18. Wachbataillon. 1920 in die Rote Arbeiter- und Bauernarmee einberufen; von dort desertierte er. Vom Kriegstribunal zum Tod durch Erschießen verurteilt; das Urteil wurde in 10 Jahre Konzentrationslager umgewandelt. Ende 1920 wurde er amnestiert. Vorarbeiter beim Ujsker Bauprojekt, lebte eine Zeit lang in der Ortschaft Osnatschennoje im Bejsker Bezirk, Region Krasnojarsk. Am 06.11.1937 verhaftet und im Minusinsker Gefängnis festgehalten.Angeklagt nach §§ 58-10, 58-11 des Strafgesetzes der RSFSR. Am 02.12.1937 von einer Trojka der NKWD-Behörden der Region Krasnojarsk zu 10 Jahren Arbeits- und Umerziehungslager verurteilt. Am 08.03.1958 vom Gebietsgericht des Autonomen Gebiets Chakassien, Region Krasnojarsk, rehabilitiert (P-8972).
Buch der Erinnerung an die Opfer politischer Repressionen in der Republik Chakassien, Bd.1, Abakan, 1999S. 53; . 2, 2000, S. 33

BENGEL, Heinrich (Sohn von Peter), geb. 1895, wurde zusammen mit seiner Ehefrau Kristina (Tochter von Alexander) Bengel, geb. 1899, sowie den Kindern Anna, geb. 1924, Heinrich, geb 1939, Frieda, geb. 1927, im Jahre 1941 aus der Ortschaft Straub im Kanton Kukkus, ASSR der Wolgadeutschen, über Abakan in den Ort Sagajskoe im Karatusker Kreis deportiert.Anfang 1942 hetzte man ihn gemeinsam mit seiner Tochter Frieda in die Arbeitsarmee in einen Schacht in Kemerowo. 1946 kehrten sie nach Sagajskoe zurück. 1947 flüchtete er von dort. Anna jagten sie Anfang 1942 in die Arbeitsarmee zum Bumstroj in Krasnojarsk. Später wurde sie in die Waldwirtschaft nach Schumicha im Kreis Jemeljanowo geschicht und 1945 in eine Hilfswirtschaft in Minderla. Frieda starb 1948 während der Verbannung an Tuberkulose.
Verbannungs-/Lagerhaftbericht von Heinrich Bengel (Sohn von Heinrich)

BENNING, Samuil (Samuel), geb. 1905, gebürtig und wohnhaft in der Ortschaft Kutter, Kanton Belzer (Balzer), Gouvernement Saratow. Deportiert. Befand sich in der zweiten Hälfte der 1940er Jahre in der Trudarmee-Zone des Krasnojarsker Metallhüttenwerks (Postfach 121) an der Bahnstation Sorokino, Mansker Bezirk, Region Krasnojarsk.
A.F. Lorej. Liste der Ende der 1940er in der Trudarmeezone der Krasnojarsker Metallhütte befindlichen Trudarmisten, Postfach 121, an der Bahnstation Sorokino, Mansker Bezirk, Region Krasnojarsk.

BER, siehe BEHR

BERG, Arsentij Konstantinowitsch, möglicherweise Deutscher, geb. 1920 in der Ortschaft Bolschaja Murta, Krasnojarsker Landkreis, Jenisejsker Gouvernement. Grundschulbildung. Schütze im Militärzug für chemische Waffen beim Feldheer. Am 30.08.1942 verhaftet. Angeklagt nach § 58-10 des Strafgesetzbuches der RSFSR. Am 29.10.1942 vom Militärtribunal zu 7 Jahren Besserungsarbeitslager verurteilt. Am 26.05.2000 von der Militär-Staatsanwaltschaft des Sibirischen Wehrkreises rehabilitiert (P-23759).

BERG, Boris Gawrilowitsch, möglicherweise Deutscher, geb. 1900 in der Stadt Tomsk. Schulbildung - 7 Klassen. Rotarmist in Krasnojarsk. Am 01.12.1920 verhaftet. Angeklagt wegen Mitgliedschaft in einer konterrevolutionären Organisation. Am 17.04.1921 von der Krasnojarsker Gouvernements-Tscheka zu 6 Monaten Konzentrationslager verurteilt. Am 16.11.2000 von der Staatsanwaltschaft der Region Krasnojarsk rehabiltitert (P-23798).

BERG, Peter Iwanowitsch, möglicherweise Deutscher, geb. 1910 in der Ortschaft Jermakowo, Jenisejsker Landkreis, Jenisejsker Gouvernement. Konnte nur wenig lesen und schreiben. Rotarmist beim 165. Schützenregiment in der Stadt Aleksandrowska auf der Insel Sachalin. Am 25.10.1941 verhaftet. Angeklagt nach § 58-10 des Strafgesetzbuches der RSFSR. Am 31.03.1942 von einem Sonder-Kollegium des NKWD der UdSSR zu 8 Jahren Besserungsarbeitslager verurteilt. Am 11.09.1989 durch die Staatsanwaltschaft der Region Krasnojarsk rehabilitiert (P-16895).

BERGBOM (BERGBOHM), Gaston Wladimirowitsch, geb. 1912 in der Stadt Tscheljabinsk. Höhere Bildung. Sanitätsarzt. 1935 von einem Sonderkollegium des NKWD für 5 Jahre in die Verbannung geschickt, er verbüßte davon 1,5 Jahre. Häftling, war bei landwirtschaftlichen Arbeiten in der Abansker Kolonie beschäftigt. Am 10.05.1937 in Sachen I.M. Petrow verhaftet (unter dieses Gemeinschaftsverfahren fielen insgesamt 6 Personen). Angeklagt wegen antisowjetischer Agitation und Schädlingstätigkeit. Am 26.10.1937 von einer Trojka der NKWD-Verwaltung der Region Krasnojarsk zur Höchststrafe verurteilt. Am 02.11.1937 in der Stadt Kansk erschossen. Am 03.03.1969 durch das Krasnojarsker Regionsgericht rehabilitiert (P-14674).

BERGER, Alexander (Sohn von Emanuel), geb. 1913. 1941 verschleppt in die Ortschaft Rybino im Partisansker Kreis. Mobilisiert zur Arbeitsarmee ins KrasLag.

BERGER, Iwan Iwanowitsch, geb. 1912 in der Ortschaft Basel, Jekaterinenstädter Kreis (Marxstadt), Gebiet Saratow. Lebte im Koktschetawsker Gebiet. Angeklagt aus politischen Motiven. Am 25.06.1949 von einer Sonderberatung des Ministeriums für Staatssicherheit der UdSSR zur Verbannung in den Bogutschansker Kreis, Region Krasnojarsk verurteilt. Rehabilitiert am 24.03.2004 durch die Staatsanwaltschaft der Region Krasnojarsk.

BERGER, Iwan Johann (Sohn von Alexej/Alexander), geb. 1912, Deutscher aus der ASSR der Wolgadeutschen. Wurde zusammen mit seiner Ehefrau Pauline BERGER (Tochter von Eduard) und 6 weiteren Familienmitgliedern nach Pestschanka im Kreis Jemeljanowo deportiert. Man erlaubte ihnen 100 kg Gepäck mitzunehmen. In die Arbeitsarmee wurden die Frauen einberufen, deren Kinder älter als 5 Jahre waren. Die Besiedelung der Häusern erfolgte zwangsweise. Nachdem sie die Männer verhaftet hatten, begann die Kommunisten die Familien zu vertreiben.

BERGER, Salomon (Sohn von Nikolaus), geb. 1906, Deutscher aus der ASSR der Wolgadeutschen. 1941 verschleppt in die Ortschaft Barabanowo im Kreis Jemeljanowo. Mobilisiert zur Arbeitsarmee in s KrasLag.

BERK, deutsche (5-köpfige) Familie; Verbannte; im Herbst 1942 wurden sie im Dorf Mirojedicha, Bezirk Turuchansk, Region Krasnojarsk, abgeliefert.
-G. Bespalow, Auf Wiedersehen, Mirojedicha, Ikarsker Nachrichten, 24-31.08.2000. (S).
Ljudmila Kotijewa, Sonderumsiedler im Bezirk Turuchansk, Region Krasnojarsk, Leiterin S.S. Subowo, 2008. Turuchansker Zentrum für Kinder- und Jugend-Kreativität  „Storch“, Kollektiv „Nordländer“. Wettbewerbsarbeit, vorgestellt beim Allrusischen Wettbewerb historischer Arbeiten von Schülern der höheren Klassenstufen „Der Mensch in der Geschichte. Rußland – 20. Jahrhundert“, (s)

BERKLE, Fjodor Fjodorowitsch (Friedrich Friedrichowitsch), geb. 1884 im Gouvernement Saratow. Konnte lesen und schreiben. Arbeitete als Tier-Sanitäter im Tubinsker Milch- und Fleischkombinat, Krasnoturansker Kreis, Region Krasnojarsk. Am 13.05.1946 verhaftet. Angeklagt nach § 58-10 des Strafgesetzbuches der RSFSR. Am 15.09.1946 auf einer Fernsitzung des Krasnojarsker Regionsgerichts zu 8 Jahren Besserungsarbeitslager mit Entzug der politischen Rechte für einen Zeitraum von 4 Jahren verurteilt. Am 29.01.1993 durch die Staatsanwaltschaft der Region Krasnojarsk rehabilitiert (P-4056).

BERKLEI, Jakob, mit seiner Familie (drei Kinder) aus der ASSR der Wolgadeutschen in die Siedlung Podsosnoe, Nasarowsker Bezirk, egion Krasnojarsk, deportiert. Wegen Getreidediebstahls für seine hungernden Kinder zu 8 Jahren Arbeits- und Erziehungslager verurteilt. Kehrte nach Hause zurück, genas und wurde erneut verhaftet.
Jegor Aleksandr, Märtyrer, „Krasnojarsker Arbeiter“, 17.03.1990.

BERKLI, Bogdan, geb. 1928, aus der ASSR der Wolgadeutschen. befand sich von 1953-1956 in Verbannung un Jarzewo, Jenissejsker Kreis, Region Krasnojarsk. 
Verbannungs- / Lagerhaft-Bericht von Jaroslaw Dmitriewitsch Skalisch.

BERKON, Alisa (Tochter von Fjodor/Friedrich), geb. 1917, beendete das Studium der Pädiatrie (Kinderheilkunde). Die Verbannungszwit verbüßte sie im Autonomen Gebiet Taymyr, Krasnojarsker Gebiet. 1943 war sie Ärztin im Woronzowsker Krankenhaus im Kreis Ust-Jenissejsk.

BERMANN, siehe BEHRMANN

BERMANN (BEHRMANN), Genrich (Heinrich) Augustowitsch, geb. 1894 in Deutschland. Dorfschulbildung. Stammte aus einer Arbeiterfamilie. Arbeiter in der Kolchose „Mähdrescher“ im Dorf Dorschkejewo, Balachtinsker Bezirk, Region Krasnojarsk. Angeklagt nach § 58-10 des Strafgesetzes der RSFSR. Àm 08.02.1938 verhaftet. Das Verfahren wurde auf Grund des Todes des Angeklagten am 05.01.1939 eingestellt. Am 26.06.2002 durch die Staatsanwaltschaft der Region Krasnojarsk rehabilitiert (P-15277).

BERNDT, Friedrich Wilhelm (Franzewitsch), geb. 1914 in Bützew (Bützow?), Deutschland. Diente in der deutschen Armee. Am  03.04.1946 von der operativen Abteilung des Lagers N° 145 verhaftet. Angeklagt nach § 58-6 des Strafgesetzes der RSFSR. Am 17.07.1946 vom Militärgericht des NKWD der Region Kursk zu 20 Jahren Arbeits- und Erziehungslager verurteilt. Traf am 02.05.1947 mit einer Orschsker Etappe im Norillag ein, am 27.04.1949 ins Berglager-2 abgemeldet. Am11.12.1953 ins Lager 144 verlegt.
Über die Zeit, über Norilsk, über sich selbst. Buch 2, Moskau, 2002, S. 160,(b).

BERNGARDT (BERNHARDT), Valentin Ernestowitsch, geb. 1892 in der Stadt Smolensk, mittlere Schulbildung. Ab 1919 in der Partei, ausgeschlossen 1921 wegen Betrugs gegenüber der Partei. Wirtschaftler, Leiter der Planungsabteilung im Kombinat «Minusasoloto» in der Siedlung Olchowka, Artemowsker Bezirk, Region Krasnojarsk. Àm 29.11.1937 in Sachen B.K. Aldadanow verhaftet. Angeklagt wegen Mitgliedschaft in einer konterrevolutinären Organisation. Am 19.04.1937 vom Militärlollegium des Obersten Gerichts der UdSSR zu 8  Jahren Arbeits- und Erziehungslager verurteilt. Am 13.10.1956 vom Militärkollegium des Obersten Gerichts der UdSSR rehabilitiert (P-6032).

BERNHARDT, Elisabeth, 1888-1964. Verbrachte die Verbannungszeit in der Ortschaft Koma im Kreis Nowosjolowo, Region Krasnojarsk. Nach der Freilassung im Jahre 1956 ging sie nach Barnaul.

BENGARDT (BENHARDT?), Friedrich. 1941 zusammen mit seiner Familie, darunter sein Sohn Leo Friedrichowitsch Bengardt, geb. 1935, aus der ASSR der Wolgadeutschen in die Ortschaft Koma, Nowoselewsker Bezirk, Region Krasnojarsk, deportiert. 1942 zur Trudarmee mobilisiert, wo er am 17.08.1942 an Unterernährung und Erschöpfung starb. Swetlana Balseris, Diana Maurer, Anastasia Golubewa. Es sprechen die Kinder der Kriegsjahre, 3. Wettbewerb.

BERNDT, Friedrich Wilhelm. Bankbesitzer. Verbüßte seine Haftstrafe im Norillag.
Über die Zeit, über Norilsk, über sich selbst,,,, Buch 2, Ìoskau, 2002, S. 160, (b).

BERNE, Pawel (Paul?) Petrowitsch, geb. 1893, mögliherweise Deutscher. Erdöl-Ingenieur, versierter Spezialist für geologische Schürfarbeiten sowie Bohrausrüstungen und –einrichtungen. Höhere Ausbildung, beendete 1916 das Petersburger Bergbau-Institut, studierte von 1929-1931 in Berlin N DER Deutschen Akademie der Wissenschaften. Lebte in Baschkirien. 1937 verhaftet. Verurteilt zu 20 Jahren Gefängnishaft und 5 Jahren Entzug aller politischen Rechte. Verbüßte seine Strafe im Lager Solowki, ab 1939 im Norillag. Aufgrund seiner hervorragenden Leistungen bei der Entwicklung geologische Schürfarbeiten wurde die Haftzeit insgesamt dreimal verkürzt (insgesamt um fünfeinhalb Jahre). 1948 mit einem Häftlingstransport ins Irkutsker Gefängnis verbracht. 1952 freigelassen. 1953 zur Zwangsansiedlung nach Norilsk verschickt. 1956 regabilitiert.
... und das ganze Leben, Norilsk, 2003, S. 17, 19.

BERSCH, Jakob Jakowlewitsch, geb. 1899 im Gouvernement Saratow. Konnte nur wenig lesen und schreiben. Ehemaliger Kulak. Genossenschaftsmitglied in der Siedlung Polewaja, Kreis Biriljussy, Region Krasnojarsk. Verhaftet am 02.03.1938. Angeklagt der Teilnahme an einer konterrevolutionären Organisation. Verurteilt von einer Kommission des NKWD und der Staatsanwaltschaft der UdSSR am 23.05.1938 zur Höchststrafe. Erschossen am 13.08.1938 in Atschinsk. Rehabilitiert vom der Sonderkommission des Obersten Sowjet der RSFSR am 13.04.1961. (P-12781).

BERT, Klaudia (Tochter von Andreas), zusammen mit ihrem Sohn Alexander (Sohn von Jakob), geb. 1937, verbannt in den Kreis Biriljussy. Der Sohn starb im Oktober 1938.

BERTMAN(N), Peter Petrowitsch, geb. 1904 im Gouvernement Winniza. Konnte nur wenig lesen und schreiben. 1932 zu 6 Jahren Konzentrationslager verurteilt. Ungelernter Arbeiter am Bezirkswärmeenergie-Zentrum in der Stadt Krasnojarsk. Am 02.06.1938 verhaftet. Angeklagt nach §§ 58-6, 58-9 des Strafgesetzes der RSFSR. Das Verfahren wurde am 18.01.1939 aus Gründen, die zu seiner Rehabilitierung führten, eingestellt (P-2928) .

BERTRAM, Iwan Iwanowitsch, geb. 1913 im Kamyschinsker Landkreis, Gouvernement Saratow. Arbeitete als Rechnungsführer in der Dorfkonsumgenossenschaft (Schullehrer)  im Dorf Nikolajewka (Gnadendorf), Krasnoturansker Bezirk, Region Krasnojarsk. Am 04.07.1937 verhaftet. Angeklagt wegen antisowjetischer Agitation. Am 13.11.1937 von einer Kommission des NKWD und der Staatsanwaltschaft der UdSSR zur Höchststrafe (gemäß NKWD-Befehl ¹ 00439 vom 25.07.1937) verurteilt. Am 24.11.1937 in der Stadt Minusinsk erschossen. Am  15.07.1958 vom Militärtribunal des Sibirischen Wehrkreises rehabilitiert (P-9872).

BERZ, Martin Martinowitsch, geb. 1889 in der Ortschaft Nischnjaja Bulanka, Amtsbezirk Abakan, Landkreis Minusinsk, Jenisejsker Gouvernement. Ehemaliger Kulak. Arbeitete als Schmied bei der Mine Aleksandrowka, Taschtypsker Kreis, Autonomes Gebiet Chakassien, Region Krasnojarsk. Verhaftet am 25.02.1938. Angeklagt wegen antisowjetischer Agitation. Am 19.05.1938 von einer Kommission des NKWD und der Staatsanwaltschaft der UdSSR zur Höchststrafe verurteilt. Am 24.06.1938 in Minusinsk erschossen. Rehabilitiert am 11.07.1959 von der Sonderkommission des Obersten Sowjet der RSFSR. (P-11070).

BERZ, Pawel (Paul) Davidowitsch, geb. 1891. Lebte in der Ortschaft Nischnjaja Bulanka, Bezirk Karatis, Region Ost-Sibirien. 1933 als Großbauer enteignet. Zusammen mit seiner Familie aus dem Bezirk verschleppt: Ehefrau Mathilda, Sohn Iwan.

BERZ, Peter Martinowitsch, geb. 1891, möglicherweise Deutscher. Lebte in der Ortschaft Nischnjaja Bulanka, Bezirk Karatus, Region Ost-Sibirien. 1933 enteignet, zusammen mit seiner Familie aus dem Bezirk verschleppt: Ehefrau Mathilde, Sohn Iwan.

BESLER, Elvira Stefanowna, geb. am 25.12.1932. Wolgadeutsche, deportiert in die Region Krasnojarsk. Lebt in der Ortschaft Êaptyrewo, Bezirk Schuschenskoje, Region Krasnojarsk.

BESNER, befand sich 1943 in der Arbeitsarmee im KrasLag. Galt als bester Agitator.

BESSER, Michail Iosifowitsch, möglicherweise Deutscher, geb. 1891 in Weißrußland. Angeklagt aus politischen Motiven. Am 08.06.1949 von einer Sonderberatung des Ministeriums für Staatssicherheit der UdSSR verurteilt zur verbannung in eine Siedlung im Bolscheulujsker Kreis, Region Krasnojarsk. Rehabilitiert am 30.12.2004 durch die Staatsanwaltschaft der Region Krasnojarsk.

BETCHER (BÖTTCHER), Karl Jakowlewitsch, geb. 1887 in Deutschland. Konnte lesen und schreiben. Deutscher Staatsangehöriger. Schneider in der Stadt Krasnojarsk. Am 10.08.1937 verhaftet. Angeklagt wegen Spionage. Am 04.01.1938 von einem Sonderkollegium des NKWD der UdSSR zur Ausweisung aus der UdSSR verurteilt. Am 17.05.1960 vom Militärtribunal des Sibirischen Wehrkreises rehabilitiert (P-12116).

BETKER, Emil Ludwigowitsch, geb. 1902 im Abakansker Amtsbezirk, Landkreis Minusinsk, Jenisejsker Gouvernement. Konnte nur wenig lesen und schreiben. Stammte aus einer Bauernfamilie. Arbeitete in seiner privaten Wirtschaft in dem Dorf Nikolajewka; Krasnoturansker Kreis, Region West-Sibirien. Verhaftet am 17.01.1934. Angeklagt wegen Spionage und Mitgliedschaft in einer konterrevolutionären Organisation. Am 10.03.1934 von einer Sonder-Trojka der Bevollmächtigten-Vertretung der OGPU der Region West-Sibirien zu 10 Jahren Besserungsarbeitslager verurteilt. Am 02.10.1962 durch das Militärtribunal des Sibirschen Wehrkreises rehabilitiert (P-13603).

BETZ, Albert Karlowitsch, geb. 1913 in Sankt-Petersburg. Mittlere technische Ausbildung. Als Verbannter in der Siedlung Ule, Sajansker Bezirk, Region Krasnojarsk. Am 19.12.1937 verhaftet. Angeklagt wegen konterrevolutionärer Aktivitäten. Am 30.12.1937 von einer Trojka der NKWD-Verwaltung der Region Krasnojarsk zu 10 Jahren Arbeits- und Erziehungslager verurteilt. Am 05.02.1966 durch das Krasnojarsker Gebietsgericht rehabilitiert (P-14325).

BIBRICH, Gerhard Emiljanowitsch, geb. 1917 im Gouvernement Saratow. Zwangsarbeiter in der Arbeitsarmee. Arbeitete in einer Zwangsarbeiterkolonie der Siedlung Werchnjaja Tuguscha, Ilansker Kreis, Region Krasnojarsk. Am 30.10.1942 verhaftet. Angeklagt wegen rechter, trotzkistischer Agitation. Am 30.10.1943 von einem Sonder-Kollegium des NKWD der UdSSR zu 8 Jahren Besserungsarbeitslager verurteilt. Am 07.03.1955 von einer Kommission zur Überprüfung von Strafverfahren der Region Krasnojarsk rehabilitiert (P-4624).

BIBRICH, Renata Emeljanowna, geb.  1919. Beendete 1941 die Arzthelferinnen- und Hebammenschule in Engels. Als Verbannte im Tajmyrgebiet. War dort als Ärztin tätig.
-L.O. Petri, V.T. Petri . Wahre Begebenheiten aus dem Tajmyr-Gebiet.

BIBRIK, Renata (oder Renate, Tochter von Emil), geb. 1919; beendete die Arzthelferinnen- und Hebammen-Schule in der Stadt Engels. 1941 deportiert aus dem Wolgagebiet in das Gebiet Krasnojarsk, ins das Autonome Gebiet Tajmyr. Ab 1942 arbeitete sie im Krankenhaus der Siedlung Woronzowo im Kreis Ust-Jenissejsk.

BICHERT, Anna (Tochter von Jakob), geb. 1888, Mutter von S. (J.) Bichert, ab August 1942 verbannt aus dem Gebiet Saratow in der Siedlung Kostino im Kreis Turuchansk

BICHERT, Friedrich Genrichowitsch, geb. 1913 in der Ortschaft Kano, Amtsbezirk Gmelin, Landkreis Zarizyn, Gouvernement Saratow. Grundschilbildung. Sonderumsiedler. Arbeitete als Pferdepfleger in der Krasnogorsker Sowchose bei der Hauptverwaltung des Nordmeer-Seeweges im Bolschemurtinsker Bezirk, Region Krasnojarsk. Am 08.06.1948 verhaftet. Angeklagt nach §58-10, Abs. 1 und § 59 „b“, Abs. 1 des Strafgesetzes der RSFSR. Am 03.10.1948 von einem Gericht im Kenisejsker Bassin zu 10 Jahren Arbeits- und Erziehungslager sowie 5 Jahren Entzug aller politischen Rechte gemäß § 58-10, Abs. 1 verurteilt. § 59 wurde in § 111 des Strafgesetzes umgewandelt; verurteilt zu 1,5 Jahren Arbeits- und Erziehungslager. Am 20.11.1948 wurde der § 111 des Strafgesetzes durch ein Kollegium des Obersten Gerichts der UdSSR aus dem Urteil herausgenommen, die übrigen §§ blieben inkraft. Am 13.06.1991 durch die Staatsanwaltschaft der UdSSR rehabilitiert (P-20054).

BICHERT, Samuel (Sohn von Jakob), geb. 1931, befand sich mit seiner Ehefrau Frieda BICHERT (Tochter von Jegor), geb. 1931, ab August 1942 bis 07.02.1955 in Verbannung in der Siedlung Kostino, Gebiet Turuchansk. Bei kamen aus dem Gebiet Saratow. Sie arbeiteten auf einer Kolchose namens "Stalin".

BIEGLER, (oder Bigler), Emil (Sohn von Emil), geb. 1919, stammte aus der Ortschaft Sosnowka (heute Kreis Omsk im Gebiet Omsk). Einwohner der Stadt Atschinsk im Krasnojarsker Gebiet. Rotarmist im 503. Schützenregiment der 91. Schützendivision. Beendete das pädagogische Technikum. Verhaftet am 20.04.1941. Am 27.06.1941 vom Kriegstribunal des Sibirischen Wehrkreises nach § 58-1 „B“ und 58-10, Absatz 1, Strafgesetzbuch zum Tod durch Erschiessen verurteilt. Das Urteil wurde am 08.08.1941 voll-streckt. Er wurde am 26.04.1991 von der Militäranwaltschaft rehabilitiert.

BIENEMANN, befand sich 1943 in der Arbeitsarmee im KrasLag. Galt als bester Agitator.

BIENEMANN, Alexander (Sohn von Jakob), geb. 1909, im Jahre 1941 verschleppt aus der ASSR der Wolgadeutschen in das Dorf Srednaja Kandala im Kreis Tassejewo; mobilisiert zur Arbeitsarmee ins Kraslag.

BIENEMANN, Robert (Sohn von Boris), Sohn von S. (F.) Bienemann, wurde in der Verbannung in Turuchansk geboren. Freigelassen im Jahre 1956.

BIENEMANN, Sophia (Tochter von Friedrich), geb. 1911, Mutter von R. (B.) Bienemann; Verbannte. Befand sich ab Juni 1948 in der Verbannung in Turuchansk, arbeitete als Reinmachefrau in der Bächerei No. 2. Freigelassen 1956.

BIENEMANN, Viktor (Sohn von Wladimir/Walter), geb. 1924, verschleppt aus der ASSR der Wolgadeutschen im Jahre 1941, starb in der Arbeitsarmee.

BIENEMANN, Wladimir/Walter (Sohn von Andreas), geb. 1899, zusammen mit seiner Ehefrau und den Kindern 1941 aus der ASSR der Wolgadeutschen vertrieben in den Irbejsker Kreis. Starb in der Arbeitsarmee. Seine Frau verstarb gleich nach der Umsiedlung. Beide Söhne (einer von ihnen Albert, geb. 1940) lebten nach dem Tod der Mutter bei M. Bock in dem Dorf Tschuchlomino im Irbejsker Kreis.

BIER, David, Verbannter in der Siedlung Nikolskij, Kreis Dudinka, im Autonomen Kreis Taymyr. Zum Vorsitzenden der Genossenschaft „Polarstern“ ernannt.

BIGEL, Stanislaw (Stanislaus?) Michailowitsch, möglicherweise Deutscher, Bau-Ingenieur. Am 04.07.37 auf offener Straße verhaftet. Verbüßte seine Lagerstrafe im Norillag. Leitete im Jahre 1950 den Bau des Hauses N° 48 (heute die technische Bibliothek), baute das Kaufhaus "Talnach", das innerhalb von vier Monaten zu Stalins Geburtstag errichtet wurde; dafür erhielten die Bauarbeiter damals eine Prämie - 2 Päckchen Machorka-Tabak.
-Über die Zeit, über Norilsk, über sich selbst..., Buch 6, Moskau, 2005, S. 194,(b).
-Verurteilt zu fast einem halben Jahrhundert. Sapoljarnaja Prawda, 18.05.1990

BIGLER (BIEGLER?), Emil Emilewitsch, geb. 1919 in dem Dorf Sosnowka, Landkreis Omsk, Tobolsker Gouvernement. Beendete das pädagogische Technikum. Lebte in der Stadt Atschinsk, Region Krasnojarsk. Rotarmist im 503. Schützenregiment, 91. Schützendivision. Am 20.04.1941 verhaftet. Angeklagt nach §§ 58-1 „b“ und 58-10, Abs. 1 des russischen Strafgesetzes der RSFSR. Am 27.06.1941 vom Militärgericht des Sibirischen Wehrkreises zur Höchststrafe verurteilt. Am 08.08.1941 erschossen. Am 26.04.1991 durch die Militär-Oberstaatsanwaltschaft rehabilitiert. Archivakte N°. P-12676 beim Archiv der Omsker Regionsverwaltung des Föderativen Sicherheitsdienstes.
Wird nicht in Vergessenheit geraten. Buch der Erinnerung an die Opfer politischer Repressionen in der Region Omsk, Bd. 1 (A-B), Omsk, 2000, S. 278. (B).

BIGUS, Siegfried, geb. am 27.08.1924. Verbüßte seine Haftstrafe im Norillag.
Über die Zeit, über Norilsk, über sich selbst..., Buch 2, Moskau, 2002, S. 160,(b).

BILDERT, Karl Eduardowitsch, möglicherweise Deutscher, geb. 1904 im Mogiljewsker Gouvernement. Lebte in Norilsk. Angeklagt der Zugehörigkeit zu einer konterrevolutionären Gruppe von Kulaken. Am 07.02.1951 von einer Sonderberatung des Ministeriums für Staatssicherheit der UdSSR verurteilt zur Verbannung in Norilsk, Region Krasnojarsk. Freigelassen am 26.10.1954. Rehabilitiert von der Staatsanwaltschaft der Region Krasnojarsk am 04.02.2004.

BIR (Bier), David. Als Verbannter in der Siedlung Nikolskij, Bezirk Dudinka, Autonomes Taijmyr-Gebiet. Zum Vorsitzenden der Genossenschaft „Polarstern“ ernannt.
-Museumsbote, Ausgabe 1. Dudinka, 2001.
-L.A. Tschurilowa, Sonderumsiedler im Taijmyrgebiet, 1999
-L.O. Petri, V.T. Petri . Wahre Begebenheiten aus dem Tajmyr-Gebiet.

BIR (Bier), Emmanuel Davidowitsch. 1931-1986. íåìåö. 1941 zusammen mit den Eltern in die Region Krasnojarsk deportiert. Verbrachte die Verbannungszeit in der Siedlung Sitkowo, Bezirk Dudinka, Autonomes Tajmyrgebiet. Arbeitete von 1946 bis 1986 in der Baubehörde für Hafenbau als Schlosserlehrling, Schweißer und Vorarbeiter. In den 1960er Jahren beendete er das politechnische Technikum in Kansk. Stand von 1971 bis 1986 an der Spitze des Reviers für Spezialmontagen. Im Jahr des 50. Jahrestages des Norilsker Kombinats bekam er den Titel „Verdienter Baumeister der RSFSR» verliehen (1985). Kerze der Erinnerung.
Kerze der Erinnerung. Das Tajmyrgebiet in den Jahren der Repressionen. Erinnerungen

BIRGER, Helmut (Sohn von Iwan/Johann), 1941 deportiert aus der ASSR der Wolgadeutschen in den Kreis Biriljussy. Am 04.03.42 vom Uschurer Kriegskommissariat einberufen in die Arbeitsarmee.

BIRICH, F., gebürtig aus dem Gouvernement Saratow. 1941 deportiert in den Kuraginsker Kreis, Region Krasnojarsk. Wurde zum führenden Mechanisator des Kreises.

BIRICH, Jakob Fedorowitsch. Geb. 1922. Gebürtig und wohnhaft im Gouvernement Saratow. Traktorist in der Kolchose „Roter Stern“.Im Septemer 1941 mit seiner 9-köpfigen Familie in das Dorf Sidorowo (Grjasnucha), Kuraginsker Bezirk, Region Krasnojarsk, deportiert. 1942 wurden Vater und Mutter in die Trudarmee mobilisiert. Er selbst wurde zusammen mit seinem älteren Bruder am 21.01.1942 in die Trudarmee inds Wjatlag, Kirowsker Gebiet, mobilisiert. Arbeite beim Holzeinschlag. Später in Solikamsk, Molotowsker Gebiet (Usollag). 1948 kehrte er zu seiner Familie nach Sidorowo zurück. 1945 wurde ein weiterer Bruder in die Trudarmee mobilisiert, drei Kinder blieben in der Verbannung zurück (geb. 1930, 1936, 1938). Lebte 1991 auf der ersten Farm der Sowchose „Der Kuraginsker“ im BezirkKuragino, Region Krasnojarsk.
- O. Nikanorowa. Zwei Heimaten gibt es nicht, Krasnojarsker Arbeiter, 06.09.199.
- I.A. Becher, A.J. Kluge, Zur Frage der Deportation der Sowjet-Deutschen. Thesen, Vorträge und Mitteilungen der wissenschaftlichenK onferenz „Menschen und Schicksale, 20. Jahrhundert.“ Krasnojarsk 2003, S. 93.
O. Nikanorowa. Die Front hinter Stacheldraht. Iljitschs Vermächtnis (Kuragino), N° 149, 1999. Im Frühjahr sterben sie nicht. Abakan, 2005. S. 144-146.
J.W. Mogilnikow, Schüler der 11. Klasse an der städtischen Bildungseinrichtung der Roschtschinsker Schule N° 17, Kuraginsker Bezirk, Region Krasnojarsk. N.M. Botschkarewa, Geschichtslehrerin. Zwei Schicksale aus meiner Familienbiographie (A.A. Wagner, E.G. Wagner und andere).
Wettbewerbsarbeit, vorgestellt beim Allrusischen Wettbewerb historischer Arbeiten von Schülern der höheren Klassenstufen „Der Mensch in der Geschichte. Rußland – 20. Jahrhundert“, (s).

BIRICH, Jakob Jakowlewitsch, geb. 1922. Geboren und whnhaft im Gouvernement Saratow. Traktorist in einer Kolchose namens „Roter Stern“. Im September 1941 mit seiner neunköpfigen Familie (einer Arbeiterfamilie) in das Dorf Sidorowo (Grasnucha), Kuraginsker Kreis, Region Krasnojarsk, deportiert. 1942 wurden sen Vater und seine Mutter in die Arbeitsarmee geholt. Am 21.01.1942 wurden auch er und sein älterer Bruder in die Arbeitsarmee ins Wjatlag, Gebiet Kirow, gezwungen. Er arbeitete dort in der Holzfällerei. Danach kam er nach Solikamsk, Molotowsker Gebiet (ins Usollag). 1948 kehrte er zur Familie nach Sidorowo zurück. 1945 wurde noch ein weiterer Bruder in die Arbeitsarmee geholt. Drei der Kinder blieben in der Verbannung (geb. 1930, 1936 und 1938). Im Jahre 1991 lebte er auf der Farm No. 1 der „Kuraginskij“-Sowchose, Kuraginsker Kreis, Region Krasnojarsk.

BIRKEL, Margarita (Tochter von Klementina), geb. 1897, befand sich 1950 in der Verbannung unter Sonderkommandantur des KrasLag im 4. Lagerstützpunkt. Am 22.08.1950 wurde sie der Sonderkommandantur No. 65 bei der Nischne-Ingaschsker Kreis-Abteilung des Ministeriums für Staatssicherheit im Krasnojarsker Gebiet unterstellt.

BIRKLE, F., befand sich in dem Dorf Tigino, Kreis Bolsche-Murta, Gebiet Krasnojarsk, in der Verbannung.

BISCHEL, Peter Petrowitsch, geb. 1905 im Gouvernement Saratow. Nichtabgeschlossene mittlere Ausbildung. Trudarmist in einer Zwangsarbeiterkolonne in der Ortschaft Wjerchnjaja Tuguscha, Ilansker Lageraußenstelle des Kraslag. Am 06.01.1943 in Sachen A.J. Bachman (unter dieses Sammelverfahren fielen insgesamt 39 ersonen) verhaftet. Angeklagt nach §§ 58-2, 58-11, 58-10 des Strafgesetzes der RSFSR. Am 20.10.1943 von einem Sonderkollegium des NKWD der UdSSR zu 10 Jahren Arbeits- und Erziehungslager verurteilt. Am 12.10.1957 durch das Krasnojarsker Regionsgericht rehabilitiert (P-8050).

BITJUS, Siegfried, geb. am 27.08.1924 in Roslasin (Lauschburg), Pommern. Elektrotechniker. Am 25.11.1947 als sozial gefährliches Element wegen antisowjetischer Kontakte verhaftet. Am 15.05.1948 nach § 58-14 des Strafgesetzes der RSFSR zu Jahren Arbeits- und Erziejungslager verurteilt. Verbüßte die Strafe im Norillag (traf dort aus dem Nowosibirsker Gefängnis ein). Am10.07.1953 freigelassen, abgemeldet in die Region Kaliningrad.
Über die Zeit, über Norilsk, über sich selbst. Buch 2, Moskau, 2002, S. 160,(b).

BITNER (BITTNER?), Eduard Robertowitsch, geb. 1906 in der Stadt Mogiljew. Abschluß einer höheren Ausbildung für Bodenbewirtschaftung. Topograph. Lebte in der Stadt Tara, Tarsker Bezirk, Gebiet Omsk. Am 27.02.1938 verhaftet. Angeklagt nach §§ 58-8, 11, 58-10, Abs. 1 des Strafgesetzes der RSFSR. Am 14.03.1938 von einer Trojka der NKWD-Behörde der Region Omsk zu 10 Jahren Erziehungs- und Arbeitslager verurteilt. Am 15.11.1955 durch das Militärtribunal des Westsibirischen Wehrkreises rehabilitiert. Zum zweitenmal am 23.03.1952 durch ein Sonder-Kollegium des MGB der UdSSR nach §§ 58-8, 58-10, Abs. 1, 58-11 des Strafgesetzes der RSFSR zur Verbannung in die Region Krasnojarsk verurteilt. Starb am 21.05.1954 in der Verbannung . Am 10.05.1991 durch die Staatsanwaltschaft der Region Omsk rehabilitiert. Archivakte N°. P-4730 beim Archiv der Omsker Regionsverwaltung des Föderativen Sicherheitsdienstes.
Wird nicht in Vergessenheit geraten. Buch der Erinnerung an die Opfer politischer Repressionen in der Region Omsk, Bd. 1 (A-B), Omsk, 2000, S. 285. (B).

BITSCH, Adam (Sohn von Peter), geb. 1925, und BITSCH, Alexander (Sohn von Peter), geb. 1927, Deutsche, Stiefbrüder von Fleischmann, R. (Ch.). 1949 verbüßten sie ihre Verbannungsstrafe im Dworetsker Waldpunkt, Keschemsker Kreis, Gebiet Krasnojarsk.

BITSCH, Andreas, Deutscher aus Ingermanland, und seine Ehefrau Sophia BITSCH. Zusammen mit der Adoptivtochter am 18.03.1942 aus der Kolonie Nowosaratow im Kreis Prigorod, Gebiet Leningrad, nach Krasnojarsk deportiert. Im Juli 1942 mit dem Dampfer "Ordschonikidse" zur Siedlung Iskup im Kreis Turuchansk verschickt. Arbeiteten beim Fischfang. Freigelassen am 04.02.1956.
Verbannungs-/Lagerhaftbericht von Adolf Christianowitsch Waliser

BITSCH, Andreas (Sohn von Andreas), geb. 1890, Ehemann von M. Bitsch, Bruder von M. A. Graule, Leiter des Maschinen-und Traktorenparks in der Kolonie Nowosaratow im Kreis Prigorod, Gebiet Leningrad, früher Arbeiter im Putilowsker Kreis. Verhaftet 1934 und verurteilt zu 3 Jahren. Befreite sich 1936 und ging nach Malaja Wischera im Gebiet Nowgorod. 1937 erneut verhaftet.

BITSCH, Margarita, geb. 1890, zusammen mit ihrer Tochter Anna (Tochter von Andreas), geb. 1924, im April 1935 aus der Kolonie Nowosaratow, Kreis Prigorod, Gebiet Leningrad, deportiert in die Siedlung Slawjanka im Pachtaaralsker Kreis, Gebiet Süd-Kasachstan (heute Gebiet Tschimkent).

BITTER, Amalia Konradowna, geb. 1908, Deutsche aus dem Wolgagebiet. Im September 1941 wurde sie mit ihren Kindern Viktor (Sohn von Jakob), geb. 1936, Theodor, geb. 1928, und Jakob, geb. 1938, aus der Ortschaft Schilling im Kreis Krasnokut, ASSR der Wolgadeutschen, deportiert - über Krasny Kut und Kansk in den Kansker Kreis, Gebiet Krasnojarsk. Im Sommer 1942 wurde sie mit den Kindern in das Waldgebiet Goworkowo im Kreis Bogutschan, Gebiet Krasnojarsk, verschickt. Später befand sie sich mit den Kindern in der Ortschaft Saledejewo, Keschemsker Kreis, Gebiet Krasnojarsk, in Verbannung. Im Januar 1956 wurden sie freigelassen. Später lebte sie mit dem jüngsten Sohn in Kansk. Sie starb 1988. Viktor begab sich nach seiner Freilassung zum Vater nach Kasachstan.
Verbannungs-/Lagerhaft-Bericht von Fjodor Jakowlewitsch Bitter.

BITTER. Jegor Jakowlewitsch, geb. 1920. Geriet an der Front in Gefangenschaft, aus der er unmittelbar nach Kriegsende als Vaterlandsverräter zu 10 Jahren Arbeits- und Erziehungslager verurteilt wurde. Verstarb 2001 in der Ortschaft Beresowka, Region Krasnojarsk.
-L.O. Petri, V.T. Petri . Wahre Begebenheiten aus dem Tajmyr-Gebiet.

BLANK (Blanks), Willis Gottliebowitsch, geb. 1913 im Dorf Nowaja Bulanka, Sagajsker Amtsbezirk, Gouvernement Jenisej. Deutscher (Lette), konnte nur wenig lesen und schreiben. Stammte aus einer Mittelbauernfamilie. Goldsucher in der Miene «Alexandrowka» im Bejsker Bezirk, Autonomes Gebiet Chakassien, Region Krasnojarsk. Am 24.02.1938 verhaftet. Angeklagt wegen Mitgliedschaft in einer konterrevolutionären Organisation sowie konterrevolutionärer Tätigkeiten. Am 21.06.1938 von einem Sonderkollegium des NKWD der UdSSRzu 10 Jahren Arbeits-und Erziehungslager verurteilt. Verbüßte die Haftstrafe im Norillag, wo er am 09.08.1938 aus dem Minussinsker Gefängnis eintraf. Am 29.05.1946 freigelassen. Am 09.09.1949 erneut verhaftet. Aufgrund derselben Anklage verurteilt zur ewigen Zwangsansiedling in der Region Krasnojarsk. Das Verfahren wurde am 05.04.1961 vom Gebietsgericht des Autonomen Gebiets Chakassien, Region Krasnojarsk, eingestellt. Am 24.05.1999 durch die Staatsanwaltschaft des Autonomen Gebietes Chakassien, Region Krasnojarsk, rehabilitiert. (P-12783).
Buch der Erinnerung an die Opfer politischer Repressionen in der Republik Chakassien, Bd. 1, Abakan, 1999, S. 56; Bd. 2, S. 33

BLEM, Pauline. Deportiert in dieRegion Krasnojarsk. Lebte lange Zeit in der kleinen Siedlung Malyschewka, Bezirk Dudinka, Region Krasnojarsk. Lebte 2003 in Deutschland.
-L.O. Petri, V.T. Petri . Wahre Begebenheiten aus dem Tajmyr-Gebiet.

BLIN, Robert Danilowitsch, geb. 1889 in Polen. Deutscher. Konnte lesen und schreiben. Leiter der Postabteilung in der Ortschaft Abakan-Perewos, Bogradsker Bezirk, Autonomes Gebiet Chakassien, Region Krasnojarsk. Am 22.06.1938 verhaftet. Angeklagt nach § 58-10 des Strafgesetzes der RSFSR. Am 11.09.1939 vom Gebietsgericht des Autonomen Gebietes Chakassien, Region Krasnojarsk, freigesprochen.
Buch der Erinnerung an die Opfer politischer Repressionen in der Republik Chakassien, Bd. 2, Abakan, 2000, S. 33

BLITZ, Aleksander Aleksandrowitsch, geb. 1891. Möglicherweise Deutscher. Gebürtig und wohnhaft in der Stadt Krasnojarsk, Jenisejsker Gouvernement. Arbeitete als Leiter der Instruktionsabteilung bei der Krasnojarsker sowjetischen Volkswirtschaft. Am 20.09.1920 verhaftet. Angeklagt wegen konterrevolutionärer Tätigkeiten. Das Verfahren wurde am 18.11.1920 aus Gründen, die zu seiner Rehabilitierung führten, eingestellt. Am 22.08.2003 durch die Staatsanwaltschaft der Region Krasnojarsk rehabilitiert (P-6619).

BLUM, enteignet und aus der Republik der Wolgadeutschen verschleppt. Verbüßt seine Verbannungsstrafe im Schirinsker Bezirk, Autonomes Gebiet Chakassien, Region Krasnojarsk. War stellvertretender Kolchosvorsitzender.
Buch der Erinnerung an die Opfer politischer Repressionen in der Republik Chakassien, Bd. 3, Abakan, 2006, S. 229, (b).

BLUM, David (Sohn von Jakob), geb. 1903, Vorsitzender der staatlichen landwirtschaft-lichen Genossenschaft einer Kolchose namens Tscheljuskinzi. Starb am 28.08.1943 in der Siedlung Rewutschij im Kreis Nischne-Ingasch im KrasLag.

BLUME (Blums), Georg Adolfowitsch. Geb. 1908 in der Stadt Kiew. Höhere Bildung. Stammte aus einer Adelsfamilie. Arbeitete als Ingenieur am Wärmkraft- und Fernheizwerk des Lokomotiven-Reparaturwerks in der Stadt Krasnojarsk. Am 27.04.1933 verhaftet und in der Krasnojarsker Arbeits- und Erziehungseinrichtung inhaftiert. Angeklagt nach §§ 58-6, 58-7 des Strafgesetzes der RSFSR. Der Fall wurde am 15.12.1933 von der Militärstaatsanwaltschaft der Tomsker Eisenbahn-Gesellschaft an eine Trojka der Bevollmächtigten-Vertretung der OGPU der Region Ost-Sibirien geschickt. Am 13.02.1934 wurde die Akte auf Anordnung der Bevollmächtigten-Vertretung der OGPU der Region Ost-Sibirien zur Abänderung des Beschlusses der Abteilung für Verkehrswege und Transportwesen der Bahnstation Krasnojarsk zur außergerichtlichen Überprüfung an ein OGPU-Kollegium übermittelt. Am 02.04.1934 vom OGPU-Kollegium zur Höchststrafe verurteilt, das Urteil wurde jedoch in 10 Jahre Arbeits- und Erziehungslager abgeändert. Verbüßte die Strafe im Jajsker Sonderlagerpunkt des Siblag (NKWD), ab 30.07.1936 Häftling des Norillag. Angeklagt wegen antisowjetischer Agitation. Am 27.09.1937 von einer Trojka der NKWD-Behörden der Region Krasnojarsk zur Höchststrafe mit Konfiszierung des gesamten persönlichen Besitzes verurteilt. Am 20.10.1937 in der Stadt Norilsk erschossen. Am 14.09.1989 und 29.06.1989 durch die Staatsanwaltschaft der Region Krasnojarsk rehabilitiert. (P-19959, P-17446).

BLUME, Jurij Aleksejewitsch, möglicherweise Deutscher, geb. 1917 in der Stadt Baku. Angeklagte aus politischen Motiven. Am 20.01.2949 durch eine Sonderberatung des Ministeriums für Staatssicherheit der UdSSR verurteilt zur Verbannung in eine Siedlung im Nord-Jenisejsker Kreis, Region Krasnojarsk. Rehabilitiert am 22.01.2004 durch die Staatsanwaltschaft der Region Krasnojarsk.

BOB, Maria Adolfowna, möglicherweise Deutsche. Verbüßte ihre Verbannungsstrafe in der sibirischen Siedlung Wjerchheimbatsk, Bezirk Turuchansk, RegionKrasnojarsk. Unterrichtete an der Schule Deutsch.
Ljudmila Kotijewa, Sonderumsiedler im Bezirk Turuchansk, Region Krasnojarsk, Leiterin S.S. Subowo, 2008. Turuchansker Zentrum für Kinder- und Jugend-Kreativität  „Storch“, Kollektiv „Nordländer“. Wettbewerbsarbeit, vorgestellt beim Allrusischen Wettbewerb historischer Arbeiten von Schülern der höheren Klassenstufen „Der Mensch in der Geschichte. Rußland – 20. Jahrhundert“, (s)

BOBRES, Otto Jakowlewitsch, geb. 1876. Konnte nur wenig leben und schreiben. Arbeitete in seiner Privatwirtschaft in dem Dorf Sapasnoj Imbesch, Pirowsker Amtsbezirk, Jenisejsker Bezirk, Jenisejsker Gouvernement. Am 29.04.1920 verhaftet. Angeklagt wegen vydache der Kommunisten. Das Verfahren wurde am 02.05.1920 durch die Gouvernements-Tscheka wegen unrechtmäßiger Beweisstücke eingestellt. Am 17.12.2002 von der Staatsanwaltschaft der Region Krasnojarsk rehabilitiert.

BOCH, Jekaterina Iwanowna, geb. 1902 in der Ortschaft Kraft, Nischegorodsker Gouvernement. Angeklagt aus politischen Motiven. Am 30.07.1949 von eoner Sonderberatung des Ministeriums für Staatssicherheit der UdSSR verurteilt zur Verbannung in eine Siedlung im Kasatschinsker Kreis, Region Krasnojarsk. Rehabilitiert am 11.06.2004 von der Staatsanwaltschaft der Region Krasnojarsk.

BOCHNER, Jossif Genrichowitsch (Grigorijewitsch), siehe BOHNER

BOCK, Friedrich (Sohn von Heinrich), Deutscher aus der ASSR der Wolgadeutschen; wurde gemeinsam mit seiner Ehefrau und den Kindern Andrej (oder Andreas), Wladimir, Dorothea und Karl in das Dorf Tschuchlomino im Kreis Irbej deportiert. Er starb in der Arbeitsarmee, seine Ehefrau während der Verbannung.

BOCK, Friedrich (Sohn von Friedrich), Deutscher aus der ASSR der Wolgadeutschen, wurde gemeinsam mit seiner Ehefrau Maria und den Kindern Fritz und Ella in das Dorf Tschuchlomino im Kreis Irbej deportiert. Er starb in der Arbeitsarmee.

BODEMIR (Bodemer?), Leopold Wilhelmowitsch,  geb. 1899 in der Ortschaft Nischnij Armudan auf Sachalin. Konnte lesenund schreiben. Brigadeführer in der Waldwirtschaft des Kommunar-Bergwerks im Schirinsker Bezirk, Autonomes Gebiet Chakassien, Region Krasnojarsk. Am 03.07.1938 verhaftet. Angeklagt nach § 58-10 des Strafgesetzes der RSFSR. Am 17.03.1939 vom Regionsgericht des Autonomen Gebietes Chakassien, RegionKrasnojarsk, zu 8 Jahren ITL verurteilt. Am 12.11.1999 durch die Staatsanwaltschaft des Autonomen Gebietes Chakassien, Region Krasnojarsk, rehabilitiert.
Buch der Erinnerung an die Opfer politischer Repressionen in der Republik Chakassien, Bd. 2, Abakan, 2000, S. 38

BOETTCHER, Karl (Sohn von Jakob), geb. 1887, deutsche Staatsangehörigkeit, Schneider. Am 10.08. 1937 in Krasnojarsk verhaftet. Am 11.08.1938 wurde die Akte zur besonderen Behandlung und Überprüfung an das NKWD der UdSSR weitergeleitet.

BOGINSKI, Franz Antonowitsch, möglicherweise Deutscher, geb. 1873 im Gouvernement Wolhynien. Arbeitete als Ober-Schaffner an der Station Bogotol, Region West-Sibirien. Am 14.01.1933 verhaftet. Angeklagt wegen § 58-10 des Strafgesetzes der RSFSR. Das Verfahren wurde am 13.05.1933 aufgrund seines fortgeschrittenen Alters und schlechten Gesundheitszustandes eingestellt. Am 04.03.2003 von der Staatsanwaltschaft der Region Krasnojarsk rehabilitiert (P-15651).

BOHL, geb. 1915, verhaftet in Kramatorsk, Donezgebiet. Im November 1937 verhaftet und zu 10 Jahren verurteilt. Im Frühjahr 1938 kam er mit der Gefangenenetappe in Kansk an; war im Lagerpunkt Agul des KrasLag, ab Sommer 1939 im Lagerpunkt Nowaja Schiderba. 
Verbannungs- / Lagerhaft-Bericht von Fjodor Danilowitsch Toroptschenko.

BOHNER (oder BOCHNER), Jossif Genrichowitsch (Grigorijewitsch), geb. 1907, Mitglied der Deutschen Kommunistischen Partei, ab 1932 Mitarbeiter der Komintern in Moskau. Am 21.08.1937 verhaftet. Butyrka-Gefängnis. Im Februar 1938 von einem Sonder-Kollegium des NKWD der UdSSR wegen konterrevolutionärer Tätigkeiten zu 8 Jahren verurteilt. Durchlief die Lager Jurga, Nowosibirsk, SibLag, NorilLag (Dudinka). Blieb nach dem 17.08.1945 in Dudinka. Mitte der 1950er Jahre rehabilitiert, blieb in Norilsk und arbeitete dort. Später zog er nach Moskau um. Siehe Verbannungs- / Lagerhaftbericht von Jossif Grigorijewitsch BOHNER.
-Verbannungs-/Lagerhaft-Bericht von  Josef Grigoriewitsch BOCHNER.
-Über die Zeit, über Norilsk, über sich selbst..., Buch 2, Moskau, 2002, S. 157,(b).

BOJARS, O.R. Arbeitete während des Krieges im Tajmyr-Gebiet in der Siedlung Polikarpowsk als Buchhalter in der Kolchose "Roter Tajmyrer".
Kerze der Erinnerung. Das Tajmyr-Gebiet in den Jahren der Repressionen. Erinnerungen (CD)

BOKER, Franz. Gebürtig aus Bremen. Verbüßte seine Haftstrafe im Norillag.
Über die Zeit, über Norilsk, über sich selbst..., Buch 2, Moskau, 2002, S. 160,(b).

BOKK (BOCK), Andrej Andrejewitsch, geb. 1914 im Kanton Unterwalden, Gouvernement Saratow. Höhere Bildung. Lehrer. Als Trudarmist in einer Arbeitskolonne in der Siedlung Wjerchnjaja Tuguscha, Ilansker Sonderlagerpunkt des NKWD-KrasLag. Àm 06.01.1943 in achen A.J. Bachmann verhaftet (unter diese Sammelakte fielen insgesamt 39 Personen). Angeklagt nach §§ 19-58-2, 58-10 Abs. 2, 58-11 des Strafgesetzes der RSFSR. Am 20.10.1943 von einem Sonderkollegium des NKWD der UdSSR zu 10 Jahren Arbeits- und Umerziehungslager verurteilt. Verbüßte die Haftzeit im NorilLag. Am 22.09.1952 wegen guter Führung vorzeitig entlassen, danach als Sondersiedler in Norilsk.. Am 12.10.1957 durch das Krasnojarsker Regionsgericht rehabilitiert (P-8050).

BOLT, Wladimir Michailowitsch (möglicherweise Deutscher), geb. 1870 in der Stadt Nischnij Nowgorod. Mittlere Bildung. Stammte aus einer Adelsfamilie. Lebte ohne besondere Beschäftigung in dem Dorf Goltjawino, Bogutschansker Kreis, Region Krasnojarsk. Verhaftet am 25.02.1938. Angeklagt wegen Mitgliedschaft in einer konterrevolutionären Organisation. Von einer „Trojka“ der NKWD-Verwaltung der Region Krasnojarsk am 15.04.1938 zur Höchststrafe verurteilt. Erschossen am 28.04.1938 in der Stadt Kansk. Rehabilitiert durch die Staatsanwaltschaft der Region Krasnojarsk am 13.04.1995. (P-21713).

BOMMER (möglicherweise Deutscher), Spezialist für Kokerei-Chemie. 1937 verhaftet, das Untersuchungsverfahren erfolgte in der Ljubjanka. Während der Ermittlungen wurde er gefoltert, an den Füßen aufgehängt. Âefand sich 1952-1953 als Verbannter in der Ortschaft Bolschoj Uluj, Region Krasnojarsk.
Irina Witoldowna Majewskaja «Freie Ansiedlung», Ìoskau, 1993

BONDAR, Filipp Fedorowitsch, möglicherweise Deutscher, geb. 1895 im Gouvernement Wolhynien. Lebte in Atschinsk. Telegraf an der Bahnstation. Am 15.02.1928 verhaftet. Angeklagt nach § 58-11 des Strafgesetzes der RSFSR. Das Verfahren wurde am 27.02.1928 durch den operativen Sektor der OGPU aus Gründen, die ihn rehabilitierten, eingestellt (P-13447).

BONI, Maria, im September 1941 zusammen mit den Eltern aus der Ortschaft Gattung im Kanton Unterwalden, ASSR der Wolgadeutschen, deportiert. Befand sich von 1948-1950 mit den Eltern in der Siedlung Jerlykowa, Magansker Dorfsowjet, im Sowjetsker Kreis, Gebiet Krasnojarsk, in Verbannung. 
Verbannungs-/Lagerhaft-Bericht von Maria Boni.

BONN, Katharina (Tochter von Heinrich), geb. 1899, im Jahre 1941 aus der ASSR der Wolgadeutschen deportiert in die Ortschaft Orlowka, Kreis Biriljussy. Am 11.02.1943 einberufen zur Arbeitsarmee nach Atschinsk.

BOOS, Iwan Iwanowitsch, geb. 1908 im Kreis Freidorf, Krim-Gebiet. Lebte im Nischne Serginsker Kreis, Gebiet Swerdlowsk. Angeklagt aus politischen Gründen. Am 02.06.1951 verurteilt zur Verbannung in eine Siedlung im Bogutschansker Kreis, Region Krasnojarsk. Freigelassen am 13.09.1954. Rehabilitiert am 25.02.2004 von der Staatsanwaltschaft der Region Krasnojarsk.

BOOS, Lydia Iwanowna, geb. 1912 in Marxstadt, Gouvernement Saratow. Konnte lesen und schreiben. Stammte aus einer Arbeiterfamilie. Ohne festen Arbeitsplatz, lebte eine Zeit lang in der Ortschaft Ust-Jarul, Irbejsker Kreis, Region Krasnojarsk. Am 27.12.1945 verhaftet. Angeklagt nach § 58-10 des Strafgesetzes der RSFSR. Am 14.02.1946 vom Krasnojarsker Regionsgericht zu 10 Jahren Besserungsarbeitslager verurteilt. Die Haftzeit wurde am 28.12.1954 durch das Oberste Gericht der RSFSR auf 9 Jahre Besserungsarbeitslager verkürzt. Am 22.12.1966 durch das Plenum des Obersten Gerichts der RSFSR rehabilitiert (P-14444).

BOOS, Pauline Christoforowna, geb. 16.06.1913 in der Ortschaft Dudinkowo, Sofijewsker Amtsbezirk, Gebiet Saporoschje. Deportiert in die Siedlung Anagrskij, Bogutschansker Bezirk, Region Krasnojarsk, wo sie starb und begraben liegt.
-T.A. Friesen. Rückkehr der Namen, Siedlung Angarskij, Bogutschansker Bezirk, Region Krasnojarsk   

BOOS (Schein (Schön)), Pailine Benediktowna,
geb. am 23.08.1928. 1941 in die Region Krasnojarsk deportiert. Lebte 2004 in Dudinka.
-L.O. Petri, V.T. Petri . Wahre Begebenheiten aus dem Tajmyr-Gebiet.

BOPP, August (Bruder von Heinrich), geb. 1897, im Jahre 1941 aus der ASSR der Wolgadeutschen deportiert in die Ortschaft Wostotschnoje im Kreis Ujar. Mobilisiert in die Arbeitsarmee.

BOPP, Sohia (Tochter von Jakob), geb. 1904, im Jahre 1941 aus der ASSR der Wolgadeutschen deportiert in die Ortschaft Satschulymka im Kreis Biriljussy. Am 11.02.1943 zur Arbeitsarmee nach Atschinsk einberufen.

BORCHART (Borchers), Rolf, geb. 1889 in Hannover. Höhere technische Ausbildung.  Deutscher Wissenschaftler, Ratgeber Hitlers in Fragen der Schwerindustrie. Nach dem Krieg bot Wilhelm Pieck ihm den Posten des Ministers für Schwerindustrie der DDR an. Borchart sagte, dass er dies als Vaterlandsverrat betrachten würde. Am 30.07.1947 in Berlin verhaftet. Angeklagt nach §§ 58-4, 58-6 des Strafgesetzes der RSFSR. Am 28.11.1947 von einem Sonderkollegium des NKWD der UdSSR zu 20 Jahren Arbeits- und Erziehungslager verurteilt (nach anderslautenden Angaben zu 25 Jahren Arbeits- und Erziehungslager sowie 5 Jahren Entzug der politischen Rechte). Verbüßte die Strafe im Norillag (traf dort am 14.04.1948 aus dem Butyrka-Gefängnis ein), in Kajerkan, 2. Lagerabteilung. Am 16.07.1953 ins Oserlag abgemeldet.
-B. Witman „Norilsk – ein Ort für Menschen mit standhaftem, kräftigen Geist...“, Über die Zeit, über Norilsk, über sich selbst ...., Buch 1, Moskau 2001, S. 151; Bd. 6, 2005, S. 590-592 (b).  

BORCHWALD (oder BORGWALD), Albert (Sohn von Eduard), 1941 aus Leningrad deportiert. War in der Arbeitsarmee, litt danach lebenslang an Lungentuberkulose, heiratete die Verbannte Christine (Tochter von Andrej (oder Andreas)) Kasper. Starb 1972 in der Siedlung Beret im Kreis Berjosowka.

BORGARD, Bogdan/Gottlieb (Sohn von David), Deutscher aus der ASSR der Wolgadeutschen; 1941 zusammen mit den Kindern Viktor, geb. 1940, und Irma, geb. 1940, in die Ortschaft Schpagino im Kreis Biriljussy deportiert. Beide Kinder starben am 21.10.1941.

BORGARD, Emilia (bzw. Emilie, Tochter von Friedrich), geb. 1926, im Jahre 1941 aus der ASSR der Wolgadeutschen deportiert zur Station Jelowka im Kreis Biriljussy. Am 11.02.1943 zur Arbeitsarmee nach Atschinsk einberufen.

BORGARD, Paulina (Tochter von David), geb. 1926, im Jahre 1941 aus der ASSR der Wolgadeutschen deportiert nach Biriljussy, Gebiet Krasnojarsk. Am 11.02.1943 zur Arbeitsarmee nach Atschinsk einberufen.

BORK, Wladimir/Walter (Sohn von Christoph), geb. 1930, Deutscher aus ASSR der Wolga-deutschen, ab Juni 1943 in Verbannung in der Ortschaft Nowo-Turuchansk, Gebiet Turuchansk. Traktorist in der Fischfabrik.

BORMAN (oder Bormann oder Warman/Warmann), höhere Bildung, ehemaliger Konsul in Persien. Agronom. Auf administrativem Wege wurde angeordnet, ihn aus Moskau ins Krasnojarsker Gebiet zuverschleppen. Er arbeitete kurze Zeit in dem Produktionsbetrieb „Pad“ im Kreis Bolschaja-Murta, ihm wurde bald gekündigt. Repressionsopfer des Jahres 1937.

BORNEMANN. Fjodor Fedorowitsch, geb. 1910 im Gouvernement Saratow. Sonderumsiedler in der Stadt Abakan, Autonomes Gebiet Chakassien, Region Krasnojarsk. Holzflößer beim Abakaner Reederei-Kontor. Am 14.12.1942 verhaftet. Angeklagt wegen konterrevolutionärer Tätigkeiten. Am 14.12.1942 vom Regionsgericht des Autonomen Gebietes Chakassien, Region Krasnojarsk, zu 5 Jahren Arbeits- und Erziehungslager sowie 3 Jahren Entzug aller politischen Rechte verurteilt. Am 20.07.1992 duch die Staatsanwaltschaft der Region Krasnojarsk rehabilitiert (P-20416).
Buch der Erinnerung an die Opfe rpolitischer Repressionen in der Republik Chakassien, Bd. 1, Abakan, 1999, S. 63

BORT, Semjon, geb. 1910, Lehrer. Arbeitete Anfang der 40-er Jahre in der "Rekordarbeits-sektion" beim Bäumefällen in der Lageraußenstelle Kuscho im Lagerstützpunkt Tugatsch des KrasLag. 
Siehe Verbannungs- / Lagerhaftbericht von Alexej Iwanowitsch Miljuschkin

BOSERT, Bogdan/Gottlieb (Sohn von Fjodor/Friedrich), geb. 1901, Deutscher aus der ASSR der Wolga-deutschen. 1941 verbannt in die Ortschaft Aban im Gebiet Krasnojarsk. Zur Arbeitsarmee ins KrasLag mobilisiert.

BOSTRON, Adolf (Sohn von Adolf), geb. 1889, Deutscher aus der ASSR der Wolga-deutschen. 1941 zur Station Surly im Tscharsker Kreis, Gebiet Semipalatinsk, Kasachstan, in die Verbannung geschickt. Zur Arbeitsarmee ins KrasLag mobilisiert.

BOTT, Jakob Alexandrowitsch, geb. 1916 im Gouvernement Saratow. Zwangsarbeiter in der Arbeitsarmee. Arbeitete in der Zwangsarbeiterkolonie Werchnjaja Tuguscha, Ilansker Kreis, Region Krasnojarsk. Am 30.10.1942 verhaftet. Angeklagt wegen rechter, trotzkistischer Agitation. Am 30.10.1943 von einem Sonder-Kollegium des NKWD der UdSSR zu 8 Jahren Besserungsarbeitslager verurteilt. Am 07.03.1955 von einer Kommission zur Überprüfung von Strafakten der Region Krasnojarsk rehabilitiert (P-4624).

BOVAR, Iwonna Viktorowna, geb. 1902 in Genf. Schweizerin. Geigerin. Heiratete 1932 den Polen M-G. Schalks. Ende 1933 geriet ihr Ehemann als politischer Emigrant nach Moskau. Am 08.03.1936 begab sie sich zu ihm nach Moskau. Arbeitete als Schreibmaschinen-Sekretärin in der französischen Redaktion des Rundfunkkomitees. Ihr Ehemann wurde im Oktober 1940 verhaftet und starb 1942 in irgendeinem Lager des Dalstroj. Sie selbst wurde am 27.11.1940 in Moskau verhaftet. Am 07.04.1941 von einem Sonderkollegium des NKWD der UdSSR zu 8 Jahren Arbeits.- und Erziehungslager verurteilt. Verbüßte die Haftstrafe im SewkusbasLag (Nördliches Lager des Kusnezker Beckens), am Sonderlagerpunkt-1, an der Bahnstation Jaja im Gebiet Kemerowo. Im Lager erwarb sie sich eine spezielle Fertigkeit – kunstvolle Stickerei. Am 30.09.1948 wurde sie als Invalidin der 3. Gruppe entlassen. Mit einer Häftlingsetappe wurde sie in die Verbannung abtransportiert – in eine Siedlung in der Stadt Jenisejsk. Sie traf dort am 20.10.1948 ein. Lange Zeit konnte sie keine Arbeit finden. Im Mai 1952 zog sie nach Podtjossowo um und arbeitete dann dort als Sanitäterin im Eisenbahn-Krankenhaus. Sie bemühte sich intensiv um ihre Ausreise in die Schweiz. Aus der Verbannung freigelassen am 23.10.1953, nachdem sie einen schweizer Paß erhalten hatte. Reiste in die Schweiz aus, wo sie 1984 verstarb. Über sie wurde ein Dokumentar-Videofilm gedreht..
-21.08.98 Anatolij Ferapontow. Ach, Mädchen, heiratet doch bloß keinen Kommunisten: ihr werdet es BEREUEN
-30.04.99 Alexander Schaidt. Iwonna Bovars Geige

BRACHTMAN(N), Roman. Möglicherweise Deutscher. Lebte in Moskau. Student. Verhaftet. Angeklagt wegen des Versuchs der Flucht nach Israel. Von einem Sonderkollegium des NKWD der UdSSR zu 10 Jahren Arbeits- und Erziehungslager verurteilt. 1952 verbüßte er seine Haftstrafe in der 5. Lageraußenstelle des Gorlag. Am 29.05.1959 reiste er mit seiner Familie nach Polen aus, später nach Israel, danach in die USA. Lebt heute in New York.
-Über die Zeit, über Norilsk, über sich selbst ...., Buch 1, Moskau 2001, S. 151; Bd. 6, 2005, S. 178, 339, (b);.Buch 8, 2006
-J. Badasch., Kolyma, du mein Kolyma! S. 65

BRACK, siehe BRAK

BRAGA, Margarita Filippowna, geb. 1914 in der Ortschaft Gukk, Kanton Balzer, ASSR der Wolgadeutschen. Deportiert in den Bogradsker Bezirk, Autonomes Gebiet Chakassien, Region Krasnojarsk. Am 19.09.1943 zur Trudarmee ins Tagillag mobilisiert. Am 13.04.1944 in die Freiheit entlassen.
Buch der Erinnerung an die Opfer politischer Repressionen in der Republik Chakassien, Bd. 3, Abakan, 2006, S. 311, (b).

BRAIT, Alexander Iwanowitsch (Brait , A.J..). Geb. 1926. Lebte als Verbannter in der Siedlung Polikarpowsk, Ust-Jenisejsker Bezirk, Region Krasnojarsk. Arbeitete als stellvertretender Vorsitzender in der Kolchose "Roter Tajmyrer".
Kerze der Erinnerung. Das Tajmyr-Gebiet in den Jahren der Repressionen. Erinnerungen.

BRAK, geb. 1920, diente in der Armee in Moskau. Im September 1941, zusammen mir anderen deutschen Wehrdienstleistenden, nach Dschambul, Kasachische SSR, verschickt. Im September 1942 verhaftet und zu 8 Jahren verurteilt. Ende 1943 kam er in Kansk an; später schickte man ihn zur Lageraußenstelle Kuscho, Tugatschinsker Sonder-Lagerpunkt, KrasLag, und danach nach Nischnjaja Schiderba; Mitte der 1940-er Jahre befand er sich im Lagerpunkt Lenkow Kljutsch. 1950 wurde er in die Freiheit entlassen. 
Siehe auch
Verbannungs-/ Lagerhaft-Berichte von Heinrich Genrichowitsch Wolf 
Verbannungs-/ Lagerhaft-Berichte von A.I. Miljuschkin.

BRAKKER, Georgij Borisowitsch, möglicherweise Deutsche, geb. 1896 in Moskau. Konnte lesen und schreiben. Befand sich zur Heilung im Militärhospital der Stadt Krasnojarsk. Am 16.08.1920 verhaftet. Angeklagt, weil er in der Koltschak-Armee gedient hatte. Am 28.08.1920 durch die Krasnojarsker Gouvernements-Tscheka zu 5 Jahren Konzentrationslager verurteilt. Am 30.06.1998 durch die Staatsanwaltschaft der Region Krasnojarsk rehabilitiert (P-23092).

BRANDT, Boris Leontjewitsch, möglicherweise Deutscher, geb. 1901 in der Stadt Minsk. Lebte in dem Dorf Kudrjawez, Chwostowsker Kreis, Gebiet Kaluga. Angeklagt wegen der Zugehörigkeit zu einer konterrevolutionären Gruppe von Rechtsgerichteten. Am 16.02.1949 von einer Sonderberatung des Ministeriums für Staatssicherheit der UdSSR verurteilt zr Verbannung im Nord-Jenisejsker Kreis, Region Krasnojarsk. Freigelassen am 20.09.1954. Rehabilitiert am 04.02.2004 von der Staatsanwaltschaft der Region Krasnojarsk.

BRANDT, Eduard Iwanowitsch, geb. 1913 in der Kolonie Sturm, Donezker Gouvernement (Donbas-Gebiet). Angeklagt wegen Zugehörigkeit zu einer antisowjetischen nationalistischen Organisation. Am 09.12.1950 von einer Sonderberatung des Ministeriums für Staatssicherheit der UdSSR verurteilt zur Verbannung in den Dolgomostowsker Kreis, Region Krasnojarsk. Rehabilitiert von der Staatsanwaltschaft der Region Krasnojarsk am 27.02.2004.

BRANT, Hubert (Sohn von Julius), geb. 1912, stammte aus Kajdor im Gebiet Kiew. Kolchosbauer auf dem Einzelgehöft Ljubinski im Kreis Poltawa, Gebiet Omsk. Verhaftet am 18.11.1937. Am 09.12.1937 von der Trojka der UNKWD im Omsker Gebiet nach §58-10 Strafgesetzbuch verurteilt zu 8 Jahren. Wurde ins KrasLag geschickt. Am 07.05.1989 von der Staatsanwaltschaft des Gebietes Omsk rehabilitiert.

BRASCH, Anton Klementewitsch, geb. 1887 in Wien. Deutscher. Arbeitete als Wäscher in der Erz-Zeche in Krasnojarsk. Am 11.06.1938 verhaftet. Angeklagt wegen konterrevolutionärer Agitation. Das Verfahren wurde am 08.12.1939 von der DTO des NKWD der Region Krasnojarsk aus Gründen, die zu seiner Rehabilitierung führten, eingestellt (Art. 204, Punkt b der Straf- und Prozeßordnung der RSFSR). (P-5836).

BRASS, Otto Ottowitsch, geb. 1900 in Remscheid, Deutschland. Häftling des KrasLag in Kansk. Stammte aus einer Arbeiterfamilie. Kam 1935 als Emigrant in die UdSSR. Höhere Schulbildung, parteilos. Elektro-Ingenieur. Verhaftet am 28.08.1937. Angeklagt wegen § 58-10, Abs. 1 des Strefgesetzbuches der RFSFR. Verurteilt am16.02.1938 von einem Sonderkollegium des NKWD der UdSSR zu 10 Jahren Arbeitsbesserungslager. Rehabilitiert am 16.02.1940 vom Obersten Sowjet des Krasnojarsker Regionsgerichtes (P-196).

BRAUER, Adolf Iwanowitsch (möglicherweise Deutscher), geb. 1878 im Subilowsker Gouvernement. Konnte nur wenig lesen und schreiben. Stammte aus einer Arbeiterfamilie. Bergmann in der Ortschaft Innokentjewka, Idrinsker Kreis, Region Krasnojarsk. Verhaftet am 01.03.1938. Beschuldigt der Mitgliedschaft in einer konterrevolutionären Organisation sowie der konterrevolutionären Agitation. Von einer Kommission des NKWD und der Staatsanwaltschaft der UdSSR am 23.05.1938 zur Höchststrafe verurteilt. Erschossen am 02.08.1938 in Minusinsk. Rehabilitiert am 20.06.1989 von der Staatsanwaltschaft der Region Krasnojarsk. (P-18570).

BRAUN, Erika (Tochter von Jegor/Georg), geb. 1904; im Jahre 1941 deportiert aus der ASSR der Wolgadeutschen in die Ortschaft Podkamenka im Kreis Biriljussy. Am 11.02.1942 zur Arbeitsarmee nach Atschinsk einberufen.

BRAUN, Florian (Sohn von Iwan/Johann), Deutscher aus der ASSR der Wolgadeutschen. 1941 zusammen mit den Kindern Elvira, geb. 1939, und Edward (oder Eduard), geb. 1940, in die Ortschaft Tschepuschowo, Kris Biriljussy, deportiert. Leiter der Kyjtatsker Maschinen- und Traktoren-Werkstatt. Die Kinder starben 1941, die Tochter im Oktober, der Sohn im Dezember.

BRAUN, Jakob (Sohn von Alexander), geb. 1898-1976, Wolgadeutscher aus Blumendeld, Kanton Gmelin, ASSR der Wolgadeutschen. Wurde zusammen mit seiner Ehefrau Anna-Elisabeth Georgiewna, 1899-1979, und den Kindern Alexander, 1922-1994, dessen Ehefrau Emma Friedrichowna, geb. 1919, Viktor, geb. 1929, Viktoria, geb. 1936, Reinhold, 1938-1988, Ewald, 1924-1980, Emma, geb. 1926, und Jakob, geb. 1919, am 03.09.1941 deportiert - mit dem Gefangenentransport No. 822 in das Dorf Sergejewo, Nischne-Nasimowsker Dorfsowjet, Kreis Jarzewo, Gebiet Krasnojarsk. Anfang 1942 wurde er gemeinsam mit den Söhnen zur Arbeitsarmee ins TagilLag verschleppt. 1945 freigelassen, kehrte in das Dorf Sergejewo zurück und arbeitete dort in der Kolchose. Anfang 1956 aus der Verbannung befreit. Seine Ehefrau arbeitete in der Kolchose beim Fischfang. Alexander, Ewald und Jakob blieben nach der Arbeitsarmee im Ural in der Verbannung. 1956 wurden sie aus der Verbannung freigelassen. Alexanders Ehefrau erhielt 1945 die Erlaubnis zu ihrem Mann in den Ural zu gehen. Die Familie wurde 1998 rehabilitiert. 
Verbannungs- / Lagerhaft-Bericht von Viktoria Jakowlewna Scharoglasowa.

BRAUN, Jegor/Georg (Sohn von Jegor/Georg), geb. 1896; im Jahre 1941 aus der ASSR der Wolga-deutschen deportiert in das Dorf Podkamenka im Kreis Biriljussy, Gebiet Krasnojarsk. Am 19.06.1942 zur Trudarmee nach Atschinsk einberufen.

BRAUN (Stainbrais, Steinbreis), Olga Jakowlewna. Geb. 1935. verbüßte die Verbannungsstrafe, zusammen mit ihrer Mutter und ihrer Großmutter, in dem Dorf Kostino, Turuchansker Bezirk, Region Krasnojarsk. Schwor sich, dass sie niemals in einer Kolchose wie eine Zwangsarbeiterin arbeiten würde. Eines Nachts, im Winter, lief sie, mit einem Bündel Sachen in der Hand, ins 60 km entfernte Turuchansk, um sich dort eine Arbeit zu suchen. Dort wurde sie vom Kommandanten verhaftet. Sie weigerte sich, freiwillig nach Kostino zurückzukehren. Der Kommandant drohte ihr, sie in eine Zelle mit inhaftierten Männern zu stecken. Der Bevollmächtigte aus Kostino setzte sich für sie ein. Sie wurde freigelassen und fand eine Arbeit im Kindergarten. Heiratete einen Deutschen.
Ljudmila Kotijewa, Sonderumsiedler im Bezirk Turuchansk, Region Krasnojarsk, Leiterin S.S. Subowo, 2008. Turuchansker Zentrum für Kinder- und Jugend-Kreativität  „Storch“, Kollektiv „Nordländer“. Wettbewerbsarbeit, vorgestellt beim Allrusischen Wettbewerb historischer Arbeiten von Schülern der höheren Klassenstufen „Der Mensch in der Geschichte. Rußland – 20. Jahrhundert“, (s)

BRAUN, Rosa (Tochter von Vinzenz), verschleppt aus dem Wolgagebiet nach Korkino im Nasarowsker Kreis, Gebiet Krasnojarsk.

BRAUN, Tadäus (Sohn von Franz), verschleppt aus dem Wolgagebiet, aus der Stadt Balzer (heute Krasnoarmejsk), und unverzüglich nach Korkino, Nasarowsker Kreis, Gebiet Krasnojarsk gebracht. Von 1942-1948 in der Arbeitsarmee in Orenburg. Lebt in Korkino, Gebiet Krasnojarsk.

BRAUN, Viktor Aleksandrowitsch, geb. 1910 im Gouvernement Saratow. Zwangsarbeiter in der Arbeitsarmee. Arbeitete als Brigadier in der Zwangsarbeiterkolonie Werchnjaja Tuguscha, Ilansker Kreis, Region Krasnojarsk. Am 16.10.1942 verhaftet. Angeklagt wegen rechter, trotzkistischer Agitation. Am 30.10.1943 von einem Sonder-Kollegium des NKWD der UdSSR zu 10 Jahren Besserungsarbeitslager verurteilt. Am 07.03.1955 von einer Kommission zur Überprüfung von Strafverfahren der Region Krasnojarsk rehabilitiert (P-4624).

BRAUSMANN, Katharina (Tochter von Alexander), Tochter von A. Winter, Schwester von D. (A.) Winter und K. (A.) Bengel. Im September 1941 zusammen mit der Familie aus Straub im Kanton Kukkus, ASSR der Wolgadeutschen, deportiert nach Karatus im Gebiet Krasnojarsk.

BRECHSTEDT, Gottfried (Sohn von Iwan/Johann), geb. 1870. Im Jahre 1950 befand er sich in der Siedlung Nischnaja Pojma im Nischne-Ingaschsker Kreis in der Verbannung; Invalide.

BREDRICH, Viktor Rudolfowitsch, geb. 1889 in Simbirsk. Höhere Schulbildung. Stammte aus einer kleinbürgerlichen Familie. Ungelernter Hilfsarbeiter im Mühlen-Kombinat in der Ortschaft Balachta, Balachtinsker Kreis, Region Krasnojarsk. Am 30.05.1938 verhaftet. Angeklagt nach § 58-10 des Strafgesetzes der RSFSR. Am 16.03.1939 vom Krasnojarsker Gebietsgericht zu 10 Jahren Besserungsarbeitslager verurteilt. Am 20.02.1963 durch das Oberste Gericht der RSFSR rehabilitiert (P-13661).

BREIDER, Josef Josifowitsch, geb. 1914 im Kanton Seelmann, Gouvernement Saratow. Deportiert in den Askisker Bezirk, Autonomes Gebiet Chakassien, Region Krasnojarsk. Am 13.09.1943 zur Trudarmee ins Tagillag mobilisiert. Starb am 29.03.1945 im Lager.
Buch der Erinnerung an die Opfer politischer Repressionen in der Republik Chakassien, Bd. 3, Abakan, 2006, S. 312, (b).

BREM (ANGARSKAJA), Maria Fedorowna, geb. 1918 im Priwolschsker Bezirk, Gebiet Saratow. Schulbildung: 2 Klassen. 1941 in die Region Krasnojarsk deportiert. Arbeitete auf der Halbinsel Tajmyr, 1948 nach Sachalin angeworben. Dorte lebte sie eine Zeit lang in der Siedlung Alexandrosk, Sachalinsker Bezirk. Arbeitete in der Fischfabrik. 1956 aus dem Status des Sondersiedlers abgemeldet und von der Verwaltungsaufsicht der Organe des MWD der UdSSR befreit.
-L.O. Petri, V.T. Petri . Wahre Begebenheiten aus dem Tajmyr-Gebiet.

BRENDEL, Engelbert Rausowitsch, geb. 1919 in der Ortschaft Nowoandriaschewka, Bezirk Tiraspol, Moldawische SSR. Lebte in der Ortschaft Maklakowo, Jenisejsker Bezirk, Region Krasnojarsk. Am 19.08.1947 verhaftet. Angeklagt nach §§ 58-1á, 58-10, Abs. 1 des Strafgesetzes der RSFSR. Am 19.11.1947 vom Militärgericht des Sibirischen Wehrkreises zu 25 Jahren Arbeits-/Erziehungslager sowie 5 Jahren Entzug aller politischen Rechte verurteilt. Die Strafe verbüßte er im Norillag; freigelassen am 15.10.1955, Strafgesetz vom 07.09.1955 § 3 Pkt 6; abgemeldet zur Sonderansiedlung ins Gebiet Krasnojarsk

BRENING, Johannes (Sohn von Konrad), 1907-1949, Deutscher aus der ASSR der Wolgadeutschen, zusammen mit der Mutter Katharina BRENING, geb. 1870, seiner Ehefrau Elisabeth (Tochter von Johannes), 1907-1971, und den Kindern Alexander, geb. 1939, Katahrina, geb. 1935-1941, Johannes, geb. 1937, und Emanuel, geb. 1940, Anfang September 1941 mit dem Gefangentransport No. 817 aus der Ortschaft Kutter im Kanton Balzer, ASSR der Wolgadeutschen, deportiert nach Otschur im Daurischen Kreis. Im Januar 1942 wurde er zur Trudarmee ins WjatLag gejagt, arbeitete in der Holzfällerei. Aus dem Lager freigelassen Ende 1945, war mit seiner Familie in der Verbannung im Dorf Ust-Pogromnaja, Daurischer Kreis. Kam 1949 in der Verbannung ums Leben. Die Ehefrau befand sich ab 1943 mit den Kindern in dem Dorf Ust-Pogromnaja in der Verbannung. Am 19.02.1956 wurden sie freigelassen. Die Mutter kam in der Verbannung ums Leben. Katharina, Johannes und Emanuel leben heute in Deutschland. 
Verbannungs-/Lagerhaft-Bericht von Alexander Johannowitsch Brening.

BRENING, Robert (Sohn von Heinrich), geb. 1893, zusammen mit seiner Ehefrau Katharina (Tochter von Konrad), geb. 1900, und den Kindern Viktor, geb. 1927, Lydia, geb. 1922, Maria, geb. 1924, Elvira, geb. 1933, Theresa (verheiratete Bender bzw. Mekel), geb. am 20.04.1920, sowie Emma, geb. 1928, im September 1941 aus dem Gebiet Saratow verschleppt in den Partsiansker Kreis, Gebiet Krasnojarsk. Theresa arbeitete vom 07.10.1946 bis zum 12.09.1948 im Dicksoner Kontor der Haupthandelsgesellschaft für Seetransport des Ministeriums für Flottenwesen. Sie wurde aus der Sonderansiedlung am 13.12.1955 freige-lassen, lebt in Scharypowo im Gebiet Krasnojarsk.

BRENNING, Iwan (Johann) Iwanowitsch, geb. 1935, und Schwester Lydia Iwanowna, geb. um 1939; wurden 1941 zusammen mit der Mutter aus dem Kanton Gmelin, Gebiet Saratow, in das Dorf Bartat, Kreis Bolschaja Murta, Region Krasnojarsk, deportiert. 
Verbannungs-/Lagerhaftbericht von Alexander Alexandrowitsch Hoerlitz.

BRESSEM, Boris Ottowitsch, geb. 1902 in der Ortschaft Konstantinowka, Jekaterinoslawsker Gouvernement. War lese- und rechtschreibkundig. Arbeitete im Kontor „Sagotschiwsyr“ als Fischer und Jäger der Faktorei Kamenka, Uderejsker Kreis, Region Krasnojarsk. Am 25.07.1941 verhaftet. Angeklagt nach § 58-1a des Strafgesetzbuches der RSFSR. Am 13.05.1942 von einem Sonder-Kollegium des NKWD der UdSSR zu 10 Jahren Besserungsarbeitslager verurteilt. Am 14.10.2003 von der Staatsanwaltschaft der Region Krasnojarsk rehabilitiert (P-23408).

BRESTER (Putrina), Jewegenia Alexandrowna, geb. am 23.02.1938. 1941 in die Region Krasnojarsk deportiert. Lebte 2004 in der Stadt Dudinka.
-Kerze der Erinnerung. Das Tajmyrgebiet in den Jahren der Repressionen. Erinnerungen
-L.O. Petri, V.T. Petri . Wahre Begebenheiten aus dem Tajmyr-Gebiet.

BRETZ, Adolf (Sohn von Iwan/Johann), geb. 1926, wurde als Deutscher während des Kriege aus Krasnodar ins NorilLag verschickt.

BRETZER, Sergej (Sohn von Konstantin), Arbeitsarmist in der Tungusker Abteilung des KrasLag. Verhaftet 1945.

BRIKMAN(N) oder BRICKMAN(N), Jakob Jakowlewitsch, geb. 1909 im Gouvernement Saratow. Zwangsarbeiter in der Arbeitsarmee. Arbeitete im 2. Trupp der mobilisierten Deutschen in der Nischnepojmensker Abteilung des KrasLag, Nischneingaschsker Kreis, Region Krasnojarsk. Helfer des Truppleiters bei alltäglichen Angelegenheiten. Am 24.04.1943 verhaftet. Angeklagt wegen konterrevolutionärer Propaganda. Am 11.12.1943 von einem Sonder-Kollegium des NKWD der UdSSR zu 10 Jahren Besserungsarbeitslager verurteilt. Am 13.02.1956 von einer Kommission zur Überprüfung von Strafverfahren der Region Krasnojarsk rehabilitiert (P-6034).

BROKOP, Albart (Albert) Friedrichowitsch, geb. 1884 im Gouvernement Podolien. Konnte nur wenig lesenund schreiben. 1930 Entzug der politischen Rechte, Enteignung, Verschleppung in die Region Krasnojarsk. Als ungelernter Arbeiter in der „Petschenga“-Mine im Uderejsker Bezirk, Region Krasnojarsk. Am 16.05.1938 verhaftet. Angeklagt nach § 58-10 Abs. 1 des Strafgesetzes der RSFSR. Das Verfahren wurdeam 04.09.1939 aus Gründen, die zu seiner Rehabilitation führten, eingestellt. Er wurde aus der Haft entlassen (P-7552).

BROMBERG, Michail Jakowlewitsch, möglicherweise Deutscher, geb. 1892 im Dschankojsker Kreis, Krimgebiet. Angeklagt der Zugehörigkeit zu einer trotzkistischen Organisation. Von einer Sonderberatung des Ministeriums für Staatssicherheit der UdSSR am 27.08.1949 zur Verbannung im Kasatschinsker Kreis, Region Krasnojarsk, verurteilt. Freigelassen am 18.05.1954. Rehabilitiert von der Staatsanwaltschaft der Region Krasnojarsk am 30.12.2003.

BRONSIN, Friedrich Iwanowitsch, geb. 1932 im Jekaterinoslawsker Gouvernement. Grundschulbildung. Häftling in Krasnojarsk-45. Am 28.05.1959 verhaftet. Angeklagt wegen Mitgliedschaft in einer konterrevolutionärenOrganisation. Am 10.09.1959 von einem Sondergericht zu 15 Jahren Arbeits- und Erziehungslager verurteilt. Am 05.02.1992 vom Obersten Gericht der UdSSR rehabilitiert (P-20166).

BROSE, Helmut Franzewitsch, geb. 1905 in der Stadt Krolow, Deutschland. Lebte in Norilsk. Angeklagt der Spionage. Von einer Sonderberatung des Ministeriums für Staatssicherheit der UdSSR am 29.11.1950 zur Verbannung in den Dolgo-Mostowsker Kreis, Region Krasnojarsk, verurteilt. Am 01.10.1954 in die Freiheit entlassen. Rehabilitiert am 25.05.2004 durch die Staatsanwaltschaft der Region Krasnojarsk.

BROST, Margarita (Tochter von Josef), 1942 zusammen mit ihren drei Kindern im Alter von 5 bis 1 Jahren verschleppt ins Industriegebiet Staraja Chantajka im Gebiet Krasnojarsk.

BROT, Amalia. Geb. 1928. Deportiert. Befand sich in der zweiten Hälfte der 1940er Jahre in der Trudarmeezone des Krasnojarsker Metallhüttenwerkes (Postfach 121).
A.F. Lorej. Liste der Trudarbeiter, die sich in der zweiten Hälfte der 1940er Jahre in der Trudarmeezone des Krasnojarsker Hüttenwerkes (Postfach 121), an der Station Sorokino, Bezirk Mana, Region Krasnojarsk, befanden, (a).

BROTT, Alexander Jakowlewitsch, geb. 1908 in der Ortschaft Alt-Warenburg, Gouvernement Saratow. Lebte in Nowosibirsk. Angeklagt nach § 19-58-9, 59-10, Abs. 1, 58-11 des Strafgesetzbuches der RSFSR. Am 15.06.1949 von einer Sonderberatung des Ministeriums für Staatssicherheit der UdSSR verurteilt zur Verbannung in den Bogutschansker Kreis, Region Krasnojarsk. Freigelassen am 07.09.1954. Rehabilitiert am 13.02.2004 von der Staatsanwaltschaft der Region Krasnojarsk.

BRUCH, geboren im Gouvernement Saratow, wo er auch lebte. Im September 1941 mit seiner 5-köpfigen Familie deportiert in die Region Krasnojarsk. Verbüßte die Verbannungsstrafe im Kuraginsker Kreis. Arbeitete als Buchhalter. Arbeitete nach der Freilassung als Leiter der staatlichen Planungsabteilung der UdSSR.

BRUCH, deutsche Familie, 5 Personen. Verschleppt in den Bezirk Kuragino, Region Krasnojarsk.
J.W. Mogilnikow, Schüler der 11. Klasse an der städtischen Bildungseinrichtung der Roschtschinsker Schule N° 17, Kuraginsker Bezirk, Region Krasnojarsk. N.M. Botschkarewa, Geschichtslehrerin. Zwei Schicksale aus meiner Familienbiographie (A.A. Wagner, E.G. Wagner und andere). Wettbewerbsarbeit, vorgestellt beim Allrusischen Wettbewerb historischer Arbeiten von Schülern der höheren Klassenstufen „Der Mensch in der Geschichte. Rußland – 20. Jahrhundert“, (s)

BRUDERER, Viktor Arnoldowitsch, möglicherweise Deutscher, geb. 1883 in Moskau. Höhere Schulbildung. Arbeitete als Buchhalter in der „Koopchleb“ (Getreide-Kooperative) in der Ortschaft Bolschaja Murta, Region Krasnojarsk. Verhaftet am 08.01.1930. Angeklagt nach § 58-11 des Strafgesetzbuches der RSFSR. Am 09.02.1930 von einer Sonder-Trojka der Bevollmächtigten-Vertretung der OGPU im Sibirischen Gebiet zur Höchststrafe verurteilt. Am 23.03.1930 in der Stadt Krasnojarsk erschossen. Rehabilitiert am 12.09.1989 von der Staatsanwaltschaft der Region Krasnojarsk. (P-18648).

BRUG, Maria Petrowna, geb. 1891 in der Ortschaft Bauer, Gouvernement Saratow. Konnte nur wenig lesen und schreiben. Sonderansiedlerin in Melnitschnoje, Turuchansker Kreis, Region Krasnojarsk. Angeklagt nach § 58-10 des Strafgesetztes der RSFSR. Am 26.04.1946 verhaftet. Am 12.08.1946 wurde das Verfahren von der Staatsanwaltschaft der Region Krasnojarsk wegen Mangel an Tatbeständen und aus Gründen, die ihn rehabilitierten, eingestellt (P-4245).

BRUMER, Oskar Jakowlewitsch, geb. 1898 im Ternopolsker Gouvernement. Lebte in der Stadt Tutajew, Gebiet Jaroslawl. Angeklagt nach § 58-1a des Strafgesetzbuches der RSFSR. Verurteilt am 06.04.1949 von einer Sonderberatung des Ministeriums für Staatssicherheit der UdSSR zur Verbannung nach Dudinka, Region Krasnojarsk. Freigelassen am 17.09.1954. Rehabilitiert am 30.01.2004 von der Staatsanwaltschaft der Region Krasnojarsk.

BRUNGARDT (Brunhardt (Schmück)), Anna Petrowna, geb. am 01.05.1925. 1941 in die Region Krasnojarsk deportiert. Lebte 2004 in der Siedlung Potapowo, Bezirk Dudinka.
-L.O. Petri, V.T. Petri . Wahre Begebenheiten aus dem Tajmyr-Gebiet.

BRUNHARDT, Karl (Sohn von Peter). Zusammen mit der Ehefrau Katharina (Tochter von Karl) und den Kindern Robert, geb. 1928, Wladimir, 1926-1994, Emilie, geb. 1922, Erna, 1930-1965, und Reinhold, geb. 1935, 1941 aus der Ortschaft Grimm im Kanton Balzer, ASSR der Wolgadeutschen, deportiert nach Tschastoostrowskoje im Kreis Jemeljanowo, Gebiet Krasnojarsk. Wladimir und Emilie wurden in die Arbeitsarmee mobilisiert. 1952 wurde die ganze Familie während eines 24-stündigen Transportes in das Dorf Majskaja, Kreis Jemeljanowo, Gebiet Krasnojarsk, verlegt. Karl (Sohn von Peter) starb 1950, Katharina (Tochter von Karl) fand 1955 während der Verbannung den Tod, Robert, Karl und Reinhold (die Söhne von Karl) leben in Krasnojarsk. Emilie (Tochter von Karl) ging nach Deutschland.

BRUNNER, Arthur Davidowitsch, geb. 1926. Zusammenmit der Familie deportiert. Arbeitete beim gewerblichen Fischfang in Dorofewka, Ust-Jenisejsker Bezirk. War später an der Verladestation des Staatlichen Tajmyrer Fischfangkonzerns tätig. Lebte 2006 im Moskauer Raum.
-L.O. Petri, V.T. Petri . Wahre Begebenheiten aus dem Tajmyr-Gebiet.

BUCHBINDER, Naum Michailowitsch, möglicherweise Deutscher, geb. 1908 in Newel, Twersker Gouvernement. Jude. Stammte aus kleinbürgerlichen Verhältnissen, mittlere Schulbildung, parteilos. Lebte eine Zeit lang in der Siedlung Chromowo, Ilansker Kreis, Krasnojarsker Region. Technischer Leiter des Pojmensker Holzbeschaffungsreviers. Verhaftet am 29.09.1937. Angeklagt wegen Spionage. Am 10.01.1938 von einem Sonderkollegium des NKWD der UdSSR zu 10 Jahren Arbeitsbesserungslager verurteilt. Verbüßte seine Strafe um UnschLag des NKWD an der Station Suchobeswodnoje, Kalininsker Gebiet. Rehabilitiert vom Militärtribunal des Sibirischen Wehrkreises am 30.07.1957 (P-7697).

BUCHHOLD (oder BUCHGOLD), Herbert (Sohn von Leon bzw. Leo), geb. 1900, Tuber-kulose-Spezialist sowie Hals-Nasen-Ohren-Arzt, Röntgenologe. Verhaftet in der Stadt Engels, ASSR der Wolgadeutschen, verbüßte seine Haftzeit und lebte danach an der Angara in Verbannung, ab 1950 in Juschno-Jenissejsk im Uderejsker Kreis, wo er im Kreis-Krankenhaus in der Tuberkulose-Station arbeitete. Freigelassen 1956; ging anschließend nach Riga.

BUCHHOLZ (Buchgolz), Egbert Leonowitsch, geb. um 1900, Facharzt für Schwindsucht sowie Hals-Nasen-Ohren-Arzt und Röntgenologe. Verhaftet in der Stadt Engels, ASSR der Wolgadeutschen; verbüßte eine Haftstrafe wegen § 58 des Strafgesetzes; kam anschließend in die Verbannung an die Angara; ab 1950 in Juschno-Jenissejsk, Uderejsker Kreis, Region Krasnojarsk, wo er am Kreis-Krankenhaus in der Tuberkulose-Abteilung tätig war. 1956 in die Freiheit entlassen; fuhr mit seiner Ehefrau nach Riga. Wurde rehabilitiert. 
-Verbannungs-/ Lagerhaft-Bericht von Iossif Anton Mironow.
-Verbannungs-/Laherhaft-Bericht von Maria Andrejewna Goschewa.

BUDNER, Theodor Iwanowitsch, geb. 1888. Arbeitsumsiedler, Fahrer in der Waldwirtschaft in der Siedlung Chromowo, Ilansker Bezirk, Region Krasnojarsk. Am 18.12.1937 verhaftet. Angeklagt wegen konterrevolutionärer Propaganda. Während des einzigen Verhörs unterschrieb er seine „Schuldanerkenntnis“. Am 30.12.1937 von einer Trojka der NKWD-Behörden der Region Krasnojarsk zur Höchststrafe verurteilt. Am 09.01.1938 in der Stadt Kansk erschossen. Am 21.02.1959 vom Krasnokarsker Regionsgericht rehabilitiert (P-10495).

BUETTNER, Tatjana (Tochter von Georg), geb. 1910, Schauspielerin, gemeinsam mit dem Ehemann und der Mutter verschleppt aus Tallin, verbrachte die Lagerhaft im KrasLag. 1950 befand sie sich in der Siedlung Nischnaja Pojma im Nischne-Inkgaschsker Kreis unter Sonderkommandantur des KrasLag in Verbannung, arbeitete in der Warenabteilung als Schneiderin. Am 21.08.1950 wurde sie der Sonderkommandantur No. 67 des Nischne-Ingaschsker Kreises überstellt. Sie lebte in Reschoty. Leitete im Klub den Musik- und Dramaturgiekreis und unterrichtete einige Jahre an der Musikschule. 1968 kehrte sie nach Tallin zurück. Sie befaßte sich mit Malerei, und es gab eine persönliche Ausstellung.

BUCHGAMER (Buchhamer?), M.F. Verschleppt in den Jenisejsker Bezirk, Region Krasnojarsk.
I.N. Moisejewa. Zur Frage der Deportation der Wolgadeutschen auf das Territorium des Jenisejsker Bezirks (1941), Momente der Geschichte. Sammelband mit Materialien zum Thema «Politische Repressionen in der UdSSR» (1989-2009), Êrasnojarsk, 2009, S. 121.

BUHRGARDT, siehe BURGARDT

BUHRHARDT, siehe BURGARDT

BUJATZEK (oder BUJAZEK), Paul (Sohn von Thomas), geb. 1903, stammte aus Oberschlesien in Deutschland, Koch im Restaurant der Konsumgenosenschaft in Saosjorny im Rybinsker Kreis, Gebiet Krasnojarsk. Verhaftet am 27.08.1937. Am 11.12.1937 von der Kommission des NKWD und der Staatsanwaltschaft der UdSSR verurteilt zum Tod durch Erschießen. Das Urteil wurde am 14.01.1938 in Krasnojarsk vollstreckt.

BULLER, Heinrich (Sohn von Heinrich), geb. 1905, stammte aus dem Gouvernement Cherson. Goldsucher in der Goldmine Alexandrowka im Askisschken Kreis, Autonomes Gebiet Chakassien. Am 24.02.1938 verhaftet. Am 21.06.1938 vom Sonderkollegium des NKWD der UdSSR zu 10 Jahren verurteilt. Am 05.04.1961 vom Gebietsgericht des Autonomen Gebietes Chakassien rehabilitiert.

BURBACH, Amelia, geb. 1924 ind er Ortschaft Kutter, Kanton Balzer, ASSR der Wolgadeutschen. Deportiert. Befand sich in der zweiten Hälfte der 1940er Jahre in der Trudarmeezone des Krasnojarsker Metallhüttenwerks (Postfach 121) an der Station Sorokino, Mansker Bezirk, RegionKrasnojarsk.
A.F. Lorej. Liste der Personen, die sich in der zweiten Hälfte der 1940er Jahre in der Trudarmeezone des Krasnojarsker Metallhüttenwerks (Postfach 121), Station Sorokino, Region Krasnojarsk, befanden, (a).

BURGARDT (bzw. BUHRGARDT, oder BURHARDT, bzw. BUHRHARDT), Alexander (Sohn von Georg), geb. 1911, im Jahre 1941 aus der ASSR der Wolgadeutschen verbannt oin die Ortschaft Minino im Kreis Jemeljanowo. Mobilisiert zur Arbeitsarmee ins KrasLag.

BURGARDT, Andrej Lawrentjewitsch, geb. 1916 in der Ortschaft Durnejewka, Tschkalowkser Bezirk, Tschkalowsker Gebiet Tschkalowo. Lebte in Krasnojarsk. Mitglied der Allrussischen Leninistischen Kommunistischen Jugendorganisation. Student. Am 30.12.1948 verhaftet. Angeklagt nach § 58-1b des Strafgesetzes der RSFSR. Am 11.05.1949 vom Militärgericht des Sibirischen Wehrkreises zu 25 Jahren Arbeits-/Erziehungslager sowie 5 Jahren Entzug aller politischen Rechte verurteilt. Die Haftstrafe verbüßte er im Norillag. Am 25.10.1955 nach §§ 3 und 6 des Strafgesetzes vom 17.09.1955 in die Freiheit entlassen; abgemeldet zur Sonderansiedlung in Krasnojarsk.

BURGARDT, Nikolaj Franzewitsch, geb. 1910 in der Ortschaft Straßburg, Gouvernement Odessa. Konnte lesen und schreiben. Arbeitete als ungelernter Arbeiter an der Station Katscha der Krasnojarsker Eisenbahn in der Kalkfabrik, die dem Ministerium für Verkehrswesen unterstellt war. Am 13.09.1946 verhaftet. Angeklagt nach 58-10 des Strafgesetzbuches der RSFSR. Am 18.01.1947 vom krasnojarsker Regionsgericht zu 6 Jahren Besserungsarbeitslager verurteilt. Am 31.07.1992 durch die Staatsanwaltschaft der Region Krasnojarsk rehabilitiert (P-20382).

BURHARDT, siehe BURGARDT

BURI, Jonat Gustowitsch, geb. 1912 in der Ortschaft Chatki, Tschelowsker Bezirk, Gebiet Schitomir. Konnte nur wenig lesen und schreiben. Stammte aus einer Bauernfamilie. Arbeitete als Koch und Schneider in der Ortschaft Mostowskoje, Bolschemurtinsker Bezirk, Region Krasnojarsk. Am 12.10.1946 verhaftet. Angeklagt nach § 58-10, Abs. 1 des Strafgesetzes der RSFSR. Am 03.12.1946 durch außergerichtlichen Beschluss des Krasnojarsker Regionsgerichts zu 10 Jahren Arbeits- und Erziehungslager verurteilt. Verbüßte die Strafe im Norillag, traf dort am 23.04.1947 aus dem Nasarowsker Arbeits- und Erziehungslager ein; am 27.06.1953 abgemeldet in den Zuständigkeitsbereich der Verwaltung der Arbeits- und Besserungslager bei der MWD-Verwaltung der Region Krasnojarsk.

BURMEISTER, Gleb Ernestowitsch, geb. 1912 in der Stadt Gomel. Deutscher; konnte nur wenig lesen und schreiben. Erdarbeiter beim Bau des Schienenwegs an der Station Orositjelnyj der Krasnojarsker Eisenbahnlinie. Am 19.07.1942 verhaftet. Angeklagt wegen konterrevolutionärer Agitation. Am 14.11.1942 vom Chakassischen Gebietsgericht zu 10 Jahren Erziehungs- und Arbeitslager verurteilt. Am 25.12.1995 durch die Staatsanwaltschaft der Region Krasnojarsk rehabilitiert (P-21856).
Buch der Erinnerung an die Opfer politischer Rehabilitationen in der Republik Chakassien, Bd. 2, Abakan, 2000, S. 41.

BURMEISTER, Iwan Pawlowitsch, möglicherweise Deutscher, geb. 1869 in Brjansk. Lebte eine Zeit lang in Krasnojarsk. Stammte aus einer Beamtenfamilie, konnte lesen und schreiben. Rechnungsführer am Krankenhaus im Jenisejsker Becken. Verhaftet am 31.10.1937. Angeklagt wegen konterrevolutionärer Agitation. Am 03.11.1937 von einer Trojka des UNKWD der Region Krasnojarsk zur Höchststrafe verurteilt. Am 04.11.1937 in Krasnojarsk erschossen. Rehabilitiert am 03.03.1961 vom Krasnojarsker Gebietsgericht (P-13257).

BURR, Iwan Jakowlewitsch, möglichweise Deutscher, geb. 1914 im Gouvernement Odessa. Mittlere Bildung. Stammte aus einer Geistlichen-Familie. 1936 zu 5 Jahren verurteilt. Häftling des NorilLag. Angeklagt wegen antisowjetischer Agitation. Am 27.09.1937 von einer Trojka des UNKWD der Krasnojarsker Region zur Höchststrafe verurteilt. Am 29.09.1937 in Norilsk erschossen. Rehabilitiert am 07.06.1989 von der Staatsanwaltschaft der Region Krasnojarsk (P-17880).

BURSTEIN, Jakob Weniaminowitsch (Benjamin), möglicherweise Deutscher. Geb. 1890 im Gouvernement Poltawa. Jude. Arbeitete als Buchhalter in der Schirinsker Landwirtschafts-kolonie. Verhaftet am 20.10.1937. Angeklagt wegen konterrevolutionärer Agitation. Am 07.01.1938 von einer Kommission des NKWD und der Staatsanwaltschaft der UdSSR zur Höchststrafe verurteilt. Am 26.01.1938 in Mnusinsk erschossen. Rehabilitiert am 15.03.1960 vom Militärtribunal des Sibirischen Wehrkreises (P-11964).

BURSTEIN, Jurij Jakowlewitsch, möglicherweise Deutscher, geb. 1911 im Sakaspijsker Gebiet, Turkestan. Jude. Einwohner von Krasnojarsk. Mittlere Schulbildung. Verhaftet am 15.07.1935. Angeklagt wegen konterrevolutionärer Agitation. Der Fall wurde am 23.12.1935 aufgrund von Umständen, die seine Rehabilitierung rechtfertigten und aus Mangel an Beweisen eingestellt. Arbeitete als Fahrer bei der „Rasdolstroj“, Uderejsker Kreis, Region Krasnojarsk. Am 12.03.1938 erneut verhaftet. Angeklagt wegen Spionage. Das Verfahren wurde aus Mangel an Beweisen eingestellt. Rehabilitiert am 08.12.1958 durch das Militärtribunal des Sibirischen Wehrkreises (P-10300).

BURSTIN (Burstein?), Wulf Jakowlewitsch. Möglicherweise Deutscher. Geboren in Frankreich. Studierte an der Pariser Universität Sorbonne. Wurde überzeugter Marxist. Lebte in Deutschland. Als die Faschisten an die Macht kamen ging er in die UdSSR. Besuchte die Militärakademie. Konnte Französisch und Deutsch. Ende der 1930er Jahre verhaftet. Seine Familie (Ehefrau und Tochter) blieb in Moskau. Seine Haftzeit verbüßte er im Norillag. Leitete das Konstruktionsbüro der Behörde für Metallhüttenwerke. Nach seiner Freilassung begab er sich von Norilsk nach Swerdloswsk.
-R. Korolko „Talente wie Burstin waren es auch, die das Norilsker Kombinat erbauten“.
-Über die Zeit, über Norilsk, über sich selbst ..., Buch 1, Ìoskau, 2001, S. 203; (b), Buch 2, Moskau, 2002, S. 88, (b).

BURTSCH, Pawel Moisejewitsch, möglicherweise Deutscher, geb. 1899 im Gouvernement Wolhynien. Arbeitete als Schmied bei der Forstverwaltung in der Siedlung Dscheb, Artemowsker Kreis, Region Krasnojarsk. Verhaftet am 29.03.1938. Angeklagt wegen konterrevolutionärer Propaganda. Am 11.04.1938 von einer Trojka des UNKWD der Region Krasnojarsk zur Höchststrafe verurteilt. Am 03.05.1938 in Minusinsk erschossen. Rehabilitiert am 26.06.1958 durch das Krasnojarsker Gebietsgericht (P-9711).

BUSCH, David (Sohn von Alexander), geb. 1899, Vater von V. (D.) Busch, befand sich im Jahre 1943 in der Arbeitsarmee im KrasLag, an der Station Reschoty im Nischne-Ingaschsker Kreis, Gebiet Krasnojarsk

BUSCH, Heinrich (Sohn von Heinrich) 1941 aus der ASSR der Wolgadeutschen deportiert in denKreis Biriljussy. Wurde am 04.03.1942 zur Arbeitsarmee ins Kreis-Militärkomitee nach Uschur einberufen.

BUSCH, Konstantin Josifowitsch, geb. 1914 in Tscheljabinsk. Arbeitsarmist im KrasLag des NKWD im Nischneingaschsker Kreis, Region Krasnojarsk. Verhaftet am 10.04.1943. Angeklagt wegen konterrevolutionärer Propaganda. Von einem Sonderkollegium des NKWD der UDSSR am 11.12.1943 zu 8 Jahren Arbeitsbesserungslager verurteilt. Am 13.02. 1956 von der Personen-Überprüfungskommission der Krasnojarsker Region rehabilitiert (P-6034).

BUSCH, Pawel (Paul) Davidowitsch, geb. 1924 in der Ortschaft Alt-Weimar, Kanton Palassowka, Gebiet Saratow. Grundschulbildung. Stammte aus einer Mittelbauern-Familie. 1941 aus der ASSR der Wolgadeutschen verschleppt. 1942 zu 6 Monaten Besserungszwangsarbeit mit 25%igem Lohnabzug verurteilt. Die Verbannungszeit verbrachte er in der Siedlung Ust-Port, im Autonomen Taimyr-Gebiet, Region Krasnojarsk. Traktorist in der Fischkonserven-Fabrik. Am 03.03.1943 verhaftet. Angeklagt nach §§ 58-10, Abs. 2 und 58-14 des Strafgesetzes der RSFSR. Am 09-10-1943 vom Taimyrer Gebietsgericht zu 7 Jahren Besserungs- und Arbeitslager sowie 3 Jahren Entzug aller politischen Rechte verurteilt. Die Strafe verbüßte er im Norillag, wo er am 15.10.1943 mit einer taimyrer Häftlingsetappe eintraf. Er starb am 06.03.1944 in der stationären Krankenabteilung der 7. Lageraußenstelle des Norillag. Am 03.08.1956 durch eine Sonderkommission des Obersten Gerichts der RSFSR rehabilitiert (P-5970).

BUSCH, Viktor (Sohn von David), geb. 1940, befand sich im Jahre 1943 zusammen mit seinen Brüdern Karl, geb. 1923, Otto, geb. 1928, Theodor, geb. 1927, sowie seiner Mutter Maria (Tochter von Jakob), geb. 1899, im Kreis Suchobusimo in der Verbannung.

BUSCHMANN, Grigorig (Georg), geb. etwa 1925. Verbüßte seine Haftstrafe in der 4. Lagerabteilung des NorilLag, war von 1946-1947 Brigadeführer der Ladearbeiter, danach wurde er zur 6. Lagerabteilung des GorLag geschickt. 
Verbannungs- / Lagerhaft-Bericht von Jaroslaw Dmitriewitsch Skalisch.

BUSS, Iwan/Johann (Sohn von Karl), geb. 1896; im Jahre 1941 aus der ASSR der Wolgadeutschen deportiert nach Krasnojarsk, Gebiet Krasnojarsk, zur Arbeitsarmee ins BogoslowLag einberufen. Am 18.09.1942 im Lager verstorben.

BUTERS (Buterus), Adam Adamowitsch, geb. 1897 im Gouvernement Saratow. Beendete die Dorfschule. Lebte eine Zeit lang in dem Dorf Jermakowskoje, Jermakowsker Kreis, Region Krasnojarsk. Leiter in der Genossenschaft für Invaliden. Verhaftet am 30.07.1937. Angeklagt wegen konterrevolutionärer Agitation. Am 04.02.1938 von einer Kommission des NKWD und er Staatsanwaltschaft der UdSSR zur Höchststrafe verurteilt. Am 03.03.1938 in Minusinsk erschossen. Rehabilitiert am 18.10.1960 von einer Sonderkommission des Obersten Sowjet der UdSSR(P-12450).

BUTSCH, Viktoria Eduardowna. Ärztin. Verbüßte 1946 eine Haftstrafe in einem Sonderlager in der Stadt Tschernogorsk, Autonomes Gebiet Chakassien, Region Krasnojarsk.
-W. Samarina. Sie nannten mich Walja-Sonnenscheinchen.
-Buch der Erinnerung an die Opfer politischer Repressionen in der Republik Chakassien, Band 2,
Abakan , 2000, S. 306, (b).

BUTZ, Grigorij Matwejewitsch, möglicherweise Deutscher, geb. 1899 in Kamenka, Irbejsker Wolost, Landreis Kansk, Jenisejsker Gouvernement. Stammte aus einer Großbauern-Familie, konnte nur schlecht lesen und schreiben. Einzelbauer in dem Dorf Petruschkowo, Kansker Bezirk, Gebiet Ost-Sibirien. Verhaftet am 01.06.1930. Angeklagt nach § 58-7, 10, 14 des Strafgesetzbuches der RSFSR. Am 10.10.1930 von einer Trojka der Bevollmächtigtenvertretung der OGPU des Gebietes West-Sibirien zu 3 Jahren Konzentrationslager verurteilt. Rehabilitiert am 13.05.1989 von der Staatsanwaltschaft der Region Krasnojarsk (P-15826).

BUTZ, Iwan Jakowlewitsch, geb. 1893 in Kronstadt. Arbeiter am Jenisejsker Schlachthof „Sagotskot“ in der Stadt Jenisejsk. Verhaftet am 19.02.1936. Angeklagt wegen konterrevolutionärer Agitation. Von einem Sonderkollegium des NKWD der UdSSR am 10.07.1936 zu 5 Jahren Arbeitsbesserungslager verurteilt. Rehabilitiert am 01.02.1958 durch das Krasnojarsker Gebietsgericht (P-8950).

BUTZ, Konstantin Platonowitsch, möglicherweise Deutscher, geb. 1938 in Kamenka, Irbejsker Wolost, Landkreis Kansk, Jenisejsker Gouvernement. Stammte aus einer Familie von Mittelbauern. Kursteilnehmer an der Schule für Militärtechnik in Krasnojarsk. Verhaftet am 26.04.1941. Angeklagt wegen antisowjetischer Agitation. Vom Krasnojarsker Gebietsgericht am 12.07.1941 verurteilt zu 5 Jahren Arbeitsbesserungslager. Rehabilitiert am 07.02.1957 vom Obersten Gericht der RSFSR (P-6322).

BUTZ, Martin Davidowitsch, möglicherweise Deutscher, geb. 1909 im Gouvernement Sankt-Petersburg. Verbannter. Arbeitete als Pferdepfleger in einem Bergwerk im Saralinsker Bezirk, Autonomes Gebiet Chakassien, Region Krasnojarsk. Am 05.02.1938 verhaftet. Angeklagt wegen konterrevolutionärer Agitation. Am 23.05.1938 von einer Kommission des NKWD und der Staatsanwaltschaft der UdSSR zur Höchststrafe verurteilt. Am 31.08.1938 in der Stadt Abakan erschossen. Am 14.11.1959 vom Präsidium des Obersten Gerichts der RSFSR rehabilitiert (P-11447).
-Buch der Erinnerung an die Opfer politischer Rehabilitationen in der Republik Chakassien, Bd. 2, Abakan, 2000, S. 42.
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Die schuldlos Erschossenen (Martirolog), Abakan, 2004, S. 52.


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